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Die Bauern

Honoré de Balzac: Die Bauern - Kapitel 8
Quellenangabe
pfad/balzac/bauern/bauern.xml
typefiction
authorHonoré de Balzac
titleDie Bauern
publisherGeorg Müller
seriesMenschliche Komödie
volumeSzenen aus dem Landleben
year1925
translatorPaul Hansmann
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
created20081020
modified20180411
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VII

Verschwundene soziale Spezies

Die Besitzung Les Aigues konnte nicht ohne Verwalter auskommen, denn der General beabsichtigte nicht auf die Wintervergnügen in Paris zu verzichten, wo er in der rue Neuve-des-Mathurins ein prachtvolles Hotel besaß. Er mußte also einen Nachfolger für Gaubertin suchen; suchte ihn aber gewißlich nicht mit größerer Sorgfalt, als Gaubertin anwandte, ihm einen aus seinen Händen zu geben. Von allen Vertrauensstellungen erfordert keine mehr erworbene Kenntnisse als auch Betriebsamkeit wie die eines Verwalters einer großen Besitzung. Diese Schwierigkeit ist nur reichen Besitzern bekannt, deren Güter über eine bestimmte Zone um die Hauptstadt hinaus liegen, und die bei einer Entfernung von etwa vierzig Meilen beginnt. Da hören die feldbebauenden Betriebe auf, deren Produkte in Paris feste Absatzquellen finden, und die sichere Einkünfte durch langdauernde Verträge liefern, für die es stets viele, selbst reiche Abnehmer gibt. Diese Pächter kommen im Kabriolett, um ihren Mietzins in Bankbillets zu zahlen, wenn nicht gar ihre Leute, welche die Vorräte auf den Markt bringen, ihre Zahlungen besorgen. Auch sind die Pachtgüter in den Departements Seine und Oise, Seine und Marne, Oise, Eure und Loire, Seine-Inférieure und Loiret so gesucht, daß Kapitalien sich dort nicht immer zu eineinhalb Prozent unterbringen lassen. Verglichen mit den Landbesitzeinkünften in Holland, England und Belgien ist dieser Ertrag noch ungeheuer; doch fünfzig Meilen fern von Paris ist ein beträchtlicher Landbesitz mit so vielen verschiedenen Nutzungen, so vielen Produkten verschiedener Natur verbunden, daß er eine Industrie mit allen Chancen der Fabrik darstellt. Solch ein reicher Besitzer ist nur ein Kaufmann, der sich genötigt sieht, seine Erzeugnisse nicht mehr und nicht weniger wie ein Eisen- oder Baumwollfabrikant unterzubringen. Sogar die Konkurrenz kann er nicht vermeiden: der Bauer, die kleine Besitzung, machen ihm erbittert Konkurrenz, indem sie sich zu Transaktionen herbeilassen, die wohlerzogenen Leuten nicht anstehen.

Ein Verwalter muß sich auf die Vermessung, auf die Landesgebräuche, die dort üblichen Kauf- und Nutzungsweisen, auf etwas Rechtsverdrehung, um die ihm anvertrauten Interessen zu vertreten, auf kaufmännische Buchführung verstehen, eine ausgezeichnete Gesundheit besitzen und besondere Vorliebe für Reiten und Bewegung haben.

Da er stets den Herrn vertreten und immer mit ihm in Verbindung stehen muß, kann der Verwalter kein Mann aus dem Volke sein. Da es wenige Verwalter gibt, die dreitausend Franken Gehalt beziehen, scheint dies Problem unlösbar zu sein. Wie soll man für einen mäßigen Preis auf so viele Eigenschaften in einem Lande treffen, wo Leute, die sie besitzen, zu allen Aemtern zugelassen werden? . . . Einen Mann kommen lassen, der das Land nicht kennt, hieße die Erfahrungen, die er dort sammelt, teuer bezahlen. Einen an Ort und Stelle erwählten jungen Mann zu nehmen, heißt oft eine Undankbarkeit dick mästen. Man muß also zwischen einer unfähigen Rechtschaffenheit, die durch Trägheit oder Kurzsichtigkeit schadet, und der Geschicklichkeit wählen, die an sich denkt. Daraus ergibt sich die soziale Nomenklatur und die Naturgeschichte der Verwalter, die ein großer polnischer Edelmann wie folgt definiert hat: »Wir haben,« sagte er, »zwei Arten von Verwaltern: den, der nur an sich denkt, und den, der an uns und an sich denkt; glücklich ist der Gutsherr, welcher an den zweiten gerät! Einem, der nur an uns denkt, ist man bislang noch nicht begegnet.«

Uebrigens hat man die Person eines Verwalters, der an seine Interessen und die seines Herrn denkt, in »Ein Début im Leben«, in den »Szenen aus dem Privatleben« sehen können. Gaubertin ist der ausschließlich mit seinem Glücke beschäftigte Verwalter. Das dritte Glied dieses Problems vorzuweisen, hieße der allgemeinen Verwunderung eine unwahrscheinliche Persönlichkeit darbieten, welche der Adel nichtsdestoweniger gekannt hat (siehe »das Antiquitätenkabinett« in den »Szenen aus dem Provinzleben«), die aber mit ihm dahinschwand. Durch die ständige Vermögensteilung werden die aristokratischen Sitten unvermeidlich abgeändert. Wenn es augenblicklich in Frankreich keine zwanzig von Intendanten beaufsichtigte Vermögen gibt, wird man, außer wenn das Zivilrecht sich ändern sollte, in fünfzig Jahren keine hundert Großgrundbesitze mit einem Verwalter mehr finden. Jeder reiche Grundbesitzer wird selber über seine Angelegenheiten wachen.

Diese bereits beginnende Umbildung hat einer geistreichen alten Frau, die man gefragt hatte, warum sie seit 1830 den Sommer über in Paris bleibe, folgende Antwort suggeriert: »Ich besuche Schlösser nicht mehr, seitdem man Pachtungen aus ihnen gemacht hat.« Was aber wird dieser immer hitziger werdende Kampf, Mann gegen Mann, zwischen dem Reichen und dem Armen noch alles nach sich ziehen? Diese Studie ist nur geschrieben worden, um diese schreckliche soziale Frage zu beleuchten.

Man kann sich denken, welch seltsamen Verlegenheiten der General ausgesetzt war, nachdem er Gaubertin verabschiedet hatte. Wenn er wie alle Leute, denen es freisteht, etwas zu tun oder nicht zu tun, sich ganz unbestimmt gesagt hätte: »Ich will den Kerl da fortjagen!« würde er, die Ausbrüche seines kochenden Zorns – den Zorn des sanguinischen Haudegens – vergessend, die Gelegenheit in dem Moment, wo irgendeine Uebeltat seinen Augen die freiwillige Blindheit nehmen konnte, versäumt haben. Zum ersten Male Besitzer, hatte sich Montcornet, der ein Pariser Kind war, nicht im voraus mit einem Verwalter versehen, und nachdem er das Land studiert hatte, fühlte er, wie unumgänglich nötig für ihn ein Vermittler wurde, um mit so vielen Leuten aus so niedrigen Schichten zu verhandeln.

Gaubertin, dem die lebhaften Worte einer Szene, die zwei Stunden dauerte, die Verlegenheit klargemacht, in der der General sich bald befinden mußte, bestieg, nachdem er den Salon verlassen hatte, wo der Streit stattgefunden, seinen Klepper, galoppierte nach Soulanges und fragte dort die Soudry um Rat.

Das Wort »Wir trennen uns, der General und ich; wen können wir ihm als Verwalter vorsetzen, ohne daß er es ahnt!«, enthüllte ihnen ihres Freundes Gedanken. Man darf nicht vergessen, daß der Brigadier Soudry, seit siebzehn Jahren Polizeichef im Bezirk, durch seine Frau eine doppelte Portion jener List besaß, die den Kammerkätzchen der Opernmädchen eigentümlich ist.

»Er könnte lange laufen«, sagte Madame Soudry, »bis er jemand fände, der unsern armen Sibilet aufwiegt!«

»Er ist ruiniert!« rief Gaubertin, noch rot von seinen Demütigungen. »Lupin,« sagte er zu dem Notar, der dieser Verhandlung beiwohnte, »eilen Sie doch nach Ville-aux-Fayes und bearbeiten Sie Maréchal, für den Fall, daß unser schöner Kürassier ihn um Rat angeht!«

Maréchal war der Sachwalter, den sein alter Chef, der des Generals Geschäfte in Paris führte, Monsieur de Montcornet, nach der glücklichen Erwerbung von les Aigues natürlich als Berater vorgeschlagen hatte.

Dieser Sibilet, der älteste Sohn des Gerichtsschreibers von Ville-aux-Fayes, ein Notariatsschreiber ohne einen blanken Heller Vermögen, hatte sich mit fünfundzwanzig Jahren bis über die Ohren in die Tochter des Friedensrichters in Soulanges verliebt.

Dieser würdige Beamte mit fünfzehnhundert Franken Gehalt, namens Sarcus, hatte ein vermögensloses Mädchen, des Apothekers von Soulanges, Monsieur Vermuts älteste Tochter, geheiratet. Obwohl sie einzige Tochter war, konnte Mademoiselle Sarcus, die statt an Geld an Schönheit reich war, mit dem Gehalte, das man einem Notarschreiber in der Provinz zahlt, weder leben noch sterben. Der junge Sibilet, der mit Gaubertin durch eine Heirat verwandt war, die bei den Familienvermischungen, die fast alle Bürger kleiner Städte zu Vettern machen, ziemlich schwer zu erkennen war, verdankte seines Vaters und Gaubertins Bemühungen eine magere Stellung beim Katasteramt. Der Unglückliche hatte das furchtbare Glück, sich in drei Jahren als Vater zweier Kinder zu sehen. Der Gerichtsschreiber, der selber fünf Kinder auf dem Halse hatte, konnte seinem ältesten Sohne nicht helfend beispringen. Der Friedensrichter besaß nur sein Haus in Soulanges und dreihundert Franken Rente. Die meiste Zeit über blieb daher die junge Madame Sibilet bei ihrem Vater und lebte dort mit ihren beiden Kindern. Adolphe Sibilet war genötigt, in dem Bezirke herumzureisen und sah seine Adeline nur von Zeit zu Zeit. Vielleicht erklärt eine so aufgefaßte Ehe die Fruchtbarkeit der Weiber.

Obwohl dieser Blick auf die Existenz des jungen Sibilet Gaubertins Ausruf begreiflich macht, verlangt er doch noch einige Einzelheiten. Der, wie man aus seiner Schilderung hat erkennen können, außerordentlich unangenehme Adolphe Sibilet gehörte zu jener Art Männer, die ein Weiberherz nur über Standesamt und Altar erringen können. Mit einer Geschmeidigkeit begabt, die jener der Spiralfedern vergleichbar ist, pflegte er nachzugeben, mit dem Vorbehalte, auf seine Absicht wieder zurückzukommen. Solch betrügliche Anlage sieht nach Feigheit aus; doch die Praxis bei einem Provinznotar hatte Sibilet die Gewohnheit annehmen lassen, diesen Fehler hinter einer mürrischen Miene zu verstecken, die eine mangelnde Kraft heuchelt. Viele unaufrichtige Menschen verstecken ihre Plattheit unter einem barschen Wesen. Fahrt sie derb an und ihr werdet die Wirkung eines Nadelstichs in einen Ballon erleben. So war der Sohn des Gerichtsschreibers beschaffen. Da aber die meisten Menschen keine Beobachter sind und dreiviertel der Beobachter post festum ihre Beobachtungen machen, galt Adolphe Sibilets brummige Miene als Ausdruck einer rauhen Freimütigkeit, einer von seinem Vorgesetzten gerühmten Befähigung und seiner spröden Redlichkeit, die noch keine Probe in Versuchung gebracht hatte. Es gibt Leute, die von ihren Fehlern wie andere von ihren guten Eigenschaften bedient werden.

Adeline Sarcus, eine hübsche Person, die von ihrer drei Jahre vor dieser Ehe gestorbenen Mutter so gut erzogen worden war, wie eine Mutter eine einzige Tochter inmitten einer Kleinstadt erziehen kann, liebte den jungen und schönen Lupin, den einzigen Sohn des Notars in Soulanges. Schon in den ersten Kapiteln dieses Romans schickte der Vater Lupin, der für seinen Sohn Mademoiselle Elise Gaubertin im Auge hatte, den jungen Amaury Lupin nach Paris zu seinem Geschäftsfreund Herrn Crottat, einen Notar, wo Amaury, angeblich um Aktenstücke und Kontrakte aufsetzen zu lernen, mehrere Torheitsakte beging und, verleitet durch einen gewissen Georges Marest, einen Büroschreiber, einen reichen jungen Mann, der ihn in die Mysterien des Pariser Lebens einweihte, Schulden kontrahierte. Als Lupin seinen Sohn aus Paris abholte, hieß Adeline bereits Madame Sibilet. Als der verliebte Adolphe sich einstellte, beschleunigte der alte Friedensrichter, durch Lupins Vater gedrängt, in der Tat die Heirat, in die Adeline aus Verzweiflung einwilligte.

Beim Katasteramt kommt man nicht vorwärts. Es ist wie viele dieser zukunftslosen Verwaltungszweige, eine Art Loch im Regierungsschaumlöffel. Die Leute, die sich diese Löcher als Beruf erwählen (Topographen, Brücken- und Straßenbauer, Professoren) merken stets ein bißchen zu spät, daß Geschicktere, die an ihrer Seite sitzen, sich jedesmal vom Schweiße des Volkes nähren, wie die Schriftsteller der Opposition stets erklären, wenn der Schaumlöffel vermittels jenes Budget genannten Schöpfwerkes in die Steuern taucht. Da Adolphe von morgens bis abends arbeitete und wenig Nutzen durch die Arbeit erlangte, erkannte er bald die unfruchtbare Tiefe seines Loches. So dachte er denn, wenn er von Gemeinde zu Gemeinde trabte und sein Gehalt für Schuhsohlen und Reisekosten verausgabte, daran, sich eine feste und einträgliche Stellung zu suchen.

Man kann sich nicht vorstellen, außer wenn man scheelsüchtig ist und zwei Kinder aus rechtmäßiger Ehe besitzt, wieviel Ehrgeiz drei Jahre der Leiden, die mit Liebe vermischt waren, in diesem Burschen freigemacht hatten, dessen Geist und Blick gleicherweise schielten, und dessen Glück auf schlechten Füßen stand, um nicht zu sagen, hinkte. Das stärkste Element geheimer böser Handlungen und unbekannter Niederträchtigkeiten ist vielleicht ein unvollständiges Glück. Lieber nimmt der Mensch vielleicht ein hoffnungsloses Unglück hin als jene Sonnen- und Liebesmomente zwischen beständigen Regenschauern. Wenn der Körper sich Krankheiten dabei zuzieht, holt sich die Seele dabei den Aussatz des Neides. Bei den niedrigen Geistern artet dieser Aussatz in eine feige und gleichzeitig brutale, in eine kühne und gleichzeitig versteckte Begehrlichkeit aus. Bei kultivierten Geistern erzeugt er antisozialistische Doktrinen, deren man sich als Fußschemel bedient, um Herr zu werden über seine Vorgesetzten. Könnte man daraus nicht folgendes Sprichwort machen: »Sage mir, was du hast, und ich werde dir sagen, was du denkst?«

So lieb er seine Frau auch hatte, sagte Adolphe sich zu jeder Stunde: »Ich hab' eine Dummheit gemacht. Drei Kugeln hab' ich am Bein, und hab' doch nur zwei Beine! Ehe ich mich verheiratete, hätte ich mir ein Vermögen erwerben müssen. Eine Adeline findet man immer, und Adeline wird mich hindern, ein Vermögen zu finden.«

Adolphe, Gaubertins Verwandter, hatte diesem drei Besuche in drei Jahren gemacht. Aus einigen Worten erkannte Gaubertin im Herzen seines Verwandten jenen Schlamm, der an den heißen Konzeptionen des legalen Diebstahls gebacken werden will. Boshaft sondierte er diesen Charakter, der fähig war, sich den Forderungen eines Planes anzupassen, vorausgesetzt, daß er dabei auf seine Kosten käme. Bei jedem Besuche brummte Sibilet:

»Verwenden Sie mich doch, lieber Vetter; nehmen Sie mich doch als Gehilfen an und machen Sie mich zu Ihrem Nachfolger. Sie werden mich bei der Arbeit sehen! Ich bin imstande, Berge abzutragen, um meiner Adeline, ich will nicht sagen, Luxus, doch eine bescheidene Wohlhabenheit zu verschaffen. Sie haben Monsieur Leclercqs Glück gemacht, warum bringen Sie mich nicht in Paris bei der Bank unter?«

»Wir werden später sehn, ich werd' dich placieren,« erwiderte der ehrgeizige Verwandte: »erwirb dir Kenntnisse, alles nützt!«

Bei solcher Verfassung sorgte der Brief, in welchem Madame Soudry ihrem Schützling schrieb, er solle in aller Eile kommen, dafür, daß Adolphe durch tausend Luftschlösser hindurch nach Soulanges eilte. Vater Sarcus, dem die Soudry die Notwendigkeit bewiesen, einen Schritt im Interesse seines Schwiegersohns zu tun, hatte sich schon am folgenden Morgen dem General vorgestellt und ihm Adolphe als Verwalter vorgeschlagen. Auf Madame Soudrys Rat hin, die das Orakel der kleinen Stadt geworden war, hatte der Biedermann seine Tochter mitgenommen, deren Anblick den Grafen Montcornet tatsächlich günstig stimmte.

»Ich will mich nicht entscheiden,« antwortete der Graf, »ohne Auskünfte eingezogen zu haben; doch will ich niemanden suchen, bis ich geprüft habe, ob Ihr Schwiegersohn allen Bedingungen gerecht werden kann, die für solchen Posten notwendig sind. Der Wunsch, ein so reizendes Wesen in Les Aigues festzuhalten . . .«

»Mutter zweier Kinder, General,« sagte Adeline schlau genug, um der Galanterie des Kürassiers zu entgehen.

Alle Schritte des Generals wurden von den Soudry, von Gaubertin und Lupin in erstaunlicher Weise vorausgesehen. Sie verschafften ihrem Kandidaten im Bezirkshauptorte, wo ein königlicher Gerichtshof seinen Sitz hat, die Protektion des Rats Gendrin, eines entfernten Verwandten des Präsidenten von Ville-aux-Fayes, die des Barons Bourlac, des Generalprokurators, der den jungen Soudry förderte, und dann den eines Rats der Präfektur namens Sarcus, eines Vetters dritten Grades des Friedensrichters. Von seinem Sachwalter bis zur Präfektur, an die der General sich selber wandte, war alle Welt also dem armen Katasterbeamten, der überdies solche Teilnahme einflößte, wie es hieß, gnädig gesinnt. Seine Ehe machte Sibilet untadelig wie ein Roman von Miß Edgeworth und stellte ihn obendrein noch als einen uneigennützigen Mann hin. Die Zeit, welche der fortgejagte Verwalter notgedrungener Weise noch in Les Aigues verbrachte, wurde von ihm ausgenutzt, um seinem alten Herrn Verlegenheiten zu bereiten. Eine einzige der kleinen von ihm gespielten Szenen läßt alle übrigen erraten. Am Morgen vor seinem Weggange richtete er es so ein, daß er Courte-Cuisse begegnete, dem einzigen Wächter, den er für les Aigues hatte, dessen Ausdehnung mindestens ihrer drei erforderte.

»Nun, Monsieur Gaubertin,« fragte ihn Courte-Cuisse, »Sie haben sich also mit unserem Herrn gezankt?«

»Man hat's dir bereits gesagt! . . .« antwortete Gaubertin. »Schön, ja; der General beabsichtigt uns wie seine Kürassiere zu behandeln; er kennt die Burgunder nicht! Der Herr Graf ist nicht zufrieden mit meinen Diensten, und, da ich mit seinem Wesen nicht zufrieden bin, sind wir beide aneinander geraten, beinahe handgreiflich; denn er ist heftig wie ein Sturm . . . Nimm dich in acht, Courte-Cuisse! Ach, mein Alter, ich hatte geglaubt, dir einen besseren Herrn geben zu können! . . .«

»Ich weiß es wohl,« antwortete der Wächter, »und ich würde Ihnen gern gedient haben. Donnerwetter, wenn man sich seit zwanzig Jahren kennt! Sie haben mich hier angestellt zur Zeit der armen lieben verehrungswürdigen Madame! Ach, welch eine gute Frau! So eine gibt's nicht mehr . . . Das Land hat seine Mutter verloren! . . .«

»Sag doch, Courte-Cuisse, wenn du willst: kannst du uns da gute Hilfe leisten?«

»Sie bleiben also im Lande? Man sagte uns, Sie würden nach Paris gehen! . . .«

»Nein, in Erwartung des Endes, das die Dinge nehmen, werd' ich mich in Ville-aux-Fayes beschäftigen. Der General ahnt nicht, wie das Land hier beschaffen ist, er wird sich verhaßt machen, siehst du . . . Man muß sehen, wie das ausgeht. Tue deinen Dienst nur so obenhin. Er wird dir sagen, du sollst die Leute mit dem Stock regieren; denn er sieht ja genau, wo der Hase im Pfeffer liegt. Aber du wirst ja nicht so dumm sein, dich dem auszusetzen, daß du aus Liebe zu seinem Holz von den Leuten des Landes verwammst wirst oder dir vielleicht noch was Schlimmeres zustößt!«

»Er wird mich fortschicken, mein lieber Monsieur Gaubertin, und Sie wissen ja, wie glücklich ich in dem Avonnetor bin . . .«

»Der General wird seine Besitzung bald über kriegen,« erwiderte ihm Gaubertin, »und du sollst nicht lange draußen sein, wenn er dich etwa fortschickt. Uebrigens, siehst du jene Wälder da . . .« sagte er in die Landschaft weisend, »ich werde dort stärker sein als die Herren!«

Diese Unterhaltung fand auf einem Felde statt.

»Diese Arminacs von Parisern sollten lieber in ihrem Pariser Dreck bleiben,« sagte der Wächter.

Seit den Streitigkeiten des XV. Jahrhunderts ist das Wort Arminacs (Armagnacs, die Pariser, Widersacher der Herzöge von Burgund) als ein Schimpfname an der Grenze von Hochburgund zurückgeblieben, wo er sich den Oertlichkeiten entsprechend auf verschiedene Weise korrumpiert hat.

»Er wird dorthin zurückkehren, aber geschlagen!« sagte Gaubertin, »und wir werden den Park von les Aigues eines Tages kultivieren; denn es heißt das Volk bestehlen, wenn man der Zerstreuung eines Menschen neunhundert Arpent besten Bodens des Tales überläßt!«

»Ei, Donnerwetter, davon könnten vierhundert Familien leben! . . .« sagte Courte-Cuisse.

»Wenn du zwei Arpent davon willst, du, da drinnen, so mußt du uns helfen, den Hund da zu vertreiben! . . .«

Im Augenblick, wo Gaubertin diesen Bannfluch schleuderte, stellte der ehrenwerte Friedensrichter dem gefeierten Obersten der Kürassiere seinen Schwiegersohn Sibilet vor. In Adelines und ihrer Kinder Begleitung waren sie alle in einer korbgeflochtenen Halbkutsche gekommen, die man sich von dem Kanzlisten des Friedensgerichts, einem Monsieur Gourdon, dem Bruder des Arztes in Soulanges, der reicher als der Beamte war, geliehen hatte. Dies der Würde der Beamtenschaft so widersprechende Schauspiel sieht man bei allen Friedensgerichten, bei allen Gerichtshöfen erster Instanz, wo das Vermögen des Gerichtsschreibers das des Präsidenten in den Schatten stellt, während es doch so natürlich sein würde, die Gerichtsschreiber geringer zu besolden und die Prozeßkosten entsprechend zu vermindern . . .

Befriedigt von der Treuherzigkeit und dem Charakter des würdigen Beamten, von der Anmut und äußeren Erscheinung Adelines, welche beide in ihren Versprechungen aufrichtig waren, denn Vater und Tochter ahnten nichts von dem diplomatischen Charakter, den Gaubertin Sibilet auferlegt hatte, gewährte der Graf diesem jungen und rührenden Haushalte zu allernächst Bedingungen, welche des Verwalters Lage der eines Unterpräfekten erster Klasse gleich machten.

Ein Pavillon, der von Bouret erbaut worden war, um einen Aussichtspunkt zu schaffen und den Verwalter unterzubringen, und dessen Architektur durch die Beschreibung des Blangytors genugsam geschildert ist, wurde den Sibilets als Wohnung angewiesen. Der General strich auch das Pferd nicht, das Mademoiselle Laguerre Gaubertin zugebilligt hatte infolge der Ausdehnung ihrer Besitzung und der Entfernung der Märkte, wo die Geschäfte abgeschlossen wurden, und infolge der Bedürfnisse der Ueberwachung. Er bewilligte fünfundzwanzig Sester Getreide, drei Faß Wein, Holz nach Bedarf, Hafer und Heu im Ueberfluß und endlich drei Prozent von der Einnahme. Da, wo Mademoiselle Laguerre im Jahre 1800 mehr als vierzigtausend Livres Rente einnehmen mußte, wollte der General 1818 nach den zahlreichen und bedeutenden Erwerbungen, die er gemacht hatte, billigerweise ihrer sechzigtausend haben. Der neue Verwalter konnte eines Tages also annähernd zweitausend Franken in Silber verdienen. Untergebracht, ernährt, mit Heizung versorgt, steuerfrei, mit Pferd und Geflügelhof versehen wie er war, erlaubte ihm der Graf noch einen Gemüsegarten zu bebauen, indem er ihm versprach, ihn einiger Gärtnertagelöhne wegen nicht schikanieren zu wollen. Solche Vorteile waren wahrlich mehr als zweitausend Franken wert. So bedeutete für einen Mann, der beim Katasteramt elfhundert Franken verdiente, Les Aigues zu verwalten soviel wie aus der Dürftigkeit in die Fülle zu kommen.

»Widmen Sie sich meinen Interessen,« sagte der Graf, »und es soll das nicht mein letztes Wort gewesen sein. Erstens könnte ich Ihnen die Steuererhebung von Conches, Blangy und Cerneux verschaffen, indem ich sie vom Soulanger Steueramt trenne. Zweitens werden Sie, wenn Sie meine Einkünfte auf sechzigtausend Franken gebracht haben, auch noch belohnt werden.« Unglücklicherweise hatten der würdige Friedensrichter und Adeline im Ueberschwang ihrer Freude die Unklugheit, Madame Soudry des Grafen Versprechen hinsichtlich der Steuererhebung anzuvertrauen, ohne daran zu denken, daß der Soulanger Steuereinnehmer, namens Guerbet, ein Bruder des Soulanger Postmeisters und, wie man später sehen wird, mit Gaubertin und den Gendrin verbündet war.

»Das wird sich nicht so leicht machen lassen, liebe Kleine,« sagte Madame Soudry, »doch hindere den Grafen nicht, seine Maßnahmen zu treffen, man weiß nicht, wie leicht oft die schwierigsten Dinge sich in Paris durchsetzen lassen. Ich hab' den Chevalier Gluck zu Füßen der seligen Madame gesehen, und sie hat seine Rolle gesungen, sie, die sich für Piccini, einen der liebenswürdigsten Männer seiner Zeit, hätte in Stücke hacken lassen! Niemals ging dieser liebe Herr zu Madame hinein, ohne mich um die Taille zu fassen und mich sein ›schönes loses Mädchen‹ zu nennen!«

»Ei, ei,« rief der Brigadier, als seine Frau ihm diese Neuigkeit mitgeteilt hatte, »glaubt er, daß er unser Land leiten, hier alles nach seiner Weise ummodeln, daß er die Leute hier im Tale wie die Kürassiere seines Regiments rechts und links schwenkt machen lassen kann? Diese Offiziere haben Herrschaftsgewohnheiten! . . . Doch Geduld! wir haben die Herren von Soulanges und von Ronquerolles für uns! . . . Armer Vater Guerbet, er ahnt ja nicht, daß man ihm die schönsten Rosen seines Stockes stehlen will! . . .«

Diese Phrase in Dorats Art hatte die Cochet von Mademoiselle, die sie von Bouret hatte, der sie wiederum von irgendeinem Redakteur des »Mercure« hatte; und Soudry wiederholte sie so oft, daß sie in Soulanges sprichwörtlich geworden ist.

Vater Guerbet, der Soulanger Steuereinnehmer, war ein geistreicher Mann, das heißt der Bruder Lustig der kleinen Stadt und einer von Madame Soudrys Salonhelden. Dieser Ausfall des Brigadiers gibt durchaus die Meinung wieder, die sich über den »Bourgeois von Les Aigues« von Conches bis nach Ville-aux-Fayes bildete, wo sie dank Gaubertins Bemühungen überall noch sehr verschlimmert ward.

Sibilets Einsetzung fand gegen Ende des Herbsts 1817 statt. Das Jahr 1818 ging hin, ohne daß der General Les Aigues betrat; denn die Vorbereitungen seiner Heirat mit Mademoiselle de Troisville, die in den ersten Tagen des Jahres 1819 geschlossen wurde, hielten ihn den größten Teil des vorhergehenden Sommers in der Gegend von Alençon auf dem Schlosse seines Schwiegervaters zurück, wo er seiner Zukünftigen den Hof machte. Außer Les Aigues und seinem prachtvollen Hause in Paris besaß der General de Montcornet sechzigtausend Franken Staatsrente und bekam den Sold eines zur Disposition gestellten Generalleutnants. Obwohl Napoleon den berühmten Haudegen zum Grafen des Kaiserreiches ernannt und ihm ein Wappen mit der mittelalterlichen Devise: »Zum Angriff geblasen!« verliehen hatte, wußte Montcornet, daß er ein Kunsttischlersohn des Faubourg Saint-Antoine war, was er freilich gern vergaß. Nun starb er vor Verlangen, zum Pair von Frankreich ernannt zu werden. Den Großcordon der Ehrenlegion, sein Sankt Ludwigskreuz und seine hundertvierzigtausend Franken Rente rechnete er für nichts. Vom Adelstick besessen, brachte ihn der Anblick eines Ordens vom heiligen Geiste außer sich. Der prächtige Kürassier von Eßling würde den Staub des Pont Royal aufgeleckt haben, um bei den Navarreins, den Lenoncourt, den Grandlieu, den Maufrigneuse, d'Espard, Vandenesse, den Verneuil, d'Herouville und den Chaulieu usw. empfangen zu werden.

Als es ihm seit 1818 festzustehen schien, daß ein Wechsel zugunsten der Familie Bonaparte unmöglich sei, ließ Montcornet sich durch einige ihm befreundete Frauen im Faubourg Saint-Germain austrommeln, und sein Herz, seine Hand, sein Hotel und sein Vermögen für den Preis irgendwelcher Verbindung mit einer großen Familie anbieten.

Nach unerhörten Bemühungen entdeckte die Herzogin von Carigliano einen Schuh für des Generals Fuß in einem der drei Zweige der Familie de Troisville, nämlich dem des Vicomte, der seit 1789 in russischen Diensten stand und 1815 von der Emigration zurückgekehrt war. Der Vicomte – arm wie ein jüngerer Sohn – war mit einer Prinzessin Scherbelhof verheiratet, die ein Vermögen von etwa einer Million besaß, hatte sich aber durch zwei Söhne und drei Töchter arm gemacht. Zu seiner alten und mächtigen Familie gehörte ein Pair von Frankreich, der Marquis von Troisville, der Chef des Namens und des Wappens, sowie zwei Deputierte, die alle zahlreiche Nachkommenschaft besaßen und ihrerseits im Staatshaushalt, im Ministerium und bei Hofe wie Fische um eine Brotrinde herum sich bewegten. Sobald Montcornet durch die Marschallin, eine der den Bourbonen ergebensten napoleonischen Herzoginnen, neu präsentiert wurde, ward er günstig aufgenommen. Montcornet forderte als Preis für sein Vermögen und eine blinde Liebe zu seiner Frau, in der königlichen Garde verwandt und zum Marquis und Pair von Frankreich ernannt zu werden; doch die drei Zweige der Familie Troisville versprachen ihm nur ihre Unterstützung.

»Sie wissen ja, was das zu sagen hat,« sagte die Marschallin zu ihrem alten Freunde, der sich über dies unbestimmte Versprechen beklagte. »Man kann über den König nicht verfügen, wir können ihn nur wollen lassen.«

Montcornet setzte Virginie de Troisville im Kontrakte zu seiner Erbin ein. Völlig unterjocht von seiner Frau, wie es aus Blondets Briefe hervorgeht, wartete er noch auf Nachkommenschaft. Aber er war von Ludwig XVIII. empfangen worden, der ihm den Cordon des Ordens vom heiligen Ludwig verlieh, ihm erlaubte, sein lächerliches Wappenschild mit dem Wappen der Troisville zu verbinden, und ihm den Marquistitel versprach, wenn er sich die Pairschaft durch Ergebenheit verdient haben würde.

Einige Tage nach dieser Audienz wurde der Herzog von Berry ermordet, die Marsanflagge trug den Sieg davon und das Ministerium Villèle kam ans Ruder. Alle von den Troisville gespannten Fäden wurden zerrissen, man mußte sie an neuen ministeriellen Pflöcken wieder anknüpfen.

»Warten wir,« sagten die Troisville zu Montcornet, der im Faubourg Saint-Germain überdies mit Höflichkeiten gefüttert wurde.

Das mag erklären, warum der General erst im Mai 1820 wieder nach Les Aigues kam.

Das für einen Kaufmannssohn des Faubourg Saint-Antoine unaussprechliche Glück, eine junge, elegante, geistreiche, sanfte Frau, kurz eine Troisville zu besitzen, die ihm die Tore zu allen Salons des Faubourg Saint-Germain geöffnet hatte, die Vergnügungen von Paris, die er in Fülle genoß, all diese verschiedenen Freuden löschten die Erinnerung an die Szene mit dem Verwalter so sehr aus, daß der General alles, was mit Gaubertin zusammenhing, sogar dessen Namen völlig vergessen hatte. 1820 führte er die Gräfin auf seine Besitzung Les Aigues, um sie ihr zu zeigen. Er hieß Sibilets Rechnungen und Maßnahmen gut, ohne sie allzu genau anzusehen: das Glück ist kein Krittler. Die Gräfin war sehr glücklich, in der Frau des Verwalters eine reizende Person zu finden, und machte ihr sowie den Kindern, an denen sie einen Augenblick Spaß hatte, Geschenke.

Sie beauftragte einen aus Paris gekommenen Architekten mit einigen Aenderungen in Les Aigues; denn sie nahm sich vor, was den General närrisch vor Freude machte, sechs Monate des Jahres an diesem herrlichen Orte zu verweilen. Alle Ersparnisse des Generals wurden durch die Aenderungen, die der Architekt auszuführen beauftragt war, und durch ein köstliches aus Paris bezogenes Mobiliar aufgebraucht. Les Aigues erhielt damals jenes letzte Cachet, das es zu einem einzigartigen Denkmal der verschiedenen Erlesenheiten vierer Jahrhunderte machte.

1821 wurde der General von Sibilet fast aufgefordert, vor dem Monat Mai zu kommen. Es handelte sich um wichtige Angelegenheiten. Die neunjährige Pacht zu dreißigtausend Franken, die Gaubertin 1812 mit einem Holzhändler abgeschlossen hatte, endigte am fünfzehnten Mai des Jahres.

So wollte Sibilet, der eifersüchtig auf seine Rechtlichkeit war, sich anfangs nicht in die Erneuerung des Vertrages hineinmischen. – »Sie wissen, Herr Graf,« schrieb er, »daß ich meine Finger von derartigen Dingen lasse.« Dann machte der Holzhändler auf die mit Gaubertin geteilte Entschädigung Anspruch, die Mademoiselle Laguerre sich in ihrer Prozeßangst hatte abpressen lassen. Diese Entschädigung gründete sich auf die Verwüstungen der Wälder durch die Bauern, die mit den Waldungen von Les Aigues umgingen, wie wenn sie dort ein Holzrecht hätten. Die Herrn Gebrüder Gravelot, Holzhändler in Paris, weigerten sich, die letzte Rate zu zahlen, indem sie sich erboten, durch Sachverständige feststellen zu lassen, daß der Ertrag der Wälder um ein Fünftel verringert wäre, und beriefen sich auf den üblen, von Mademoiselle Laguerre geschaffenen Präzedenzfall.

»Ich habe,« sagte Sibilet in seinem Briefe, »die Herren bereits vor das Gericht nach Ville-aux-Fayes zitiert; denn sie haben dort wegen dieses Pachtvertrages bei meinem alten Vorgesetzten, Herrn Corbinet, Aufenthalt genommen. Ich fürchte eine Verurteilung.«

»Es handelt sich um unsere Einkünfte, meine Liebe,« sagte der General, seiner Frau den Brief zeigend, »wollen Sie in diesem Jahre eher als im vorigen nach Les Aigues gehen?«

»Reisen Sie hin; nach den ersten schönen Tagen werde ich Ihnen folgen,« sagte die Gräfin, die ganz zufrieden war, allein in Paris zu bleiben.

Der Graf, der die tödliche Wunde kannte, durch welche die Blüte seiner Einkünfte verschlungen wurde, reiste also allein mit dem Vorsatz ab, strenge Maßnahmen zu treffen. Doch der General rechnete, wie man sehen wird, ohne seinen Gaubertin.

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