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Des Knaben Wunderhorn / I. Band

Achim von Arnim: Des Knaben Wunderhorn / I. Band - Kapitel 39
Quellenangabe
typepoem
booktitleDes Knaben Wunderhorn Bd. I
authorAchim von Arnim und Clemens Brentano
year1987
publisherPhilipp Reclam jun.
addressStuttgart
isbn3-15-001250-3
titleDes Knaben Wunderhorn / I. Band
pages7-415
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1805
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David.

Fliegendes Blat von Kloster Einsiedeln.

      Ich war der Kleinste meiner Brüder,
Und meines Vaters jüngster Sohn;
Ich stellte kühn mich dem zuwider,
Vor dem ein Schäflein läuft davon:
Ich mußte meinem Vater seyn
Ein Hüter seiner Lämmerlein.

Hierbey hab ich mir eingerichtet
Ein Harfenspiel mit meiner Hand,
Und meinem Gott ein Buch gedichtet;
Wer aber macht es ihm bekannt?
Wer saget meinem Herrn es an,
Daß ich die Psalter harfen kann?

Du selber, Herr! hast mich gehöret,
Was meiner Saiten Spiel vermag,
Und was mich deine Furcht gelehret,
Da ich bey deinen Schafen lag:
Um dieses hast du mich gebracht,
Und mich zum König dann gemacht.

Ob ich von meinen Brüdern allen
Der Kleinste gleich gewesen bin,
So hat doch keiner dir gefallen,
Als ich nur, David war dir fein,
Ich mußte von den Schafen gehen,
Und unter einer Krone stehen.

Ich der Geringste mußt es wagen
Mit dem geharnischten Goliath,
Und ihm das böse Haupt abschlagen,
Das dich und mich gehöhnet hat:
Er schwur bey seinem Götzen mir
Den Tod, und selbst starb er dafür.

Sein Schwerdt hab ich ihm ausgezogen,
Und ihm vom Leib den Hals entzweyt,
Daß ihm der Geist ist ausgeflogen,
Mit ungestümer Grausamkeit
Hiemit hat meine Siegeshand
Die Schmach von Israel gewandt.

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