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Die Abstammung des Menschen

Charles Darwin: Die Abstammung des Menschen - Kapitel 48
Quellenangabe
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typereport
authorCharles Darwin
titleDie Abstammung des Menschen
publisherfourier
printrun1. Auflage
year1986
isbn3925037039
firstpub1871
translatorJ. Viktor Carus
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
created20090210
modified20160412
projectidb2a2001d
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Vierzehntes Capitel.

Vögel (Fortsetzung)

Wahl vom Weibchen ausgeübt. – Dauer der Bewerbung. – Nichtgepaarte Vögel. – Geistige Eigenschaften und Geschmack für das Schöne. – Vorliebe für, oder Antipathie gegen gewisse Männchen seitens der Weibchen. – Variabilität der Vögel. – Abänderungen zuweilen plötzlich auftretend. – Gesetze der Abänderung. – Bildung der Augenflecken. – Abstufungen der Charaktere. – Pfauhahn, Argus-Fasan und Urosticte.

Wenn die Geschlechter in Bezug auf die Schönheit ihrer Erscheinung, auf ihr Gesangsvermögen oder auf das Vermögen das zu producieren, was ich Instrumentalmusik genannt habe, von einander abweichen, so ist es beinahe unveränderlich das Männchen, welches das Weibchen übertrifft. Wie wir soeben gesehen haben, sind diese Eigenschaften offenbar für das Männchen von höchster Bedeutung. Werden sie nur für einen Theil des Jahres erlangt, so geschieht dies immer kurz vor der Paarungszeit. Es ist das Männchen allein, welches mit Sorgfalt seine verschiedenartigen Anziehungsmittel entfaltet und oft fremdartige Geberden auf dem Boden oder in der Luft in Gegenwart des Weibchens ausführt. Jedes Männchen treibt alle seine Nebenbuhler fort oder tödtet dieselben, wenn es kann. Wir können daher folgern, daß es die Absicht des Männchens ist, das Weibchen dazu zu veranlassen, sich mit ihm zu paaren, und zu diesem Zwecke versucht es, dasselbe auf verschiedenen Wegen zu reizen und zu bezaubern; dies ist auch die Meinung aller Derer, welche die Lebensgewohnheiten der Vögel sorgfältig studiert haben. Es bleibt aber hier eine Frage übrig, welche eine äußerst bedeutungsvolle Tragweite in Bezug auf geschlechtliche Zuchtwahl hat, nämlich: reizt jedes Männchen einer und derselben Species gleichmäßig das Weibchen und zieht jedes dasselbe gleichmäßig an? oder übt das Letztere eine Wahl aus und zieht dieses gewisse Männchen vor? Diese letztere Frage kann in Folge zahlreicher directer und indirecter Belege bejahend beantwortet werden. Viel schwieriger ist es aber zu entscheiden, welche Eigenschaften die Wahl der Weibchen bestimmen. Doch haben wir auch hier wiederum einige directe und indirecte Beweise dafür, daß in großem Maße das Anziehende der äußeren Erscheinung des Männchens es ist, welches hier in's Spiel kommt, obschon ohne Zweifel seine Kraft, sein Muth und andere geistige Eigenschaften desselben auch in Betracht kommen. Wir wollen mit den indirecten Beweisen beginnen.

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