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Die Chronika des fahrenden Schülers (Urfassung)

Clemens Brentano: Die Chronika des fahrenden Schülers (Urfassung) - Kapitel 10
Quellenangabe
typenarrative
booktitleSämtliche Erzählungen
authorClemens Brentano
year1991
publisherWilhelm Goldmann Verlag
addressMünchen
isbn3-442-07625-0
titleDie Chronika des fahrenden Schülers (Urfassung)
pages7-78
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1818
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Als sie nach Haus kamen und den Rest der Fische von Mittag gegessen hatten, sprach das Jungfräulein: »Nun, mein Lieber, sage mir die Geschichte des Schönen Bettlers und seiner Braut, und was mir sonst von der Insel zu wissen gut ist; denn ich will bei dir wohnen als eine Einsiedlerin oder als deine Tochter, und nach deinem Tod will ich wie du die Menschen hier warnen.« »Es ist gut«, sagte der Schiffer, »daß wir zwei sind, so ist die Insel doch nie ohne einen Schutzengel, wenn ich hinübergehe, zu beten und die Fische zu verkaufen. Daneben in der Kammer ist ein starkes Netz, in welchem eine Matte liegt, an der Decke ausgespannt, darin kannst du schlafen; oben an dem Dach aber ist eine Klappe, die du eröffnen kannst, wenn du schlaflos liegst, von da aus kannst du die Sterne sehen und freudiger beten.« Dann setzte er sich hin, schlug das Buch auf und las teils, teils erzählte er folgende Geschichte. Die Jungfrau aber zog sich mehrere ihrer langen blonden Haare aus, drehte sie in einen Faden und reihte ihre Tränen zu einem Rosenkranz an den Faden.

»Liebe Tochter«, sprach der alte Schiffer, »was von dem Ursprung dieser Insel, von der Entstehung der Felsen und vielen wunderbaren andern Geschichten in diesem Buche steht, wage ich dir nicht zu erzählen, und wenn du erst lange hier gewohnt hast und in Gebet und Tugend stark geworden bist, magst du alles selbst lesen ohne Gefahr. Denn du mußt wissen, der Schöne Bettler selbst ist durch die Lieder, die es enthält, in seiner Tugend wankend geworden und in Sünde gestorben. Was aber darin steht, sind die Lieder des Perlengeistes, die einige starke Seelen, welche in frühern Zeiten hier gewohnt, ihm abgehorcht und in das Buch geschrieben haben, um durch Erzählung derselben die Unglücklichen von ihrem Untergange abzuhalten. Sie enthalten teils die Geschichte des Perlengeistes bis vor der Sündflut, teils sind es die Geschichten der Unglücklichen, die in seine Gefangenschaft gefallen sind und das ewige Leben um zeitliche Lust hingegeben haben. Du sahst sie im Brunnen sitzen, und oft kürzen sie sich die jammervolle Zeit mit Erzählung ihrer Schuld. Der Perlengeist ist aber der Geist der weltlichen Eitelkeit und Liebe, der irdischen Freude und der sie begleitenden Trauer. Alle Menschen, die das Ewige vergessen über der Zeit, den Geist über dem Leib, sie werden der ewigen Sünde und der Trauer hingegeben. Und die da unten sitzen, sie müssen nur weinen, weinen und immer weinen, daß das Meer bitter werde, und so ernähren sie alles Gewürm und Ungeheuer des Meers und sitzen in der Bitterkeit ihrer Tränen. Aber in aller Trauer ist etwas Göttliches, denn die Trauer ist ein Streit gegen das, was der leiblichen oder geistlichen Vollkommenheit wehe tut, und so gibt es mancherlei Tränen. Die, welche in der Strafe um den Schmerz fließen, sind bitter und gesalzen; also weinen die Unglücklichen, die du sahst.« Da brach das Jungfräulein abermals in Tränen aus, und die Perlen rollten auf den Tisch. »Ach, so ist denn keine Rettung für meine armen Schwestern?«

Da fuhr der Schiffer fort: »Die Tränen aber eines Menschen liebenden Mitleids sind köstlich und sie verwandlen sich in Perlen, wie du siehst. Nun will ich dir aber sagen, was die göttlichsten Tränen sind. Es sind die Tränen der Andacht, welche fließen um das Leiden des Herrn, um die eigne Unvollkommenheit, um die Sünde der Welt und um das Lamm, welches sie getragen. Diese Tränen werden von der Sonne aufgeküßt, und morgens stehen sie als Perlen des Taues segnend auf den Auen, sie mehren die Gnade des Herrn und seinen Segen. Nun will ich dir aber noch sagen, daß wohl eine Rettung für die Unglücklichen ist; denn wie alle Trauer etwas Göttliches in sich hat, so haben auch ihre Tränen eine Perle in sich, aber sie müssen oft gar lange weinen, bis sie diese Perle weinen. Wenn sie sich endlich selbst vergessen, wenn sie ihren Schmerz gering halten für ihre Torheit und durch die Leiden ihrer Gesellen gerührt werden, dann hört ihre Empfindung auf; sie verwandlen sich in harte Muscheln, in denen eine Perle fest verschlossen ist, und dies ist ihre Träne des Mitleids. Nun muß ich dir aber noch sagen, wie unrecht es ist, sich selbst den Tränen der edleren Trauer unmäßig zu überlassen. Da diese Trauer doch immer ein Opfer ist, welches wir der Zeitlichkeit und ihrem Geschicke bringen, und nicht ganz göttlichen Ausgangs und Eingangs ist, so liegt auch in den Perlen noch etwas Weltliches und kann manch Böses dadurch entstehn, denn sie werden oft der Schmuck eitler Frauen und buhlerischer Jungfrauen, sie sind eine Zierde irdischer Kronen und haben hohen Preis in dem Kram niedrigerer Wucherer, die der Herr aus dem Tempel geworfen hat. So mehren sie die Sünde, oft aber werden sie auch zur Zierde heiliger Gewänder und Gefäße, zum Schmuck der Reliquien und der von frommer Kunst gebildeten Kreuze und Marienbilder gebraucht, und so mehren sie die Andacht. Also hat der Herr diese Früchte der Weltlichkeit wieder der Freiheit der Menschen übergeben, denn er ist gerecht. Und darum schließen die Muschlen sich so fest um die Perlen und geben sie nur, wenn man sie erbricht und tötet, weil sie lieber sterben wollen als von neuem Böses stiften. Da sie seine Strafe, unendlichen Schmerz, fürchten, leiden sie seine Folge, die Vernichtung, und gehen über in die Materie. So sind sie aus einem Ebenbilde Gottes zurückgegangen in den rohen Stoff, weil sie sich von dem Schöpfer zur Kreatur gewendet haben.

Von der Steinernen Trauer aber will ich dir folgendes erzählen: Sie war, ehe der Herr in seinem Zorn die Menschen und Tiere von der Erde vertilgt hatte, eine herrliche Königin, nahm sich aber solches Stolzes an, daß sie ihre Schönheit der göttlichen gleich pries, und ließ sich und ihren Kindern Opfer bringen. Da trafen die Blitze Gottes ihre Kinder, und sie begann in unsäglichem Jammer zu weinen; eine ihrer Töchter hatte sich früher einem bösen Geiste des Meeres verbunden, denn die Menschen hatten in Blindheit und Laster ihr göttliches Ziel aus den Augen verloren, und alle Geschöpfe hatten sich untereinander verwirrt. Da die unglückliche Königin ihre Kinder verloren hatte, lag sie weinend am Meer und flehte nach dieser ihrer Tochter; aber sie kehrte nicht nach ihr zurück, denn sie fürchtete die Blitze des Herrn. Da aber bald hierauf die Erde von der Wasserflut gereiniget wurde, da war das ganze menschliche Geschlecht wieder in die Erde und das Gestein aufgelöst, und alle Berge, Klippen und Quellen waren dem neuen Geschlecht in wunderbaren Gestalten als warnende Bilder zurückgeblieben; so auch ist dieser Fels in Gestalt eines weinenden Weibes hervorgekommen; ihre Tochter aber wühlte unter den Steinen zu ihr herauf und hat den Bittern Brunnen unter dem Gewölbe in ihrer Herzkammer gebildet; sie aber liegt da als ein ewiges Denkmal weltlichen Stolzes und weltlichen Elends, und aus ihren Augen rinnen zwei Quellen, die ins Meer fließen. Der Perlengeist aber ist ein Nachkomme dieser Königstochter und des sündlichen Geschlechts der irdischen Lust, gegen die wir ewig kämpfen müssen, um als Sieger das ewige Leben zu gewinnen; denn nach dem Fall des ersten Menschen ist Kampf das Los des Menschen, denn der Herr sprach: ›Du sollst dein Brot im Schweiße des Angesichts erringen.‹ Er erscheint aber bald als ein Weib, bald als ein Jüngling und zieht durch seine liebliche Musik die Menschen zu sich hinab ins Verderben; oft auch hat er sich als eine liebliche Jungfrau in heimliche Ehe auf Erden begeben und edle Männer mit weltlicher Liebe und Treue und großen Glücksgütern von dem rechten Wege scheinheilig geführt. Wenn ihre Gatten aber sich gesammelt und zu wissen begehrt, wer sie sei, hat sie dieselben verlassen und ihren baldigen Tod verursacht. So sitzt Herr Raimund von Poitier, Herr Peter Diemring von Stauffenberg im Bittern Brunnen, welche sie als Melusine betrogen; auch ein armer Fischer weint da unten, den sie hinabgelockt mit schönen Lügen; und den König von Thule, der vor langer Zeit hier ein Schloß hatte, kannst du auch im Brunnen sehen und sein Lied singen hören. Er hat lange mit einer schönen unbekannten Jungfrau in unordentlicher Liebe gelebt, die ihn sehr geliebt; da er aber in sie gedrungen, ihren Namen zu nennen, ist sie vor Gram gestorben und gab ihm einen goldnen Becher, den er nun über alles liebte, und so hat sie ihn noch nach ihrem Verschwinden bis an sein Ende verstrickt. Da er nun sterben wollte, reiste er hierher auf sein Schloß, wo er sie zuerst gesehn, und warf vor seinem Tode den goldnen Becher hinunter in die Flut, wo du ihn gesehen. Er selbst aber ließ sich in ein Felsengrab legen, das nicht mehr gefunden wird, da es der Geist unterwühlt hat. Und nun will ich von dem Schönen Bettler sagen.

Drüben am Ufer lebte einst ein armer Fischer; er war sehr arm, aber arbeitsam und lebte vergnügt; er hatte nur einen Kummer, das war sein Sohn. Dieser war ein wunderschöner Jüngling, auch fromm und tugendhaft, aber er wollte nie mit seinem Vater fischen, ja warf ihm sogar oft die gefangenen Fische wieder heimlich ins Wasser, und wenn ihn der Vater darum strafte, so sagte er: »Das will ich gern leiden, wenn nur die armen Fische wieder glücklich sind.« So bezeugte er ein seltsames Mitleiden gegen alle Tiere und wollte überhaupt kein Gewerbe ergreifen. Er hütete die Schafe auf den Hügeln, am liebsten aber die Gänse am Meer, denn wenn er ein Schaf dem Fleischer abliefern sollte, so weinte er wie ein Kind, und einmal, da er wußte, morgen würden viele seiner wollichten Freunde zum Tode geführt werden, führte er in der Nacht die ganze Herde auf einsames Gebürg, um sie zu retten. So daß man ihn dieses Amtes entsetzen mußte. Der Vater hielt ihm seine Torheit mit harten Worten vor und bat ihn, der Schwanen, Gänse und Enten am Meeresstrand mit mehr Menschenverstand zu hüten, und mit Vergnügen übernahm er sein neues Amt, denn er liebte sehr im Meere herumzuschwimmen, und das tat er nun mit seinen Freunden um die Wette. Aber da nun sein Vater sah, daß er immer im Wasser lag, bat er ihn herzlich, nie darin zu schwimmen, ohne Gott vorher anzurufen; ›denn‹, sagte er, ›ich bin einst in großes Unglück dadurch geraten.‹ Bei allem dem liebte er ihn herzlich, denn er war so schön, daß man ihn nicht ohne große Liebe ansehen konnte, und wer ihn sah, der dankte Gott für seinen Anblick und bedauerte, daß er sich zu keinem Geschäfte schicken wollte. Er aber bekümmerte sich um nichts, war stolz und nahm kein Geschenk an; auch war er nicht faul, sondern in beständiger Arbeit mit seinen Gedanken, nur tat er nichts von allem dem, was man so unter den Leuten Arbeiten nennt. Er flocht sich ein künstliches Schilfhaus, schnitt sich Flöten und blies sie auf die lieblichste Art; oft lag er ganze Nächte unter freiem Himmel und sah die Sterne an, die ihn sehr erfreuten; auch erfand er wunderschöne Lieder und sang sie mit entzückender Stimme. Kräuter, Steine und Muscheln betrachtete er mit großer Aufmerksamkeit, machte sich wunderbare Gedanken darüber und legte sie oft in eine Ordnung an die Erde, wie er die Sterne am Himmel sah. So war er bereits achtzehn Jahre alt geworden und konnte noch nicht lesen und schreiben. Aber seine Religion hatte er sehr gut im Gedächtnis und im Herzen; denn morgens, wenn er am Meer saß vor Tag, da kam ein alter Einsiedler von der Insel nach jener Kapelle gefahren, wo du mich heute fandst, mit dem hatte er Freundschaft aufgerichtet, und dieser unterrichtete ihn mündlich von allem, wenn sie in der Kapelle gebetet hatten. Sein Vater war aber gar alt und fühlte sein Stündlein nahen. Da rief er seinen Sohn an sein Lager, um mit ihm vor seinem Ende nochmals herzlich zu reden.«

Hier unterbrach sich der Schiffer und sagte zu dem Jungfräulein, welches gar aufmerksam zuhörte: »Komme mit mir ans Fenster.« Da zeigte er ihr nach der Meerseite hinaus weit in der Ferne ein Licht und sprach: »Sieh, dort wo das Licht scheint, liegt auf einer Insel ein Schloß; das gehörte einst mein, dort wohnte mein Weib und meine Tochter!« Dabei flossen ihm einige Tränen von den Augen, die auch Perlen waren. Da machte er den Laden zu und gab der Jungfrau die Perlen mit den Worten: »Reihe diese Tränen auch in deinen Rosenkranz und bete sie immer zum Heil meiner Seele, wenn ich nicht mehr bin. Ich habe lange nicht da hinaus gesehen, lange nicht von den Meinigen geredet und will es auch nie wieder, wenn ich dir die Geschichte erzählt habe.« Dann fuhr er fort:

»Ich kannte den alten Fischer gar wohl, er fuhr mich oft nach dem Schloß zurück, wenn ich auf dem festen Lande gewesen war; und da ich einstens Frau und Kind gesegnet hatte, um eine Fahrt ins Heilige Land zu tun, kam ich morgens in seine Hütte, auch von ihm Abschied zu nehmen und ihn einzuladen, manchmal die Meinigen in der Abwesenheit im Guten zu ermahnen. Da ich aber hereintrat, wollte der Alte grade sterben, und kniete der Schöne Bettler vor seinem Lager. Der Vater unterbrach seine Ermahnungen an seinen Sohn, der kein Wort redete, und nahm im wahren Sinne des Worts Abschied von mir. Dann fuhr er in seiner Rede an seinen Sohn fort und sprach ihm besonders wegen seinem Müßiggang in die Seele, und vor allem stellte er ihm seine Schönheit vor und die Gefahr, die er laufe, in weltlicher Liebe zugrunde zu gehen. ›O mein Sohn‹, sprach er, ›verweile nie ohne Geschäft zur bloßen Lust in den Wellen dieses Meeres; denn dort drüben wohnt in den Klippen eine Sirene, die weltliche Lust und Liebe, die dich hinabziehen kann mit ihrem süßen Gesang in den Strudel der ewigen Trauer.‹ Da begann der Sohn ihn anzureden und sprach mit einer wunderbaren Begeisterung und einer rührenden Weisheit zu meiner und des Vaters Verwunderung, denn wir hatten ihn, wie alle Welt, für einen törichten Menschen gehalten. ›Teurer Vater‹, sprach er, ›Ihr brechet das Siegel meiner Lippen, denn Ihr brechet mein Herz. O, fasset die wenigen Minuten Eures Lebens, Euch mit Eurem Gott auszusöhnen, und nehmet den einzigen Dank, den ich Euch für alle Eure Liebe geben kann, nehmt aus meinen Worten die Versicherung mit in Euer Grab, daß Euer Sohn nicht als eine Beute seiner Torheit zurückbleibt; denn erfahret aus meinen Worten, daß ich gedacht habe und in der Seele gearbeitet, wenn mich gleich Ihr und das Volk den müßigen Toren nannten.‹ Und nun begann er mit einer so erquickenden Art seinem sterbenden Vater von der Ewigkeit, von Gott und seiner Barmherzigkeit zu reden, daß der Alte und ich in Tränen zerflossen. Er aber war sehr ernst und freudig wie ein Engel, und da er seinen Vater gar sehr bewegte, sprach dieser: ›O mein Gott, wie herrlich ist dein Todesengel!‹ Dann ward der Alte unruhig und schien etwas Schweres auf dem Herzen zu haben, aber die Sprache fehlte ihm. Da ergriff sein Sohn ein Saitenspiel, das er sich selbst über eine Muschel gespannt hatte, und sang ein wunderbares beruhigendes Lied, daß sein Vater ruhig sterben möchte. Dieser sah ihn nochmals an, sehr wehmütig, und stammelte das Wort ›Sirene‹ und entschlief. Der Sohn küßte ihn und weinte nicht. Da umarmte ich diesen Menschen und fragte ihn, ob er mir auf meiner Reise folgen wollte. Er sprach aber: ›Gestern hätte ich es getan, aber jetzt will ich beten.‹ Ich wollte ihm einen Beutel mit Geld geben, aber er ward unmutig und sprach: ›Soll ich hier bei dem Tod für mein Leben sorgen?‹ Da sprach ich: ›Aber morgen willst du leben?‹ Da sprach er stolz: ›Ich will bettlen!‹ und verließ mich; worauf ich das Geld in den Kasten seines Vaters legte, damit er es als sein Erbe ansehen möge, und mich nach dem Hafen begab, wo mich die Schiffer längst erwarteten. Da sein Vater begraben ward, gingen viele arme Leute, seine ehemaligen Freunde und Standesgenossen, mit dem Zug, und der Sohn hielt eine Rede an seinem Grabe, die alle die alten Leute in Verwunderung setzte. Nachher lud er sie alle zu sich in seine Hütte ein und verschenkte alles das wenige Geräte, was sein Vater zurückgelassen hatte, und bat sie, des Verstorbenen dabei zu gedenken. Auch sogar die Türen und Fenster waren von seiner Freigebigkeit nicht sicher, und nachdem nichts Bewegliches mehr übrig war, begab er sich an das Meer und stürzte sich fröhlich hinein. Noch sahen alle die Beschenkten mit stummer Verwunderung ihm nach, wie er fortschwamm, als hinter ihnen die Hütte in Rauch aufging, denn er hatte Feuer in das Strohdach gelegt. Dann kehrten sie in die Stadt zurück und erzählten, wie der müßige Tor sich ertränkt habe.

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