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Des Knaben Wunderhorn / I. Band

Achim von Arnim: Des Knaben Wunderhorn / I. Band - Kapitel 48
Quellenangabe
typepoem
booktitleDes Knaben Wunderhorn Bd. I
authorAchim von Arnim und Clemens Brentano
year1987
publisherPhilipp Reclam jun.
addressStuttgart
isbn3-15-001250-3
titleDes Knaben Wunderhorn / I. Band
pages7-415
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1805
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Kriegslied gegen Karl V.

Vergleiche Hortleder S. 425. S. 423. eine merkwürdige Stelle über den Trommelschlag der deutschen Landsknechte: Die übrigen Trommelschläge, damit ein jeder etwas Neues auf die Bahn bringt, sind ungeschickt und lächerlich, der alte, welchen ich allein für löblich halte, ist wenn man nach jeden fünf gleichen Schlägen etwas inne hält: Top, top, top, top, top: top, top, top, top, top. Durch solchen Trommelschlag werden beides die Gemüther zur Freud und Tapferkeit erweckt, hilft auch den Leibeskräften nicht wenig. Der gemeine Haufen pflegt bei solchen fünf Schlägen etliche Worte zu brauchen, als:

Hüt dich Baur ich komm,
Mach dich bald davon;
Hauptmann gieb uns Geld,
Während wir im Feld,
Mädel komm heran,
Füg dich zu der Kann.
A.
        Es geht ein Butzemann im Reich herum,
Didum, Didum,
Bidi, Bidi, Bum!
Der Kaiser schlägt die Trumm
Mit Händen und mit Füßen,
Mit Säbeln und mit Spießen!
Didum, Didum, Didum.
    Ach Karle großmächtiger Mann,
    Wie hast ein Spiel gefangen an,
    Ohn Noth in Teutschen Landen?
    Wollt Gott, du hättst es baß bedacht,
    Dich solchs nicht unterstanden.

Es geht ein Butzemann u. s. w.
    Ach Karle sieh dich besser vor,
    Bedenk den Feind vor deinem Thor,
    Wenn du zu Pabst Gefallen
    Solch greulich Mord willst richten an,
    Wovon die Land erschallen.

Es geht ein Butzemann u. s. w.
    Ach denke an Pabst Hildebrandt,
    Er regte Krieg im Teutschen Land,
    Den Kaiser zu vertreiben,
    Und hetzte an viel Fürsten stark,
    Im Bann mußt er stets bleiben.

Es geht ein Butzemann u. s. w.
    Der Pabst zum Kaiser wählen ließ,
    Ein Fürsten Rudolph Kaiser hieß,
    Ein Kron thät er ihm senden,
    Gebot den Fürsten allzugleich,
    Von Heinrich sich zu wenden.

Es geht ein Butzemann u. s. w.
    Da ward vergossen großes Blut,
    Als sich beschützt der Kaiser gut,
    Und Rudolph hat verloren
    Die Schlacht und seine rechte Hand,
    Mit der er falsch geschworen.

Es geht ein Butzemann u. s. w.
    Ach Hildebrand der feyert nicht,
    Des Kaisers Sohn er auch anricht,
    Den Vater zu verjagen,
    Das Reich darob zerrissen ward,
    Viel edles Volk erschlagen.

Es geht ein Butzemann u. s. w.
    Der Kaiser muß vorm Papste stehn,
    Im Sünderhemd ganz nackt im Schnee,
    Der Papst der ließ ihn stehen,
    Er lag in seiner Buhlen Schooß,
    So wird es dir noch gehen.

Es geht ein Butzemann u. s. w.
    Ach denk der ganze Kaiserstamm
    Durch Päpste in groß Jammer kam,
    Die Teutsche Macht zerrissen,
    Willst du für ihre Büberey,
    Noch den Pantoffel küssen?

Es geht ein Butzemann u. s. w.
    Wir haben auch auf unsrer Seit'
    Ein starken Held, der für uns streit,
    Von Macht ist nicht seins Gleichen,
    Gott's ewiger Sohn mit seinem Heer,
    Dem mußt du doch noch weichen.

Es geht ein Butzemann u. s. w.
    Dieß Liedlein ist in Eil gemacht,
    Einem jungen Landsknecht wohlgeacht
    Zu freundlichem Gefallen;
    Von einem, der wünscht Glück und Heil
    Den frommen Landsknechten allen.

    Als ging der Butzemann im Reich herum,
    Didum, Didum,
    Bidi, Bidi, Bum!
    Der Kaiser schlug die Trumm,
    Mit Händen und mit Füßen,
    Die Kirchen uns wollt schließen,
    Didum, Didum, Didum!

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