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Gutenberg > Charles Baudelaire >

Die Blumen des Bösen

Charles Baudelaire: Die Blumen des Bösen - Kapitel 135
Quellenangabe
typepoem
titleDie Blumen des Bösen
authorCharles Baudelaire
translatorTherese Robinson
publisherGeorg Müller Verlag
addressMünchen
year1925
senderreuters@abc.de
created20040730
pfad/baudelai/blumen/book.xml
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Der Wein des Einsamen

Der Kurtisane Blick, der sanft uns streichelt,
Dem weissen Mondstrahl gleich, der rieselnd sinkt
Zum stillen Teich und silbern widerblinkt,
Von lässiger Flut umzittert und umschmeichelt,

Das letzte Geld, das Spielers Hand umschlossen,
Der magren Adeline dreister Kuss,
Des Geigenklangs entnervender Genuss,
In den der Menschheit Qualen sich ergossen,

Für all das gebe ich dich nicht zu Tausch,
Du tiefe Flasche, Balsam mir und Rausch,
Erregter Dichterseele Schutz und Wacht.

Aus dir strömt Jugend uns und Lebensmut
Und Stolz, der Bettler einzig Hab und Gut,
Das sie zu Königen und Göttern macht.

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