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Deutsche Ärzte-Reden aus dem 19. Jahrhundert

Erich Ebstein: Deutsche Ärzte-Reden aus dem 19. Jahrhundert - Kapitel 3
Quellenangabe
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authorErich Ebstein
titleDeutsche Ärzte-Reden aus dem 19. Jahrhundert
publisherVerlag von Julius Springer
editorErich Ebstein
year1926
correctorJosef Muehlgassner
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Verzeichnis der Reden.

Die mit * bezeichneten Stücke sind bisher unveröffentlicht.

1. Reil, Joh. Chr., Abschiedsrede in Halle (1810).

Geboren zu Rhaude in Ostfriesland am 28. Febr. 1759, gest. in Halle am 22. Nov. 1813. Von 1788-1810 war er Direktor der med. Klinik in Halle. Er folgte dann einem ehrenvollen Rufe nach Berlin. Indes erlag er wenige Jahre später, mit der Leitung der Kriegsspitäler betraut, selbst einer Infektionskrankheit. (Vgl. M. Neuburger, Reil. Stuttgart 1913).

*2. Schoenlein, Johannes ( Lucas), Eröffnung der med. Klinik in Würzburg (1819). [Mit Bildnis]

Geboren zu Bamberg am 30. Nov. 1793, gest. ebenda am 23. Januar 1864. In Landshut gebildet, ging er 1813 nach Würzburg mit einem fertigen Lebensprogramm. 1819 zeigte er, wie man Klinik halten sollte; 1821-1832 war er Ordinarius der klinischen Medizin in Würzburg. Seiner Stellung enthoben, rief man ihn bald (1833) nach Zürich, wo er bis Ende 1839 blieb. 1840 las er dort in deutscher Sprache Klinik und Vorlesungen bis zu seiner Emeritierung. Sein Otium cum dignitate verbrachte er in seiner Heimatstadt.

3. Oppolzer, Johann, Antrittsrede in Leipzig (1848).

Geboren am 4. April 1808 zu Gratzen in Böhmen, gest. in Wien am 16. April 1871 am selbst diagnostizierten Fleckfieber. Er promovierte am 21. Juli 1835, war dann Assistent in Prag (Febr. 1832-36). Am 16. September 1841 wurde er dort zum Prof. der med. Klinik ernannt und blieb in dieser Stellung bis Oktober 1848. Man rief ihn nach Leipzig. »Damit hatte ein Lehrer allerersten Ranges und ein Arzt von seltenen Qualitäten seinen Einzug gehalten: mit ihm die moderne Medizin« (His). Aber bald (1850) ging er nach Wien, wo er bis an sein Lebensende eine segensreiche Tätigkeit entfaltete.

4. Wunderlich, Carl ( Reinh.) August, Antrittsrede in Leipzig (1851).

Geboren am 4. August 1815 zu Sulz a. Neckar, gest. in Leipzig am 25. Sept. 1877. In Tübingen und Stuttgart vorgebildet, wurde er 1846 Direktor der med. Klinik in Tübingen. Herbst 1850 begann er in Leipzig seine segensreiche Tätigkeit. Sein »Handbuch der spez. Pathologie und Therapie« ist noch heute eine Fundgrube. Das »Verhalten der Eigenwärme in Krankheiten« führte das Thermometer erst recht in der Klinik und in den Familien ein. Im Sommer 1858 las er über »Geschichte der Medizin.« (Stuttgart 1859.)

5. Griesinger, Wilhelm, Gedenkrede auf Schoenlein (1864).

Geboren 29. Juli 1817 in Stuttgart, gest. in Berlin am 26. Oktober 1868. Als Freund Wunderlichs bildete er sich auch in Tübingen, hörte Schönlein in Zürich und war in den Jahren 1847-50 Polikliniker in Kiel. Kurze Zeit Leibarzt des Khediven in Kairo, wurde er 1854 Wunderlichs Nachfolger in Tübingen, und ging in gleicher Stellung 1860 nach Zürich und 1865 nach Berlin. Hier wurde er Direktor der psychiatrischen und von ihm begründeten Nervenklinik. (Vgl. Wunderlichs Nekrolog im Arch. d. Heilkunde. Bd. 10, S. 113 bis 150.)

6. Rokitansky, Karl von, Der selbständige Wert des Wissens (1867).

Geboren am 19. Febr. 1804 in Königgrätz, gest. am 23. Juli 1878 in Wien. Hier war er nach Johann Wagners Tode (1834) Prosektor des Wiener allg. Krankenhauses geworden und a. o. Prof. der pathol. Anatomie, und seit 1844 Ordinarius in seinem Fache. Sein von ihm herausgegebenes »Handbuch der patholog. Anatomie« besprach Rudolf Virchow kritisch (1846 und 1855); 1875 erschienen noch »Die Defekte der Scheidewände des Herzens«.

7. du Bois-Reymond, Emil, Über Geschichte der Wissenschaft (1872)

Geboren in Berlin am 7. Nov. 1818, gest. ebenda am 26. Dez. 1896. Er war Schüler und Assistent Johannes Müllers, 1858 nach dessen Tode sein Nachfolger auf dem Lehrstuhl der Physiologie. Sein Wort, »die deutsche Nervenphysik groß zu machen«, hat du Bois-R. gehalten. 1848-1860 erschienen seine »Untersuchungen über tierische Elektrizität«. Seine Tochter hat seine gesammelten »Reden« (1912) – in zweiter Auflage – herausgegeben.

8. Helmholtz, Hermann von, Das Denken in der Medizin (1877)

Geboren in Potsdam am 31. August 1821, gest. in Charlottenburg am 6. Sept. 1894. Er war anfangs (1848) Lehrer der Anatomie an der Kunstakademie in Berlin. 1849 rief man ihn als Prof. der Physiologie und allg. Pathologie nach Königsberg, 1855 nach Bonn und 1858 nach Heidelberg, wo er bis 1871 blieb. Als Prof. der Physik nach Berlin zurückgerufen, führte er ein der Wissenschaft geweihtes Leben. (Vgl. E. Ebstein, Ärzte-Memoiren 1923, S. 299-303.)

*9. Hoffmann, Heinrich, Erwiderung auf einen Trinkspruch zu seinem 50jährigen Doktor-Jubiläum (1883).

Geboren zu Frankfurt a. M. am 13. Juni 1809, gest. ebenda am 20. Sept. 1894. In Halle 1833 promoviert, ging er bald nach einem Aufenthalt in Paris in seine Vaterstadt zurück, der sein ferneres Leben gehörte. Er ließ sich dort als Arzt nieder, begründete mit fünf Kollegen eine Armenklinik und war nebenher Dozent für Anatomie. 1864 wurde die von ihm angeregte Irrenanstalt eröffnet. Inzwischen hatte ihn der »Struwwelpeter« weltbekannt gemacht. (Vgl. E. Ebstein: D. med. Wochenschrift 1925, Nr. 16.)

10. Pettenkofer, Max, Rerum cognoscere causas (1890).

Geb. am 3. Dez. 1818 zu Lichtenheim bei Neuburg im Moos, gest. in München am 9/10. Febr. 1901. Ehe er der Begründer der experimentellen Hygiene in Deutschland wurde, mußte er erst Pharmazeut und Apotheker spielen. Zwischendurch war er in Regensburg Schauspieler und Dichter. Der junge Doktor und Apotheker (1843) wurde dann Assistent am königl. Münzamt, 1847 a. o. Prof. für patholog.-chemische Untersuchungen. Erst 1852 wurde Pettenkofer Ordinarius, und erst 1878 konnte er das erste hygienische Institut in München eröffnen. (Vgl. E. Ebstein: D. med. Wochenschr. 1923; Prämedikus Nr. 9).

11. Virchow, Rudolf, Morgagni und der anatomische Gedanke (1894).

Geboren am 13. Oktober 1821 in Schivelbein, gest. am 5. Sept. 1902 in Berlin. Er wurde als Zögling der Pepinière mit 23 Jahren Prosektor und gründete 1847 sein »Archiv für pathologische Anatomie«, das er von 1852 bis an sein Lebensende allein herausgab und jede Korrektur selbst las. In seine Würzburger Zeit (1852-56) fällt die Redaktion des »Handbuchs der spez. Pathologie und Therapie« und die Abfassung der »Cellularpathologie«. Der Satz omnis cellula a cellula ist die anerkannte Signatur der biologischen Cellularpathologie geworden. (Vgl. W. Ebstein, Virchow als Arzt. Stuttgart 1903.)

12. Naunyn, Bernhard, Rede bei der Abschiedsfeier in Straßburg (1904).

Geboren zu Berlin am 2. Sept. 1839, gest. in Baden-Baden am 27. Juli 1925. Vorwiegend unter Frerichs gebildet, war er von 1869 an nacheinander Prof. der med. Kliniken in Dorpat, Bern, Königsberg, und seit 1888 in Straßburg. Dort hielt er bei seinem Abschied die hier abgedruckte Rede. Man hat ihn als Urheber der experimentellen Arbeit in der Klinik bezeichnet. Über sich und seine Lebensarbeit hat er in seinen: Erinnerungen, Gedanken und Meinungen (München 1925) gesprochen.

13. Bergmann, Ernst von, Reden am 70. Geburtstag (1906).

Geboren in Riga am 16. Dez. 1836, gest. in Wiesbaden am 25. März 1907. Nach längeren Studienjahren in Dorpat (1854-60) habilitierte er sich dort für Chirurgie, unternahm eine Studienreise, machte dann die Kriege mit, und erhielt die ordentl. chir. Professur in Dorpat; 1878 rief man ihn nach Würzburg und 1882 als Nachfolger von Langenbecks nach Berlin. (A. Buchholtz, 4. Aufl. Leipzig 1925.)

14. Koch, Robert, Antrittsrede in der Akademie der Wissenschaften in Berlin (1909)

Geboren den 11. Dez. 1841 in Clausthal im Harz, gest. den 27. Mai 1901 in Baden-Baden. Er studierte in Göttingen, wo Henle sein Lehrer, und in Berlin. Von 1872-80 war er Kreisphysikus in Wollstein. Der Botaniker F. Cohn erkannte »in erster Stunde in ihm den unerreichten Meister wissenschaftlicher Forschung«. 1880 berief man ihn nach Berlin ins Reichsgesundheitsamt. 1883 ging er zur Erforschung der Cholera nach Ägypten und Indien. 1885 wurde er Professor und Direktor des hygienischen Instituts für Infektionskrankheiten in Berlin.

15. Waldeyer, Wilhelm, Begrüßungsrede an Koch (1909)

Geb. am 6. Oktober 1836 zu Hehlen a. d. Weser, gest. in Berlin am 23. Januar 1921. Die Universitätsstudentenjahre wurden in Göttingen – unter dem Einfluß von Henle –, in Greifswald und Berlin verbracht. 1867 erhielt er in Breslau einen Auftrag für pathologische Anatomie in Breslau, und 1872 rief man ihn als Professor der normalen Anatomie nach Straßburg, von wo er 1883 in gleicher Stellung nach Berlin ging. Besonders tätig war er als Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften zu Berlin; in dieser Stellung hat er Robert Koch begrüßt und seine Verdienste gewürdigt. (Vgl. seine Lebenserinnerungen. Bonn 1921, 2. Aufl.)

16. Ehrlich, Paul, Moderne Heilbestrebungen (1912)

Geboren den 14. März in Strehlen (Schlesien), gest. den 20. August 1915 in Homburg v. d. Höhe. In Straßburg hatte Waldeyer Einfluß auf seine Arbeiten und schon interessierten ihn die Färbemethoden. In Breslau waren Heidenhain und Cohnheim seine Lehrer, daß seine lange Laufbahn »eigentlich nur einer einzigen Idee, der in Berlin Frerichs. In seinem Nobel-Vortrag (1909) hat Ehrlich betont, Verankerungsfähigkeit chemischer Körper, gewidmet gewesen« sei. (Ebstein, Ärzte-Memoiren, S. 381-387.)

*17. Kocher, Theodor, Ansprache an die Studentenschaft in Bern (1912).

Geboren den 25. August 1841 in Bern, gest. ebenda 27. Juli 1917. Er studierte bes. als Schüler von Lücke, Billroth und Langenbeck, promovierte 1865. Seit 1872 ist er Prof. und Direktor der chirurgischen Klinik in Bern gewesen. Besonders bekannt gemacht hat er sich durch seine Arbeiten über die Erkrankungen der Schilddrüse und durch die von ihm ausgeführten Kropfoperationen.

18. Strümpell, Adolf, Rede anläßlich der Überreichung der Erb-Medaille (1923)

Geboren den 28. Juni 1853 auf Gut Neu Autz (Kurland), gest. am 10. Januar 1925 in Leipzig. Er studierte in Dorpat seit 1876, dann in Leipzig, wo er promovierte. Von 1876-82 war er erst Assistent unter Wunderlich, dann unter E. Wagner. 1883 wurde er Nachfolger Erbs in der Poliklinik in Leipzig. Von 1886-1903 war er innerer Kliniker in Erlangen, dann in Breslau (1903-1909), Wien – ein »Intermezzo« und das »Finale« in Leipzig. (Vgl. seine: Erinnerungen und Beobachtungen: Aus dem Leben eines deutschen Klinikers. Leipzig 1925.)

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