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Gutenberg > Charles Baudelaire >

Die Blumen des Bösen

Charles Baudelaire: Die Blumen des Bösen - Kapitel 58
Quellenangabe
typepoem
titleDie Blumen des Bösen
authorCharles Baudelaire
translatorTherese Robinson
publisherGeorg Müller Verlag
addressMünchen
year1925
senderreuters@abc.de
created20040730
pfad/baudelai/blumen/book.xml
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Aufforderung zur Reise

           Kind, Schwester, hold ist's zu träumen,
           Wir zögen zu zwein ohne Säumen
Nach jenem herrlichen Land.
           In Lieb uns verstehend,
           In Liebe vergehend,
Dort wo die Welt dir verwandt.
           Wo die feuchten Sonnen,
           Von Schleiern umsponnen,
Erwecken so seltsame Glut,
           So rätselhaft Sehnen
           Wie dein Auge voll Tränen,
Drin verräterisch Leuchten ruht.
           Dort, wo Frieden, Lust und Prangen,
           Glanz und Wollust uns umfangen.
           Viel blankes Gerät
           Im Saale steht,
Die Jahre gaben ihm Schimmer.
           Fremder Blumen Duft,
           Weiche Ambraluft
Durchwehen wie Träume das Zimmer.
           Die Wände so weich,
           Die Spiegel so reich,
Des Orients leuchtend Gepränge
           Fast scheint es dir,
           Als vernähmest du hier
Der Seele Heimatklänge.
           Dort wo Frieden, Lust und Prangen,
           Glanz und Wollust uns umfangen.
           Sieh auf dem Kanal
           Im sonnigen Strahl
Die träumenden Schiffe gleiten.
           Dein kleinstes Begehr,
           Sie bringen es her
Von der Erde entlegensten Weiten.
           Den Fluss und das Land
           Umschlingt wie ein Band
Der Schimmer der sinkenden Sonne,
           In goldlila Glut
           Die Erde ruht,
Hinsterbend in glühender Wonne.
           Dort wo Frieden, Lust und Prangen,
           Glanz und Wollust uns umfangen.

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