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Deutsche Sagen

Brüder Grimm: Deutsche Sagen - Kapitel 208
Quellenangabe
typelegend
booktitleDeutsche Sagen
authorBrüder Grimm
year1981
firstpub1816
publisherWinkler Verlag
addressMünchen
isbn3-538-05096-1
titleDeutsche Sagen
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170830
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Des Teufels Brand

Es liegt ein Städtlein im Schweizerland mit Namen Schiltach, welches im Jahr 1533 am 10. April plötzlich in den Grund abgebrannt ist. Man sagt, daß dieser Brand folgenderweise, wie die Bürger des Orts vor der Obrigkeit zu Freiburg angezeigt, entstanden sei: Es hat sich in einem Hause oben hören lassen, als ob jemand mit linder, lispelnder Stimme einem andern zuriefe und winkete, er solle schweigen. Der Hausherr meint, es habe sich ein Dieb verborgen, geht hinauf, findet aber niemand. Darauf hat er es wiederum von einem höheren Gemach her vernommen, er geht auch dahin und vermeint den Dieb zu greifen. Wie aber niemand vorhanden ist, hört er endlich die Stimme im Schornstein. Da denkt er, es müsse ein Teufelsgespenst sein, und spricht den Seinigen, die sich fürchten, zu, sie sollten getrost und unverzagt sein, Gott werde sie beschirmen. Darauf bat er zwei Priester zu kommen, damit sie den Geist beschwüren. Als diese nun fragten, wer er sei, antwortete er: »Der Teufel.« Als sie weiterfragten, was sein Beginnen sei, antwortete er: »Ich will die Stadt in Grund verderben!« Da bedräuen sie ihn, aber der Teufel spricht: »Euere Drohworte gehen mich nichts an, einer von euch ist ein liederlicher Bube, alle beide aber seid ihr Diebe.« Bald darauf hat er ein Weib, mit welchem jener Geistliche vierzehn Jahre zusammen gelebt, hinauf in die Luft geführt, oben auf den Schornstein gesetzt, ihr einen Kessel gegeben und sie geheißen, ihn umkehren und ausschütten. Wie sie das getan, ist der ganze Flecken vom Feuer ergriffen worden und in einer Stunde abgebrannt.

 


 

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