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Die Beweinte von Wish-Ton-Wish

James Fenimore Cooper: Die Beweinte von Wish-Ton-Wish - Kapitel 7
Quellenangabe
typefiction
booktitleDie Beweinte von Wish-Ton-Wish
authorVon J. F. Cooper
publisherRob. Henrich's Verlagshandlung
addressBerlin
titleDie Beweinte von Wish-Ton-Wish
pages660
created20110829
modified20140825
sendergerd.bouillon@t-online.de
secondcorrectorHerbert Niephaus
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Fünftes Kapitel.

»Bist Du so tapfer? Gut, ich will jetzt mit Dir reden!«        
Coriolan.
   

Axt und Brand waren frühzeitig und wirksam unmittelbar um die Wohnung der Heathcote's herum angewandt worden. Man hatte einen zweifachen Zweck durch Entfernung aller Spuren von Wald aus der Nähe der Wohnungen erreicht; die nothwendigen Verbesserungen wurden mit größerer Leichtigkeit ausgeführt, und, was sehr zu berücksichtigen war, die Verstecke, welche, wie man weiß, der amerikanische Wilde so gerne bei seinen Angriffen aufsucht, wurden auf eine solche Entfernung beschränkt, daß die Gefahr eines Ueberfalls sich dadurch um ein Beträchtliches verminderte.

Begünstigt durch den Vortheil, der durch diese Vorsicht erreicht worden, und unterstützt von der Helle einer Nacht, die fast den Glanz des Tages übertreffen zu wollen schien, hatte Eben Dudley und sein Gefährte auf der Wache ihr Amt leicht und sicher versehen. Ja sie wurden gegen den Morgen so vertrauensvoll und zuversichtlich, besonders wegen 86 der Gefangennehmung des jungen Indianers, daß mehr als einmal ihre Augen, welche ganz anders hätten gebraucht werden sollen, der Schläfrigkeit der späten Stunde und der Gewohnheit nachgaben, oder nur in Zwischenräumen offen waren, so daß sie ungewiß wurden, um wie viel die Zeit vorgerückt sei. Kaum aber naheten die Zeichen des Tages, so suchten die Wächter, ihren Instruktionen gemäß, ihre Betten und schliefen eine oder zwei Stunden tief und furchtlos.

Nachdem der Vater das Morgengebet beendet hatte, theilte Contentius, mitten unter der versammelten Familie, so viel von den Vorgängen der verflossenen Nacht mit, als er nach seinem Urtheil für nöthig erachtete. Seine Umsicht beschränkte seine Erzählung auf die Gefangennehmung des jungen Eingebornen, und auf die Angabe der Art und Weise, wie er Wachen zur Sicherheit der Familie angeordnet hatte. In Hinsicht seines eigenen Ritts in den Wald und über alles dessen, was damit zusammenhing, beobachtete er ein vorsichtiges Schweigen.

Es ist unnöthig, zu erzählen, auf welche Weise diese erstaunenerregende Nachricht aufgenommen wurde. Die kalte zurückhaltende Miene des Puritaners wurde noch gedankenvoller, die jungen Männer sahen ernsthaft doch entschlossen aus, das weibliche Gesinde wurde blaß, schauderte und zischelte hastig untereinander, während die kleine Ruth und ein Mädchen von fast gleichem Alter, Martha mit Namen, sich fest an die Seite der Frau vom Hause hingen, die, da sie schon Alles wußte, sich ein Aussehen der Entschlossenheit gab, die sie keinesweges fühlte.

Das Erste, was die Zuhörer aufzunehmen hatten, nachdem ihre Ohren eifrigst die Kunde eingesogen, die Contentius 87 so kurz mitgetheilt, war eine Erneuerung des geistlichen Ringens nach Segen, von Seiten des Großvaters, in Form eines Gebets. Eine ganz besondere Bitte um Licht bei ihren künftigen Schritten wurde vorgebracht; man flehte um Gnade für alle Menschen, um ein besseres Gemüth für die, welche durch die Wildniß streiften, Opfer ihrer Wuth zu suchen, um die Gaben des Heils für die Heiden, und endlich um Sieg über alle sonstigen fleischlichen Feinde, möchten sie kommen woher und in welcher Gestalt sie wollten.

Durch diese neue Andachtsübung gestärkt, setzte sich nun zunächst der alte Marcus in Kenntniß von allen Zeichen und Beweisen der Herannäherung der Gefahr, und unterwarf die sichtbaren Umstände der Gefangennehmung des jungen Wilden einer strengeren und mehr in's Einzelne gehenden Untersuchung. Contentius empfing einen verdienten und angenehmen Lohn für seine Klugheit in der Billigung eines Mannes, welchen er immer noch mit einer geistigen Unterwerfung und Abhängigkeit verehrte, die wenig von der verschieden und wenig geringer war, als die, womit er in den Tagen seiner Kindheit sich auf seines Vaters Einsichten verlassen und ihnen vertraut hatte.

»Du hast wohl und weise gehandelt,« sagte sein Vater, »aber es bleibt noch mehr für Deine Weisheit und Unerschrockenheit zu thun übrig. Wir haben Nachricht bekommen, daß die Heiden nahe den Plantagen von Providence unruhig werden und ihre Gemüther schlimmen Rathgebern zulenken. Wir dürfen nicht in zu großer Sicherheit uns einschläfern lassen, da nur ein Wald von wenigen Tagereisen zwischen ihren Dörfern und unserer Ansiedelung liegt. Bringe den 88 Gefangenen herbei, ich will ihn über den Gegenstand seines Besuchs befragen.«

Bis jetzt war die Furcht Aller so sehr auf die Feinde gerichtet, welche in der Nähe lauern möchten, daß man wenig Aufmerksamkeit dem Gefangenen im Blockhause schenkte. Contentius, der die unbesiegbare Entschlossenheit und die List der Indianer kannte, hatte sich wohl gehütet, ihn zu befragen, als er ihn gefangen genommen, denn er hielt die Zeit damals für passender zu vorsichtigem Handeln als zu einem Verhör, welches der Charakter des Knaben wahrscheinlich ganz und gar vergeblich gemacht hätte. Jetzt jedoch machte er sich mit einem Interesse, das sich noch zu erhöhen begann, als die Umstände seine Neugierde weniger unzeitig erscheinen ließen, auf, seinen Gefangenen zu holen, um ihn vor das forschende Gericht der väterlichen Herrschaft zu bringen.

Der Schlüssel der unteren Thür des Blockhauses hing, wo er aufbewahrt worden, die Leiter wurde wieder angelegt und Contentius stieg ruhig in das Gemach hinauf, wo er seinen Gefangenen hingebracht hatte. Das Zimmer war das erste der drei im Gebäude enthaltenen, und die sich alle über dem Theil befanden, den man das Grundgeschoß hätte nennen können. Dieser sechseckige Raum war unerleuchtet, da er außer der Thüre keine weitere Oeffnung hatte, und größtentheils mit Gegenständen angefüllt, welche bei einem etwaigen Allarm oder Angriff unentbehrlich sein mochten, und die zu gleicher Zeit auch häufig zu häuslichen Bedürfnissen nöthig wurden. Im Mittelpunkte dieses Raumes befand sich ein tiefer Brunnen, der so durch eine steinerne Mauer zugerichtet und geschützt worden, daß man daraus das Wasser in die oberen Zimmer hinaufziehen konnte. Die Thüre selbst bestand 89 aus massivem, behauenem Holze. Die viereckigen Balken der oberen Eingangs-Etagen ragten etwas über die Steinmauern des Grundbaues hervor; die zweite Balkenreihe enthielt einige Löcher, aus denen man Wurfwaffen auf alle Angreifenden hinabschleudern konnte, wenn sie sich etwa näher wagten, als mit der Sicherheit des Gebäudes verträglich schien. Wie schon erwähnt, waren die beiden Hauptstockwerke mit langen, engen Einschnitten in dem Holze versehen, welche den doppelten Zweck von Fenstern und Schießlöchern versahen. Obgleich die Zimmer so augenscheinlich nur zur Vertheidigung eingerichtet waren, paßte doch der einfache Hausrath, den sie enthielten, zu den Bedürfnissen der Familie, wenn sie sich genöthigt sehen sollte, in diesem Gebäude eine Zuflucht zu suchen. Es befand sich auch ein Gemach, oder eine Casematte, wie schon erwähnt, unter dem Dache, aber sie gehörte kaum zu den wichtigeren Zwecken des Blockhauses. Dennoch hatte man den Vortheil, den ihr ihre Höhe gab, nicht übersehen. Eine kleine Kanone, von einer einst sehr bekannten und gewöhnlichen Art, die man Feldschlangen nannte, war an dieser Stelle aufgepflanzt worden, und es hatte eine Zeit gegeben, wo man sie mit Recht als etwas von der höchsten Wichtigkeit für die Sicherheit der Bewohner des Gebäudes angesehen. Lange Jahre hindurch war ihre Mündung von allen herumstreichenden Eingebornen, welche das Thal besuchten, angestaunt worden, wie sie drohend durch eine jener Oeffnungen hindurchschaute, welche jetzt in gläserne, funkelnde Fenster umgewandelt worden, und man hatte Ursache zu glauben, daß der Ruhm, welchen das kleine Stück Geschütz auf diese Weise stillschweigend erlangte, einen mächtigen Einfluß auf den so lange ungestört erhaltenen Frieden des Thals ausübte.

90 Das Wort »ungestört« sagt vielleicht zu viel; denn in der That hatte mehr als ein Allarm stattgefunden, obgleich keine eigentlichen Gewaltthaten je innerhalb der Grenzen begangen worden, welche der Puritaner als sein Eigenthum in Anspruch nahm. Bei einer Gelegenheit nur kam es so weit, daß der bejahrte Krieger sich genöthigt sah, seine Stellung in dieser kriegerischen Casematte zu nehmen, wo ohne Zweifel, hätten es die Umstände ihre Benutzung ferner nöthig gemacht, er seine Kenntnisse in der Geschützkunst auf angemessene Weise bekundet haben würde. Aber die einfache Geschichte von Wish-Ton-Wish lieferte einen Beweis mehr für jene politische Wahrheit, die wir unsern Landsleuten nicht oft genug wiederholen können; nämlich, daß stets auf Krieg vorbereitet sein, das beste Erhaltungsmittel des Friedens ist. Im vorliegenden Falle bewirkte die feindliche Stellung, welche der alte Marcus und seine Arbeiter angenommen, alle nur zu wünschende Ruhe, ohne zum Aeußersten, zum Blutvergießen, schreiten zu müssen. Dergleichen unblutige Siege waren weit mehr im Einklange, als sie es mit dem unruhigen Geiste, der ihn in seiner Jugend beherrscht hatte, gewesen sein mochten. Dem liebenswürdigen, schwärmenden Geiste der Zeiten gemäß, hatte er den Ort ihrer Zuflucht und Sicherheit zugleich zu dem Familiengebetzimmer gemacht, und von jenem Augenblicke an wurde dies Gemach ein Lieblingsaufenthalt für den alten Soldaten, wohin er sich gern zurückzog. Er stieg oft hier hinauf, selbst in den Stunden tiefer Nacht, um sich jenen geheimen geistlichen Uebungen hinzugeben, welche den Haupttrost, und, dem Anschein nach, auch die Hauptbeschäftigung seines Lebens waren. In Folge dieser Gewohnheit wurde die Casematte des Blockhauses allmälig als dem 91 ausschließlichen Gebrauche des Herrn des Thales geweiht angesehen. Die Sorgfalt, der Erfindungsgeist des Contentius, hatte es allmälig mit vielen Bequemlichkeiten versehen, welche zu der persönlichen Gemächlichkeit seines Vaters hätten beitragen können, während sein Geist in diesen Seelenkämpfen begriffen war. Am Ende war es Keinem in der Familie ein Geheimniß mehr, daß der Greis von der Matratze, welche unter andern Gegenständen das Gemach jetzt enthielt, oft Gebrauch machte, und daß er die Zeit von Sonnenuntergang bis zu Sonnenaufgang dort in der Einsamkeit verlebte. Die ursprünglich für die Wirksamkeit der Feldschlange eingeschnittene Oeffnung war mit Glas versehen worden, und kein Stück der Bequemlichkeit, welches man einstens der schwierigen Leiter, die in das Zimmer führte, hinaufgebracht hatte, sah man je wieder herunterbringen. In der strengen Heiligkeit des alten Marcus Heathcote, war etwas mit den Uebungen eines Eremiten sehr Uebereinstimmendes. Die jungen Leute, die sich auf dem Gute befanden, betrachteten stets seine ungebeugte Stirn und den ungetrübten Ernst seines Auges, das sie beschattete, mit einer Ehrerbietung, die nahe an Ehrfurcht grenzte. Wäre das lautere Wohlwollen seines Charakters weniger erprobt und allgemein anerkannt gewesen, oder hätte er sich erst in einer späteren Periode in das Getümmel des thätigen Lebens gemischt, es hätte leicht geschehen mögen, daß sein Schicksal die Verfolgungen getheilt, welche seine Landsleute über die häuften, von denen man glaubte, sie hätten an Einflüssen und Hülfsleistungen Theil, die zu erhalten man für gottlos hielt. Bei gewöhnlichen Umständen jedoch ging dies Gefühl nicht weiter, als bis zu einer tiefen, allgemeinen Ehrerbietung, welche den Gegenstand ihrer Verehrung und 92 das vernachlässigte kleine Stück Geschütz ruhig dem Gemache überließ, in welches sich einzudrängen fast als eine Handlung angesehen worden wäre, die nahe an Tempelverletzung grenzte.

Contentius' Geschäft bei der Gelegenheit, die ihn zu seinem jetzigen Besuch des Gebäudes veranlaßte, dessen Geschichte und Beschreibung wir für gut befunden, dem Leser in einiger Länge und Ausführlichkeit zu geben, – dies Geschäft führte ihn nicht weiter als zu dem untersten der befestigten Gemächer desselben. Als er die Fallthüre in die Höhe hob, da überfiel ihn zum ersten Mal ein beunruhigendes Gefühl des Zweifels über die Angemessenheit seines Benehmens gegen den Jüngling, den er so lange ungetröstet durch Worte der Güte oder durch Thaten der Liebe gelassen hatte. Aber bald konnte er sich darüber zufrieden geben, er bemerkte, daß er Einen bemitleidete, dessen Seele noch viel größeren Beschwerden gewachsen war.

Der junge Indianer stand vor einer der Schießscharten und blickte auf jenen fernen Wald hin, wo er noch kürzlich frei herumgestrichen; er blickte zu fest und sinnend hin, um sich selbst durch die von der Gegenwart seines Gefangenwärters veranlaßte Unterbrechung von dem Gegenstand seines Schauens abwenden zu lassen.

»Komm aus Deinem Gefängniß, Knabe,« sagte Contentius in den Tönen der Milde, »was immer Deine Absicht gewesen sein mag, als Du um diese Wohnung herumspähtest, Du bist ein menschliches Wesen und mußt menschliche Bedürfnisse kennen; komm heraus und nimm Speise zu Dir. Niemand wird Dich hier kränken, noch ein Leids zufügen.«

Die Sprache des Mitgefühls ist allgemein verständlich. Obgleich die Worte des Sprechenden offenbar dem 93 unverständlich waren, für dessen Ohren sie bestimmt worden, wurde ihm doch ihr Sinn durch die Güte des Tons einleuchtend. Die Augen des Jünglings wandten sich langsam von dem Anblick der Wälder ab, und hefteten sich lange und fest auf das Antlitz seines Gefangenwärters oder vielmehr Gefangennehmers. Contentius bemerkte in der That jetzt erst, daß er in einer Sprache gesprochen, die seinem Gefangenen unbekannt war, und er bemühte sich, durch Mienen voll Güte den Jüngling einzuladen, ihm zu folgen. Dieser gehorchte schweigend und ruhig. Als sie jedoch den Hof erreichten, siegte die Klugheit eines an der Grenze ansässigen Eigenthümers gewissermaßen über die Gefühle des Mitleids und der Theilnahme.

»Bringe jenes Seil dort her,« sagte er zu Whittal Ring, der in diesem Augenblick nach dem Stalle gehen wollte; »hier ist Einer, so wild als das ungezähmteste Deiner Füllen. Der Mensch ist von unserem Geschlecht und unserem Wesen, mag es auch der Vorsehung gefallen haben, mit welcher Farbe ihn zu zeichnen, allein wer einen jungen Wilden unter seiner Aufsicht am Morgen hat, mag ein scharfes Auge auf seine Bewegungen den Tag über haben.«

Der Jüngling gab sich ruhig hin, so lange nur um einen seiner Arme eine Schleife mit dem Strick gemacht worden, als nun aber Contentius gern auch den andern Arm in denselben Zustand der Unbeweglichkeit bringen, und so sein Werk vollenden wollte, da wand sich der Bursche aus seinen Händen los und warf mit Verachtung die Fesseln von sich. Dieser Handlung entschiedenen Widerstandes folgte indeß kein Versuch zu entfliehen. Sobald seine Person von einer Beschränkung frei geworden, die er wahrscheinlich als Mißtrauen in seine Fähigkeit auslegte, Schmerz mit der Standhaftigkeit 94 eines Kriegers zu erdulden, kehrte der Jüngling ruhig und stolz zu seinem Wächter zurück und schien mit einem Auge, worin Verachtung und Trotz gleichmäßig glühten, die ganze Fülle seines Grimmes herauszufordern.

»Mag es denn so sein,« begann der gleichmüthige Contentius wieder; »wenn Dir die Bande nicht gefallen, welche bei allem Stolze des Menschen oft seinem Leibe heilsam sind, so behalte denn den Gebrauch Deiner Glieder, aber sieh' zu, daß sie kein Unheil anrichten. Whittal, habe Acht auf die Pforte, und erinnere Dich, daß es verboten ist, in's Feld sich zu wagen, bevor mein Vater diesen Heiden in's Verhör genommen. Das Junge wird selten weit von der List des alten Bären angetroffen.«

Er gab dann dem jungen Manne einen Wink, ihm zu folgen, und richtete seine Schritte nach dem Zimmer, wo sein Vater, umgeben vom größten Theil seiner Familie, ihr Kommen erwartete. Rückhaltslose, häusliche Zucht war einer der auffallendsten Züge in dem Familienregiment des Puritaners. Früh schon ward Allen jene Herbe der Sitten eingeschärft, welche als ein Bewußtsein des gefallenen Zustandes des Menschen und seiner Prüfungszeit hienieden galt; denn unter einem Volke, welches alle Fröhlichkeit für sündlichen Leichtsinn hielt, mußte die Uebung der Selbstbeherrschung bald als die Grundlage aller Tugend angesehen werden. Aber welches auch immer das besondere Verdienst des Marcus Heathcote und seines Hauses in dieser Beziehung war, es wurde wohl von der Darlegung derselben Eigenschaft von Seiten des Jünglings übertroffen, der auf so seltsame Weise ihr Gefangener geworden.

Es ist schon erwähnt worden, daß dieser Sohn der 95 Wälder ungefähr fünfzehn Jahre alt sein mochte. Aufgeschossen gleich einer kräftigen treibenden Pflanze, und frei wie ein der Sonne entgegenstrebender Sprößling in seinen heimathlichen Wäldern, hatte er doch noch nicht die Höhe des Mannes erreicht. An Größe, Gestalt und Geberde war er ein Muster der kräftigen, natürlichen, reizenden Jugend. Aber während seine Glieder so schön in ihren Verhältnissen waren, schienen sie doch kaum nervig, aber jede Bewegung zeigte eine Freiheit und Leichtigkeit, welche die Anmuth der Jugend ohne das geringste Merkmal von jener Zurückhaltung ankündigten, die in unser Aeußeres sich einschleichen, wenn die erkünstelten Gefühle des spätern Lebens ihren Einfluß zu üben beginnen. Der glatte, gerundete Stamm der Bergesche ist nicht schlanker und freier von Makel, als die Gestalt des Jünglings war, der jetzt in den neugierigen Kreis eintrat, welcher sich bei seinem Eintritt öffnete, und dann sich wieder schloß, um einen Fluchtversuch zu verhindern. Er trat mit der Festigkeit eines Mannes ein, der erschien, Recht zu sprechen, statt es zu empfangen.

»Ich will ihn befragen,« sagte der alte Marcus Heathcote, aufmerksam das scharfe, feste Auge betrachtend, das seinem langen, ernsten Blick eben so standhaft begegnete, als ein weniger vernünftiges Geschöpf der Wälder den Anblick eines Menschen erwidern würde. »Ich will ihn befragen, und vielleicht wird Furcht seinen Lippen ein Bekennen des Uebels entreißen, das er und die Seinigen gegen mich und mein Haus im Sinne führen.«

»Ich glaube, unsere Sprachweise ist ihm unbekannt,« entgegnete Contentius; »denn weder Worte der Güte noch des 96 Zorns können ihn zu einer Veränderung seiner Gesichtszüge zwingen.«

»Es ist alsdann passend, daß wir mit einer Bitte an Den beginnen, damit er, der das Geheimniß besitzt, alle Herzen zu öffnen, unser Beistand sei.«

Der Puritaner erhob darauf seine Stimme in einer kurzen und ganz außerordentlich besonderen Bitte, worin er den Lenker und Regierer des Weltalls anflehte, seine Worte in dem nun folgenden Verhör auf eine Weise zu erklären und ihren Sinn deutlich zu machen, welche, wäre sein Verlangen erhört worden, nicht wenig nach Zeichen und Wundern geschmeckt haben würde. Nach dieser Vorkehrung schritt er ohne Weiteres an's Werk. Aber weder Fragen, Zeichen noch Gebet brachten auch nur die geringste sichtbare Wirkung hervor. Der Jüngling stierte das strenge, ernste Antlitz seines Richters an, so lange die Worte seinen Lippen entströmten, kaum aber hörten diese auf, so rollte sein forschendes und schnelles Auge über die verschiedenen neugierigen, ihn einschließenden Gesichter hin, als hoffe er mehr durch den Sinn des Gesichts als des Gehörs eine Aufklärung über sein künftiges Schicksal zu erhalten, über dessen Entscheidung er natürlicherweise etwas zu erfahren wünschte. Man überzeugte sich von der Unmöglichkeit, eine Geberde oder einen Laut von ihm zu erhalten, die entweder den Zweck seines in Frage stehenden Erscheinens, seinen eignen Namen oder den Namen des Stammes verrathen hätten.

»Ich bin schon unter den Rothhäuten der Plantagen von Providence gewesen,« wagte Eben Dudley endlich zu bemerken; »und ihre Sprache, obgleich nur ein wirres, unvernünftiges Kauderwelsch, ist mir nicht unbekannt. Mit 97 Erlaubniß aller hier Gegenwärtigen,« fuhr er fort und betrachtete den Puritaner auf eine Weise, welche verrieth, daß diese allgemeine Benennung ihn eigentlich allein meinte, »mit Erlaubniß aller Gegenwärtigen, will ich dem Knaben so die Fragen vorlegen, wie er sie gerne beantworten wird.«

Nachdem er einen beifälligen Blick erhalten hatte, stieß der Grenzmann einige ungeschlachte Kehltöne aus, von welchen, ob sie gleich ganz und gar ihre Wirkung verfehlten, er dennoch standhaft behauptete, es seien dies die gewöhnlichen Ausdrücke und Formeln des Grüßens unter dem Volk, zu welchem, wie er voraussetzte, der Gefangene gehörte.

»Ich weiß gewiß. daß es ein Narragansett ist,« fuhr Eben fort und erröthete aus Aerger über seinen geringen Erfolg; zu gleicher Zeit warf er einen Blick von nicht besonderer Liebe und Freundschaft auf den Jüngling, welcher so handgreiflich seine Ansprüche auf Kenntniß der indianischen Sprache zurückgewiesen hatte; »Ihr seht, Muscheln von der Seeküste sind in die Besetzung seiner Mokasins eingewirkt, und außer diesem Zeichen, welches sicher und nie trügend ist, so gewiß, als daß die Nacht ihre Sterne hat, – außer diesem Zeichen trägt er auch die Züge eines Häuptlings, welcher auf den Wunsch von uns Christen von den Pequods nach einer Schlacht getödtet ward, in der ich selbst, mag es nun recht oder unrecht gewesen sein, in etwas mitwirkte.«

»Und wie nennt Ihr jenen Häuptling?« fragte Marcus.

»Ei, er hatte verschiedene Namen, je nach dem Geschäft, auf das er eben ausging. Einige kannten ihn als den »springenden Panther«, denn er war ein Mann von ganz ungewöhnlicher Federkraft in den Beinen; und wieder Andere pflegten ihn »Pepperage« zu nennen, weil das Gerücht ging, 98 weder Kugel noch Schwert könnten in seinen Körper eindringen, was jedoch ein Irrthum war, wie dies sein Tod vollständig gezeigt hat. Aber sein eigentlicher Name nach den Gebräuchen und den Lauten unter seinem eigenen Volke war My Anthony Mow.«

»My Anthony Mow!«

»Jawohl; My bedeutet, daß er ihr Häuptling war; Anthony, war der ihm gegebene Name, und Mow ist die Bezeichnung des Geschlechts, aus dem er abstammte,« fügte Eben mit Selbstvertrauen hinzu, erfreut, daß er endlich einen hinlänglich wohltönenden Namen und eine vollkommen einleuchtende Ableitung desselben aufgefunden. Aber alle Kritik wurde von ihrem Ziele durch Bewegungen des Gefangenen abgelenkt, als diese bedeutungsvollen Töne sein Ohr erreichten. Ruth wich zurück und drückte ihre kleine Namensverwandte fester an sich, als sie den blendenden Glanz seiner glühenden Augen und die plötzliche, bezeichnende Erweiterung seiner Nasenlöcher gewahrte. Einen Augenblick waren seine Lippen mit mehr als der gewöhnlichen Kraft des indianischen Ernstes zusammengedrückt und dann trennten sie sich langsam. Ein leiser, sanfter und wie selbst die erschreckte Hausfrau einzugestehen gezwungen war, ein kläglicher Ton entfuhr ihnen, als er trauernd wiederholte –

»Miantonimoh!«

Dies Wort wurde deutlich, mit tiefer Kehlbetonung, ausgesprochen.

»Das Kind trauert um seinen Vater!« rief die gefühlvolle Mutter. »Die Hand, die den Krieger erschlug, mag damit eine böse That begangen haben!«

»Ich sehe den augenscheinlichen und vorherbestimmenden 99 Willen einer weisen Vorsehung darin,« sagte Marcus Heathcote feierlich. »Der Jüngling hat den verloren, der ihn noch tiefer in die Banden des Heidenthums hätte verstricken mögen, und hierher ist er geführt worden, um auf den geraden und engen Pfad gebracht zu werden. Er soll unter den Meinigen wohnen, und wir wollen ringen gegen das Böse seiner Seele, bis Belehrung die Oberhand gewinnt. Er soll genährt und gepflegt werden, sowohl mit den Dingen des Lebens, als denen dieser Welt, denn wer weiß, was für ihn noch aufbewahrt ist.«

Wenn in dieser Ansicht des alten Puritaners mehr Glauben als vernünftige Berechnung sich zeigte, so fanden sich doch keine äußeren Beweise vor, um dieselbe zu widerlegen. Während man in der Wohnung das Verhör des Knaben vornahm, hatte eine genaue Untersuchung in den Außengebäuden und nahegelegenen Feldern stattgefunden. Die in diesem Geschäft Begriffenen kehrten jedoch bald mit der Anzeige zurück, daß nicht die geringste Spur eines Hinterhalts um ihre Ansiedelung herum ersichtlich sei, und da der Gefangene selbst keine feindlichen Waffen besaß, so begann selbst Ruth zu hoffen, die geheimnißvollen Ansichten und Vermuthungen ihres Vaters über diesen Gegenstand seien nicht ganz täuschend. Der Gefangene bekam nun Speise und Trank und der alte Marcus war eben im Begriff den gehörigen Anfang mit dem Geschäfte, das er so freudig übernommen, durch ein Gebet und Dankopfer zu machen, als Whittal Ring lärmend in's Zimmer hereinstürzte und die Feierlichkeit seiner Vorkehrungen durch ein plötzliches Geschrei störte.

»Weg mit der Sense und der Sichel,« schrie der Schwachkopf; »es ist schon lange her, seit die Felder von 100 Wish-Ton-Wish von Reitern in Büffeljacken niedergetreten oder schleichenden Wampanoags umstellt und erforscht worden sind.«

»So ist doch Gefahr vorhanden!« rief die leicht aufgeregte Ruth. »Mann, die Warnung kam noch zur rechten Zeit.«

»Da kommen freilich einige Reiter aus dem Walde, und nähern sich der Wohnung; aber da sie dem Anschein nach Leute unseres Geschlechts und Glaubens sind, müssen wir uns mehr freuen als entsetzen. Sie sehen aus wie Boten von der Flußgegend.«

Marcus Heathcote hörte mit Erstaunen und vielleicht mit einer unglaublichen Unruhe zu, aber alle Bewegung hörte auch in demselben Momente wieder auf, denn ein Mann, der sein Gemüth so zu beherrschen und zu lenken verstand, erlaubte selten eine äußerliche Darlegung seiner Gedanken. Der Puritaner gab ruhig den Befehl, den Gefangenen in das Blockhaus zurückzubringen, und wies das obere von den zwei Hauptstockwerken zu seiner Haft an; alsdann bereitete er sich vor, Gäste zu empfangen, die selten die Ruhe seines abgeschiedenen Thales zu stören pflegten. Er war noch damit begriffen, die nöthigen Anordnungen deswegen zu erlassen, als das Stampfen der Pferde schon im Hofe gehört ward, und er an die Thüre gerufen wurde, seinen unbekannten Besuch zu begrüßen.

»Wir haben doch Wish-Ton-Wish und die Wohnung des Capitains Marcus Heathcote erreicht,« sagte Einer, der seinem Aeußern und bessern Anzuge nach der Vornehmste unter den Vieren zu sein schien, welche den Trupp bildeten.

101 »Durch die Gnade der Vorsehung nenne ich mich den unwürdigen Besitzer dieses Zufluchtsortes.«

»Dann wird ein so treuer Unterthan und ein Mann, der seine Anhänglichkeit so lange in dieser Wildniß bewiesen hat, die Diener seines gesalbten Herrn nicht von der Thüre weisen.«

»Es gibt Einen, größer als Alle auf der Erde, der uns gelehrt hat, die Thüre nicht zu verschließen. Ich bitte Euch, abzusteigen, und an dem Theil zu nehmen, was wir zu bieten vermögen.«

Nach dieser höflichen, aber seltsamen Erklärung saßen die Reiter ab, und traten, ihre Pferde der Obhut der Leute vom Meierhof überlassend, in die Wohnung ein.

Während Ruth's Dienstmägde ein der Stunde und dem Stande der Gäste angemessenes Mahl bereiteten, hatte Marcus und sein Sohn hinlängliche Gelegenheit, über das Aeußere der Fremden ihre Beobachtungen anzustellen. Es waren Leute, die in ihren Zügen etwas ganz besonders Angemessenes und Uebereinstimmendes mit dem Charakter ihrer Wirthe trugen, da sie in der That so ganz seltsam still und ernst in ihrem Benehmen waren, daß man fast hätte vermuthen mögen, sie seien neubekehrte Eiferer der kasteienden Gebräuche und Gewohnheiten der Colonie. Aber ungeachtet ihrer außerordentlichen Ernsthaftigkeit und auch den Sitten jener Gegenden zuwider, hatten sie etwas an sich, was verrieth, daß sie an die Moden und Bedürfnisse der andern Halbkugel gewöhnt seien. Die an ihre Sattelbügel angebrachten Pistolen und andere Ausrüstungen von kriegerischem Anblick und Gebrauch würden vielleicht weiter keine Aufmerksamkeit erregt haben, wenn nicht ihre Kleider, Hüte und Stiefel einen Schnitt 102 gehabt hätten, welcher auf einen lebendigen Verkehr mit dem Mutterlande hindeutete, als unter den weniger spitzfindigen Eingebornen dieser Districte gewöhnlich war. Keiner durchzog die Wälder ohne die Mittel zur Vertheidigung; aber auf der andern Seite trugen auch nur Wenige die feindlichen Geräthschaften mit soviel von dem weltlichen Aeußern und mit so manchen kleineren Einzelnheiten einer ganz neu aufgekommenen Laune in der Mode. Da sie sich jedoch als Diener des Königs angekündigt hatten, warteten Die, welche nothwendiger Weise hauptsächlich bei dem Gegenstand ihres Besuches betheiligt sein mußten, geduldig ab, bis es den Fremden selbst gefallen würde, ihnen mitzutheilen, welche Pflicht sie so weit von all den gewöhnlichen Wohnungen der Menschen weg zu ihnen geführt hätte; denn gleich den Ureigenthümern des Landes schienen auch die selbstbeherrschten Religionsverwandten eine zudringliche Hast in allen Dingen unter die unmännlicheren Schwachheiten zu zählen. Während der ersten halben Stunde ihres Besuches entfuhr den wohlbewachten Lippen der Leute, die offenbar zu ihrem jetzigen Zweck sehr geeignet waren, auch nicht das Geringste, was zu einer Spur ihres Vorhabens und ihrer Absichten hätte führen mögen. Das Morgenmahl ging fast ohne alles Gespräch vorüber, und Einer aus dem Trupp war schon mit dem ausgesprochenen Vorsatz aufgestanden, nach ihren Pferden zu sehen, ehe Der, welcher der Anführer zu sein schien, das Gespräch auf einen Gegenstand leitete, der durch seine politische Farbe in gewisser Hinsicht so angesehen werden mochte, als habe er einen entfernten Zusammenhang mit dem Hauptgegenstand ihrer Reise in dieses abgeschlossene Thal.

»Hat die Kunde von dem gnädigen Geschenke, das kürzlich 103 aus dem gütevollen Gemüthe des Königs geflossen, diese ferne Ansiedelung erreicht?« fragte die Hauptperson, ein Mann, der ein weit weniger kriegerisches Aeußere, als ein junger Gefährte hatte, der durch seine vertrauende Miene der Zweite an Rang und Ansehen schien.

»Auf welches Geschenk haben Deine Worte Bezug?« fragte der Puritaner und warf einen Blick auf seinen Sohn und seine Schwiegertochter, sowie auf die übrigen Umstehenden, als wolle er sie dadurch ermahnen, vorsichtig zu sein.

»Ich spreche von dem königlichen Freibrief, durch welchen die Bewohner der Ufer des Connecticut und die der Colonie von New-Haven sich in Zukunft unter einer Regierung vereinen und Gewissensfreiheit, so wie ihre eigenen Statuten ausüben dürfen.«

»Ein solches Geschenk wäre eines Königs würdig. Hat Karl dies gethan?«

»Das hat er und noch weit mehr, was einem gütigen königlichen Herzen wohl ansteht. Das Reich ist endlich befreit von den Mißbräuchen der Gewalträuber, und die Macht ruht jetzt in den Händen eines Geschlechts, das längst die Vorrechte derselben besaß.«

»Es ist zu wünschen, daß die Uebung sie erfahren und weise in ihrem Gebrauche machen,« entgegnete Marcus etwas kurz.

»Es ist ein lustiger Fürst, ein Mann, der nur wenig dem Studium und den Uebungen seines Vaters, des Märtyrers, ergeben; dagegen besitzt er große Unterhaltungsgaben und nur Wenige um seine gefürchtete Person haben schärferen Witz oder eine geläufigere Zunge.«

Marcus beugte sein Haupt in Schweigen, und schien 104 wenig geneigt, die Verhandlungen über seines weltlichen Herrn Eigenschaften zu einem Schlusse zu treiben, der vielleicht einem so ergebenen Bewunderer beleidigend vorkommen möchte. Jemand, der zu Argwohn hingeneigt hätte, würde gewisse zweideutige Blicke von Seiten des Fremden, welcher diese verstohlen umherwarf, bemerkt oder zu bemerken geglaubt haben, während er so die lebendigen Eigenschaften des wiedereingesetzten Monarchen herausstrich, – Blicke, die vielleicht ein Verlangen verrathen hätten, zu entdecken, in wie weit die Lobeserhebungen seinem Wirthe angenehm sein möchten. Er gab jedoch den Wünschen des Puritaners nach, obgleich es dahingestellt bleiben muß, ob er dieselben errathen hatte, oder unwillkührlich einwilligte, von etwas Anderem zu sprechen.

»Durch Deine Gegenwart wird es wahrscheinlich, daß Nachrichten von Hause die Colonieen erreicht haben,« sagte Contentius, welcher an dem ernsten, rückhaltenden Ausdruck der Mienen seines Vaters bemerkte, daß für ihn eine passende Zeit gekommen, sich in das Gespräch einzumischen.

»Es ist Jemand vor einem Monat auf einer königlichen Fregatte in der Bai angelangt, aber noch kein Handelsschiff hat den Weg zwischen den beiden Ländern gemacht, das Fahrzeug ausgenommen, welches die jährliche Reise von Bristol nach Boston zurücklegt.«

»Und Der, welcher angelangt ist, kommt er in Auftrag der Regierung?« fragte Marcus, »oder ist er nur ein neuer Diener des Herrn, der seine Hütte in der Wüste aufzuschlagen gedenkt?«

»Du sollst die Art seines Auftrages erfahren,« entgegnete der Fremde, und warf einen Blick boshaften Einverständnisses 105 von der Seite auf seine Gefährten, während er zu gleicher Zeit sich erhob und seinem Wirth eine Bevollmächtigung einhändigte, welche offenbar das Staatssiegel an sich trug.

»Man erwartet, daß dem Ueberbringer dieser Vollmacht alle Unterstützung von einem Unterthan geleistet werden wird, dessen Anhänglichkeit so erprobt ist, wie die des Capitains Marcus Heathcote.« 106

 

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