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Unbekannte Autoren: Die Edda - Kapitel 46
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typelegend
authorUnbekannte Autoren
titleDie Edda
publisherVerlag von Moritz Diesterweg
year1910
translatorWilhelm Jordan
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
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Schwipptag und Menglada.

Zur Überschrift Schwipptag und Menglada. Ich habe diesen Titel gewählt, weil die beiden Lieder Grougaldr und Fiölsvinnsmal zusammen gehören als Teile einer Dichtung, deren Hauptpersonen die zwei Genannten sind. Daß in der stark verderbten Strophe 3 das handschriftlich überlieferte men-glauđom aus dem Namen Menglada entstanden ist, unterliegt keinem Zweifel. Wer nach dieser Korrektur beide Lieder aufmerksam vergleicht, der bedarf kaum noch eines besonderen Zeugnisses für ihre Zusammengehörigkeit. Doch ist ein solches vorhanden. Unter den schwedisch-dänischen Folkevisern befindet sich ein Lied om ungen Sveidal, in den verschiedenen Ausgaben auch Svedal, Svendal, Svedendal, Svegder und Silferdal genannt. Die älteste der bekannten Handschriften ist aus dem 16. Jahrhundert. Was es vorträgt, das trifft in so wesentlichen Stücken mit Grougaldr und Fiölsvinnsmal überein, daß wenigstens deren Hauptinhalt dem Verfasser als zusammengehörig bekannt gewesen sein muß.

Sveidal soll ausfahren, eine in fremdem Lande gefangene, nach ihm verlangende Jungfrau zu erlösen. Er geht seine verstorbene Mutter um Rat fragen. Der Berg zerfällt, Mauer und Marmor springen von seinem Anruf. »Wer ruft mich wach«, fragt sie, »und läßt mich nicht in Frieden liegen unter der schwarzen Erde?« Er klagt seine Not. Ihm hat seine Stiefmutter den Zauberzwang angetan, eine Jungfrau suchen zu müssen, die er noch nie gesehen, während in Grougaldr der Held einer Weisung seines Vaters gehorcht. – Vom ursprünglichen, schon in den zwei Eddastücken oft bis zur Unkenntlichkeit verschleierten Naturmythus sind nur schwache Spuren übriggeblieben. An Stelle der Ratschläge und feienden Segnungen Groas tritt hier das Versprechen der toten Mutter, den Sohn mit märchenhaften Zaubergeschenken auszurüsten: einem Roß, das ebensoleicht über das Meer läuft als über grüne Wiesen; einem Tischtuchdeckdich; einem Trinkhorn, das jedes gewünschten Getränkes alsbald voll sein soll; eines in Drachenblut gehärteten Schwertes und eines Wunderschiffes, das gleich gut über Land wie über Wasser segle. Nur jenes Roß und dies Schiff verraten noch Herkunft vom Jahreszeitenmythus; denn beide sind, als übliche Vertretbilder, die bald als Fahrzeug, bald als Stute angeschaute Wolke, welche den Frühlingsgott ins Nordland trägt. – Im Schiff mit vergoldeten Masten und seidenen Segeln gelangt Sveidal in das Land der schönen Jungfrau, der Tochter eines heidnischen Königs. Auch Fiölsvinnsmal scheint Ankunft über See vorauszusetzen; denn der Wächter rät zur Heimkehr auf »feuchten Wegen« ( urgar brauþir, Homers ὕγρα ϰέλευϑα). Die Rolle des Wächters »Vielklug« spielt ein Hirt, den Sveidal zum Ritter zu schlagen verheißt, wenn er ihm ans Ziel helfe. Aus dem »glanzumglommenen Saal« Mengladas ist ein Schloß mit Torpfosten von weißem Walfischbein und stahlbelegter Tür geworden; aus den Hunden, die den Schwipptag anwedeln, Löwen und Bären, welche Jung-Sveidal als Herrn begrüßen, indem sie zu seinen Füßen niederkauern. Fast wörtlich aus Fiölsvinnsmal erhalten ist das automatische Aufspringen des verschlossenen Gitters: dort: hús hefir upp lokizk, hier neuer-dänisch alle da var de Laase, de faldt selv derfraa. Während wir im Eddaliede auf eine allerdings nicht völlig sichere Spur ironisch feindlicher Gesinnung gegen das Christentum stoßen, stellt Jung-Sveidal beim Werben die Bedingung, daß die heidnische Königstochter sich erst müsse taufen lassen.

Hier folge nun das Gedicht selbst in der Übersetzung W. Grimms, welche den bänkelsängerischen Ton der Knüttelverse mit nachlässigen Reimen und Assonanzen ziemlich treu wiedergibt:

Fahrt zur Liebsten. Altdeutsche Heldenlieder, Balladen und Märchen 1811.

Das war der junge Svegder, der sollte den Ball auftreiben:
Der Ball trieb in der Jungfrau Schoß, machte, daß die Wangen ihr bleichten.
Du redest deine Worte wohl.

Der Ball in der Jungfrau Kämmerlein trieb, und der Geselle danach ging;
Eh er wieder aus dem Kämmerlein trat, große Sorg' er im Herzen empfing.
»Du darfst nicht werfen mit dem Ball, und du darfst nicht werfen nach mir:
Es sitzt eine Jungfrau im fremden Land, die verlangt so sehr nach dir.
Du sollst nimmer schlafen einen Schlaf und nimmer Ruh' empfangen,
Bis du erlöst die schöne Jungfrau, die liegt um dich gefangen.«

Da wickelt der junge Svegder in das Kleid sein Haupt sich ein,
So geht er in den hohen Saal vor seinen Hofmännern ein.
»Hier sitzt ihr, all' meine guten Mann, und trinket den Met aus den Schalen:
Ich aber geh' in den Berg hinein, will Rede mit den Toten haben.
Hier sitzt ihr, all meine guten Mann, und trinket Met und Wein.
Ich aber geh' in den Berg hinein, red' mit der Mutter mein.«

Das war der junge Svegder, der hub zu rufen an,
Daß Marmor und Mauerstein zersprang und der Berg zu fallen begann:

»Wer ist es, der mich wecket und solche Worte spricht?
Kann ich hier unter der schwarzen Erd' in Frieden liegen nicht?«

– Das ist der junge Svegder und liebste Sohne dein,
Der will so gerne guten Rat von der liebsten Mutter sein.
Ich hab' eine Stiefmutter bekommen, die ist mir also hart,
Die hat mir Runen geworfen um eine, die ich nie sah.

»Ich will dir geben ein Roß so gut, das soll dich tragen dahin,
Das laufen kann auf dem Meere so leicht wie auf der Wiese grün.
Ich will dir geben ein Tischtuch, das ich von Binsen gemacht,
Die Speise, die du wünschest nur, steht auf dem Tisch alsbald.
Ich will dir geben Trinkhörner, die sind belegt mit Gold,
Von all dem Trank, den du wünschest dir, stehen sie vor dir gleich voll.
Ich will dir geben ein Schwert darnach, gehärtet in Drachenblut,
Wenn du es trägst durch den Wald dahin, leucht't es wie eine Glut.
Ich will dir geben ein Schiffelein, das soll dir werden gut,
Das läuft so über die grüne Erd' wie über die wilde Flut.«

Die seidenen Segel wanden sie an dem vergüldeten Mast in die Höh',
Sie segelten zu selbigem Land, wo war die Jungfrau schön.
So warfen sie ihre Anker wohl in den weißen Sand,
Das war der junge Svegder, der trat zuerst ans Land.
Das war der junge Svegder, der steuerte sein Schiff ans Land;
Der erste, der ihm begegnet, das war ein alter Mann.

Das war der alte Mann, er liess fragen zuerst:
»Wie heißet dieser junge Gesell, so mutig ist sein Herz?«

»Der junge Gesell heißt Svegder, sein Ruf ist weit ausgegangen;
Nach einer, die er niemals gesehen, trägt er so groß Verlangen.«

– »Es liegt in großem Verlangen eine Jungfrau im Lande hie
Nach einem Gesell, heißt Svegder, den sie gesehen noch nie.«

»Verlangt sie nach einem jungen Gesell, den sie noch nimmer sah,
Heißt er der junge Svegder, so ist er aber jetzt da.
Hör' du das, du alter Mann, ist's so, wie du gesagt, –
Bin ich ein König in diesem Land, so mach' ich dich zum Graf.«

»Dort stehet meiner Jungfrau Burg, mitten in dem grünen Wald,
Das Haus von grauem Marmelstein, der Hof belegt mit Stahl.
Das Haus von grauem Marmorstein, der Hof belegt mit Stahl,
Vor der Pfort' von rotem Golde stehen zwölf Bären allzumal.
Mitten in meiner Jungfrau Hof steht eine Linde grün;
Bist du der junge Svegder, geh' du drauf zu nur kühn.«

Fort ritt der junge Svegder, und als er die Tür ansah,
Die Schlösser, die all' da hingen, die fielen alsbald herab.
Da welkte das Laub, da welkte die Lind', und das Gras darunter verdorrt',
Die Löwen und die Bären fielen dem Herrn vor die Füße sofort.
Und da er in den Burghof kam, über die Schulter warf er sein Kleid,
So ging er in den hohen Saal vor dem heidnischen König ein.

»Hier sitzet Ihr, heidnischer König, über Eurer Tafel breit,
Wollt Ihr mir Eure Tochter lassen? des gebt mir guten Bescheid.«

»Ich hab' keine Tochter, als eine einzige nur,
Die liegt in großem Verlangen nach einem Gesellen jung.
Nach einem, den sie nimmer sah, liegt sie in großem Verlangen.
Der Geselle, der heißt Svegder, der Ruf ist weit von ihm gangen.«

Da trat herzu ein kleiner Bub', hätt' ein weißes Röcklein an:
»Verlanget Euch nach Svegder, der ist nun kommen an.«

Da trat herein die schöne Jungfrau in weißem Seidenkleid:
»Seid willkommen, junger Svegder, Herzallerliebster mein.«

– »Und wollt Ihr lassen taufen Euch, nach christlichem Glauben streben,
Mir folgen hin gen Dänemark, bei dem jungen Svegder leben?«

»Gern will ich taufen lassen mich, nach christlichem Glauben streben,
Euch folgen hin gen Dänemark, bei Euch, junger Svegder, leben.«

Am Sonnabend tät sie die Taufe und Christenglauben empfangen,
Am Sonntag ihre Hochzeit geschah. Sie lebten in Ruhe zusammen.
Sie tranken Hochzeit einen Tag und wohl der Tage neun;
Da saß und sorgte für jeden der alte Mann dabei.
Hab' Dank, du junger Svegder, so treu hat er's getan,
Er macht' ihn zu einem Ritter und setzt' ihn obenan.
Nun hat der junge Svegder überwunden all seine Not;
Er ward im Lande König, sie Königin, nach des Vaters Tod.

Du redest deine Worte wohl.

Erstes Lied.

Groas Zaubersang.

Grougaldr.

Sohn.

1

Öffne du Teure des Totenreichs Türe,
Erwache nun, Groa, entwandle der Gruft.
Entsinne dich, daß du dem Sohn einst befohlen.
Dein Grab zu besuchen zu weckendem Gruß.

Mutter.

2

Mein einziger Sohn, was beschwert dich mit Sorge?
Welch Mißgeschick treibt dich, die Mutter zu rufen.
Die sterbend im Staub ihre Stätte gefunden
Und längst schon verlassen der Lebenden Heim?

Sohn.

3

Wie blindlings gespannt an das Brett zum Spielen,
Soll ich erschwingen das Allerschwerste:
Erstreben für mich ein bestrickendes Weib.
Mein Vater befahl mir, heim sie zu führen.
Die soll ich suchen; doch sagt mir niemand.
Wo ich Mengladan finden möge.

Mutter.

4

Fern geht die Fahrt, und weit sind die Wege,
Lang das Lechzen verlangender Liebe.
Doch wenn es sich fügt und dein Sehnen erfüllt wird,
Dann geschieht's auf Bescheid der Schicksalsnorne.

Sohn.

5

Singe mir Sang, der Segen fruchtet,
Rate dem Sohn, was ihn rettet, o Mutter.
Zu Falle, fürcht' ich, bringt mich die Fahrt sonst.
So wenig bejahrt, so jung noch bin ich.

Mutter.

6

So rat' ich dir erst, was berühmt ist als heilsam,
Was Rinda weiland der Ran gesungen:
Was dir schädlich scheint, dem zeige die Schultern,
Und Leiter und Lenker sei du dir selbst.

7

Das bescher' ich dir zweitens: Wo zweifelhafte
Wenig erwünschte Wege du irrest,
Da möge dir mächtig die Mahnung der Norne
Wie mit schützendem Schloß den Sinn verschließen
Für die lockende Schau sündiger Lust.

8

Das bescheid' ich dir drittens: Wo drohend geschwollen
Zu furtende Ströme dein Leben gefährden
Mit reißendem Schwall, da sollen sie schwinden,
Ins Nachtreich sinken, im Sande versiegen.

9

Das bescheid' ich dir viertens: Begegnen dir Feinde
Und tragen Begehr, dich zum Galgen zu führen,
Dann mögen sie mutlos zu Memmen werden,
Du so tüchtig hingegen und tapfer,
Daß sie froh sind, Frieden zu schließen.

10

Das bescheid' ich dir fünftens: Wenn man in Fesseln
Die Füße dir legt, die Gelenke der Hände,
Dann wirke mein Spruch den sprengenden Zauber,
Dann lege mein Lied zu deiner Lösung
Die schmelzende Glut um deine Glieder;
Dann knicken die Knebel von deinen Knöcheln,
Und die Fesseln fallen von deinen Füßen.

11

Zu 11. luđr ist Vafthruđnism. 35 die Flutarche, in der sich Bergelmir rettet. Es bedeutet aber auch das mit einem Ledersack zur Aufnahme des Mehls versehene Holzgefäß der beiden Mahlsteine der Querne oder Handmühle, was unsere Müller den »Lauf« nennen. Die Meinung der Stelle könnte also sein: Mein Zaubersegen für Seefahrt ist so stark, daß du dich sogar in einem so ungeeigneten Gefäß gefahrlos ins Meer hinaus wagen dürftest.

Das sing' ich dir sechstens: Wenn du in See gehst
Und in Meere hinaus, die kein Mensch noch durchmessen,
Dann sollen dir Wogen, Wind und Wetter
Verbündete sein, wie klein auch dein Boot sei.
Und zu glatter, glücklicher Fahrt dich begleiten.

12

Zum siebenten sei es dir angesungen
Daß bitterste Kält' auf dem Kamm der Gebirge
Dir Beulen zu beißen nicht stark genug sei,
Noch steif ein Gelenk und starr zu lähmen.

13

Zu 13. Wenn sowohl die Lesart kristin als die Deutung Christin richtig sein solle, dann wäre die Entstehung des Liedes in eine Zeit zu setzen, in welcher die heidnischen Nordgermanen schon einige Kunde vom Christentum besaßen und, ihm feindlich gesinnt, sich in spukhafte Vorstellungen vom Umgehen Verstorbener verzerrt hatten, was vom Glauben an die Auferstehung der Toten zu ihnen hin verlautet. Doch sei erwähnt, daß 1. das Glossar zur K. E. kreistin befürwortet, von kreista, drücken, bedrängen, schädigen, verletzen; 2. ebendaselbst eine handschriftliche Randnote zu Björn Haldorsons inländischem Lexikon angeführt wird: kristin sei pipiens, murmurans, susurrans, und die Stelle bedeute: Unschädlich sein solle ihm auch das zischelnde, flüsternde oder einen Schwirrton hervorbringende Gespenst eines toten Weibes.

Zum achten sei es dir angesungen.
Daß, wenn dir die Nacht auf nebligen Wegen
Überraschend hereinbricht, auch ruchlose Geister
Dir Übles anzutun ohnmächtig bleiben
Und als Spukgespenst dir Possen zu spielen
Selbst 'ne tote Christin keine Kraft hat.

14

Zum neunten vernimm: Wenn du Neckgespräche
Mit dem speerberühmten Riesen wechselst,
Dann stehe dir Witz und Wortgewandtheit
Und ein Herz voll Bedacht in Genüge zu Dienst.

15

Zu 15. Das in der eingeklammerten Zeile Gesagte meint der Text, ohne es auszusprechen. Die Erfüllung der Verheißungen der verstorbenen Mutter ist ebenso sicher, als der Grabstein in der Erde festliegt.

So trete die Fahrt getrosten Muts an;
Du bist geschützt vor jeglichem Schaden;
Was du hoffst und begehrest, verhindert kein Hemmnis.
In des Totenreichs Tür auf tief in der Erde
Befestigtem Steine stimmt' ich das Lied an,
[Das dich stärken soll, und der Standort bestätigt's].

16

Der Mutter Mahnungen nimm du dir mit, Sohn;
Laß sie wohnen als Beistand in deinem Busen.
Sie geleiten, solange du lebst, zum Glücke,
Wenn sie deutlich dauern in deinem Gedächtnis.

Zweites Lied.

Die Mär von Vielklug.

Fiölsvinnsmal.

1

Vor der Umfriedung sah einen Fremdling
Der Wächter nahn der umwallten Wohnstatt
Des Riesenvolkes und rief ihm entgegen:
»Wer ist der Unhold am Eingang draußen,
Der die lodernde Schreckglut lauernd umschreitet?

2

Worauf nur sinnest, nach wem hier suchst du?
Was willst du wissen, Unerwünschter?
Fahre zurück die feuchten Wege;
Man beherbergt hier keinen Hungerleider.«

Der Ankömmling versetzte:

3

Wer ist der Unhold da vor dem Eingang,
Der dem Wandersmann keinen Willkomm bietet?
Lob erlebtest du Lümmel wohl niemals.
Scher' dich hinein an deine Geschäfte.

Wächter.

4

Vielklug heiß ich und lernte Vorsicht;
Auch bin ich sparsam mit Speisespenden.
Dir öffnet die Mauern kein Menschenalter.
Hebe dich von hinnen, Heimatloser.

Ankömmling.

5

Wer wendet sich weg von Augenweide,
Wo's ihm beschieden ist, Schönes zu schauen?
Glanzumglommen glaub' ich zu sehen
Um goldene Säle gegürteten Wallring.
Hier auf dem Edelsitz hoff' ich auszuruhn.

Wächter.

6

So sage mir, Junker, von wem du der Sohn bist,
Und von welchen Ahnen du Abkunft rühmest?

Ankömmling.

7

Ich heiße Kühlwind, mein Vater Kaltwetter,
Und Grimmkalt ist meines Großvaters Name.

8

Nun sage mir, Vielklug, was ich erforschen
Und wissen will: Wer waltet als Eigner
Und Herrscher hier über Hof und Habe?

Vielklug.

9

Zu 9. »Menglada'n empfing und gebar ihre Mutter vom Sohn Svafrthorins.« Überliefert, aber unsicher, ist für svafr die Bedeutung Zücker, Schwenker; svaf ist Speer. Somit wäre der Name zu erklären: der Schwenkkühne oder der kühne Speerschwinger, wohl Odin als Werfer des Wetterspeers Gungner. – Den zu menschenhafter Mär ausgestalteten Urkeim scheint auch hier eine jahreszeitliche Anschauung zu bilden, ähnlich wie in Skirners Fahrt die Befreiung der Erde aus dem Wintergefängnis durch den Sonnen- und Frühlingsgott. – Wann der Großvater Winter, Fiölkaldr, verschwindet, dann auch sein Sohn Frühlingsfrost, Varkaldr, aufhört, dann bewirkt des letzteren Sohn und Nachfolger Vindkaldr, Windkühl oder Kühlwind, wie der Held unseres Liedes sich einstweilen nennt ( 6), der kühle, nördliche Luftstrom, indem er die bewölkende erste Lenzwärme ablöst, heiteres Wetter, durchsichtige Klärung, und der Himmel prangt im vollen Sterngeschmeide. Diese Sternpracht eben scheint ursprünglich personifiziert in Menglada; denn ihr Name bedeutet die Schmuckfrohe oder von Geschmeide Glänzende. Die Mutter der Sternpracht des Firmaments ist die Nacht, ihr Vater der Lichtgott Balder, der Sohn Odins. – Falls man svafr als verschliffen aus svafnir, Schlummerer, annehmen dürfte, ergäbe sich für svafrporins S. als möglich die Auslegung: Sohn des vertrauend Schlafenden, will sagen: des zwar von Wolken zugedeckten, aber des Erwachens, der Klärung in Zuversicht gewärtigen Himmels. Auch damit wäre man wieder bei Odin angelangt. Er selbst heißt ja oft Svafnir (Grimnismal 53, Vegtamsqu. 3), sein Palast Svafnis salr, z. B. Haralds Saga hins harfagra 19, 5, Snorris E. 34, 1.

Menglada heißt sie; die Mutter gebar sie
Vom Sohne des kühnen Kampfspeerschwingers.
Sie bewohnt die Burg, sie waltet gebietend
Als Herrscherin hier über Hof und Habe.

Kühlwind.

10

Sage mir, Vielklug, was zu erfahren
Ich ferner begehre: Wie heißt dies Gatter?
Wo Götter gelten, begegnet man nirgend
Einer so furchtbar gefährlichen Falle.

Vielklug.

11

Riegelgerassel heißt es. Errichtet
Haben's drei Söhne des Sonnenverdunklers.
Wagt ein Wanderer es wegzuheben.
So klappt es und klemmt ihn in fesselnde Klammern.

Kühlwind.

12

Sage mir, Vielklug, was zu erfahren
Ich ferner wünsche: Wie heißt der Wallring?
Wo Götter gelten, begegnet man nirgend
Einem so furchtbar festen Gefängnis.

Vielklug.

13

Wegsperr heißt er und ward aus Wacken
Gebrannten Tones von mir getürmet,
So stark, so gediegen, um stehend zu dauern,
Bis wankend einst die Welt verendet.

Kühlwind.

14

Sage mir, Vielklug, was zu erfahren
Ich ferner hoffe. Wie heißen die Hunde,
Die da scheuchend die Äcker vor Scheusalen schützen?

Vielklug.

15

Der eine heißt Gier, der andere Gernbeiß,
Da du wünschest, das zu wissen. Eilf Wachen
Währt ihr Wachdienst, bis einst die Walter
Der ewigen Ordnung untergehen.

Kühlwind.

16

Sage mir, Vielklug, was zu erfahren
Und wissen ich wünsche: Wäre das Wagnis
Doch wohl möglich einem der Menschen,
Hineinzuschleichen während des Schlafes
Dieser bösen, bissigen Bestien?

Vielklug.

17

Schlafes Entbehrung ist beiden reichlich
Auferlegt, seitdem es ihr Los ward,
Hier als Wächter den Weg zu sperren.
Nur in der Nacht nickt der eine,
Nur bei Tage tut's der andre,
So daß niemand hineinkommt, wann er auch nahe.

Kühlwind.

18

Sage mir, Vielklug, wovon ich ferner
Kunde begehre: Giebt's eine Kost nicht,
Womit ein Mensch sie zu kirren vermöchte,
Um hineinzuschleichen, während sie schlingen?

Vielklug.

19

Zu 19. Viđofnir, Weitöffner, entweder darauf zu beziehen, daß der fragliche Hahn beim Krähen den Schnabel weit aufsperrt, oder darauf, daß er die Flügel weit ausspannt. Weiter unten, 26, haben einige Handschriften Viþ- und Viđfofnir, auslegbar: 1. den Baum überspannend, 2. wie oben, mit weitspannenden Flügeln versehen. Was von diesem Vogel im folgenden ausgesagt wird, erlaubt auch, an den Auerhahn zu denken.

Unter des Balzhahns beiden Flügeln
Liegen zwei Bissen verborgen im Fleische;
Die sind die Speise, nach der du spürest,
Und einziger Köder, die Hunde zu kirren,
Um hineinzuschleichen, während sie schlingen.

Kühlwind.

20

Sage mir, Vielklug, wovon ich ferner
Bescheid erbitte: Wie der Baum heißt,
Der alle Lande mit Laub und Ästen
Seines Wipfels weit überbreitet.

Vielklug.

21

Der Baum des Mimer. Doch wenig Menschen
Wissen, aus welchen Wurzeln er wächst,
Und niemand erfuhr, was ihn fällen könnte.
Nicht Eisen noch Feuer mag ihn gefährden.

Kühlwind.

22

Belehre mich ferner und sage mir, Vielklug,
Für welche Leistung den Lohn erlangte
Der berühmte Baum, daß weder Beile
Noch des Feuers Macht ihn zu fällen vermöchten.

Vielklug.

23

Soll die Frau in der Not von der Frucht genesen.
So reicht man ihr, geröstet am Feuer,
Die Zirbelzäpfchen des Baums. Unverzüglich
Gebiert sie dann die verborgene Bürde.
So hilft er den Menschen als Heilmittel.

Kühlwind.

24

Belehre mich ferner und sage mir, Vielklug,
Wie heißt der Hahn, der zu hocken gewohnt ist
In dem hohen Baume? Sein buntes Gefieder
Glänzt und glostet vergleichbar dem Golde.

Vielklug.

25

Zu 25. Zahlreich sind die verschiedenen Lesarten, seitenfüllend die Änderungsvorschläge, mit denen man sich bemüht hat, in der Finsternis des Textes ein Fünkchen Sinn aufglimmen zu lassen. Nahegelegt durch 27, 5 und graphisch nicht unwahrscheinlich ist die Vermutung, sinn-mautu sei verschrieben für Sinmöru. Meine Nachbildung auf Grund dieser, auch im Drucke, z. B. von Sophus Bugge, schon aufgenommenen Korrektur gibt wenigstens Vorstellbares. Sin = Sehne, Nerv, aber auch nervus virilis, penis, und letztere Bedeutung könnte mitspielen, falls diejenigen recht hätten, die unser Lied erotischer Rätsel mit zotiger Lösung verdächtig finden. mara ist unser Mahr in Nachtmahr, englisch night-mare, französisch cauche mar. Sinmara 30, 5 als fölva gygr oder gigur, fahle Riesin, bezeichnet, wäre danach Personifikation unwiderstehlich betörender Regungen geschlechtlicher Lüsternheit. Daraus, meine ich, falle Licht auf die Spur zum gewählten Naturbilde, wenn ich auch bekenne, die mit demselben etwa beabsichsigte mythische Allegorie nicht zu durchschauen. Der angekommene Fremdling will zur begehrten Menglada hinein und hat den Wächter gefragt, mit welcher Kost er die Hunde bestechen könnte, ihn durchzulassen. Mit zwei an oder unter den Flügeln des fraglichen hahnartigen Vogels befindlichen Bissen Fleisch, antwortet der Wächter. Schon daraus ist zu vermuten, daß als geeigneter Hergeber der Kirrkost zum Gelingen eines erotischen Anschlags ein Vogel von besonders ungestümer und sprichwörtlicher Begehrlichkeit in Vorschlag kommen werde. Ein solcher ist der balzende Auerhahn, der sich, aufgebäumt in der ersten Morgendämmerung, vom Jäger beschleichen läßt, taub und blind, solange er in geiler Verzückung mit dem bekannten Schleifton die Henne lockt. Dies ihm so oft den Tod bringende Gelock nennt unsere Strophe sein »Überquellen von nichts als Leid« ( einum ekka þrungr, wofür zu vergleichen har helu þrungit, Haar von Tau überquollen, Helgaqu. Hundingsb. II, 42 und tar ekka þrungit, schmerzgeschwollene, vom Schmerz überfließende Tränen, ebenda 43), und zwar von Leid über surtr hana saman orof Sinmöru, das ist: über das unerlöslich mit ihm zusammengewachsene Geschick, durch Sinmara, das Riesengespenst geiler Besessenheit, umkommen zu müssen.

Weitspann heißt er; wetterbeleuchtet
Sitzt er mitten im Mimersbaume
Und erhebt untröstlich Trauerklage;
Denn in Saft behält ihn das schwarze Verhängnis,
Vor Sinmaras Zauber zittern zu müssen.

Kühlwind.

26

Belehre mich ferner und sage mir, Vielklug,
Gibt's eine Waffe, den Hahn Weitspann
In des Totenreiches Tiefe zu senden?

Vielklug.

27

Zu 27. Die Hunde zu kirren ist Fleisch jenes Vogels erforderlich, zur Erlegung des Vogels die Rute Rechttreff (sensu obscöno quibusd. commentatoribus). Zur Erlangung dieser Rute wiederum muß Sinmara bestochen werden. Womit? Mit einer Feder des erst zu erlegenden Vogels. Die Bescheide des Wächters erweisen sich als Foppantworten. So gibt denn der Fremdling, nach der Voraussetzung des Dichters etwa laut auflachend, die weitere Erkundigung nach dieser Vexierfährte auf und wendet sich zu anderen Fragen.

Rechttreff-Rute heißt sie; bereitet
Ward sie von Loki, dem Lügenfabler,
Hinter der Toten vergittertem Tore.
Bei Sinmara liegt sie, in eiserner Lade
Fest verschlossen mit neun Schlössern

Kühlwind.

28

Belehre mich ferner, und sage mir, Vielklug,
Ob von der Reise lebend zurückkehrt.
Wer, um die Rute zu rauben, sich aufmacht.

Vielklug.

29

Lebend zurück von der Reise kehret,
Wer, um die Rute zu rauben, sich aufmacht,
Wenn er, die Hexe sich hold zu stimmen,
Mitbringt, was den meisten mangelt:
Das schimmernde Erz des Erdenschoßes.

Kühlwind.

30

Belehre mich ferner und sage mir, Vielklug,
Welcher Schatz das rechte Geschenk ist,
Um der fahlen Vettel Gefallen zu wecken.

Vielklug.

31

In ein Ledersäckchen lege die leuchtende
Feder vom Fittich des Vogels Weitspann.
Mit dieser Gabe begehre von Sinmara,
Sie solle dir leihn den erlegenden Pfeil.

Kühlwind.

32

Belehre mich ferner und sage mir, Vielklug,
Wie nennt sich der Saal, der so kunstvoll umsäumt ist
Mit ringsum lodernder leuchtender Lohe?

Vielklug.

33

Der Glutumgleischte. Vergleichbar dem Kreisel,
Der nur eines Speeres Spitze zum Fuß hat,
Schwingt er im Zirkel unendliche Zeiten;
Doch in Ewigkeit muß der Mensch sich bescheiden,
Das hehre Prachthaus nur preisen zu hören.

Kühlwind.

34

Belehre mich ferner und sage mir, Vielklug,
Von welchen Verwandten der Götter das Werk ist's.
Was ich innert des Burgwalls von fern schon gebaut sah?

Vielklug.

35

Zu 35. a) Der mit seinem Platze, seinem Lose Zufriedene; doch ist vielleicht Unni zu lesen und, als abgeleitet von unn, Welle, als das Sternbild des Wassermanns zu deuten. b) Der Friedfertige; doch wird auch Herkunft von ör, Pfeil, vermutet, wonach das Sternbild des Schützen gemeint sein könnte. c) Hain. Indes könnte hier Barri auch entstellte Wiedergabe einer angelsächsischen oder niederdeutschen Benennung des Sternbildes des Bären sein. d) Der Jüngere, Jüngling oder auch Kürzung aus Orion. e) Der Vorsichtige. f) Wegroß. g) Der Langsame, Träge; aber nach J. O. Grundvig Widder. h) Da ur, Feuchtigkeit, auch den feinen Landregen bedeutet, vielleicht Regengestirn, Hyaden. i) Dämmerung. k) Speisewächter.

Von Uni (a) und Iri(b), Barri(c), Ori(d),
Warr(e) und Wegdrasil(f), Dorri(g), Uri(h),
Dellingr(i), Altvardr(k) und Loki, dem List'gen.

Kühlwind.

36

Belehre mich ferner und sage mir, Vielklug,
Wie heißt der Fels, auf dessen Firste
Mir oben erscheint die schöne Jungfrau?

Vielklug.

37

Zu 37. Hyfia ... ist verschrieben aus Hlyfja – oder Lyfjaberg. hlyfja und lyfja = heilen.

Der Heilberg heißt er, dieweil da Hilfe
Die Lahmen und Siechen seit lange suchen.
Verjährter Leiden ledig wird jede
Frau und gestärkt, die den Gipfel ersteigt.

Kühlwind.

38

Belehre mich ferner und sage mir, Vielklug,
Wie heißen die Mädchen, die Mengladan droben
Als folgsame Zofen zu Füßen sitzen?

Vielklug.

39

Schirmerin, Riesenbeschützerin,
Volksbehüterin, Hellglanz, Holde,
Mildgemut, Reichanreiz,
Gebegern und Gunstgeneigt.

Kühlwind.

40

Belehre mich ferner und sage mir, Vielklug,
Können sie dem, der dessen bedürfte,
Irgendwelche Wohltat gewähren,
Wenn er ihnen ein Opfer verehrt?

Vielklug.

41

Ja, die Weisfrau'n gewähren Nach S. Bugges Konjektur bjarga svinnar. den Menschen Wohltat
Für an heiliger Stätte gestiftete Opfer;
Kein Ubel, kein Elend ist ihnen unheilbar;
Sie benehmen die Not und schaffen Genesung.

Kühlwind.

42

Belehre mich ferner und sage mir, Vielklug,
Gibt's einen Mann, dem's vergönnt ist, in Minne
umschlungen von Mengladas Armen zu schlafen?

Vielklug.

43

Zu 43. Für die Erklärung des Namens Svipdagr wird vorgeschlagen das althochdeutsche suep und swëb, oberste Luft, Äther, der leere, unbegrenzte Raum, auch ausgesagt vom uferfernen Wasser des Meeres, von der Mitte eines Stromes oder Sees, in welcher letzteren Bedeutung »Schweb« noch heute mundartlich die Mitte des Bodensees bezeichnet. Danach entweder: ätherklarer, vollkommen durchsichtiger Tag (vgl. Anmerkung 5 zu 9), so daß der Name Ähnliches sagte wie Skirnir, der Klärer, Himmelsaufheiterer, oder Mittel-, Mittsommertag. Zu derselben Bedeutung gelangt man mit unserem mundartlichen »schwippen«, das ist überlaufend voll sein; Schwipptag also der Tag von höchster Fülle, der längste des Jahres. – Ferner beizuziehen wären: svipta, schnell bewegen, plötzlich entreißen, auch ausschütten, verstreuen, z. B. sviptendr svafnis latrs, Goldverstreuer. svipr, heftige Bewegung, ihr Aus- und Umschlag; so metaphorisch harma, svipr, Übermaß des Schmerzes. Erwähnung verdient daher Mansaungsdrapa 9: Friggjar þotti svipr at syni, Frigg erachtete schweren Sckicksalsumschlag erlitten in ihrem Sohn, d. h. mit dem Verlust Balders. Dessen Tod findet ja statt am längsten Tage. – Endlich ist svipt auch Verlangen, Sehnsucht, so daß der Name als verschliffen aus svipt-dag auch bedeuten könnte Tag des Verlangens, ersehnter Tag.

Nur einen gibt es, dem es vergönnt ist,
Umschlungen von Mengladas Armen zu schlafen
Und zu schwelgen in Minne. Schwipptag heißt er.
Vor langer Zeit schon gelobte die leuchtende
Minnige Maid, sich ihm zu vermählen.

Kühlwind.

44

Rücke den Riegel, reiße das Tor auf;
Hier an der Schwelle siehst du den Schwipptag.
Doch melde mich erst und frage Menglad,
Ob sie noch verlangt nach meiner Liebe.

Vielklug.

45

Menglada, höre! Ein Mann ist gekommen –
Geh ihm entgegen, beschaue den Gast.
Zu seinem Empfang ist das Pfortengitter
Hinweggewichen; die Hunde wedeln;
So schwant mir, Schwipptag steht an der Schwelle.

Menglada.

46

Am Galgen reißen gierige Raben
Die Augen dir aus, wenn du unwahr meldest,
Daß endlich der längst ersehnte Geliebte
Heimgekehrt ist in meine Halle.

47

Wo hast du geweilt? Von wannen kommst du?
Wie wirst du genannt von deinen Genossen?
Aus dem Namen nur und Geschlecht kann ich schließen,
Ob du sicherlich auch derselbe Mann bist,
Dem ich weiland gelobt, sein Weib zu werden.

Schwipptag.

48

Schwipptag heiß ich, Hellsonns Sprosse.
Vom Vater fort in die Ferne gerissen
Hat mich der Wind auf kalten Wegen.
Es hilft kein Spreizen, wenn uns Sprüche
Der Norne Urd zur Not verurteilt,
Wie launisch auch Lasten sie auferlege.

Menglada.

49

Willkommen, willkommen! Zum Gruß nimm den Kuß!
Du bist es, du bist's! Mein Gebet ist erfüllt:
Wider Erwarten wiederzusehen
Den Geliebten beseligt mit süßester Lust.

50

Wie saß ich so lang auf der Liebeswarte,
Tage, Nächte, hinaus, du Teurer,
Nach dir nur schauend. Endlich geschah nun,
Was ich gehofft. Heimgekehrt bist du
In dies mein Haus, mein Herzensgeliebter.

51

Ich lechzte unablässig nach deiner Liebe
Wie du nicht minder nach meiner Minne.
Wahr und gewiß nun ist es geworden:
Wie jung, so bejahrt, – von jetzt an bleiben
Unzertrennlich treu wir beide verbunden.

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