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Deutsches Sagenbuch

Ludwig Bechstein: Deutsches Sagenbuch - Kapitel 433
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authorLudwig Bechstein
titleDeutsches Sagenbuch
publisherF. W. Hendel Verlag
editorKarl Martin Schiller
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431. Kaiser Friedrichs Hofgesinde

Gar vielerlei Volk und Einzelpersonen nennt die Sage, welche Kaiser Friedrichs unterirdischen Hofstaat bilden helfen. Die vornehmste Person nach ihm ist die Prinzessin, seine Tochter, eigentlich nur Nichte; ihr dienet eine Schar Edelfräulein, und reiten mit ihr zur Nachtzeit auf weißen Rossen und in weißen Kleidern über den Kamm des Kyffhäusergebirges, gesellen sich auch wohl dem wilden Heer und den Hörseelbergerinnen. Weiter eine Schar von Rittern, Mönchen und Zwergen, des Kaisers Hofgesinde, allzumal mit in den Bergesschoß hinabverwünscht. Endlich weilt auch drunten der Schmied von Jüterbog, des Kindermärchens Held, zu dem sich St. Petrus in eigner Person bemühte, drei Wünsche ihm schenkte, die der Schmied töricht genug tat, doch auch wirksam genug, mit ihnen den Tod zu bannen und dem Teufel das Leder so arg zu versohlen, daß dieser, als der Schmied gestorben war und nicht in den Himmel eingelassen ward, weil er sich nicht die ewige Seligkeit gewünscht, und auf die Hölle zumarschiert kam, sich so sehr fürchtete, daß er die Hölle alsbald verbarrikadieren ließ und in Belagerungszustand erklärte. Da konnte nun der arme Schmied von Jüterbog nicht in den Himmel und nicht in die Hölle, und im Fegefeuer mochte er gar nicht bleiben, es war ihm darin zu heiß, da suchte er das Kühle und ging hinunter unter die Kyffhäuserburg, und da ist er noch und beschlägt des Kaisers Pferde und die der Prinzessin und der Luftreiterinnen mit Hufeisen von blankem Golde. Wenn sie nicht immer in der Luft ritten, würden sie manchmal eins verlieren, so aber ist auf solchen Fund nicht zu hoffen. Venetianer, Steinsucher, Schatzgräber und Teufelbanner haben auf, im und am Kyffhäuser schon hundertfach ihr Wesen getrieben, auch davon gibt es viele Sagen und Geschichten; manchesmal sind sie durch Wesen, die dem unterirdischen Hofhalt angehörten, arg geschreckt worden. Auf der Rothenburg fand man auch das angebliche Götzenbild, den weitberufenen Püsterich, der in Sondershausen noch vorhanden ist, und über den auch ganze Bücher voll zusammenfabuliert worden sind. Der Büchlein, Artikel und Aufsätze über den Püster sind, genau gezählt, netto vierundneunzig, und dies ist der fünfundneunzigste.

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