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Die Bescholtenen

Eugen Hermann von Dedenroth: Die Bescholtenen - Kapitel 11
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authorEugen Hermann von Dedenroth
titleDie Bescholtenen
publisherBibliothek der Unterhaltung und des Wissens
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10.

Wir gehen einige Stunden in unserer Erzählung zurück und versetzen den Leser nach ***.

Der Staatsanwalt Otto Berg wollte sich eben zum Frühstück begeben – er hatte heute Vormittag noch einer Gerichtssitzung beizuwohnen – als man ihm zwei Schriftstücke überreichte, die ein Bote ans Schloß Seebach gebracht.

»Der General v. Sorben auf Schloß Seebach,« so lautete das erste Schreiben, »an dessen Krankenlager ich gerufen worden, ist soeben in meinem Beisein verschieden. Es liegen die unzweifelhaftesten Symptome einer Vergiftung durch Arsenik vor und deuten alle obwaltenden Umstände auf ein mit Absicht vollführtes Verbrechen.

Ich beantrage daher neben der gerichtlichen Leichenschau das möglichst baldige Erscheinen eines Kriminalbeamten zur Einleitung der Untersuchung, da der muthmaßliche Schuldige leicht in der Lage sein könnte, sich auf dieselbe vorzubereiten oder zu entfliehen.

Evers,
Geheimer Sanitätsrath.«

Das zweite dieser Meldung beigefügte Schreiben war an das Gericht adressirt, aber offen.

»Dem hohen Gerichtshof,« so hieß es darin, nachdem ebenfalls der Tod des Generals gemeldet war, »erlaube ich mir unterthänigst zu vermelden, daß ich ein Komplott zum Morde nachweisen kann. Das Fräulein v. Trotten auf Seebach und ihr Bruder, der Doktor in O., sind die Mörder meines guten seligen Herrn. Aber ich bitte unterthänigst, sie bald durch Gendarmen abholen zu lassen, da ich sonst für nichts stehe. Des hohen Gerichtshofes unterthänigster Diener

Franz Kleber,
Kammerdiener des seligen Herrn Generals (seit zehn Jahren!).«

Der Staatsanwalt war durch diese Nachricht in eine ungeheure Erregung versetzt. Otto Berg war ein Schulfreund Eduard's v. Trotten gewesen und hatte, da seine Eltern ebenfalls in G. gelebt, auch Margareth öfter in Gesellschaften gesehen. Die Erscheinung des schönen Mädchens hatte auf ihn einen unauslöschlichen Zauber geübt, aber er hatte von jeher zu den Menschen gehört, die Damen gegenüber blöde und schüchtern, ihre Gefühle auf eine Weise verrathen, welche eine Verkennung derselben herausfordert. Anstatt zu versuchen, sich Margareth zu nähern, hatte er es eher vermieden, mit ihr in ein Gespräch zu kommen, und dann hatte er, aus Furcht zu mißfallen, sich so wenig natürlich gegeben, daß er langweilig und hölzern erschien. Man wollte endlich in G. wissen, daß Guido Ebeling der Erkorene Margareth's sei, daß es sich nur noch um das Jawort der Eltern Guido's handle, wenn die Verlobung noch nicht stattgefunden, und Otto zweifelte keinen Moment an der Wahrheit dieser Gerüchte, warum sollte auch Margareth einen reichen, schmucken Offizier nicht lieben!

Otto verschloß seine Trauer in der Brust, wie er dort das Geheimniß seiner Sehnsucht geborgen, und widmete sich um so eifriger seinen Berufspflichten, er wollte vergessen, er wollte sich losreißen von Träumen, die ihn früher selig in Hoffnungen gemacht und die jetzt völlig eitel geworden. Er traute seinen Augen nicht, als er den Brief des Kammerdieners las, zuerst hielt er das Schreiben für das eines Verrückten, aber die Meldung des Arztes ließ eine solche Annahme schwinden.

Es lag Otto Berg natürlich fern, eine Schuld Margarethas für möglich zu halten, aber es berührte sein Gefühl schon tief, daß Jemand es wagen durfte, sie anzuklagen.

Seine Berufspflicht behinderte ihn, heute persönlich nach Seebach zu eilen, es stand ihm eine wichtige Gerichtsverhandlung bevor, bei der er sich nicht vertreten lassen konnte. Er ließ sich daher, nachdem er die Sendung einer Kommission zur Vornahme der Leichenschau in Seebach veranlaßt, den Kommissär Huck kommen, um ihm die nöthigen Instruktionen zu geben, einen passenderen Beamten konnte es für die Wünsche des Staatsanwalts in diesem Falle nicht geben. Huck hatte den Ruf eines äußerst geschickten und in seinen Recherchen glücklichen Kriminalisten, aber gleichzeitig auch den eines vortrefflichen Menschen, er hatte oft für das Unterkommen armer Angehörigen eines von ihm verhafteten Verbrechers Sorge getragen, wohl auch in aller Stille aus eigenen Mitteln solche Bedürftige unterstützt.

Berg zeigte dem Beamten beide Schreiben. »Die junge Dame,« sagte er dann, »welche von dem Diener des Ermordeten eines so schweren Verbrechens beschuldigt wird, ist die Tochter eines ehrenwerthen Vaters, genoß in G. des besten Rufes, ich kenne sie und habe stets die Ueberzeugung gehabt, daß sie der Hochachtung werth ist. Seien Sie also doppelt vorsichtig, lieber Huck! ...«

Der Beamte verneigte sich, er wußte jetzt schon mehr als der Staatsanwalt ihm verrathen, denn er kannte Berg genug, um zu wissen, daß derselbe wenig auf Bälle und in Gesellschaften ging, sehr zurückgezogen und solide lebte, daß also dem Staatsanwalt, wenn er von einer Dame in dieser Weise bei einer dienstlichen Angelegenheit sprach, dieselbe sehr werth und seiner Empfehlung sicher auch nicht unwürdig war.

Schon auf der Fahrt nach Seebach fand Huck Gelegenheit, sich über die dortigen Verhältnisse zu orientiren. Der Gerichtsschreiber wußte Mehreres zu berichten, denn er war früher auf dem Landrathsamt beschäftigt gewesen. Er erzählte, daß der General nie lange mit seinen Gesellschaftsdamen ausgehalten habe, daß die Dienstboten dort stets vor der Zeit entlassen oder fortgelaufen wären, nur Kleber habe es verstanden, festen Fuß zu fassen, derselbe beherrsche den General völlig und betrüge ihn tüchtig; wer sein Holz oder Wild oder sonst etwas vom Gute umsonst haben wolle, brauche nur sich bei ihm liebes Kind zu machen, und mancher Herr, der in *** die Nase sehr hoch trage, sei nicht zu stolz, Kleber die Hand zu schütteln und mit ihm »kleine Gefälligkeiten« auszuwechseln.

In einer Ausspannung an der Landstraße, wo der Kutscher einige Minuten anhielt, um eine kleine Unordnung am Hemmschuh, die sich unterwegs bemerkbar gemacht, abzustellen, sprachen die Leute bereits von dem auf Schloß Seebach vorgefallenen Morde, zwei Männer stritten sich sehr laut und heftig. Der Eine, der nach der Tasche, die er unter dem Arme hielt, zu urtheilen, ein Barbier war, behauptete, man habe die Mörderin, ein adeliges Fräulein, schon gefesselt fortgebracht, der Andere, welcher einen Jagdrock trug, verschwor sich hoch und theuer, das Fräulein, welches in letzter Zeit die Wirthschaft auf Seebach geführt, sei ein Engel an Schönheit und Güte, er habe selber gesehen, wie sie armen Taglöhnerfrauen des Gutes Almosen gereicht und ihnen versprochen, dafür zu sorgen, daß sie freies Holz erhalten sollten. »Sie hat auf dem Gute und in *** bittere Feinde,« rief er, »weil sie den Beamten von Seebach auf die Finger sieht und den General nicht bestehlen läßt, aber wer ihr etwas Böses nachsagt, der mag sich in Acht nehmen, daß er nicht vor's Gericht kommt.«

»Eine Unschuldige legt man nicht in Ketten!« spöttelte der Barbier.

»Solche nichtsnutzige Lüge,« lautete die Antwort, »ist zu albern, um darauf zu antworten. Man fesselt kaum einen bestraften Verbrecher, es sei denn, daß er Widerstand leistet, aber nicht eine Dame.«

»Ich hab's gehört, daß sie gefesselt war. In jedem Falle aber hat man sie arretirt, ihre Schuld ist also so gut wie erwiesen.«

»Von wem haben Sie die Nachricht?« mischte sich Huck in das Gespräch.

»Von glaubwürdigen Leuten, in ganz *** spricht man von nichts Anderem. Herr Kleber hat es selbst den Schloßleuten gesagt, daß er die Abführung der Trotten durch's Gericht veranlaßt habe, und der Kutscher vom Doktor Manders weiß es auch.«

»Und doch ist's eine Lüge, oder es wäre eine infame Schurkerei!« rief der Jäger. »Den schuftigen Kleber hätten sie einstecken sollen, da hätten sie vielleicht den Rechten gehabt.« –

Die Eindrücke, welche Huck auf dem Schlosse durch die oben geschilderten flüchtigen Vernehmungen erhalten, bestärkten ihn in der Ansicht, daß es Feinde Margareth's seien, welche auf einen mehr oder minder berechtigten Argwohn hin sich durch ihren Haß dazu verleiten ließen, ihre Schuld an einem gräßlichen Verbrechen für unzweifelhaft hinzustellen, und daß er auch, abgesehen von der Rücksicht, welche ihm das Urtheil des Staatsanwaltes über Margareth auferlegte, die gegen sie erhobene Anklage sehr vorsichtig prüfen mußte, denn wo die Leidenschaft des persönlichen Hasses die Aussagen durchglüht, ist Uebertreibung sicher anzunehmen. Der Staatsanwalt hatte sich gewissermaßen für den Charakter Margareth's verbürgt, der Jägersmann in der Schenke hatte sein günstiges Urtheil über sie motivirt. Alle, welche Margareth angegriffen, hatten auf Huck einen sehr ungünstigen Eindruck gemacht, und das vorurtheilsfreie Urtheil der Vernunft gebot von vorneherein starken Zweifel an der Möglichkeit eines Verdachtes gegen sie, denn der Mensch sinkt wohl von Stufe zu Stufe, der Mensch kann im Rausche heftiger Leidenschaft, in der Verzweiflung rasch zum Verbrecher werden, aber wie sollte es psychologisch zu erklären sein, daß eine junge, vornehme, gebildete Dame sich zu so ruchloser That entschlossen und dieselbe kaltblütig ausgeführt habe?

Andererseits aber war zu beachten, daß nicht nur gewichtige Verdachtsmomente gegen sie sprachen, sondern daß Fräulein v. Stolzenhain, die doch gewiß die Tragweite ihrer Worte beurtheilen konnte, so bestimmt die Anklage erhob, und daß sie, die die Verhältnisse kennen mußte, erklärte, es gäbe außer Margareth Niemand, der ein Interesse an dem Tode des Generals hätte haben können.

Sie äußerte mit derselben Entschiedenheit den Verdacht wie Kleber, nur daß Letzterer weiter ging und auch Margareth's Brüder verdächtigte – das Fräulein und der Diener konnten sich aber wohl schwerlich zu gemeinsamer Aussage verabredet haben, das Fräulein war ja, wie Huck eben erfahren, erst seit gestern auf Seebach.

Der Kommissär begab sich zu Margareth, um dieselbe zu vernehmen. Der Eindruck, welchen dieselbe auf ihn machte, war kein günstiger. Es überraschte ihn sehr, eine junge Dame, auf welche der plötzliche grauenhafte Todesfall im Schlosse und dann die entsetzliche Anklage, die man gegen sie erhoben, einen erschütternden und niederschmetternden Eindruck gemacht haben mußte, gefaßt und anscheinend ruhig zu finden, als baue sie darauf, daß ihr Stand sie gegen eine ernsthafte Anklage schützen müsse. »Ich weiß es,« sagte sie mit Selbstgefühl, »welche infame Verdächtigung man gegen mich erhebt, die Behandlung, die ich erfahren, und die Mittheilungen, die mir mein Bruder gemacht hat, haben mich darauf vorbereitet, das Empörendste für möglich zu halten, aber es wäre unter meiner Würde, ein Wort zu meiner Vertheidigung auf solche Anklage zu sprechen.«

»Um so besser,« erwiederte Huck, »wenn Ihre Darstellung der Vorgänge zur Widerlegung der Verdächtigungen genügt; darf ich um eine möglichst detaillirte Schilderung aller Vorfälle bitten?«

»Ich habe nur wenig zu sagen,« versetzte Margareth. »Ich habe mir durch Annahme der mir auf Seebach angebotenen Stellung eine gesicherte und ehrenvolle Existenz zu verschaffen gehofft, man hatte mich darauf vorbereitet, daß es mir schwer fallen werde, dieselbe dauernd zu behaupten, aber ich vertraute auf Gott und darauf, daß guter Wille viel möglich mache. Ich habe mir dadurch Feinde verschafft, daß ich vielen Unregelmäßigkeiten, die sich hier eingebürgert, ein Ende machte, aber ich erwarb mir die Zufriedenheit des Generals. Ich kannte dessen Abneigung, Verwandte von mir in seinem Hause zu sehen, und ich habe ihm meinen Bruder nicht als Arzt empfohlen, er hätte ihn dann gewiß nicht genommen, so aber that seine Laune das Gegentheil, er ließ ihn rufen und war mit ihm zufrieden.

Der General kannte die Gefahr, welcher er sich aussetzte, wenn er die Towler'schen Tropfen ohne Vorsicht nahm, und ich bin der festen Ueberzeugung, daß er auch gestern diese Vorsicht nicht vernachlässigt hat, er trank zwar, trotz meiner Warnung, sehr viel, aber er weiß auch, wenn er stark getrunken hat, was er thut, er hat sich niemals so berauscht, daß er der Aufsicht bedurft hätte.

Es trafen gestern Verwandte des Herrn Generals ein, die mir zuerst eine befremdend feindselige Haltung zeigten, dann aber, nachdem sie eine längere Unterredung mit dem General geführt, sich freundlicher stellten, besonders verrieth mir die Haltung des Geheimraths v. Sorben, daß der General, wenn er verletzende Zweifel gegen mich gehegt, ihn eines Besseren belehrt habe. Der General dagegen war zerstreut und in einer Laune, in welcher er stets gern zur Flasche griff. Herr v. Sorben weiß es, daß ich ihn vergeblich gebeten, seine Gesundheit zu schonen. Um Mitternacht, nach der Abreise des Herrn Geheimrathes, zog ich mich zurück, einige Stunden später weckte mich die Schreckensbotschaft, daß der Herr General heftig erkrankt sei; ich eilte in's Krankenzimmer und erfuhr dort eine Behandlung, die mich aus demselben vertrieb, das Fräulein v. Stolzenhain gestattete es sogar, daß der Kammerdiener Kleber über meinen Bruder und mich in empörendster Weise sprach.«

»Es ist Ihnen jedenfalls bekannt,« forschte Huck, »daß der General vor einiger Zeit, an einem Tage, wo Sie damit gedroht, ihn zu verlassen, noch am späten Abend sein Testament zu Ihrem Gunsten geändert hat?«

Margareth erröthete heftig, sie war einen Moment in sichtbarer, auffälliger Verlegenheit. »Das weiß ich nicht,« erwiederte sie, »aber man hat es mich errathen lassen, daß etwas vorgegangen, was wider meinen Willen geschehen und mir vielen Haß zugezogen hat. Ich lehnte verschiedene Anerbietungen, die mir der General machte, ab, ich erklärte ihm, daß ich meine Dienste nicht verkaufe, nichts fordere, als eine achtungsvollere Behandlung. Mir wurde gesagt, daß er am späten Abend habe den Arzt rufen lassen. Ich konnte ein Thema nicht anregen, welches der General mit mir erörtert und welches ich durch die entschiedene Erklärung erledigt, daß Verheißungen von Geld mich beleidigten. Was er heimlich gethan, das konnte ich nicht verhindern.«

»Es ist Ihnen nicht unbekannt geblieben,« fuhr Huck fort, »daß der Herr General gestern einen Brief an seinen Notar entsendet. Hat er mit Ihnen darüber gesprochen?«

»Nein. Ich weiß nur, daß er länger als sonst im Arbeitszimmer blieb.«

»Sie wußten es also nicht, daß er einen Brief an seinen Notar expediren ließ?« wiederholte Huck seine Frage und sein Auge fixirte Margareth scharf.

»Ich habe dies schon verneint,« antwortete sie, »was soll die Frage?«

»Sie ist von großer Wichtigkeit. Kleber behauptet das Gegentheil.«

Margareth erröthete wieder. »Dann muß ich es Ihnen überlassen,« versetzte sie gereizt, »wem Sie Glauben schenken wollen.«

»Es wäre besser, einen etwaigen Irrthum aufzuklären. Kleber behauptet, Ihnen begegnet zu sein, als er den Brief in der Hand gehabt, und auf Ihr Befragen Ihnen die Adresse gezeigt zu haben.«

Das Antlitz Margarethas wurde blutroth – war das Verwirrung und Beschämung oder war die Empörung nicht erheuchelt, mit der sie antwortete, daß die Frechheit dieser Lüge Alles übersteige, sie habe sich nie so entwürdigt, um neugierige Fragen über die Handlungen des Generals an einen Diener zu richten, am wenigsten aber an Kleber.

Huck änderte das Thema. »Der General,« sagte er, »liebte es, Sulzen stark mit Essig zu versetzen?«

»Nein,« antwortete sie ruhig, »er nahm niemals viel Essig, und es war ihm daher nicht schwer, demselben ganz zu entsagen, als seine Kur dies forderte, sonst hätte ich der Köchin Speisen zu bereiten, die er nur gesäuert liebt, ganz verboten.«

»Der Geheimrath muß alsdann den Essig sehr lieben,« versetzte Huck, »denn wie ich höre, ist gestern Abend sehr viel Essig verbraucht worden.«

»Dem ist nicht so,« antwortete Margareth. »Der Geheimrath wünschte ein wenig Essig, ich gab ihm selber die Flasche, die ich, seit der General seine Kur brauchte, nie auf den Tisch setzte, und stellte sie dann sofort wieder in's Büffet.«

»Sie wollen sagen, auf die Büffetklappe.«

»Nein, in's Büffet, ich weiß das sehr genau.«

»Kleber behauptet, die Flasche auf dem Büffetbrett gesehen zu haben, als er in den Salon getreten.«

»Die Behauptung ist unwahr. Wie sollte sie dorthin gekommen sein? Gesetzt, der General hätte, was ich für unglaublich halte, während der kurzen Zeit, wo ich abwesend war, sich Essig holen wollen, um noch einmal mit dem Essen zu beginnen und sich die Sülze zu säuern, so würde er die Flasche, die ich in eine Ecke gestellt, kaum gefunden, keinenfalls aber nach dem Büffet zurückgetragen haben.«

»Die Köchin sagt, daß die Flasche, welche voll gewesen, fast leer in die Küche zurückgekommen sei.«

Margareth erröthete jetzt wieder sehr heftig, ihr ganzes Wesen hatte etwas befremdend Auffälliges. »Was soll das heißen?« stotterte sie. »Wer hat die Flasche hinaus getragen? Ihre Fragen sind sehr seltsam. Was soll ich von Dingen wissen, die ohne mein Zuthun geschehen? Ich sage Ihnen, daß ich die Essigflasche, die beinahe noch ganz voll war, selber in das Büffet gestellt, und zwar in eine Ecke, hinter eine Terrine. Ich wollte zu so später Stunde nicht mehr nach der Speisekammer gehen und sie verschließen. Die Sachen, die ich in's Büffet stelle, werden nie hinaus nach der Küche getragen, deshalb stelle ich sie ja in's Büffet, damit sie nicht mit den Tellern und sonstigem Geschirr hinauskommen.«

»Sie erinnern sich an Dinge, welche unbedeutend sein könnten, sehr genau,« erwiederte Huck, »und legen so großes Gewicht auf die Richtigkeit Ihrer Angaben, daß ich vermuthe, Sie kennen die Tragweite derselben. Die anscheinende Bagatelle, ob die Essigflasche zufällig nach der Küche gekommen, erregt Sie sehr.«

Der veränderte Ton des Beamten machte wenig Eindruck auf Margareth, denn es war auch mit ihrer Geduld zu Ende. »Mein Herr,« erwiederte sie, »ich muß wohl erregt werden, wenn ich sehe, daß Sie auf Grund von Angaben Kleber's, die, ich weiß nicht zu welchem Zwecke, völlig aus der Luft gegriffen sind, mir Fragen vorlegen, welche Zweifel an meinen Auslassungen bekunden. Ich bin gewohnt, nichts zu sagen, was ich nicht ganz genau weiß, und stets der Wahrheit die Ehre zu geben.«

Der Kommissär erhob sich. Er zog die Schelle und befahl der eintretenden Zofe, den Gerichtsschreiber herzubescheiden.

»Sie entschuldigen,« wandte er sich dann zu Margareth, die mit äußerstem Befremden eine Erklärung seiner Handlungsweise erwartete, »aber ich muß einem Gebote meiner Pflicht folgen, welches Ihnen sehr peinlich sein wird, aber doch auch Ihr Interesse berücksichtigt. Ihr wahres Interesse fordert, daß Alles, selbst scheinbar Verletzendes geschehe, wenn dadurch der Verdacht, den man auf Sie geworfen, beseitigt werden kann. Ich hoffe, Sie werden meiner Ansicht beistimmen, daß es Sie nicht beleidigen kann, wenn ich eine Form erfülle, die mir die Pflicht gebietet und der sich Jeder unterwerfen muß, der sich in gleicher Lage befindet wie Sie.«

»Was wollen Sie thun?« fragte Margareth erbleichend.

»Ich muß eine Durchsuchung Ihres Zimmers vornehmen,« erwiederte er, sie scharf beobachtend; »ich bin dazu verpflichtet und berechtigt.«

Sie erröthete heftig, aber keine Spur von Unruhe oder Schrecken malte sich in ihren Zügen. »Ich habe keine Geheimnisse,« sagte sie lächelnd, denn sie hatte vielleicht Schlimmeres nach einer so ernst feierlichen Anrede befürchtet. »Angenehm ist mir die Sache natürlich nicht, aber ehe ich einen Verdacht auf mir lasten sehe, bitte ich um Revision meiner Effekten und will auch die Taschen meines Kleides umkehren.«

Hatte Vieles in der Haltung Margarethas einen ungünstigen Eindruck auf den Kriminalisten gemacht, so mußte er jetzt an ihre Unschuld glauben oder argwöhnen, daß sie Dinge, welche sie kompromittieren konnten, längst in Sicherheit gebracht.

Der Gerichtsschreiber erschien und Huck begann mit der Revision, Margareth öffnete bereitwillig ihre Kommoden und Schränke.

Die Revision war leicht zu bewerkstelligen, denn überall herrschte musterhafte Ordnung, Alles war so sauber und zierlich gelegt, daß Margareth sich nicht fremder Einblicke in ihre Habseligkeiten zu schämen brauchte. Da öffnete Huck den Kleiderschrank und bemerkte auf dem unteren Boden desselben weiße glänzende Körner.

»Was ist das?« fragte er, den Blick durchbohrend auf Margareth heftend, nachdem er sie gebeten, heranzutreten.

»Das sieht ja aus wie Zucker,« antwortete sie überrascht, aber völlig ruhig. »Wie kommt der dahin?!«

Es schien unmöglich, daß sie solche Ruhe erheuchelte, wenn sie ein böses Gewissen hatte, die verhärtetste Verbrecherin hätte solche Unbefangenheit nicht zeigen können.

»Ah,« rief Huck, »diese Robe trägt Spuren des weißen Pulvers – dort und dort.«

»Das Kleid trug ich gestern,« versetzte Margareth, »ich habe aber beim Entkleiden nichts bemerkt.«

Der Kommissär revidirte die Tasche des Kleides und fand auch in ihr weiße Körnchen, ferner entdeckte er ein kleines Stückchen Papier von der Größe eines Silbergroschens, an welchem etwas Weißes haftete, und das allem Anschein nach von einer Düte herrührte, denn es bestand aus zwei kleinen zusammengeklebten Hälften, also aus der Naht der Düte. Huck nahm das Stückchen Papier und schlug es vorsichtig in ein weißes Blatt ein, dann kratzte er eine kleine Portion von dem Pulver zusammen, welches auf dem Boden des Schrankes lag, und verschloß denselben.

Seine Miene hatte etwas Strenges, Finsteres. »Sie wissen nicht,« fragte er Margareth, »wie dieses Pulver an Ihr Kleid und in die Tasche desselben gekommen?«

»Nein – ich wüßte mich nicht zu erinnern, daß ich ein Pulver in Händen gehabt. Ich verstehe das nicht.«

»Dieses Pulver ist allem Anschein nach Arsenik,« antwortete der Beamte, und er sprach das inhaltsschwere Wort in drohendem Tone.

Margareth bebte zusammen. Es war ihr jetzt erklärt, weshalb der Kommissär plötzlich einen so seltsamen Ton angenommen, sie begriff, welch' entsetzlichen Verdacht dieser Fund gegen sie hervorrufen mußte, und je unerklärlicher es ihr war, wie das weiße Pulver an ihr Kleid gekommen, um so größer war ihr Schrecken, ihre Angst – sie fühlte, daß Jedermann sie für schuldig halten müsse, wenn sie die befremdende Thatsache nicht erklären könne.

Aber wie sollte sie das! Wie sollte sie erklären, was sie selber nicht begriff! Ihr Muth verließ sie, betäubt, verwirrt stand sie da, gräßliche Ahnungen beklemmten ihre Brust, es schien, als habe sich Alles gegen sie verschworen, als wolle das Schicksal selber ihr Verderben, sie war keines Wortes mächtig.

Wer Argwohn hegen wollte, und der Beamte hatte jetzt die begründetste Ursache dazu, mußte die plötzlich mit ihr vorgegangene Veränderung dadurch erklären, daß die Heuchlerin sich ertappt sah.

»Gestehen Sie!« rief der Beamte. »Sie können Ihre Schuld nicht mehr leugnen, Sie haben dem General das Gift in's Getränk gemischt, die zitternde Hand hat dabei etwas von dem Pulver verschüttet. Gestehen Sie, wann geschah die That?«

Margarethas Antlitz ward todtenbleich, sie griff mit der Hand nach dem Kopfe, als packe sie ein Schwindel, ihre Kniee schwankten und wie ohnmächtig brach sie zusammen. Der Gerichtsschreiber hielt die Schwankende.

»Keine Komödie!« sagte Huck finster, er hielt diese Ohnmacht für Verstellung, aber der Gerichtsschreiber schüttelte den Kopf. »Fühlen Sie,« flüsterte er, »das ist kalter Schweiß an ihrer Hand, sie ist krank –«

Huck sah eine Flasche mit Eau de Cologne auf der Kommode und besprengte die Stirne Margarethas. Sie kam wieder zu sich, aber man sah es ihr an, daß ihr Geist erst wieder den Körper beleben mußte, das Auge hatte seinen Glanz verloren, die Wange schien blutlos und erst nach Verlauf einiger Minuten konnte sie sich aufrichten.

Einen Moment schien es, als glaube sie einen bösen Traum gehabt zu haben, aber der Anblick der fremden Männer raubte ihr bald diesen Trost und die Erinnerung kehrte zurück. »O Gott,« murmelte sie leise, »warum bin ich erwacht. Warum nahmst Du mich nicht zu Dir!«

Der Kriminalkommissär betrachtete sie unverwandten Blickes, er schien mit sich selber darüber im Streit, ob er dieses Weib für eine Verbrecherin halten könne oder nicht.

»Erholen Sie sich,« sagte er in sanftem, ermuthigendem Tone. »Gott, den Sie anrufen, will, daß jede Schuld gesühnt werde. Ein offenes Geständniß ist schon ein Theil der Sühne. Welche unselige Leidenschaft konnte Sie zu einer That verleiten, die so unweiblich ist –«

Margareth ließ ihn nicht aussprechen. »Halten Sie ein!« sagte sie mit weicher, flehender Stimme. »Ich danke Ihnen, daß Sie in freundlicherem Tone zu mir sprechen, aber Sie ahnen nicht, wie Sie mir dadurch doppelt wehe thun. Ich kann Ihnen nichts erklären, kann Ihnen nicht mehr sagen, als was ich selber weiß. Das Kleid ist mein, ich habe es gestern getragen, aber von dem Pulver weiß ich nichts. Ich beklage den Tod des Generals tief, ich war ihm Dankbarkeit schuldig, ich habe nie Ursache gehabt, ihn zu hassen, es lag ja auch in meinem freien Willen, zu gehen oder zu bleiben. Aber hätte ich auch Jemand, den ich hassen mußte, so würde ich mit der sündigen Leidenschaft kämpfen. Wenn Sie mich aber eines Verbrechens fähig halten, vor dem sich jedes Menschen Gefühl empört, so erlassen Sie es mir, darauf zu antworten. Will mich Gott demüthigen, so werde ich hinnehmen, was er mir bescheidet. Beginnen Sie mit mir, was Sie wollen, aber quälen Sie mich nicht mit Fragen, die mich empören und beschimpfen.«

Es lag in ihrem Tone, in ihrem ganzen Wesen etwas, was Huck wider seinen Willen veranlaßte, schonend aufzutreten. Wir sagen, wider seinen Willen, denn er zweifelte kaum an der Schuld Margarethas, sie erschien ihm als eine raffinirte Heuchlerin und er hatte das Gefühl, als könne man sie nur durch ein hartes Auftreten dahin bringen, die Schuld einzugestehen; hatte sie doch vorhin ein belastetes Gewissens durch ihr Erschrecken beinahe zweifellos verrathen.

Aber er vermochte es nicht, dieses schöne zarte Weib wie eine gemeine Verbrecherin zu behandeln, fand er doch selber keine Erklärung dafür, was sie eines so brutalen Mordes fähig gemacht, fanden sich doch Widersprüche schon jetzt, die Zweifel an ihrer Schuld anregen konnten. Er hatte Margareth in anscheinend ruhiger Fassung gefunden – eine raffinirte Verbrecherin hätte bei der Muße, die sie gehabt, jede Spur ihres Verbrechens zu verwischen, das Kleid besehen, das sie gestern getragen, die Tasche gereinigt. Eine vollendete Heuchlerin hätte ferner sich eine Vertheidigung überlegt, den Verdacht auf Andere zu lenken versucht, aber Margareth hatte selbst von den Personen, die sie angeklagt, mit Schonung gesprochen.

»Gestatten Sie mir noch eine Frage,« rief der Beamte plötzlich. »War es möglich, daß Jemand unbemerkt von Ihnen in dieses Zimmer gelangen konnte, war dasselbe unverschlossen und kennen Sie Jemand, haben Sie einen Feind, dem Sie zutrauen, daß er Verdacht auf Sie lenken wollte?«

Der Beamte beobachtete Margareth scharf – er bot ihr ja ein Mittel, jemand Anders zu verdächtigen, und er sah es, daß Margareth dies ebenfalls fühlte. Ihre Antwort täuschte jedoch seine Erwartung. »Ich weiß nicht, ob ich mein Zimmer verschlossen habe,« erwiederte sie, »aber ich glaube es nicht, denn der Ruf, der mich weckte, flößte mir großen Schrecken ein, ich dachte nur an den General. Ich war nur etwa zwei Stunden unten, man machte mir ja dort den Aufenthalt unmöglich, und in dieser Zeit war Alles im Schlosse in größter Aufregung, da dachte wohl Niemand daran, mein Zimmer zu betreten. Ich habe Feinde im Hause, aber für so schlecht halte ich Niemand, daß er sich auf mein Zimmer geschlichen, um etwas zu thun, was mich in so gräßlichen Verdacht bringt, wenn man mir auch Entsetzliches zutraut. Nein. Ich kann mir nicht erklären, wie mein Kleid beschmutzt worden ist, aber ich halte auch Niemand solcher That fähig.«

»Sie bemerkten beim Entkleiden also nichts? War Ihr Zimmer genügend erhellt?«

»Ich hatte wie gewöhnlich mein Licht, mit dem ich hinauf gekommen, ein zweites zündete ich nicht an. Da fällt mir bei, daß Minna auch wohl nichts an dem Kleide bemerkte, denn sie hat wenigstens nichts gesagt.«

»Minna ist wohl Ihre Zofe?« rief Huck und sein Antlitz klärte sich plötzlich auf, als freue er sich, dem Gefühl, welches ihn bei der ruhigen Haltung Margarethas wieder beschlichen, Bestätigung geben zu können.

Er zog die Schelle, als Margareth seine Frage bejahte und bemerkte, die Zofe werde wahrscheinlich beim Aufräumen des Korridors sein, sie habe eben ein Geräusch gehört, als ob Jemand mit dem Besen an die Wand stoße.

Minna erschien, ihr Antlitz war echauffirt, ihr Blick war auffällig scheu, man sah ihr eine innere Unruhe an, aber es war das dadurch zu erklären, daß sie wahrscheinlich an der Thüre gehorcht hatte und jetzt den strengen, forschenden Blick des Beamten auf sich geheftet sah.

Huck stellte sich so, daß er gleichzeitig auch Margareth beobachten konnte, ob sie etwa der Zofe einen Wink gab.

»Haben Sie gestern Abend etwas Auffälliges an dem Kleide des gnädigen Fräuleins bemerkt?« fragte er.

Minna erröthete noch mehr, sie zitterte. »Ich weiß nicht,« stotterte sie. »Was soll's gewesen sein?«

»Geben Sie Antwort ohne Furcht. Bemerkten Sie gestern Abend an dem Kleide weißen Staub wie von Zucker?«

»Ja –« antwortete Minna zögernd.

Das hatte der Beamte nicht erwartet. Er fuhr auf, sein Blick schien Margareth durchbohren zu wollen.

Margareth schien betroffen, aber weder erregt noch erzürnt. »Du sagtest ja nichts davon?« bemerkte sie in ruhigem Tone.

»Doch – nein – ich dachte, Sie würden schelten,« stotterte Minna, deren Gesicht glühte, ohne das Auge zu erheben.

Das Mädchen machte den Eindruck, als ob sie die Unwahrheit rede oder sich sehr fürchte.

»Weshalb sollte das Fräulein schelten?« forschte Huck. »Fürchten Sie sich nicht, reden Sie die volle Wahrheit.«

»Das gnädige Fräulein,« antwortete Minna jetzt dreister und in einer Weise, die fast trotzig erschien, als wolle sie sich nicht mehr fürchten, »ist immer schlechter Laune, wenn ein Flecken an ihren Kleidern ist, und dann zankt sie mit mir. Ich war still, aber ich dachte, ich wolle das Kleid heute Morgen, ehe sie sich ankleidet, ausschütteln und rein machen.«

In Margarethas Antlitz malte sich Empörung, die Worte der Zofe schienen sie sehr zu erregen.

»Sie können Ihre Aussage beschwören?« fragte Huck die Zofe. »Ueberlegen Sie wohl, was Sie sagen.«

»Ich kann's beschwören,« antwortete Minna.

»Es ist gut,« sagte Huck, »Sie können gehen.« Dann wendete er sich zu Margareth, und mit einem Blick kalter Verachtung sagte er, als Minna das Gemach verlassen: »Im Namen des Königs sind Sie verhaftet. Sie werden sich mit mir in ein anderes Zimmer begeben; Gerichtsschreiber, legen Sie den Schrank, die Kommode und später dies Zimmer unter Siegel. Nehmen Sie einen Hut und Mantel, Fräulein, denn ich muß Sie, sobald die weiteren Anordnungen getroffen sind, nach *** in Untersuchungshaft führen, dieses Zimmer dürfen Sie nicht wieder betreten.«

Margareth errieth schon bei den ersten Worten des Beamten aus dem Tom desselben, was ihr bevorstehe. Sie zeigte sich stärker und gefaßter, als dies zu erwarten gewesen, aber das Ungeheure erschien ihr leichter zu ertragen, als die Marter des Verhörs. Sie erhob sich, ohne ein Wort zu sagen, nahm Mantel und Hut und wollte sich schwankenden Schrittes zur Thüre wenden, da plötzlich stockte sie, Thränen füllten ihr plötzlich das Auge und laut schluchzend fragte sie, auf zwei kleine Bilder an der Wand deutend: »Darf ich mir die Bilder mitnehmen?«

Es waren die Photographien der Eltern Margareth's. So schmerzlich war der Ausdruck ihrer Züge, so rührend die Geberde, mit der sie die Bitte aussprach, daß Huck sich wieder erschüttert fühlte. Er nahm die Bilder ab und reichte sie ihr.

»Ich wollte, ein Anderer wäre an meiner Stelle hier,« flüsterte er dem Gerichtschreiber zu, als sie Margareth in ein anstoßendes Gemach führten, »dieses Weib macht mich irre an meiner Vernunft. Versiegeln Sie rasch das Zimmer, Sie müssen bei ihr bleiben, während ich die Abführung vorbereite und noch Einiges erledige; sie könnte sich ein Leid anthun wollen, sie darf nicht allein bleiben.«

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