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Deutsches Sagenbuch

Ludwig Bechstein: Deutsches Sagenbuch - Kapitel 208
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authorLudwig Bechstein
titleDeutsches Sagenbuch
publisherF. W. Hendel Verlag
editorKarl Martin Schiller
year1930
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206. Dort tanzt Bornholm hin

Dieses Sprüchwort wird in Holstein häufig vernommen. Einst gab ein Dänenkönig diese dänische Insel der Stadt Lübeck in Versatz, weil er ihr ein ziemliches Geld schuldete. Nach einiger Zeit aber beehrte der König die Stadt Lübeck mit seinem Besuche, da ward ihm zu Ehren ein großes Bankett veranstaltet und ihm ein Tanzfest gegeben, und die Frau des Bürgermeisters mußte dem Könige zur Rechten sitzen, und er sagte ihr viel Schönes und führte sie zum Tanze, den ersten Reigen mit ihr zu tanzen. Und wie nun dieses Paar sich gar schön mit Tanzen blicken ließ, da sagten die Lübecker: Dort tanzt Bornholm hin!, denn sie wußten wohl, daß der Bürgermeister die vom Könige seiner Frau angetane Ehre werde im Übermaße zu schätzen wissen, und sie irrten auch nicht, denn gar bald danach hatte der Dänenkönig sein Pfand wieder frei, ohne die schuldigen Gelder bezahlt zu haben. Seitdem hat sich das Sprüchwort erhalten.

Andere erzählen diese Sage anders. Der Bürgermeister habe, von Eitelkeit gebläht, die Ehre haben wollen, mit der Frau Königin zu tanzen, und der König habe das ihm in höchsten Gnaden und nur unter der kleinen Bedingung gewährt, daß ihm Bornholm wieder freigegeben werde, und so sei es hingetanzt worden.

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