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Des Knaben Wunderhorn / I. Band

Achim von Arnim: Des Knaben Wunderhorn / I. Band - Kapitel 142
Quellenangabe
typepoem
booktitleDes Knaben Wunderhorn Bd. I
authorAchim von Arnim und Clemens Brentano
year1987
publisherPhilipp Reclam jun.
addressStuttgart
isbn3-15-001250-3
titleDes Knaben Wunderhorn / I. Band
pages7-415
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1805
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Ewigkeit.

Katholische Kirchengesänge. Cölln 1625. S. 620.

                O Ewigkeit, o Ewigkeit!
Wie lang bist du, o Ewigkeit,
Doch eilt zu dir schnell unsre Zeit,
Gleich wie das Heerpferd zu dem Streit,
Nach Haus der Bot, das Schiff zum Gestad,
Der schnelle Pfeil vom Bogen ab.

O Ewigkeit, u. s. w.
Gleich wie an einer Kugel rund,
Kein Anfang und kein End ist kund;
Also, o Ewigkeit an dir,
Noch Ein- noch Ausgang finden wir.

O Ewigkeit, u. s. w.
Du bist ein Ring unendlich weit,
Dein Mittelpunkt heißt Allezeit,
Niemahl der weite Umkreiß dein,
Weil deiner nie kein End wird seyn.

O Ewigkeit, u. s. w.
Hinnehmen könnt ein Vöglein klein,
All ganzer Welt Sandkörnlein ein:
Wenns nur eins nähm all tausend Jahr,
Nach dem wär nichts von ihr fürwahr.

O Ewigkeit, u. s. w.
In dir, wenn nur all tausend Jahr
Ein Aug vergöß ein kleine Thrän,
Würd wachsen Wasser solche Meng,
Daß Erd und Himmel wär zu eng.

O Ewigkeit, u. s. w.
Den Sand im Meer und Tropfen all,
Sind nur ein Bruch der einen Zahl;
Allein schwitzt über dir umsonst,
Die tiefste Meß- und Rechenkunst.

Ewigkeit, u. s. w.
Hör Mensch: So lange Gott wird seyn,
So lang wird seyn der Höllen Pein,
So lang wird seyn des Himmels Freud,
O lange Freud, o langes Leid!

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