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Die Abstammung des Menschen

Charles Darwin: Die Abstammung des Menschen - Kapitel 5
Quellenangabe
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typereport
authorCharles Darwin
titleDie Abstammung des Menschen
publisherfourier
printrun1. Auflage
year1986
isbn3925037039
firstpub1871
translatorJ. Viktor Carus
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
created20090210
modified20160412
projectidb2a2001d
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Entwicklungshemmungen. – Entwicklungshemmungen sind verschieden von Wachsthumshemmungen; denn Körpertheile, die sich im Zustand der Entwicklungshemmung finden, fahren zu wachsen fort, während sie noch immer ihre frühere Beschaffenheit beibehalten. Verschiedene Monstrositäten fallen unter diese Kategorie und einige sind bekanntlich gelegentlich vererbt worden, wie z. B. die Gaumenspalte. Für unsern Zweck wird es genügen, auf die Entwicklungshemmung des Gehirns bei mikrocephalen Idioten hinzuweisen, wie sie Vogt in seiner größeren Abhandlung beschrieben hat.Mémoire sur les Microcéphales. 1867, p. 50, 125, 169, 171, 184-198. Ihre Schädel sind kleiner und ihre Hirnwindungen weniger compliciert als beim normalen Menschen. Die Stirnhöhlen oder die Vorsprünge über den Augenbrauen sind bedeutend entwickelt und die Kiefer sind prognath in einem »effrayanten« Grade, so daß diese Idioten gewissermaßen den niederen Typen des Menschen ähnlich sind. Ihre Intelligenz und die meisten ihrer geistigen Fähigkeiten sind äußerst schwach. Sie sind nicht im Stande, die Fähigkeit der Sprache zu erlangen, und sind einer fortgesetzten Aufmerksamkeit völlig unfähig, aber sehr geneigt, nachzuahmen. Sie sind kräftig und merkwürdig lebendig, beständig herumtanzend und springend und Grimassen schneidend. Sie kriechen oft Treppen auf allen Vieren hinauf und klettern merkwürdig gern an Möbeln oder Bäumen in die Höhe. Wir werden hierdurch an das Entzücken erinnert, mit welchem beinahe alle Knaben Bäume erklettern; und dies wiederum erinnert uns an junge Lämmer und Zicken, welche, ursprünglich alpine Thiere, sich daran ergötzen, auf jeden Hügel, wie klein er auch sein mag, zu springen. Blödsinnige ähneln niederen Thieren noch in andern Beziehungen; so hat man mehrere Fälle berichtet, wo sie jeden Bissen Nahrung erst sorgfältig berochen, ehe sie ihn in den Mund steckten. Einen Idioten hat man beschrieben, der zur Unterstützung der Hände oft seinen Mund gebrauchte, wenn er Läuse suchte. Sie sind oft schmutzig in ihrem Benehmen und haben kein Gefühl für Anstand; mehrere Fälle sind endlich beschrieben worden, wo ihr Körper merkwürdig haarig war.Professor Laycock faßt die Charaktere der thierähnlichen Idioten in der Art zusammen, daß er sie theroid nennt (Journal of Mental Science, July 1863). Dr. Scott (The Deaf and Dumb, 2. ed. 1870. p. 10) hat oft beobachtet, wie Geistesschwache ihre Nahrung beriechen, s. über denselben Gegenstand und über das Behaartsein der Idioten: Dr. Maudsley, Body and Mind, 1870, p. 46-51. Auch Pinel hat ein auffallendes Beispiel von Behaartsein bei einem Blödsinnigen mitgetheilt.

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