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Die Edda

Karl Simrock: Die Edda - Kapitel 57
Quellenangabe
typelegend
authorKarl Simrock
year1878
publisherVerlag der J. G. Cotta'schen Buchhandlung
addressStuttgart
titleDie Edda
pagesI-VII
created20031015
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1851
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16. Da fragte Gangleri: Was ist weiter Merkwürdiges von der Esche zu sagen? Har antwortete: Gar viel ist davon zu sagen. Ein Adler sitzt in den Zweigen der Esche, der viel Dinge weiß, und zwischen seinen Augen sitzt ein Habicht, Wedrfölnir genannt. Ein Eichhörnchen, das Ratatöskr heißt, springt auf und nieder an der Esche und trägt Zankworte hin und her zwischen dem Adler und Nidhöggr. Und vier Hirsche laufen umher an den Zweigen der Esche, und beißen die Knospen ab. Sie heißen: Dain, Dwalin, Dunneir, Durathror. Und so viel Schlangen sind in Hwergelmir bei Nidhöggr, daß es keine Zunge zählen mag. So heißt es hier:

 

Die Esche Yggdrasils   duldet Unbill
Mehr als Menschen wißen:
Der Hirsch weidet oben,   hohl wird die Seite,
Unten nagt Nidhöggr.

Ferner heißt es:

Mehr Würme liegen   unter der Esche Wurzel
Als ein unkluger Affe meint:
Goin und Moin,   Grafwitnirs Söhne,
Grabakr und Grafwölludr;
Ofnir und Swafnir   sollen ewig
Von der Wurzel Zweigen zehren.

Auch wird erzählt, daß die Nornen, welche an Urds Brunnen wohnen, täglich Waßer aus dem Brunnen nehmen und es zugleich mit dem Dünger, der um den Brunnen liegt, auf die Esche sprengen, damit ihre Zweige nicht dorren oder faulen. Dieß Waßer ist so heilig, daß Alles was in den Brunnen kommt, so weiß wird wie die Haut, die inwendig in der Eierschale liegt. So heißt es:

Begoßen wird die Esche,   die Yggdrasils heißt,
Der geweihte Baum,   mit weißem Nebel.
Davon kommt der Thau,   der in die Thäler fällt.
Immergrün steht er   über Urds Brunnen.

Den Thau, der von ihr auf die Erde fällt, nennt man Honigthau: davon ernähren sich die Bienen. Auch nähren sich zwei Vögel in Urds Brunnen, die heißen Schwäne und von ihnen kommt das Vogelgeschlecht dieses Namens.

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