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Des Knaben Wunderhorn / II. Band

Achim von Arnim: Des Knaben Wunderhorn / II. Band - Kapitel 25
Quellenangabe
typepoem
booktitleDes Knaben Wunderhorn Bd. II
authorAchim von Arnim und Clemens Brentano
year1987
publisherPhilipp Reclam jun.
addressStuttgart
isbn3-15-001250-3
titleDes Knaben Wunderhorn / II. Band
pages7
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1805
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Großer Kriegshymnus
in der Gelehrten-Republik.

(Filipp Zesens Frühlingslust. S. 45.)

        Sollt ich ein Feldherr seyn und Kriegesheere führen,
So wollt ich stracks auszieren
Das ganze Kriegesheer
Mit einem solchen Volk, das hold den Büchern wär,
Die Studenten müsten seyn
Meine beste Bursch und Führer,
Die Gelehrten Feindausspürer;
Föbus Völker in gemein
Müsten die Feinde verjagen und dämpfen,
Müsten uns helfen und ritterlich kämpfen.

Büchsmeister sollten seyn die süßen Musikanten,
Die Helikons Verwandten,
Der Orgeln Freudenschall,
Sollt an Trompeten statt erklingen überall,
Bachus und sein Kammerad
Ceres sollten uns wohl geben
Brod und Speis und Wein zu leben;
Frischen uns nach Krieges-Rath,
Musen und Grazien müsten mitkämpfen,
Müsten die Feinde verjagen und dämpfen.

Die Feder sollte mir anstatt der Schwerdter dienen,
Wir wollten uns erkühnen
In alle Welt zu gehn.
Mich deucht, ich wollte wohl mit diesem Volk bestehn,
In Gefahr und Kriegesnoth;
Schriftgelehrte und Juristen
Müsten sich zu streiten rüsten,
Die, vor denen flieht der Tod,
Müsten uns helfen auch ritterlich kämpfen,
Müsten die Feinde verjagen und dämpfen.

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