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Die Edda

Karl Simrock: Die Edda - Kapitel 76
Quellenangabe
typelegend
authorKarl Simrock
year1878
publisherVerlag der J. G. Cotta'schen Buchhandlung
addressStuttgart
titleDie Edda
pagesI-VII
created20031015
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1851
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35. Da fragte Gangleri: Welches sind die Asinnen? Har antwortete: Frigg ist die vornehmste: Ihr gehört der Pallast, der Fensal heißt, und überaus schön ist. Eine andere heißt Saga, die Söckwabeck bewohnt, das auch eine große Halle ist. Die dritte ist Eir, die beste der Aerztinnen. Die vierte Gefion: sie ist unvermählt und ihr gehören alle, die unvermählt sterben. Fulla, die fünfte, ist auch Jungfrau, und trägt loses Haar und ein Goldband ums Haupt. Sie trägt Friggs Schmuckkästchen, wartet ihrer Fußbekleidung und nimmt Theil an ihrem heimlichen Rath. Freyja ist die vornehmste nach Frigg; sie ist einem Manne vermählt, der Odhur heißt. Deren Tochter heißt Hnoss: die ist so schön, daß nach ihrem Namen Alles genannt wird, was schön und kostbar ist. Odhur zog fort auf ferne Wege, und Freyja weint ihm nach und ihre Zähren sind rothes Gold. Freyja hat viele Namen: die Ursache ist, daß sie sich oft andere Namen gab, als sie Odhur zu suchen zu unbekannten Völkern fuhr. Sie heißt Mardöll, Hörn, Gefn und Syr. Freyja besitzt den Halsschmuck, Brisinga Men genannt. Sie heißt auch Wanadis (Wanengöttin). Die siebente heißt Siöfn; sie sucht die Gemüther der Menschen, der Männer wie der Frauen, zur Zärtlichkeit zu wenden, und nach ihrem Namen ist die Liebe Siafni genannt. Die achte, Lofn, ist den Anrufenden so mild und gütig, daß sie von Allvater oder Frigg Erlaubniss hat, Männer und Frauen zu verbinden, was auch sonst für Hinderniss oder Schwierigkeit entgegenstehe. Daher ist nach ihrem Namen der Urlaub genannt, so wie Alles was Menschen loben und preisen. Die neunte ist Wara; sie hört die Eide und Verträge, welche Männer und Frauen zusammen schließen und straft diejenigen, welche sie brechen. Wara ist weise und erforscht Alles, so daß ihr nichts verborgen bleibt; daher kommt die Redensart, daß man eines Dinges gewahr werde, wenn man es in Erfahrung bringt. Die zehnte ist Syn, welche die Thüren der Halle bewacht und denen verschließt, welche nicht eingehen sollen; ihr ist auch der Schutz derer befohlen, die bei Gericht eine Sache in Abrede stellen, daher die Redensart: Abwehr (Syn) ist vorgeschoben, wenn man die Schuld läugnet. Die eilfte ist Hlin, die Solchen zum Schutz bestellt ist, welche Frigg vor einer Gefahr behüten will. Daher das Sprichwort: Wer sich in Nöthen retten will, lehnt sich an (hleinir). Die zwölfte ist Snotra; sie ist weis und feinsinnig: nach ihr heißen alle snotr, sowohl Männer als Frauen, die klug und feinsinnig sind. Die dreizehnte ist Gna, welche Frigg in ihren Geschäften nach allen Welttheilen schickt. Sie hat ein Pferd, das durch Luft und Flut rennt und Hofhwarfnir heißt. Einst geschah es, daß sie von etlichen Wanen gesehen ward, da sie durch die Luft ritt. Da sprach einer:

Was fliegt da,   was fährt da,
Was lenkt durch die Luft?

Sie antwortete:

        

Ich fliege nicht,   ich fahre nicht,
Ich lenke durch die Luft
Auf Hofhwarfnir, den Hamskerpir
Zeugte mit Gardrofwa.

Nach Gnas Namen gebraucht man den Ausdruck gnäfa von allem Hochfahrenden. Auch Sol und Bil zählen zu den Asinnen. Ihres Ursprungs ist zuvor gedacht.

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