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Gutenberg > Charles Baudelaire >

Die Blumen des Bösen

Charles Baudelaire: Die Blumen des Bösen - Kapitel 157
Quellenangabe
typepoem
titleDie Blumen des Bösen
authorCharles Baudelaire
translatorTherese Robinson
publisherGeorg Müller Verlag
addressMünchen
year1925
senderreuters@abc.de
created20040730
pfad/baudelai/blumen/book.xml
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Der Traum eines Neugierigen

Kennst du wie ich die lockendsüssen Leiden,
Und nennt man einen Sonderling auch dich?
Ich lag im Tod. – Begier und Furcht, die beiden
Vermischten sich im Herzen wunderlich.

Nur Angst und Hoffnung, nichts von Groll und Streiten.
Je mehr der Sand der schlimmen Uhr entwich,
Fühlt' ich's nur süsser, herber mich durchgleiten,
Und von der Welt riss meine Seele sich.

Und harrte wie ein Kind, von Gier erfüllt.
Den Vorhang hassend, der das Wunder hüllt.
Der Vorhang stieg: ein kalter Strahl des Lichts –

Und eisiger Schauder durch das Herz mir kroch:
Kein Wunder kam, tot war ich, – weiter nichts?
Der Vorhang stieg, ich warte immer noch.

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