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Die Entdeckung des Erdballs

Wilhelm Cremer: Die Entdeckung des Erdballs - Kapitel 12
Quellenangabe
typefiction
authorWilhelm Cremer
titleDie Entdeckung des Erdballs
publisherRudolf Mosse
addressBerlin SW68
editorWilhelm Cremer
year1924
firstpub1924
illustratorOscar Theuer
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
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siehe Bildunterschrift

Mohammedanisches Pilgerfest

Im Herzen Asiens.

Auch Asien hat noch am Beginn des neunzehnten Jahrhunderts grosse Landstrecken gehabt, die nie von eines Europäers Fuss betreten waren, und bis in die unmittelbare Gegenwart hinein haben die Entdeckungsreisen angedauert. Die ersten zuverlässigen Nachrichten über das Innere Asiens sind ja durch Marco Polo zu uns gekommen, aber dann brachen wieder alle Beziehungen ab, und erst die Eroberungskriege der Portugiesen und später die kühnen Einbrüche der Kosaken in Sibirien leiteten die wirkliche Erforschung des Festlandes ein. Es war eine kleine Schar von Kosaken, die, im Jahre 1578 vor der Rache Iwans des Schrecklichen flüchtend, unter Führung ihres Hetmanns Jermak das Uralgebirge überstieg und am Zusammenfluss des Tobol und Irtysch durch ihre überlegenen Waffen ein grosses Heer des Kuthumkhans besiegte. Nach der Eroberung Sobirs, das jetzt Tobolsk heisst, konnte Jermak dem Zaren 2400 Zobelfelle schicken und ihm das eroberte Land anbieten. Er wurde natürlich in Gnaden wieder aufgenommen, und nun begann ein überraschend schneller Eroberungszug, der die Russen in weniger als hundert Jahren bis an die Ostküste Asiens brachte.

Ueberall erbauten sie hölzerne Festungen, die dann schnell zu blühenden Städten heranwuchsen. Im Jahre 1600 entstand Turinsk, 1609 Tomsk, 1619 Jennisseisk, 1632 Jakutsk, und 1633 wurde Kamtschatka erreicht. Dabei drangen auch die Kosaken mutig nach Norden und Süden vor. Sie erforschten die eisige Nordküste und schickten ihre Gesandtschaften bis nach Peking.

Vor allem war es der ungeheure Pelzreichtum des Landes, der die Russen vorwärtstrieb, während die wissenschaftliche Erforschung erst später im achtzehnten Jahrhundert folgte. Der in russischen Diensten stehende Däne Bering drang 1728 bis in die nach ihm benannte Strasse vor, die deutschen Gelehrten Johann Georg Gmelin, Gerhard Friedrich Müller und Georg Wilhelm Steller durchforschten 1733 bis 1737 das Innere des Landes. Vor allem waren es Gmelins wissenschaftliche Arbeiten, die zum erstenmal die natürlichen Verhältnisse des ungeheuren Festlandes klarlegten. In seine Fusstapfen drang Peter Simon Pallas, ebenfalls ein Deutscher, der von 1768 bis 1777 Sibirien durchreiste und eingehende Forschungen veranstaltete. Auch im 19. Jahrhundert waren meistens Deutsche als Forscher in Sibirien tätig. Adolf Ermann führte 1828 bis 1830 eine grössere Expedition aus und erforschte zum Schlusse sehr genau Kamtschatka; Alexander von Humboldt bereiste West- und Südsibirien, und Alexander Theodor von Middendorf durchzog die nördlichen Randländer.

In Vorderasien bot vor allem die grosse Halbinsel Arabien allen Versuchen, sie zu durchforschen, den grössten Widerstand. Die Schwierigkeiten lagen aber weniger in dem wüstenartigen Charakter des Landes als in dem religiösen Fanatismus seiner Bewohner, die jeden Besuch eines Nichtmuselmanns als todeswürdiges Verbrechen betrachteten. Das Allergefährlichste war aber für europäische Reisende ein Besuch in Mekka, dem grössten Heiligtum der Mohammedaner, und gerade darum wurde er immer wieder in Verkleidungen versucht.

Der erste Forscher, der wohl in die Stadt eindrang, war der Schweizer Johann Ludwig Burckhardt. Nachdem er die mohammedanischen Sitten und Gebräuche gründlich studiert hatte, nahm er den Namen Scheich Ibrahim an und schloss sich 1814 unter der Maske eines indisch-arabischen Kaufmanns einer ägyptischen Pilgerkarawane an. Er ist auch glücklich in die heilige Stadt hineingelangt und hat sie ausführlich beschrieben. Er fand hübsche, oft dreistöckige Häuser und prachtvolle Moscheen. Das angeblich so herrliche, heilkräftige Wasser des berühmten alten Brunnens der Hagar war aber ein übelriechendes, widerliches Getränk. Auch wurden alle Pilger durch die Einheimischen in arger Weise geprellt und ausgebeutet. Burckhardt blieb vier Monate in Mekka und gelangte dann über Medina wieder nach Kairo.

Wichtiger für die Forschung wurde eine sehr waghalsige Reise des deutschen Forschers Adolf von Wrede, der 1843 Hadramaut, das südliche Arabien, durchwanderte. Zum Glück beherrschte er den ägyptischen Dialekt des Arabischen wie seine Muttersprache und sah mit seinen dunklen Augen und Haaren auch sonst wie ein Aegypter aus. Unter dem Vorwand, infolge eines Gelübdes das Grab des Propheten Hud besuchen zu wollen, drang er von der Hafenstadt Makalla kühn in das Land ein, nachdem er sich durch einen feierlichen Vertrag in den Schutz eines einheimischen Beduinenstammes begeben hatte, deren Leute ihm als Führer dienten. Bald schöpften diese Führer übrigens Verdacht in bezug auf die Nationalität ihres Schützlings und fingen an, ihn sehr unfreundlich zu behandeln, doch gelangte er unter allerlei Fährlichkeiten nach Choraybe im Wadi Doan, wo er längeren Aufenthalt nahm. Er wanderte von hier nach allen möglichen Heiligengräbern, in Wirklichkeit waren es Forschungsreisen.

Auf einem solchen Ausflug wurde er einmal von einer Karawane von dreitausend Beduinen festgehalten, die ihn für einen Ungläubigen erklärten. Man misshandelte ihn und war schon dabei, ihn als einen Kafir, einen Ungläubigen, zu steinigen, als im letzten Augenblick der Scheich dazu kam. Dieser stellte mit ihm ein genaues Examen an und erklärte ihn nachher für einen frommen Muselmann. Sofort schlug die Stimmung der Beduinen um, die nun alles taten, um die vorherigen Ausschreitungen wieder gutzumachen.

Auf der eigentlichen Reise zum Grabe des Propheten Hud geriet er in noch grössere Gefahr. Eine Menge Pilger schrie ihn an, er sei ein Spion der Farenghi, der Franken. Er wurde vom Kamel herabgerissen und unter Misshandlungen gefesselt zum Scheich gebracht. Mit Mühe erreichten seine Beschützer, dass der allgemeinen Forderung, ihn sofort hinzurichten, nicht nachgegeben wurde. Ueber seine deutschen Notizen staunte man bei der Untersuchung sehr, doch gab er sie für Türkisch aus, was man ihm glaubte, da man diese Schrift nicht kannte. Schliesslich erging das Urteil dahin, dass ihm alles fortgenommen und er durch Führer ans Meer gebracht werden sollte. Alles Bitten und Gegenreden half nichts, doch erhielt er in Makalla vom dortigen Sultan eine kleine Summe, so dass er zu Schiff nach Aden fahren konnte. Hier nahmen ihn die Engländer freundlich auf und ermöglichten ihm die Rückkehr nach Europa.

Ein grosser Arabienforscher war auch der Engländer Richard Francis Burton, der 1853 als afghanischer Moslem von Suez aus Medina und Mekka besuchte. Burton hat auch später noch grosse Reisen durch Amerika, Afrika und Kleinasien gemacht.

Wie gefährlich ein Besuch in Mekka werden konnte, das sollte 1860 Heinrich von Maltzan kennenlernen. Er war des Arabischen nicht vollständig mächtig und hatte sich als Algerier ausgegeben, wobei er natürlich gerade die Gesellschaft der Algerier sorgfältig vermied. Glücklich überstand er alle Strapazen und Gefahren der Reise, als er in Mekka in einem Bade von Algeriern als Ausländer erkannt wurde. Man erklärte ihn für einen christlichen französischen Spion, doch gelang es ihm, dank der orientalischen Langsamkeit der Algerier, die ihn ruhig im Bade wähnten, sich heimlich davon zu machen und mit Hinterlassung seines ganzen Gepäcks nach dem Hafenort Dschidda zu entfliehen. Zum Glück lag ein nach Bombay bestimmter englischer Dampfer dort, auf dem er sich retten konnte.

Auch das grosse chinesische Reich war lange Zeit ein verschlossenes Land gewesen, erst im Jahre 1842 wurden fünf Freihäfen eröffnet und allmählich begann jetzt auch die Aufschliessung des Innern. Die bedeutsamste von allen Forschungsreisen durch China hat der deutsche Gelehrte Ferdinand Freiherr von Richthofen unternommen, der ganz China mit Ausnahme des südlichsten Teils durchzogen und der europäischen Wissenschaft erschlossen hat. Seine Wanderungen dauerten von 1868 bis 1872 und brachten eine genaue Beschreibung sowohl der geographischen Beschaffenheit des Landes als auch der wirtschaftlichen und kulturellen Verhältnisse seiner Bewohner.

Zu allerletzt ist das eigentliche Herz von Asien, das Hochgebirgsland Tibet erforscht worden, obgleich auch heute noch lange nicht von einem Offenstehen seiner Grenzen gesprochen werden kann. Schon die Natur verwehrt den Eintritt in dieses Land, das im Süden den Himalaja in sich birgt und im Norden und in der Mitte immer noch durchschnittlich 5000 Meter hoch liegt. So bildet es eine natürliche Festung, die ausserdem von seinen Bewohnern sorgfältig vor allen Fremden abgeschlossen wird.

In früheren Zeiten waren die Tibetaner gar nicht so fremdenfeindlich. Vor 200 Jahren lebten katholische Missionare in der Hauptstadt Lhassa und noch 1844 sind die französischen Geistlichen Huc und Gabet dorthin gelangt. Dann aber erfuhren die Tibetaner, dass Indien und Zentralasien von den Europäern erobert sei, und befürchteten nun ein ähnliches Schicksal. Seitdem wurden mehrere Forscher in Tibet ermordet, andere mussten ohne Erfolg wieder umkehren. Teilerfolge errangen nur 1856 die deutschen Gebrüder Schlagintweit, die von Süden aus den Himalaja und Karakorum überstiegen, und der russische General Przewalskij, der 1878 von Nordosten her in Tibet eindrang und bis 250 Kilometer vor Lhassa gelangte.

Erst beim Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts gelang es dem Schweden Sven Hedin, das Land in vierzehnjähriger Arbeit auf immer wieder neu begonnenen Expeditionen zu erforschen und dabei auch das Quellgebiet der indischen Riesenströme festzulegen.

Sven von Hedin, der am 19. Februar 1865 in Stockholm geboren wurde, ist zweifellos der bedeutendste jetzt lebende Reiseforscher, und die Bücher, die er über seine zahlreichen Reisen geschrieben hat, werden dauernden Wert behalten. Bekannt ist seine ausgesprochene Vorliebe für Deutschland, zu dessen Gunsten er während des Weltkrieges wiederholt seine Stimme erhoben hat.

Wie gross die Strapazen und Gefahren auf seinen zentralasiatischen Wanderungen waren, zeigt ein Abenteuer, das er 1915 in Ostturkestan in der Wüste des Tarimbeckens erlebte. Die Reise durch diese Wüste war 300 Kilometer lang und bald stellte sich heraus, dass der Führer statt für zehn Tage nur für zwei Tage Wasser eingefüllt hatte, weil er glaubte, unterwegs schon irgendwo Wasser graben zu können. Dieses stellte sich aber als ein Irrtum heraus, und bald mussten zwei von den acht Kamelen und ein Teil des Gepäcks zurückgelassen werden.

siehe Bildunterschrift

Sven Hedin

Einige Tage später fand sich, dass der Diener Kasim und ein anderer, halbtot vor Durst, den letzten Rest des Wassers ausgetrunken hatten. Nur noch etwas ranziges Pflanzenöl war vorhanden. Sie schlachteten nun einen Hahn und tranken sein Blut, aber als sie dann ein Schaf schlachteten, roch sein Blut so widerwärtig, dass nicht einmal die Hunde es anrührten. Der Führer verlor schliesslich den Verstand, stopfte sich Sand in den Mund und glaubte, es sei Wasser.

Nachts um zwölf verliessen Sven Hedin und Kasim, die letzten, die sich noch weiter schleppen konnten, die übrigen, um Wasser zu suchen. Den ganzen nächsten Tag zogen sie durch die Wüste, bis sie am übernächsten Tag einen grünen Tamariskenstrauch erblickten, dessen saftige Nadeln sie wie Tiere kauten. Abends fanden sie Pappeln, deren Blätter aber sehr bitter waren. Sie wollten hier nach Wasser graben, waren aber zu schwach dazu.

Noch einen Tag schleppten sie sich dahin, dann sahen sie im Osten eine dunkle Linie. Das musste der Uferwald des Flusses Chotan-Darja sein. Aber sie konnten nur noch kriechen. In einem Wald brach Kasim zusammen und gab keine Antwort mehr. Zehn Stunden lag auch Sven Hedin da, dann raffte er sich noch einmal auf und kroch auf Händen und Füssen dahin, bis er an das Flussbett kam und es zu seinem Entsetzen ausgetrocknet fand. Das Bett war zwei Kilometer breit, und er wollte es durchforschen, irgendwo musste doch ein Wassertümpel sein.

Mit übermenschlicher Willenskraft schleppte er sich weiter, bis in seiner letzten Verzweiflung eine wilde Ente plätschernd aufsprang und er gleich darauf an einen Tümpel frischen Wassers geriet. Langsam kehrten durch das Wasser seine Lebenskräfte zurück, er füllte seine langen Stiefel mit Wasser, erreichte glücklich Kasim und erhielt sogar seine ganzen Aufzeichnungen und seine Reisekasse wieder, da sein Diener Islam Bei durch eine Karawane gerettet wurde und die Sachen mitbrachte. Alle anderen aber und seine sämtliche Tiere waren inzwischen umgekommen.

Vier Jahre später befand sich Hedin auf dem gleichen Wege nach Tibet, diesmal aber zog er nicht durch die Wüste, sondern durchschritt Ostturkestan auf dem Wasserwege, indem er den Fluss Tarim hinabfuhr, der sich in den See Lop-Nor ergiesst. Hier waren Herden von wilden Kamelen, die schneller liefen als der afrikanische Strauss und aller Verfolgung durch Pferde spotteten.

Von dem See Lop-Nor zog Sven Hedin nach Süden, um womöglich Lhassa zu erreichen. Das nördliche Drittel fand er fast unbewohnt; einmal reiste er hier drei Monate lang und einmal einundachtzig Tage, ohne auch nur einen einzigen Menschen zu finden. Im mittleren Teil gab es einzelne Hirten, die mit ihren Schaf- und Yakherden umherwanderten. Erst im Süden, wo zwei bis drei Millionen Menschen wohnen, findet man neben den Hirten auch feste Ansiedler. Hier wird in den tiefen Flusstälern, besonders am Brahmaputra, auch Gerste gebaut, und es gibt sogar einzelne Städte, von denen Lhassa und Schigatze die grössten sind.

Die Tibetaner sind Anhänger der Lamareligion, einer Abart des Buddhismus; sie haben zahlreiche Klöster, deren Priester und Mönche alle Lama genannt werden. Der mächtigste ist der Dalai-Lama in Lhassa, dann folgt der Taschi-Lama in Taschilungo, einem grossen Kloster bei Schigatze.

Als Sven Hedin im Jahre 1901 zum drittenmal versuchte, vom See Lop-Nor nach Lhassa vorzudringen, ging er mit zwei mongolischen Begleitern, ebenfalls als Mongole verkleidet. Er hatte ausgezeichnete Waffen, fünf Maulesel, vier Pferde und sonst nur das notwendigste Gepäck bei sich. Da viele Mongolen alljährlich zum Dalai-Lama pilgern, wollte er auch als Pilger dorthin gelangen.

siehe Bildunterschrift

Sven Hedin in Tibet

Anfangs ging die Fahrt ziemlich gut vonstatten, wenn auch den falschen Pilgern zwei Pferde gestohlen wurden. Schon waren sie auf der Hauptstrasse nach Lhassa, als sie plötzlich von Bewaffneten angehalten wurden. Sie erfuhren, dass das Herannahen einer europäischen Karawane gemeldet war, und man argwöhnte, einer von den dreien könnte ein Weisser sein.

Eine Weile waren sie in ihrem Zelt Gefangene, dann trat ihnen Ramba Bombo, ein tibetanischer Würdenträger, entgegen, der ihnen höflich, aber entschieden ansagte, er würde ihnen den Hals abschneiden lassen, wenn sie noch einen Schritt in der Richtung auf Lhassa machten. Zwei Tage wehrte sich Sven Hedin gegen diesen Beschluss, musste dann aber umkehren und erreichte nach endlosen Umwegen seine im Norden zurückgelassene Hauptkarawane.

Ein Versuch, nunmehr mit diesem ganzen Trupp vorzugehen, misslang ebenfalls. Der Forscher wurde eingekreist und musste in militärischer Begleitung nach Westen über die indische Grenze nach Leh abziehen.

Im Jahre 1906 hat dann Sven Hedin einen neuen Versuch gemacht, von dieser Stadt Leh, der Hauptstadt der Provinz Ladakh, aus mit 27 Mann Begleitung und hundert Pferden und Mauleseln in Tibet einzudringen.

Solange sie durch Nordtibet marschierten, sahen sie keinen Menschen, in südlicheren Gegenden traf er tibetanische Jäger und Nomaden, denen er zehn Yaks und Schafe abkaufte. Nach halbjähriger Wanderung gelangten sie an den Oberlauf des Brahmaputra, und eine Tagereise vor Schigatze, der zweiten Hauptstadt des Landes, machten sie halt. Die Tibetaner hatten ihnen diesmal keine Schwierigkeiten gemacht, weil inzwischen im Jahre 1904 die Engländer eine gewaltsame Expedition mit indischen Truppen und Maschinengewehren nach Lhassa unternommen hatten, bei der Tausende von Tibetanern umgekommen waren. Deshalb wagten diese wohl nicht, etwas gegen den Fremden zu unternehmen, und er wurde sogar von dem Taschi-Lama empfangen.

Sven Hedin besuchte ihn in dem grossen Kloster Taschi-lungo, in dem 3800 Mönche lebten. Dieses Kloster war eine kleine Stadt von Heiligtümern mit vergoldeten Kupferdächern und Grabkapellen verstorbener Taschi-Lamas. Der jetzige war 27 Jahre alt und schon als kleines Kind zu seiner Würde aufgestiegen. Er war weit und breit wegen seiner Gelehrsamkeit und Heiligkeit berühmt, und Tausende von Pilgern warteten stundenlang, um von ihm gesegnet zu werden.

Der schwedische Forscher hat auch auf dieser Fahrt Lhassa nicht besucht, er verzichtete darauf, da diese Stadt inzwischen ja durch die Engländer nach ihrem Heereszug sehr genau beschrieben war, doch wurde gerade die letzte Expedition durch die geographischen Entdeckungen Sven Hedins besonders wichtig und fruchtbringend, denn er erforschte die Quellen des Indus und des Brahmaputra und fand den Transhimalaja.

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