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Gutenberg > Charles Baudelaire >

Die Blumen des Bösen

Charles Baudelaire: Die Blumen des Bösen - Kapitel 108
Quellenangabe
typepoem
titleDie Blumen des Bösen
authorCharles Baudelaire
translatorTherese Robinson
publisherGeorg Müller Verlag
addressMünchen
year1925
senderreuters@abc.de
created20040730
pfad/baudelai/blumen/book.xml
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Sammlung

Sei still, mein Schmerz, du musst nun leiser klagen,
Den Abend riefst du, sieh, er kam zu dir,
Hat um die Stadt sein weiches Tuch geschlagen
Und brachte Frieden dort und Kummer hier.

Lass nun die Menge sich bei Festgelagen,
Gepeitscht von ihrem Henkersknecht, der Gier,
Den bittren Ekel und die Scham erjagen,
Gib mir die Hand, mein Schmerz, und komm mit mir.

Fern, fern wir zwei. – Siehst du der Jahre Reigen
Sich im verblichnen Kleid vom Himmel neigen,
Die Reu', die lächelnd in der Tiefe wacht?

Die Sonne stirbt dort unterm Brückenbogen,
Und wie ein Bahrtuch kommt's von Ost gezogen,
Horch! Hörst du ihn, mein Schmerz, den Schritt der Nacht?

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