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Die dreißig tolldreisten Geschichten ? Erstes Zehent

Honoré de Balzac: Die dreißig tolldreisten Geschichten ? Erstes Zehent - Kapitel 13
Quellenangabe
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typenarrative
authorHonoré de Balzac
booktitleDie dreißig tolldreisten Geschichten ? Erster Band
titleDie dreißig tolldreisten Geschichten ? Erstes Zehent
publisherGustav Kiepenheuer Verlag Leipzig und Weimar
printrunErste Auflage
illustratorGustave Doré
year1981
translatorBenno Rüttenauer
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorGerd Bouillon
senderwww.gaga.net
created20081104
modified20150212
projectid96c1b999
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Die Jungfrau von Thilhouze

Der edle Herr auf Valesnes, einem heiteren und lustigen Ort, dessen Schloß unweit von dem Städtchen Thilhouze liegt, hatte eine gebrechliche Frau, die aus Neigung oder Abneigung, aus Vergnügen oder Mißvergnügen, aus Krankheit oder Gesundheit ihm all die süßen Leckereien verweigerte, die ja der Sinn jedes Ehevertrages sind, wenn es auch nicht ausdrücklich hineingeschrieben wird.

Um gerecht zu sein gegen die gute Frau, muß gesagt werden, daß der genannte Schloßherr allerdings ein recht ungeleckter Geselle und rauhborstiger Buschklepper war und ungefähr so liebenswürdig wie der Rauch, der seit Jahr und Tag die Schloßhalle schwärzte und beizte. Er hatte zum Überfluß wohlgezählte Sechzig auf dem Rücken, wovon er ebensogern sprach und reden hörte wie die Witwe des Gehängten vom Strick. Doch die Natur hat den Tisch für alle gedeckt, für die Schiefen und Buckligen, für die Krummen und Dummen, die sie ein wenig im Übermaß hervorbringt, so gut wie für die Geraden und Wohlgeratenen. Und wenn sie sich auch um keinen einzelnen besonders kümmert – sie hat andres zu tun –, hat sie doch nichts dagegen, wenn alle sich satt essen aus ihren Schüsseln, also daß auch hier wieder das Sprichwort recht behält: ›Kein Topf ist so häßlich, daß er nicht einen Deckel fände‹.

Der edle Herr von Valesnes aber mochte am liebsten nur hübschen kleinen Töpfchen ein Deckel sein, und seine Leidenschaft für Hochwild schloß nicht aus, daß er zwischenhinein gern auf zahmere und stillere Tierlein pirschte. Doch war diese Art Wild recht selten in der Gegend, und die Jungfernschaften standen hoch im Preis.

Aber wer sucht, der findet. Und so kam dem herumspürenden und herumspionierenden Herrn von Valesnes eines Tags die Kunde zu, daß in dem Städtchen Thilhouze eine arme Weberswitwe wohnte, die in einem jungen Ding von sechzehn Jahren einen wahren Schatz besaß. Diese, hieß es, kam ihr nicht von der Schürze, nicht einmal allein pissen gehen durfte sie, so groß war die Vorsicht und Ängstlichkeit der Mutter. Sie schliefen beide zusammen in einem Bett und teilten gleicherweise jede Arbeit, die ihnen, wenn es gut ging, einen Sechser für den Tag einbrachte. An den Festtagen führte die Mutter ihre Kleine sozusagen an der Leine in die Kirche und ließ ihr höchstens die Zeit, da und dort ein Scherzwort mit einem Jungen auszutauschen; nur durfte der Tölpel sich's nicht einfallen lassen, mit den Händen reden zu wollen.

Es waren aber schlechte Zeiten, und die Witwe und ihre Tochter verdienten grad so viel, um nicht Hungers zu sterben. Sie wohnten bei armen Verwandten, hatten oft im Winter kein Holz und im Sommer keine Kleider und mußten für Miete und anderes so viel schuldig bleiben, daß sogar ein Gerichtsvollzieher darüber erschrocken wäre, welche Leute doch allein ihr Brot haben von den Schulden der andern. Und also nahm nicht nur die Schönheit des Mädchens von Tag zu Tag zu, sondern ebensosehr die Armut der Mutter, die für die Jungfernschaft das Letzte hingab, wie ein Alchimist für seinen Schmelztiegel, der ihm Hab und Gut verschlingt.

Das alles hatte der Herr von Valesnes sorgfältig ausgekundschaftet, und eines schönen Tags, es regnete gerade, erschien er wie zufällig in dem dunklen Loch der beiden Spinnerinnen. Unter dem Vorwand, sich die Kleider zu trocknen, schickte er seinen Knappen nach Holz und Reisig aus; er selbst aber setzte sich auf einen Schemel zwischen die beiden armen Frauen. Es fiel gerade soviel trübes Licht des grauen Regentags in die öde Kammer, daß er das Mädchen von Thilhouze nach allen Richtungen beaugenscheinigen und bei sich feststellen konnte, daß ihr Frätzchen allerliebst, daß ihre Arme rund und fest waren, daß ihr Vorbau wie zwei wohlgebaute Bastionen war, die das kühle Herz verteidigten, und daß keine junge Eiche schlanker und biegsamer sein konnte als der Körperwuchs dieser Jungfrau, die so kühl und weich sein mußte wie ein erster Schnee, so frisch, zart und saftig wie ein junger Sproß im April. Kurz, sie hatte Ähnlichkeit mit allem, was es nur Schönes auf der Welt gibt. Ihre Augen waren von dem kindlichen Blau des ungetrübten Himmels und ihre Blicke unschuldiger als die der Jungfrau Maria, die eben doch schon ein Kind empfangen hatte, wie es auch zugegangen sein mag.

Hätte einer zu ihr gesagt: ›Willst du's mit mir probieren?‹ ›Warum nicht‹, hätte sie geantwortet, ›wo du willst.‹ So unwissend und kindlich war sie in diesen Dingen.

Der gute alte Schloßherr rückte verlegen auf seinem Schemel hin und her, beschnupperte das Mädel wie ein Hühnerhund und machte ein paar Augen nach ihr wie ein Affe nach einer welschen Nuß. Das alles sah die Alte, sagte aber keinen Pieps, aus Furcht vor dem Herrn, der über Land und Leute herrschte. Doch als dann Holz und Reisig auf dem Herde flammten, fand der wilde Jäger endlich ein Wort.

»Bei Gott!« sagte er, »das wärmt fast wie die Augen Eurer Tochter.«

»Nur schade, daß wir nichts zu kochen haben an diesem Feuer«, antwortete die Alte.

»Durch Eure Schuld.«

»Wieso?«

»Nun denn, meine Liebe, verdingt das Kind an meine Frau, die gerade eine Kammerjungfer nötig hat, und Ihr sollt jeden Tag einen warmen Herd haben.«

»Was nützt mir ein warmer Herd mit einem leeren Topf?«

»Also«, erwiderte der alte Dachs, »Ihr sollt auch die Suppe dazu bekommen. Ich will Euch einen Malter Weizen herbringen lassen zu jeder Ernte.«

»Wo sollte ich das viele Korn aufheben?«

»Im Kasten, bei Gott«, rief der Baron und Schürzenjäger.

»Ach, du guter Gott, ich habe nicht Kisten noch Kasten.«

»So werde ich Euch alles geben, Truhe, Schrank und Ofen, auch Holz genug und obendrein ein gutes Bett mit einem Himmel drüber.«

»Es wäre aber schad, wenn es auf die schönen Sachen regnete, hoher Herr, ich habe nicht Dach und Fach.«

»Seht Ihr da drüben das schöne Haus ›Zum Entenfuß‹, wo mein armer Jagdknappe wohnte, der Pillegrain, dem neulich der wütige Eber den Bauch aufgeschlitzt hat?«

»Ich sehe es«, antwortete die Alte.

»Gut, Ihr sollt darin wohnen bis an das Ende Eurer Tage.«

»Oh, du guter Gott«, rief da die Alte, indem ihr die Spindel entfiel, »ist es auch die Wahrheit, was Ihr sagt?«

»Bei meinem Ritterwort.«

»Und was für einen Lohn soll meine Tochter bekommen?«

»Soviel sie in meinem Dienst nur verdienen will«, erwiderte der Schloßherr.

»Gnädiger Herr, Ihr scherzt.«

»Nein«, sagte er.

»Doch, hoher Herr.«

»Bei Sankt Gatian und beim heiligen Eleutherius und bei den tausend Millionen der andern Heiligen, die da droben herumwimmeln mögen, schwöre ich Euch, daß ...«

»Wenn Ihr also wirklich nicht mit einer armen Frau Euren Scherz treibt«, sprach die vorsichtige Mutter, »so hätte ich nur noch den Wunsch, daß all Eure schönen Sachen dem Notar einen kleinen Besuch machten.«

»Aber bei dem Blut Christi und bei dem viel süßeren Eurer Tochter, bin ich Euch nicht Edelmann genug, ist mein Wort nicht soviel wert wie ein Tintenklecks?«

»Behüt mich Gott, so was zu behaupten; aber seht, ich bin eine arme alte Spinnerin, und es fällt mir hart, meine Tochter von mir zu lassen. Sie ist noch so jung und zart, sie könnte sich in Eurem Dienst einen Schaden zufügen. Noch gestern sagte der Herr Pfarrer in seiner Predigt, daß wir für unsre Kinder verantwortlich sind vor dem Richterstuhl Gottes.«

»Na, na«, machte der Schloßherr, »geht denn in Teufels Namen und holt den Notar.«

Ein alter Holzhacker von nebenan humpelte also zu dem Kontraktenmacher, der alsbald ankam und in aller Form, Paragraph für Paragraph, ein Schriftstück aufsetzte, unter das der edle Herr von Valesnes ein Kreuz malte, da das Schreiben nicht seines Amtes war.

Als dies geschehen, sagte er: »Nun, Mutter, seid Ihr jetzt Gott keine Rechenschaft mehr schuldig für die Jungfernschaft Eurer Tochter?«

»Oh, gnädiger Herr«, antwortete sie, »der Pfarrer hat gesagt, solange die Kinder selber noch unvernünftig sind. Meine Tochter aber ist sehr vernünftig.«

Und dann zu ihrer Tochter sich wendend, sagte sie: »Marie Ficquet, dein einziges Gut ist deine Ehre; wo du nun aber hingehst, wird männiglich – unser guter gnädiger Herr ausgenommen – drauf ausgehn, sie dir zu rauben. Aber du weißt nun, was sie wert ist ... also gib sie nur hin nach reiflicher Überlegung. Und damit deine Tugend keinen Schaden nehme vor Gott und den Menschen (außer unter dem Schutz des Gesetzes), habe wohl acht, zur rechten Zeit für den Streusand auf deinem Heiratsvertrag zu sorgen, oder du wirst schlecht fahren in der Welt.«

»Ja, Mutter«, sagte die Jungfrau.

Und so zog sie aus der elenden Hütte ihrer Eltern und kam auf das Schloß von Valesnes, um dort der Dame zu dienen, die wohl mit ihr zufrieden war.

Als nun das gemeine Volk von Valesnes, Sacché, Villaines und andern Orten von dem hohen Preis hörte, den der Schloßherr für die Jungfernschaft des Mädchens von Thilhouze bezahlt hatte, da schlugen die guten Hausfrauen die Hände über dem Kopf zusammen, mußten zugeben, daß die Tugend doch das Einträglichste ist auf dieser Welt, und nahmen sich vor, die Jungfernschaften ihrer Töchter von nun an besser zu behüten und zu bewahren als ihren Augapfel; aber das war eine so unsichere Spekulation wie die auf Seidenwürmer, als welches Viecherchen sind, die krepieren, ehe man sich's versieht. Und so sind Jungfernschaften eine Frucht, die gleich den Mispeln im Stroh nur allzuschnell morsch und mürbe werden. Trotzdem fanden sich, und für unser Tourainer Land will das was heißen, einige Töchter, die in allen Nonnenklöstern für Jungfrauen gehalten wurden; nur möchte ich für den Tatbestand nicht Bürge sein, da ich die Methode, die Meister Verville lehrt, über die vollkommene Tugend junger Mädchen Gewißheit zu erlangen, nicht an ihnen erprobt habe.

Die hübsche Marie Ficquet ließ sich übrigens die weisen Lehren ihrer Mutter gesagt sein und wollte von den Honigworten und dem zuckrigen Schönbartspiel ihres Herrn und Beschützers, ohne daß eine Notarfeder einen Klecks dazu gemacht hätte, nichts hören und wissen.

Wenn der alte Herr Miene machte, ihr das Kinn zu krauen, wurde sie gleich wild und fauchte wie eine Katze, der ein Hund schöntun will. Immer rief sie: »Ich werde es der Gnädigen sagen«, und nach Verlauf von einem halben Jahr hatte der gute Mann von seiner Dotation noch nicht einmal soviel zurückbezahlt erhalten, als der Betrag eines einzigen Holzscheits ausmacht. Die Marie behandelte ihn je länger, desto härter. »Nanu«, sagte sie einmal, »könnt Ihr mir's denn wiedergeben, wenn Ihr mir's genommen habt?« Und ein andermal: »Wenn ich so viele hätt, Ihr wißt schon was, soviel wie ein Sieb, sollte doch kein einziges für Euch sein, so häßlich finde ich Euch.«

Der gute Alte nahm derartige bäuerliche Redensarten für die goldene Sprache der Tugend und erging sich daraufhin in wohlgesetzten Reden, Schwüren und Beteuerungen. Er sah die elfenbeinernen Türme, diese wohlgebauten festen Vorwerke ihres Herzens, er sah, wie ihre drallen runden Beine sich bei gewissen Bewegungen in der Hülle ihres Röckchens modellierten; er sah noch andres, was imstande gewesen wäre, einem steinernen Heiligen den Verstand zu verrücken, und verfiel rettungslos einer greisenhaften Leidenschaft, einer solchen, die in geometrischer Proportion zu wachsen pflegt, ganz im Gegensatz zur Leidenschaft der Jünglinge, da die Greise mit ihrer Schwäche lieben, die immer zunimmt, und die Jünglinge mit ihrer Kraft, die abnimmt.

Um dem verteufelten Mädchen jeden Grund der Verweigerung zu entziehen, zog der Schloßherr seinen Küfer ins Vertrauen, der so an die Siebzig und darüber hatte, und redete ihm ein, daß er sich eigentlich eine Frau nehmen müsse, die ihm seine alte Haut etwas warm hielte, und daß die Marie so die richtige für ihn wäre. Dieser Küfer, der sich in verschiedenen Diensten seines Herrn nach und nach dreihundert Silbergulden Rente erspart hatte, hegte eigentlich keinen andern Gedanken, als seine alten Tage in Ruhe hinzubringen und die Vordertüre seines Hauses für immer geschlossen zu halten.

Aber da sein Patron ihm zu verstehen gab, daß er ihm einen großen Gefallen täte, wenn er sich so ein wenig verheiraten wolle, die Sorge um seine Frau werde ihm schon abgenommen werden, gab er aus Ehrfurcht und Dankbarkeit seine Zustimmung. So wurde denn der Heiratsvertrag aufgesetzt; und nachdem die tugendhafte Marie, die jetzt um ihr Seelenheil nicht mehr besorgt zu sein brauchte, sich vom Schloßherrn eine gute Mitgift nebst Leibgeding als Preis ihrer Entjungferung hatte verschreiben lassen, also daß ihrer Tugend ganz sicher keinerlei Gefahr drohte, hatte sie nichts mehr gegen den Handel einzuwenden, und lachend versprach sie dem Ungebärdigen, ihm jedes Scheit Holz, das er ihrer Mutter zukommen ließ, in guter Münze heimzuzahlen, da ihm ohnedies bei seinem Alter ein viertel Klafter mehr als genug sein werde. Unter diesen Auspizien wurde Hochzeit gehalten. Und nachdem der Schloßherr sich überzeugt hatte, daß seine Frau unter ihren Bettüchern wohlverwahrt sei, schlich er sich unverzüglich nach der wohlausstaffierten Kammer, die ihn – von seinem treuen Küfer nicht zu reden – schon ein schönes Haus gekostet hatte nebst soundso viel Klafter Holz und soundso viel Malter Weizen, nicht zu vergessen das Leibgeding der Kleinen, das nichts weniger als bescheiden war.

Nun müßt ihr wissen, daß der Schloßherr in der Jungfrau von Thilhouze das schönste Mädchen fand, das man sich nur denken kann und das, vom Schein des Kaminfeuers mit rosigem Licht überhaucht, so herausfordernd und neckisch unter den Bettüchern hervorblinzelte, daß der Alte auch nicht einen Augenblick den hohen Preis für das kostbare Kleinod bedauerte, vielmehr fühlte, wie ihm das Wasser im Mund zusammenlief bei dem königlichen Bissen. Er verlor auch keine Zeit, und als ein Ausgelernter ging er nicht wie die Katze erst lang um den heißen Brei herum. Aber er hatte leider das Sprichwort nicht bedacht von dem alten Esel, der aufs Eis geht.

Wie diesem Esel erging's ihm: er strauchelte, rutschte, glitt aus, fiel auf die Nase, kurz, hatte das ganze Handwerk und was sonst zu dem Tanz gehört, rein vergessen. Das gute Ding aber, die Marie, merkte schnell, wieviel die Uhr geschlagen.

»Sehr hoher Herr«, sagte sie, »hat die Messe etwa gar schon angefangen? Ihr müßt etwas stärker läuten, wenn Ihr wollt, daß man's hören soll.«

Durch diese Rede, die sich, ich weiß nicht wie, im Land verbreitete, wurde die Marie Ficquet berühmt, und noch heute sagt man allenthalben: ›Das ist eine Jungfrau von Thilhouze‹, um über eine Neuvermählte zu spotten, deren Verstand länger ist als die Nase ihres Mannes.

Und so nennt man noch heut Ficquet ein Mädchen, wie ich es euch nicht unter die Bettücher wünschen möchte in der Hochzeitsnacht, wenn ihr nicht etwa mit der Philosophie der Stoiker großgenährt seid, kraft deren man sich über nichts mehr verwundert. Viele aber sind gezwungen, in so vertrackter Lage den Stoiker wenigstens zu spielen; denn immer wieder kommen solche Lagen vor, sintemal die Natur bei allen ihren kapriziösen Veränderungen immer die gleiche bleibt, also daß, wenigstens in unserm Tourainer Land, die Jungfrauen von Thilhouze wohl nie aussterben werden.

Und wenn ihr mich nun fragt, wo etwa in dieser Geschichte eine Moral zum Vorschein kommen möchte und worin sie besteht, so könnt ich allenfalls den Damen antworten, daß dieses mein Buch den Zweck hat zu lehren, wie man gut tut, im Vergnügen eine Moral, aber nicht im Moralisieren ein Vergnügen zu finden. Sollte aber etwa so ein alter Kracher und Knickebein mich danach fragen, so würde ich ihm mit aller Schonung, die seiner gelben oder grauen Perücke gebührt, antworten, daß der liebe Gott den Herrn von Valesnes strafen wollte, weil er so dumm war, ein Ding zu kaufen, das doch, wenn überhaupt käuflich, wahrlich keine schimmelige Bohne wert ist.

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