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Gutenberg > Charles Baudelaire >

Die Blumen des Bösen

Charles Baudelaire: Die Blumen des Bösen - Kapitel 148
Quellenangabe
typepoem
titleDie Blumen des Bösen
authorCharles Baudelaire
translatorTherese Robinson
publisherGeorg Müller Verlag
addressMünchen
year1925
senderreuters@abc.de
created20040730
pfad/baudelai/blumen/book.xml
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Die Liebe und der Schädel

Die Liebe hat zu ihrem Thron
Der Menschheit Haupt erkoren,
Sitzt auf dem Schädel nun voll Hohn
In fröhlich Spiel verloren.

Bläst runde Blasen in die Luft,
Die hoch zu steigen scheinen,
Als wollten sie mit Glanz und Duft
Die Welt dem Äther einen.

Doch schwebt er in die Luft hinaus,
Der Ball aus buntem Schaume,
Zerspringt er, sprüht die Seele aus,
Gleich einem goldnen Traume.

Bei jeder Blase, die entflohn,
Hör' ich den Schädel flehen:
»Dies Spiel voll Grausamkeit und Hohn,
Wird s nie zu Ende gehen ?

Hör, was dein Mund so frevelhaft
Den Lüften preisgegeben,
Das, Mörder, das war meine Kraft,
Mein Hirn, mein Blut, mein Leben.«

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