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Deutsche Sagen

Brüder Grimm: Deutsche Sagen - Kapitel 265
Quellenangabe
typelegend
booktitleDeutsche Sagen
authorBrüder Grimm
year1981
firstpub1816
publisherWinkler Verlag
addressMünchen
isbn3-538-05096-1
titleDeutsche Sagen
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170830
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Die Lilie im Kloster zu Korvei

Das Kloster der Abtei zu Korvei an der Weser hat von Gott die sonderbare Gnade gehabt, daß, sooft einer aus den Brüdern sterben sollte, er drei Tage zuvor, ehe er verschieden, eine Vorwarnung bekommen, vermittelst einer Lilie an einem ehernen Kranze, der im Chor hing. Denn dieselbe Lilie kam allezeit wunderbarlich herab und erschien in dem Stuhl desjenigen Bruders, dessen Lebensende vorhanden war; also daß dieser dabei unfehlbar merkte und versichert war, er würde in dreien Tagen von der Welt scheiden. Dieses Wunder soll etliche hundert Jahre gewährt haben, bis ein junger Ordensbruder, als er auf diese Weise seiner herannahenden Sterbestunde ermahnt worden, solche Erinnerung verachtet und die Lilie in eines alten Geistlichen Stuhl versetzt hat: der Meinung, es würde das Sterben dem Alten besser anstehen als dem jungen. Wie der gute alte Bruder die Lilie erblickt, ist er darüber, als über einen Geruch des Todes, so hart erschrocken, daß er in eine Krankheit, doch gleichwohl nicht ins Grab gefallen, sondern bald wieder gesund, dagegen der junge Warnungsverächter am dritten Tag durch einen jählingen Tod dahingerissen worden.

 


 

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