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Gutenberg > Charles Baudelaire >

Die Blumen des Bösen

Charles Baudelaire: Die Blumen des Bösen - Kapitel 45
Quellenangabe
typepoem
titleDie Blumen des Bösen
authorCharles Baudelaire
translatorTherese Robinson
publisherGeorg Müller Verlag
addressMünchen
year1925
senderreuters@abc.de
created20040730
pfad/baudelai/blumen/book.xml
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Ganz und Gar

Der Böse trat heut in mein Zimmer
Und fragt', mich zu versuchen, schlau:
»Von all dem Reiz, von all dem Schimmer,
Der wogt um die geliebte Frau,

Von all den schwarz und rosigen Dingen,
Die hold berauschen deinen Sinn,
Draus ihres Wesens Zauber klingen,
Was nimmt dich wohl am stärksten hin?

Was ist das schönste?« – Meine Seele
Zu dem Verworfnen also sprach:
»An ihr ist alles ohne Fehle,
Es steht kein Reiz dem andern nach.

Da alles hold, warum mich sorgen,
Was mich am meisten glücklich macht?
Sie leuchtet wie der rosige Morgen
Und tröstet wie die dunkle Nacht.

Die Harmonie ist so erlesen,
Die Leib und Seele hält in Bann,
Dass man ihr zart melodisch Wesen
Nicht in Akkorde lösen kann.

Seltsam geheimnisvolles Weben,
Das meine Sinne wirrt und eint,
Durch ihre Stimme Düfte schweben,
Ihr Atem Klang und Wohllaut scheint.«

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