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Die Bescholtenen

Eugen Hermann von Dedenroth: Die Bescholtenen - Kapitel 8
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typefiction
authorEugen Hermann von Dedenroth
titleDie Bescholtenen
publisherBibliothek der Unterhaltung und des Wissens
year1880
firstpub1880
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7.

Wie schon erwähnt, hatte Eduard v. Trotten, als er sich in O. niederließ, dort leider einen Collegen vorgefunden, der nicht nur als älterer Arzt sein natürlicher Rival war, sondern auch zu jenen alten Aerzten gehörte, welche sich um die Fortschritte der Wissenschaft nicht bekümmern und die neuen Methoden und Mittel, die sie nicht kennen, verdammen.

Er hatte ferner das Unglück gehabt, daß er in den wenigen Fällen, wo man bei ernster Gefahr seine Hilfe suchte, ihn zu spät rief, so daß er den Kranken nicht mehr retten konnte. Es hatte seinem Rufe geschadet, daß man ihn nach Schloß Wildenfels beschieden, denn dem ersten Rufe folgte kein zweiter und man glaubte natürlich, daß Geheimrath Evers aus Breslau die Gräfin gerettet hätte, wenn Trotten dort nicht Alles verdorben.

Es hatte sich aber auch auf unerklärliche Weise, und ohne daß Eduard eine Ahnung davon hatte, in O. und Umgegend das Gerücht, er trachte eine Geldheirath zu schließen, in einer seinen Charakter kompromittirenden Weise verbreitet, denn man erzählte, daß er die harmlose Unerfahrenheit eines kaum erwachsenen jungen Mädchens in G. benutzt, sich heimlich mit ihr zu verloben, in der Hoffnung, die Eltern würden lieber Ja sagen, als ihr Kind kompromittirt sehen.

Die Lage Eduard's ward mit jedem Tage verzweifelter. Das geringe Erbtheil, das ihm sein Vater hinterlassen, war trotz äußerster Sparsamkeit aufgezehrt, was er durch seine Praxis einnahm, kaum erwähnenswerth. Das Schlimmste war, daß, wenn er einmal wirklich zu einem Kranken gerufen wurde, der bemittelt war, man ihm gewöhnlich sehr bald für seinen Dienst dankte und selbst wo er glückliche Erfolge erzielt, man ihn nicht als Hausarzt engagirte. Es konnte ihm unheimlich zu Muthe werden, wenn er sah, daß trotz aller Mühe, die er sich gab, er selbst da, wo er Kranke gerettet, nicht festen Fuß als Arzt im Hause fassen konnte, daß man bei nächster Gelegenheit einen anderen Arzt rief. Die Noth zwang ihn, eine Behandlung zu erdulden, die sonst jeder andere Arzt grundsätzlich zurückweist: er folgte dem Rufe von Patienten, welche er früher behandelt, die alsdann einen anderen Arzt genommen und heute nur deshalb zu ihm schickten, weil kein anderer Arzt zu Hause zu treffen war. Ein solcher Fall lag auch in dem Augenblicke vor, wo Kleber in O. erschien, Eduard zu rufen. Trotten war vor etwa drei Monaten nach dem Gute eines Barons v. Storchfeld geholt worden, der Sohn des Barons war vom Pferde gestürzt und hatte sich das Bein gebrochen. Der Bote des Barons hatte weder Globig noch Balz zu Hause getroffen. Beide waren über Land gefahren, er rief daher Trotten, denn er sollte nicht ohne einen Arzt zurückkehren.

Eduard legte dem Knaben den nöthigen Verband an, am anderen Tage ging er zu Fuß nach dem nur eine Meile entfernten Gute, man empfing ihn mit sichtbarer Verlegenheit und als er sich seinem Patienten näherte, bemerkte er sogleich, daß ein anderer Arzt den Verband erneuert hatte, aber in sehr wenig geschickter Weise. Der Baron entschuldigte sich, daß er Trotten nicht abgeschrieben habe, Globig sei gekommen, derselbe wäre sein Hausarzt, genug, er sagte Eduard mit anderen Worten, daß er überflüssig sei. »Ich ziehe mich natürlich zurück,« versetzte Eduard, »aber um Eines bitte ich. Sollte, wie ich befürchte, das Bein des Knaben nicht regelrecht heilen, schief oder gar steif werden, so legen Sie das nicht mir zur Last. Dieser Verband ist schlecht.«

Der Baron lächelte eigenthümlich und sagte, daß Trotten natürlich nichts zu verantworten habe.

Eduard erfuhr nachher bald, daß Globig niemals der Hausarzt der Familie gewesen, aber hinausgefahren sei, als er gehört, daß man ihn verfehlt und Eduard gerufen habe. Er hatte den Verband Eduard's hart getadelt, aber ihn so mangelhaft verbessert, daß eine Entzündung eintrat und nur die Hilfe eines aus Breslau gerufenen Chirurgen den Knaben vor dem Verlust des Beines rettete. Herr von Storchfeld nahm darauf an Stelle Globig's Balz als Arzt an, er wollte also von Eduard nichts wissen, obwohl dieser ihm vorher gesagt, daß Globig's Verband nichts tauge.

Heute kam wieder ein Bote vom Baron v. Storchfeld zu Trotten und sagte, es sei rasche Hilfe nöthig, der Knabe sei gefallen und habe sich das kaum wieder hergestellte Bein wahrscheinlich abermals gebrochen.

Jeder andere Arzt hätte nach der Behandlung, welche Eduard erfahren, geantwortet, Herr v. Storchfeld möge sich an seinen Hausarzt wenden, oder erklärt, er komme nur unter der Bedingung, daß man ihm auch die ganze Kur übergebe, besonders, da der Bote sagte, er wäre soeben beim Doktor Balz gewesen, derselbe aber sei nach *** gerufen.

Die bittere Noth zwang Eduard, dem Rufe des Barons auf die Gefahr hin zu folgen, daß er sich neuer Demüthigung aussetze, der Tag, wo er seine Miethe für seine Wohnung bezahlen sollte, war schon lange vorüber und er hatte kein Geld dazu, die Schuld zu tilgen.

Da kam ein zweiter völlig unerwarteter und höchst überraschender Ruf, der nach Seebach. Eduard versprach Kleber, als er hörte, daß der General ihn nur konsultiren wolle und nicht rascher Hilfe bedürfe, anderen Tages zu kommen, und fuhr nach dem Gute Storchfeld's, wo sein Erscheinen eine sehr peinliche Scene hervorrief. Storchfeld hatte, als er zu Balz geschickt, gleichzeitig auch an den Chirurgen telegraphirt, der früher seinen Sohn behandelt – jetzt brachte sein Bote an Stelle des Hausarztes einen Mann, vor dem er, Storchfeld, zu erröthen hatte. Es war jedoch Hilfe nöthig und daher willkommen. Eduard besichtigte den Knaben, der vor Schmerzen furchtbar schrie, und da er sah, daß die Eltern unfähig waren, ihm Hilfe zu leisten, daß auch die Angst und Unentschlossenheit derselben ihm hinderlich sein würden, nach seinem Ermessen zu verfahren, so ließ er den Barbier des Dorfes holen, damit ihm derselbe hilfreiche Hand leiste, die Eltern des Knaben bat er, das Krankenzimmer zu verlassen, da ihre Gegenwart ihn störe.

Der Baron gehorchte, er wagte nichts davon zu sagen, daß er einen berühmten Chirurgen erwarte, aus Furcht, Trotten könne die Anlegung eines Verbandes dann verweigern und sich entfernen – wie erschrak er aber, als Eduard aus dem Krankenzimmer trat und ihm sagte, er habe eine Operation vollzogen, und hoffe, dieses neue Unglück werde dem Knaben zum Glücke werden, denn er habe jetzt das Bein, welches damals schief zugeheilt, in die richtige Lage zurückgebracht.

Storchfeld stürzte in das Zimmer seines Sohnes, der Knabe lag ruhig da, seine Schmerzen schienen geschwunden, aber der Barbier entfernte blutige Tücher.

»Hätten Sie nur gewartet,« rief der ängstliche Vater, der nicht wußte, ob er hoffen oder verzweifeln sollte, »ich habe an Woldmann telegraphirt.«

»Um so besser,« versetzte Eduard ruhig, »der wird nachhelfen, wenn es noch nöthig ist. Hätten Sie mir gesagt, daß Sie ihn erwarten, so würde ich die Operation nicht vollzogen haben, denn er ist darin Meister. Aber sie ist gelungen, Woldmann wird zufrieden sein.«

Die Sicherheit Eduard's beruhigte Storchfeld, als aber schon nach Verlauf einer Stunde der Chirurg mit dem Bahnzuge eintraf und nach Besichtigung des Patienten dem Baron erklärte, er hätte die Sache nicht besser machen können, wo ein Arzt wie Herr v. Trotten sei, brauche man ihn nicht zu rufen, das Bein des Knaben werde jetzt wieder normal werden, da rief der Baron, Eduard die Hand schüttelnd: Sie haben böse Feinde in O.; ich erfahre es zu meinem Schaden erst heute, wie man Sie verleumdet, aber es soll bekannt werden, was Sie hier geleistet haben, dafür stehe ich Ihnen.«

Der erste Sonnenstrahl die Glückes schien endlich in das Dasein Eduard's fallen zu wollen, frohe Hoffnung zog in die Brust des schon Verzweifelten ein und gab ihm wieder Lebensmuth.

Ein glücklicher Erfolg war da, vielleicht sollte ein anderer folgen. Es erschien Eduard schon wie eine glückliche Vorbedeutung kommender besserer Zeiten, daß General Sorben ihn rufen ließ, war es doch zu hoffen, daß auch das Vorurtheil Anderer gegen ihn schwinden werde, wenn dieser Mann das seinige aufgegeben.

Eduard kannte seine Schwester zu genau, als daß er nur einen Augenblick geglaubt hätte, ihre Empfehlung oder Verwendung verschaffe ihm den Ruf nach Seebach, er wußte, daß sie zu stolz auf ihn war und seinen Stolz zu genau kannte, um eine Gunst für ihn zu erbitten bei Jemand, der verächtlich oder doch geringschätzend von dem Stande eines Arztes gesprochen. Irgend Jemand anders mußte ihn empfohlen haben, daß der General gerade ihn rufen ließ, obwohl er damals an Margareth geschrieben, die Schwester eines Arztes passe nicht in sein Haus.

Herr Kleber empfing den jungen Arzt in einer Weise, die wenig den Illusionen, welche Eduard sich gemacht, entsprach. »Ich werde Sie dem Herrn General melden,« sagte er, »und ich will wünschen, daß der Herr General heute noch so denkt, wie gestern, wo er mich zu Ihnen schickte. Aber vielleicht sprächen Sie erst lieber mit dem gnädigen Fräulein. Wenn Sie es wünschen, gebe ich derselben einen Wink.«

»Ich bin zum Herrn General gerufen,« versetzte Eduard, dem die zudringlichen Rathschläge des Dieners nicht behagten, »und bitte Sie, mich demselben zu melden.«

»Wie Sie wollen, Herr Doktor – aber der Herr General hat oft seltsame Launen und ist gerade heute nicht rosig gestimmt. Das gnädige Fräulein –«

»Sie verschwenden meine und Ihre Zeit,« unterbrach Eduard den Diener. »Wo finde ich den Herrn General?«

Kleber erröthete vor Aerger, aber er eilte, den Arzt anzumelden, da dieser Miene machte, sich den General selber zu suchen.

General v. Sorben musterte den Eintretenden mit forschendem Blick und es schien ihm zu gefallen, daß Trotten seiner Schwester nur einen flüchtigen und zwar eher einen höflichen, der Dame des Hauses gebührenden, als vertraulichen Gruß zuwarf und dann sofort Miene machte, die ärztliche Unterredung mit seinem Patienten zu beginnen.

»Reichen Sie nur zuerst Ihrer Schwester die Hand,« sagte er, »geniren Sie sich meinetwegen nicht, Sie haben Ihre Schwester ja lange nicht gesehen.«

Eduard machte von der Erlaubniß Gebrauch, umarmte seine Schwester herzlich, dann aber bat er den General, ihm seine Klagen mitzutheilen.

»Fragen Sie deshalb Ihre Schwester,« antwortete Sorben, dem es zu gefallen schien, Margareth in's Gespräch zu ziehen, dieselbe verschuldet es allein, wenn ich Sie herbemüht habe.«

»Ich spreche die Wahrheit,« fuhr er fort, als Margareth Einspruch erheben wollte, »Ihre Schwester drang darauf, daß ich einen Arzt konsultire, aber ich muß verrathen, daß Sie von Ihnen nicht viel zu halten scheint, denn Sie forderte, ich sollte einen Arzt aus Breslau rufen lassen.«

»Herr General,« antwortete Eduard, auf den scherzhaften Ton Sorben's nicht eingehend, »Sie hätten diesen Rath befolgen sollen, denn abgesehen davon, daß Sie dort erfahrenere und berühmte Aerzte finden, können dieselben rascher als ich Ihrem Rufe folgen, denn der Bahnzug führt sie in der Hälfte der Zeit her, die ich zu Wagen gebrauche. Da ich aber einmal hier bin, bitte ich Sie, mir Ihren Zustand zu schildern und meinen Rath zu hören – ich bin deshalb herausgekommen.«

»Haben Recht, aber ich fürchte, Sie werden mir nicht helfen können. Gegen die Gicht ist kein Kraut gewachsen.«

»Nein, aber es gibt lindernde Mittel, und wenn Sie Diät halten wollen, kann die Wiederkehr des Leidens seltener gemacht werden –«

»Kenne die Redensarten,« unterbrach ihn der General, »aber ich will lieber einmal Schmerzen aushalten, als immer wie ein Hund leben. Ich kann das Wasser nicht im Magen vertragen, es ist mir zu nüchtern.«

»Dann sparen Sie die Kosten für Arzt und Apotheke,« versetzte Eduard ruhig, »denn alsdann könnte nur ein Charlatan Ihnen Hilfe versprechen.«

»Sie gefallen mir,« rief Sorben, Eduard die Hand reichend, »Sie sprechen die Wahrheit kurz und derb. Ihnen will ich Vertrauen schenken. In einer Sache können Sie mir vielleicht helfen, ich –«

»Nein,« unterbrach Eduard jetzt den General, »ich kann und will nicht helfen. Da Sie ein gerades derbes Wort zu lieben scheinen, sollen Sie es hören. Ich nehme keinen Patienten an, der dem Arzte Vorschriften macht und wissen will, was derselbe kann oder nicht. Sie irren sich, wenn Sie glauben, man könne ein Uebel kuriren, das andere ignoriren, ein Leiden ist die Konsequenz des anderen oder hängt doch mit demselben zusammen. Sie wollen der Gicht halber sich nicht zu strenger Diät verurtheilen lassen, weil dieselbe, da sie nur ab und zu kommt, sich ertragen läßt. Aber die Blutwallungen, an denen Sie leiden, beängstigen Sie.«

»Woher wissen Sie das? Wer hat Ihnen das ausgeplaudert?«

»Niemand, das ist leicht zu errathen. Die Gicht hindert Sie an der nöthigen Bewegung, Sie lieben die Tafelfreuden, trinken schwere Weine und haben naturgemäß davon doppelte Beschwerden. Sie haben Ursache, Schlaganfälle zu fürchten. Es gibt ein Mittel, welches gerade jetzt, wo die Einwirkung des Wetters solchen Naturen doppelt gefährlich werden kann, sehr nützlich und erleichternd wirkt, aber dasselbe erfordert Vorsicht und eine gewisse Diät, die unerläßlich ist.«

»Herr Doktor, Sie haben eine Art, sich Vertrauen zu erzwingen, der ich nicht widerstehe, ich bin übrigens kein so störrischer Patient, als Sie denken. Wo ich Vertrauen habe, kann ich mich auch fügen und meine Gelüste beherrschen. Eine gewisse Zeit hindurch will ich Diät halten, und wenn ich dann guten Erfolg sehe, gewöhne ich mich auch wohl an eine gewisse Enthaltsamkeit.«

»Dieses Versprechen genügt mir und werde ich Ihren Gewohnheiten Rechnung tragen, so gut es geht. Ich werde Ihnen Tropfen verschreiben, von denen Sie täglich eine sehr geringe Dosis nehmen, die Kur dauert drei Wochen. Während dieser Zeit dürfen Sie unbedingt nichts genießen, worin Essig enthalten ist, denn die Tropfen bestehen aus entsäuertem Arsenik, sobald Sie also Essig in Speisen genießen, tritt Arsenik-Vergiftung ein.«

»Solche Diät ist zu ertragen,« rief Sorben. »Und wozu soll das helfen?«

»Die Tropfen wirken auf's Blut, machen den Kopf frei, befördern den Blutumlauf im Gehirn. Wenn ich aber Ihnen jede Speise, die keinen Essig enthält, und auch Wein gestatte, ist ein Maßhalten nöthig, schwere Weine und Bier dürfen Sie gar nicht genießen.«

»Abgemacht,« rief der General befriedigt, »das läßt sich aushalten, da liegt Vernunft darin. Sie besuchen mich täglich und kontroliren meine Diät.«

»Meine Besuche,« versetzte Eduard, »wären völlig überflüssig, wenn Sie es wünschen, komme ich einmal nach beendeter Kur.«

Er hatte sich erhoben.

»Was soll das?« fragte der General. »Sie bleiben doch zu Tische, da reden wir über Ihr Wiederkommen. Ich bitte darum.«

»Sie entschuldigen mich, Herr General,« entgegnete Eduard mit Festigkeit, »ich werde in D. erwartet.«

Sorben zog die Brauen finster, er warf Margareth einen Blick zu, als argwöhne er, sie verschulde es, wenn ihr Bruder seine Einladung verschmähe. »Das sieht ja wie eine Verschwörung aus,« sagte er. »Sie wollen nicht einmal zum Essen hier bleiben! Ihre Schwester hat Ihnen wohl ein schönes Bild von mir gemacht?«

Margareth erröthete. »Bleibe,« sagte sie zu ihrem Bruder, »der Herr General ladet Niemand ein, den er nicht auch gerne bei sich sieht.«

»Dennoch muß ich danken,« erwiederte Eduard, aber er fühlte, daß er seine Ablehnung begründen müsse, wollte er den General nicht verletzen. »Ich hätte Wochen lang nichts versäumt,« sagte er, »ich will nicht mit Ueberbürdung von Geschäften prahlen, ich gestehe sogar ein, daß ich mich nach Patienten sehne. Aber der Zufall will es, daß ich gestern einen Patienten erhalten habe, den ich heute noch besuchen muß, ich kann daher die ehrenvolle Einladung nicht annehmen.«

Der Ton der Wahrheit überzeugte den General davon, daß Eduard keinen Vorwand gesucht habe, ihm zu zeigen, wie wenig er sich daraus mache, sein Gast zu sein, Eduard mußte aber versprechen, sehr bald seinen Besuch zu wiederholen.

Der General war entzückt von dem Eindruck, den der junge Arzt auf ihn gemacht und sprach das freudig gegen Margareth aus. »Der hat etwas Soldatisches«, sagte er, »wette, er versteht seine Sache. Ihr Vater hat tüchtige Kinder erzogen, wollte, ich hätte ihn gekannt.«

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