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Gutenberg > Charles Baudelaire >

Die Blumen des Bösen

Charles Baudelaire: Die Blumen des Bösen - Kapitel 132
Quellenangabe
typepoem
titleDie Blumen des Bösen
authorCharles Baudelaire
translatorTherese Robinson
publisherGeorg Müller Verlag
addressMünchen
year1925
senderreuters@abc.de
created20040730
pfad/baudelai/blumen/book.xml
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Die Seele des Weins

Des Weines Seele hört' ich also singen:
»Aus meines Kerkers Glas und Siegel soll
Dir, Mensch, Enterbter, heut ein Lied erklingen,
Ein Lied von Licht und Bruderliebe voll.

Ich weiss, wieviel du brauchst an Schweiss und Mühe,
Der Hügel braucht an Glut und Sonnenschein,
Damit ich lebe, meine Seele glühe,
Und undankbar und schlecht will ich nicht sein.

Kein grösser Glück wird mir, als wenn ich labe
Des arbeitsamen Müden Herz und Schlund,
Die warme Brust wird mir zum holden Grabe,
Weit sanfter als des kalten Kellers Grund.

Hörst du der Sonntagslieder frohe Wogen?
Die Hoffnung rauscht und klopft in meinem Schoss.
Die Ärmel hoch, gestützt die Ellenbogen
Wirst du mich preisen und dein eigen Los.

Ich mache deines Weibes Augen heiter,
Geb' deinem Knaben Frische, Mut und Pracht
Und stähle ihn, den jungen Lebensstreiter,
Und bin das Öl, das ihn geschmeidig macht.

In dich werd' ich gesät, wie in die Erde
Der Samen, den ein Gott herniedergiesst,
Damit aus unsrer Liebe Dichtung werde,
Die seltne Blume, die gen Himmel spriesst.

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