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Gutenberg > Pedro Calderón de la Barca >

Der wunderthätige Magus

Pedro Calderón de la Barca: Der wunderthätige Magus - Kapitel 4
Quellenangabe
typedrama
booktitleCalderons ausgewählte Werke Bd. I
authorPedro Calderón de la Barca
translatorJohann Diederich Gries
firstpub1817
yearca. 1905
publisherJ. G. Cotta'sche Buchhandlung Nachfolger
addressStuttgart
titleDer wunderthätige Magus
pages33-138
created20050531
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Dritter Aufzug.

Gebirg und Wald; im Hintergrund eine Höhle.

Cyprianus tritt aus der Höhle hervor.

Cyprianus. Heut, undankbare Schöne,
Erscheint der Tag der Freud'- und Jubeltöne,
Der Hoffnung Ziel, der Liebe
Termin, die Frist des Wandels deiner Triebe;
Denn heute zu begehen
Hoff' ich das Siegsfest über dein Verschmähen.
Der Berg hier, dessen Stirne
Emporragt bis zur Festung der Gestirne,
Und dieser Höhle Grausen,
Ein düstres Grab, wo zwei Lebend'ge hausen,
Sie sind die rauhe Schule,
Wo ich Magie erlernt' am Lehrerstuhle;
Und so besitz' ich diese,
Daß ich den Meister selbst wohl unterwiese.
Und sehend, daß die Sonne heut ihr Wandern
Von einer Sphäre hat vollbracht zur andern,
Tret' ich aus meinem Kerker, um am Lichte
Zu schaun, was ich vermag, was ich verrichte.
Du reiner Himmel dorten,
Merk' auf die Kraft von meinen Zauberworten!
Du Luft, dein lindes Kosen
Halt ein bei meiner Stimme mächt'gem Tosen!
Du starre Felsenmauer,
Beb' auf bei meines Donnerrufes Schauer!
Ihr grünen Waldessöhne,
Erzitternd hört mein schreckenvoll Gestöhne!
Ihr blühnden Pflanzen alle,
Erbangt vor meiner Klagen Widerhalle!
Hold singend Haingefieder,
Schreck meiner Wunder hemme deine Lieder!
Gewild im Waldesgrauen,
Komm, meiner Arbeit Erstlinge zu schauen!
Und blind, von Furcht beklommen,
Verwirrt, unruhig, mutlos, angstentglommen,
Staunt solcher Wissenschaft, ihr Himmel, Lüfte,
Wild, Vögel, Bäume, Pflanzen, Felsenklüfte!
Denn nicht die Frucht entbehren
Soll Cyprianus von der Hölle Lehren.

Der Dämon tritt auf.

Dämon. Wie? Cyprianus?

Cyprianus.                         O mein weiser Meister!

Dämon. Weshalb, befolgend deine Willkür dreister,
Als was ich vorgeschrieben,
Von welchem Zwecke, Grunde, Wunsch getrieben,
Frech oder unbesonnen,
Trittst du hervor ans helle Licht der Sonnen?

Cyprianus. Da ich mich seh' im stande,
Zu schrecken schon des Abgrunds düstre Lande,
Weil ich mit solchem Streben
Mich der Magie ergeben,
Daß auch du selbst mußt sagen,
Du kannst mir gleichen, nicht mich überragen;
Da ich mich seh' im wahren
Besitz all ihrer Teile, durch Gefahren,
Müh' und Beschwerd' errungen,
Weil die Nekromantie ich ganz durchdrungen,
Durch deren düstre Klänge
Ich mir zu öffnen weiß der Gräber Enge
Und mache, daß gebären
Ihr Schoß die Leichen muß, die dort vom schweren,
Hartnäck'gen Druck der alten
Tyrannin Erd' habsüchtig festgehalten,
Und daß die bleichen Toten
Mir Antwort geben, wie ich es geboten;
Und da ich seh', es endet
Der Sonne Lauf, der nur zur Frist gespendet,
Weil sie – die jeden Tag, nach ihrem Wahne,
Auf weitem Himmelsplane
Forteilt mit raschem Gange
Und dennoch, trotz dem angebornen Drange,
Zurück, sich selbst ein Staunen, immer weichet –
Heut das verhängte Jahresziel erreichet:
So soll mir nun der bangen
Drangsale Lohn herbeiziehn mein Verlangen.
Heut wird die seltne Schönheit, der ich diene,
Die göttliche Justine,
Wenn sie den Ruf vernommen
Der mächt'gen Lieb', an meinen Busen kommen;
Denn länger nicht verschieben
Will ich Befried'gung meinen heißen Trieben.

Dämon. Kann dies dein Sehnen lindern,
So will ich die Befriedigung nicht hindern.
Drück' ein dem Erdengrunde
Die stumme Zeichenschrift, die Luft verwunde
Mit schneidender Beschwörung,
Zu deiner Hoffnung, deiner Lieb' Erhörung.

Cyprianus. Wohlan, bald sollst du schauen,
Daß Erd' und Himmel ich versenk' in Grauen. (ab.)

Dämon. Es sei dir unverwehret,
Weil dein' und meine Wissenschaft mich lehret,
Daß, folgsam deinem Worte,
Die rauhe Hölle dir, an diesem Orte,
Durch mich und mein Vergönnen,
Justinens Reiz wird überliefern können.
Denn kann mein mächtig Walten
Den freien Willen nicht in Knechtschaft halten,
Doch kann es ihm Genüsse
Von solchem Reiz vorspiegeln, daß er müsse
Sich fahn in ihren Schlingen,
Und lenken kann ich ihn, wenn auch nicht zwingen.

Clarin kommt aus der Höhle.

Clarin. Heut, undankbarer Engel,
Nicht die vollkommne Livia, die voll Mängel,
Heut hoff' ich zu erfahren,
Ob deine Lieb' auch sein mag von den wahren;
Gnug werd' ich ja verstehen,
Um, ob du keusch bist oder thust, zu sehen.
Denn seit ich hier verblieben,
Hab' ich so eifrig die Magie getrieben,
Daß ich durch sie will sehn (o weh mir Armen!),
Ob du mich auch verrietst in Moscons Armen.
Wäßriger Himmel (rein, sprach jener dorten),
Merk' auf das Graun von meinen Zauberworten!
Gebirg . . .

Dämon.             Clarin, was soll's?

Clarin.                                             O reifer Meister!
Ich ward durch die Gesellschaft solcher Geister
So stark in der Magie, daß sie mir endlich
Entdecken soll, ob Livia, unerkenntlich
So sehr als schön, derweil ich hier mich plage,
Nicht manchmal mich betrügt an meinem Tage.

Dämon. Laß diese Narrenpossen
Und such' im Dunkel jener Felskolossen
Nach deinem Herrn, damit von deinem Bangen
(Trägst du nach solchem Wunder ein Verlangen)
Du könnest dich befreien;
Denn einsam will ich sein.

Clarin.                                         Und ich zu zweien;
Und wenn die hohe Gabe
Von deiner Kunst ich noch verdient nicht habe,
Weil ich dir freilich eben
Noch keine Schrift mit meinem Blut gegeben,
    (er zieht ein schmutziges Schnupftuch hervor)
So schreib' ich auf dies Leinen
(Kein reiners führt, wer oftmals pflegt zu weinen)
Jetzt den Kontrakt, und dir zum Mißbehagen
Will ich zuvor mich auf die Nase schlagen;
Es ist ja gleich viel nütze,
Ob's aus der Nas', ob's aus dem Arme spritze.

(Er schlägt sich auf die Nase, daß sie blutet, und schreibt mit dem Finger auf das Schnupftuch.)

Ich will, Clarin der große, wenn ich sehen
Die Livia darf, dem Teufel zugestehen . . .

Dämon. Ich will, du sollst enteilen
Und deinen Herrn aufsuchen ohne Weilen.

Clarin. Ich thu' es, nur gelassen!
Denn weigerst du die Schrift, die abzufassen
Ich gerne bin erbötig,
So glaubst du sicher sie bei mir nicht nötig. (ab.)

Dämon. Auf, ihr, des Abgrunds Mächte,
Verzweiflungsvolles Reich der Höllennächte!
Aus eures Kerkers Enge
Entlasset eurer Geister geile Menge
Und des Verderbens Fülle
Stürzt auf Justinens jungfräuliche Hülle!
In tausend Truggestalten
Laßt schändliche Phantome sich entfalten
Der keuschen Phantasie: von heißem Triebe
Schwell' ihre Brust und öffne sich der Liebe
Beim süßen, lustdurchglühten
Wechselgesang der Vögel, Pflanzen, Blüten.
Nichts seh' ihr Auge heute,
Als nur der Liebe wonnevolle Beute;
Nichts soll ihr Ohr umschwirren,
Als nur der Liebe zauberisches Girren;
Damit sie, unbeschützt von ihrem Glauben,
Den Cyprianus such' in diesen Lauben,
Durch seine Kunst bewogen,
Durch meinen dunkeln Geist herbeigezogen.
Beginnet jetzt; ich schweige,
Daß eur Gesang sein mächtig Wirken zeige.

(Gesang hinter der Szene.)

Eine Stimme. Welches sind die schönsten Triebe
Dieses Lebens?

Chor.                         Liebe, Liebe!

(Während des Gesanges geht der Dämon ab.)

 


 
Die Bühne verwandelt sich in Justinens Zimmer.

Justina tritt auf, in heftiger Unruhe.

Eine Stimme. Alles wird in der Natur
Von der Liebe Glut getrieben;
Menschen leben, wo sie lieben,
Mehr, als wo sie atmen nur;
Bäum' und Blumen auf der Flur,
Vögel in der Luft, sie leben
Ganz der Liebe hingegeben;
Folglich sind die schönsten Triebe
Dieses Lebens:

Chor.                       Liebe, Liebe!

Justina. Dunkles Hirngespinst, das mir
Schmeichelnd nahet, lind' und leise,
Welchen Anlaß gab ich dir,
Daß du mich auf solche Weise
Quälst mit peinlicher Begier?
Was verhindert, daß ich bliebe,
Die ich war? Und was für Triebe,
Gluten, Flammen fühlt mein Herz?
Was ist dieser fremde Schmerz,
Der mich ängstet?

Eine Stimme.               Liebe, Liebe!

Justina. Antwort, glaub' ich, hat mir eben
Jene Nachtigall erteilt,
Die mit treuem Liebestreben
Lockt den Gatten, der daneben
Auf dem Nachbaraste weilt.
Schweig, o schweige, Philomele!
Daß nicht, bei so süßem Harm,
Ahnung in mein Herz sich stehle,
Wie erst fühlt des Menschen Seele,
Fühlt ein Vogel schon so warm. –
Nein, es war der Rebe Lied,
Die verlangend sucht und flieht,
Bis sie hält mit grünen Sprossen
Den geliebten Stamm umschlossen
Und ihn ganz bezwungen sieht.
Laß ab, Rebe, mir zu zeigen
Dein sehnsüchtiges Erwarmen!
Denn mir ahnt bei diesem Neigen,
Wenn sich Zweige so umarmen,
Wie erst Arme sich verzweigen. –
Aber war's die Rebe nicht,
War's die Blume wohl, die immer,
Schauend nach der Sonne Licht,
Wendet nach dem reinen Schimmer
Ihr verliebtes Angesicht.
Hemm', o Blume, dieses Sehnen,
Deiner Schönheit stillen Feind!
Denn es ahnt mein banges Wähnen,
Weinen Blätter solche Thränen,
Wie das Aug' erst Thränen weint. –
Schweige, Sängerin im Wald!
Lös', o Rebe, dein Getriebe!
Wandelbare Blume, halt!
Oder nennt mir die Gewalt
Eures Zaubers!

Chor.                       Liebe, Liebe!

Justina. Liebe? Hab' ich je getrachtet,
Ihr zu huld'gen? Eitler Wahn!
Stets vergessen und verachtet
Hab' ich, die für mich geschmachtet,
Lälius, Florus, Cyprian.
Hab' ich Lälius nicht verbannt?
Nicht verschmähet Florus' Hand
Und den Cyprian durch Hohn
So geschreckt, daß er entflohn,
Von Verzweiflung übermannt,
Und ganz meinem Aug' entschwunden?
Aber, weh! ich glaube, hier
Hat den Anlaß aufgefunden
Meine sehnende Begier,
Um so frech mich zu verwunden.
Denn seit mir dies Wort entfuhr,
Daß er fern sei meinetwegen,
Fühl' ich, weh mir! eine Spur
Fremder Qual in nur sich regen. –
Aber Mitleid war's wohl nur,
Weil ein Mann, so hoch geachtet
Von der Welt, die ihn umgab,
Nun durch mich vergessen schmachtet,
Und weil ich den Anlaß gab,
Daß solch Dunkel ihn umnachtet. –
Aber, sollt' es Mitleid sein,
Flößten dann nicht gleich Bedauern
Lälius mir und Florus ein,
Welche meinetwegen trauern
In des Kerkers rauher Pein?
Doch, Gedanken, haltet ein!
Wenn allein schon Mitleid gnüget,
Schließet nicht mit ihm Verein.
Denn so drängt mich eur Gelüste,
Daß ich zweifle, wehe nur!
Ob ich jetzt nicht, wenn ich wüßte,
Wo er ist, ihn suchen müßte.

Der Dämon tritt auf.

Dämon. Komm nur, komm! Ich sag' es dir.

Justina. Wer bist du, der sich vermißt,
Einzudringen in mein Zimmer,
Da es rings verschlossen ist?
Sag', ob du ein Blendwerk bist,
Meines Wahnsinns Truggeflimmer?

Dämon. Das nicht; sondern mich verbindet
Mitleid, da im mächt'gen Streite
Leidenschaft dich überwindet,
Daß ich an den Ort dich leite,
Wo sich Cyprian befindet.

Justina. Nimmer wird dir das gelingen;
Denn die Qual, die Leidenschaft,
Die mein schwach Gemüt durchdringen,
Konnten zwar den Sinn bezwingen,
Aber nicht die Willenskraft.

Dämon. Weil du's dachtest mit Verlangen,
Ist die Hälfte schon gethan;
Da die Sünde nun begangen,
Nimm den Willen nicht gefangen
Auf schon halb durchschrittner Bahn.

Justina. Mich verwirret nicht dein Rat.
Ja, ich dacht' es, und wohl hat
Schon begonnen, wer da denket;
Aber meine Willkür lenket
Den Gedanken nicht, die That.
Meinen Fuß muß ich bewegen,
Dir zu folgen; diesem nun
Setzt mein Wille sich entgegen.
Er vermag's; denn eins ist Thun,
Und ein andres Ueberlegen.

Dämon. Doch wenn fremde Wissenschaft
Wider dich, Justina, streitet:
Wie wird dir der Sieg verschafft,
Wenn mit solcher Macht sie leitet,
Daß sie zwingt der Schritte Kraft?

Justina. Um den Sieg mir zu erringen,
Steht mir freier Wille bei.

Dämon. Mein Zwang wehrt ihm das Vollbringen.

Justina. Wäre denn der Wille frei,
Wenn er je sich ließe zwingen?

Dämon (sucht vergebens sie fortzuziehn).
Komm, Genuß ist dir bereit.

Justina. Teuer müßt' ich ihn erwerben.

Dämon. Er ist Fried' und Seligkeit.

Justina. Er ist Elend und Verderben.

Dämon. Er ist Glück.

Justina.                       Ist bittres Leid.

Dämon. Ha, wer wird dir Schutz verleihn?
Schon bist du in meinen Banden! (Er zieht gewaltsamer.)

Justina. Mein Schutz ruht auf Gott allein.

Dämon (sie loslassend).
Weib, der Sieg, der Sieg ist dein,
Weil dem Sieg du widerstanden.
Aber da, wie sichtbar ist,
Gottes Arm dir dient zum Schilde,
Soll nun meiner Rache List
Dich entführen als Gebilde,
Weil du selbst gesichert bist.
Einen Geist send' ich alsbald,
Welchen meiner Kunst Gewalt
Soll in deine Bildung kleiden,
Und durch diese Truggestalt
Sollst du Schimpf und Schmach erleiden.
Durch zwei Siege will ich zwier
Mich an deiner Tugend rächen:
Erst die Ehre raub' ich dir,
Und ein Scheingenuß soll hier
Gelten für ein wahr Verbrechen. (ab.)

Justina. Hilf mir, Himmel, daß ich finde
Schutz bei dir vor solchem Wüten!
Mache, daß der Schein verschwinde,
Wie die Flamme vor dem Winde
Und wie vor dem Frost die Blüten! –
Du kannst nicht . . . Weh! was geschah?
Zu wem red' ich dieses Wort?
War ein Mensch nicht eben da?
Ja – doch nein, leer ist der Ort;
Nein – und doch, ich sah ihn ja.
Kann er denn verschwunden sein?
Hat ihn meine Furcht geboren?
Die Gefahr dringt auf mich ein!
Vater! Herr! – Ich bin verloren! –
Livia, komm!

Lysander und Livia treten von verschiedenen Seiten auf.

Lysander.             Welch Schrei'n?

Livia.                                               Welch Schrei'n?

Justina. Saht ihr einen Mann, der sich –
Weh mir! – fort so eben schlich?
O wie schreckt mich sein Erscheinen!

Lysander. Hier ein Mann?

Justina.                               So saht ihr keinen?

Livia. Herrin, nein.

Justina.                   Ich aber, ich.

Lysander. Wie nur kann das sein, da immer
Ganz verschlossen war dies Zimmer?

Livia (beiseite).
Sicher, daß sie Moscon sah,
Der in meiner Stube da
Sich versteckt.

Lysander.               Ein Truggeflimmer
Deiner regen Phantasie
Ist der Mann gewiß gewesen,
Blendwerk der Melancholie,
Das aus Sonnenstäubchen sie
Dir zusammen hat gelesen.

Livia. Was mein Herr spricht, glaub' ich dreist.

Justina. Nein, nicht täuschte sich mein Geist,
Und ich ahne größre Tücke,
Weil man, fühl' ich, Stück vor Stücke,
Aus der Brust das Herz mir reißt.
Irgend eine Zaubermacht,
Die sich gegen mich verschworen,
Hatte mich so weit gebracht,
Daß ich sicher war verloren,
Hätte Gott mich nicht bewacht.
Aber Er wird mich behüten,
Und nicht einzig vor dem Wüten
Dieser mächt'gen Grausamkeit;
Meiner Unschuld stille Blüten
Schützet er vor jedem Leid.
Livia, gib den Mantel mir;
Denn ich will, bedrängt von Sorgen,
Zu dem Tempel gehn, wo wir
Gläub'gen Christen, still verborgen,
Uns versammeln.

Livia (hängt ihr den Mantel um). Er ist hier.

Justina. Mäß'gen wird die Glut sich dort,
Die mir tobt durch alle Glieder.

Lysander. Ich geh' mit zum heil'gen Ort.

Livia (beiseite). Und, gottlob! ich atme wieder,
Schaff' ich sie nur endlich fort.

Justina. Himmel, dir vertrauet sich
Meine Tugend an; die Schwache
Schütze du!

Lysander.           Komm, fasse dich.

Justina. Dein, o Herr! ist meine Sache;
Auf! verteid'ge dich und mich!

(Lysander und Justina gehen ab.)

Moscon tritt auf, umherspürend.

Moscon. Gingen sie?

Livia.                         Ich sah sie gehn.

Moscon. Das war Angst, ich muß gestehn.

Livia. Aber wie war's möglich immer,
Daß du fortgingst aus dem Zimmer
Und vor ihr dich ließest sehn?

Moscon. Strafe Gott mich, meine Gute,
Ging ich aus dem Kämmerlein
Fort, auch nur auf die Minute.

Livia. Wer kann jener Mann denn sein?

Moscon. Satan war's, wie ich vermute.
Was weiß ich? Doch mache dir
Deshalb, Schätzchen, keine Sorgen.

Livia (seufzend). Deshalb nicht!

Moscon.                                     Was gibt's denn hier?

Livia. Wie er fragt! Und ist mit mir
Einen ganzen Tag verborgen
Eingesperrt? (Weinend.) Und sieht er, hat
Nicht der andre, sein Kamrad
Auch von nöten, daß ich seine
Lange Trennung heut beweine,
Da ich's gestern gar nicht that?
Darf mich treffen der Verdacht,
Ich gehöre zu den Frechen,
Daß ein halb Jahr, zugebracht
In Entfernung, könne brechen
Den Vertrag, den ich gemacht?

Moscon.. Halb Jahr? Da er weggeblieben
Und ihn schon ein ganzes bricht?

Livia. Dies ist falsch; denn angeschrieben
Hab' ich ihm die Tage nicht,
Wo ich ihn nicht durfte lieben.
Denn wofern ich (wehe mir!) (weinend)
Gab des Jahres Hälfte dir:
Wär's nicht ungerecht alsdann,
Schrieb' ich ihm ein ganzes an?

Moscon. Falsche! Da ich dachte schier,
Du seist gänzlich mir ergeben,
Macht dein zartes Mitleid eben
Solche Rechnung?

Livia.                             Moscon, ja;
Denn ist gleiche Rechnung da,
Das erhält der Freundschaft Leben.

Moscon. Morgen denn! Wie tröstlich ist
Treue mir von dem Kaliber!
Aber werde, da zur Frist
Du mein Wechselfieber bist,
Nicht mein überspringend Fieber.

Livia. Nun, in mir, das stehst du ein,
Ist kein Arges.

Moscon.                   Wahrlich, nein!

Livia. Heute siehst du mich nicht mehr;
Aber morgen, bitt' ich sehr,
Laß kein Schicken nötig sein. (Beide ab.)

 


 
Gebirg und Wald.

Cyprianus tritt auf, in Staunen versenkt; Clarin folgt ihm lauschend.

Cyprianus. Ja, es haben sich empört
In den Reichen des Azures
Die Heerscharen der Gestirne,
Denn sie wollen nicht mir huldigen;
Ja, ein Aufruhr ist entstanden
In des Abgrunds tiefem Schlunde,
Denn er weigert den Gehorsam,
Der mir zukommt zum Tribute.
Tausendmal die Luft erschüttern
Meine mächt'gen Zauberrufe;
Tausendmal den Grund durchpflügen
Meine magischen Figuren,
Und doch zeigt sich die lebend'ge
Sonne nimmer, die ich suche,
Der lebend'ge Himmel, dessen
Harrt mein Arm.

Clarin.                       Ist das ein Wunder?
Denn schon tausendmal beschreib' ich
Rings die Erde mit Figuren,
Und schon tausendmal betäub' ich
Rings die Luft durch lautes Fluchen,
Und gleichfalls kommt Livia nicht.

Cyprianus. Einmal noch soll meines Mundes
Ruf ertönen: Auf, vernimm mich!
Komm, Justina!

Ein Phantom, in Justinens Gestalt und Kleidung, erscheint, wie in gewaltsamer Bewegung.

Justina.                     Schon, gezwungen
Von dem Ruf, den ich vernommen,
Eil' ich durch des Bergwalds Dunkel.
Was begehrst du? Was begehrst du,
Cyprianus?

Cyprianus.         Ich verstumme!

Justina. Und da jetzt ich . . .

Cyprianus.                             Ich erstarre.

Justina. Auf die Weise . . .

Cyprianus.                           Weshalb stutz' ich?

Justina. Wie mich Liebe fand . . .

Cyprianus.                                     Was schreckt mich?

Justina. Bin gekommen . . .

Cyprianus.                           Was noch such' ich?

Justina. Wohin du mich rufst . . .

Cyprianus.                                   Was fürcht' ich?

Justina. Und nun so dem Zauberspruche
Mich gefügt: entflieh' ich dir
In des Bergs verwachsne Schluchten.

(Sie hüllt ihr Gesicht in den Mantel und geht ab.)

Cyprianus. Harre, warte doch, Justina!
Doch was sinn' ich und verstumme?
Auf, ihr nach! und dies Gebirge,
Wohin sie mein Zwang gerufen,
Werde nun belaubter Schauplatz,
Wenn nicht Lager des Genusses,
Für die wundervollste Liebe,
Die der Himmel sah. (ab.)

Clarin (schnuffelnd).           Die Jungfer
Mag ich nicht, die, eben Braut,
Schon so stark nach Rauche dunstet.
Sicher hat des Zaubers Macht
Sie im Augenblick bezwungen,
Da sie blies in eine Lauge
Oder kocht' an einer Suppe.
Nein! Im Mantel in der Küche?
Anders muß ich sie entschuld'gen.
Ohne Zweifel kommt es daher
(Jetzt bin ich beim rechten Punkte),
Weil ein ehrlich Weib nie besser
Riecht, wenn Angst sie überrumpelt. –
(Hinaussehend.) Schon erreicht' er sie, und nun
In des Thals verborgnem Grunde
Ringend mit geschloßnen Armen
(Denn mit offnem Arm, vermut' ich,
Würd' ein Ringen solcher Art
Auch dem Kräftigsten nicht fruchten),
Schleppt er sie hieher zurück.
Lauern will ich dort im Busche,
Um zu sehn, wie man auf Erden
Anstellt so etwas Verruchtes. (Er versteckt sich.)

Cyprianus tritt auf, die Gestalt mit sich ziehend, die ihr Gesicht mit dem Mantel verhüllt.

Cyprianus. Jetzt, o reizende Justina,
Im verborgnen Waldesdunkel,
Welches nie der Sonne Strahlen,
Nie der Lüfte Hauch durchdrungen,
Wird dein Reiz zur Siegstrophäe
Meines magischen Triumphes;
Denn, dich zu erlangen, scheu' ich
Nicht Gefahr noch Hinderungen.
Zwar du kostest mir die Seele;
Doch, Justina, sagen muß ich,
Daß der Preis ein Kleines ist
Für den Einkauf solches Gutes. –
Zeuch der Gottheit ab den Schleier!
Nicht verberge hinter dunkeln
Wolkenflor die Sonne sich;
Zeige sie des Glanzes Funkeln!
    (Er enthüllt die Gestalt und erblickt einen Leichnam.)
Weh mir, wehe! Was erblick' ich?
Ha! die Arme streckt ein stummer,
Starrer Leichnam nach mir aus!
Wie, in wenigen Minuten,
Konnte diese bleich verfallne
Schreckgestalt zusammenschrumpfen
Aus der Anmut frischer Röte,
Aus dem Purpurglanz der Jugend?

Die Erscheinung. Also, Cyprianus, geht
Aller Glanz der Welt zu Grunde. (Sie verschwindet.)

Clarin stürzt eilig heraus und rennt mit dem Cyprianus zusammen.

Clarin. Braucht nicht jemand Furcht? Bei mir
Wird sie klein und groß gefunden.

Cyprianus. Harre, leichenhafter Schatten!
Jetzt zu anderm Zweck dich such' ich.

Clarin. Ich bin leichenhafter Körper;
Hat dein Kopf es nicht empfunden?

Cyprianus. Ha! wer bist du?

Clarin.                                   Wer ich bin,
Glaub' ich, macht nur selber Skrupel.

Cyprianus. Sahst du in dem Leer der Lüfte,
In dem Schoß des Erdengrundes,
Einen starren Leichnam, der,
Aufgelöst in Staub' und Dunste,
Schwinden ließ die hehre Pracht
Seines jugendlichen Schmuckes?

Clarin. Weißt du nun, daß ich gewöhnlich
Muß die Unglücksfälle dulden
Des, der lauert?

Cyprianus.               Was ging vor?

Clarin. Unter ging's in der Minute.

Cyprianus. Schnell ihm nach!

Clarin.                                     Nicht schnell ihm nach!

Cyprianus. Diesen Spuk aufklären muß ich.

Clarin. Ich nicht, Herr.

Der Dämon tritt auf, ohne die andern zu sehen.

Dämon.                         Gerechter Himmel!
Wenn mein Wesen einst verbunden
Wissenschaft besaß und Gnade,
Als ich war ein Geist der Tugend:
So verlor ich nur die Gnade,
Nicht das Wissen. Was befugt dich,
Ungerechter! mir zu wehren,
Daß ich jetzt mein Wissen nutze?

Cyprianus. Luzifer, mein weiser Meister!

Clarin. Ruf ihn nicht, denn ich vermute,
Daß er komm' als zweiter Leichnam.

Dämon. Was verlangst du?

Cyprianus.                           Daß die dumpfen
Sinne du mir jetzt vom Grauen
Lösest, das sie hält gebunden.

Clarin. Ich, der keine Lösung fordert,
Will von dieser Seit' enthuschen! (ab.)

Cyprianus. Ueber den verletzten Boden
Hatt' ich Sprüche kaum gemurmelt,
Als Justina mir sich zeigte,
Meiner Lieb' und meines Wunsches
Göttlich hoher Inbegriff.
Doch warum, was schon dir kund ist,
Will ich lange noch erzählen?
Sie erschien, der fest Umschlungnen
Zog ich ab den Schleier – wehe!
Und statt ihrer holden Jugend
Sah ich ein Geripp, ein Scheusal,
Eine Statue, des dunkeln
Todes Abbild, das mit lauter
Stimme sprach (o gräßlich Wunder!):
Also, Cyprianus, geht
Aller Glanz der Welt zu Grunde. –
Sagen, daß in deiner Kunst,
Die ich ausgeübt, des Truges
Grund sich barg, ist schier unmöglich,
Denn ich führte, Punkt vor Punkte,
Alles aus; nicht irren konnt' ich
Nur in einem Zug der stummen
Charaktere, nur in einem
Laut der mächt'gen Zauberrufe.
Folglich hast du mich betrogen,
Da ich sicher nichts verschuldet;
Denn ein Truggebilde find' ich,
Wo ich eine Schönheit suche.

Dämon. Cyprianus, weder dir
Noch auch mir kommt dies zu schulden;
Dir nicht, wenn du bei dem Zauber
Mit gewandtem Geist verfuhrest;
Mir nicht, denn der meine lehrte
Dich gewiß, so viel er wußte.
Dieses Graun, das dich betroffen,
Stammt von einem höhern Grunde.
Doch sei ruhig; denn ich will,
Zur Vertilgung deines Kummers,
Um Justinen dir zu schaffen,
Andre, beßre Mittel suchen.

Cyprianus. Nein, dies ist mein Zweck nicht mehr:
Denn so hat dies Graun durchdrungen
Meine Seele, daß ich nimmer
Deine Mittel will benutzen.
Folglich, da du nicht erfüllt
Die bedungnen Forderungen
Meiner Liebe: gib die Handschrift
Mir zurück, weil ich zur Stunde
Dich verlassen will, der nicht'gen
Uebereinkunft ganz entbunden.

Dämon. Ich versprach dir, dich zu lehren
Solcher Wissenschaften Kunde,
Die im stande sei'n, Justinen,
Auf den Antrieb deines Rufes,
Herzuziehn; und da die Lüfte
Dir hieher Justinen trugen,
So ist gültig der Vertrag,
Und ich that nach unserm Bunde.

Cyprianus. Du versprachst, daß meiner Liebe
Sollte jener Same fruchten,
Den die Hoffnung ausgesät
In des Berges rauhen Schluften.

Dämon. Ich verband mich, Cyprianus,
Nur sie herzuziehn.

Cyprianus.                     Verbunden
Hast du dich, sie mir zu geben.

Dämon. Hielt dein Arm sie nicht umschlungen?

Cyprianus. Schatten war's.

Dämon.                               Ein Wunder war es.

Cyprianus. Wessen?

Dämon.                     Des, der seines Schutzes
Sie gewürdigt.

Cyprianus.             Wer ist dieser?

Dämon (zitternd). Das kommt nicht aus meinem Munde.

Cyprianus. Meine Wissenschaft gebrauch' ich
Gegen dich. Auf, gib mir Kunde,
Ich beschwöre dich: Wer ist's?

Dämon. Ein Gott, der Justinens Tugend
Nahm in Schutz.

Cyprianus.                 Was kann ein Gott?
Viele gibt's von gleichem Ruhme.

Dämon. Dieser hat die Macht von allen.

Cyprianus. So ist's einer nur im Grunde,
Wirkt sein einz'ger Wille mehr,
Als die übrigen verbunden.

Dämon. Nichts mehr weiß ich, nichts mehr weiß ich.

Cyprianus. Jetzt entsag' ich ganz dem Bunde,
Den wir schlossen; und im Namen
Dieses Gottes heisch' ich Kunde:
Was war seines Schutzes Absicht?

Dämon (mit Zwang). Rein zu halten ihre Tugend.

Cyprianus. So ist dieser Gott allgütig,
Weil er nicht Entehrung duldet.
Aber was verlor Justina,
Wenn sich's hier verbarg im Dunkel?

Dämon. Ihren Ruf, sobald des Pöbels
Bosheit nur es hätt' erkundet.

Cyprianus. So ist dieser Gott allwissend,
Denn er sah zukünft'ges Unrecht.
Aber konnten nicht so stark
Etwa sein des Zaubers Fugen,
Daß er nicht ihn brechen konnte?

Dämon. Alles wird von ihm bezwungen.

Cyprianus. So ist dieser Gott allmächtig,
Denn, was er nur will, das thut er.
Sage, wer ist dieser Gott,
Von dem heut ich hab' erkundet,
Daß er sei die höchste Güte
Mit der höchsten Macht verbunden,
Alles wissend, alles könnend,
Den ich schon so lange suche?

Dämon. Ha, ich weiß nicht.

Cyprianus.                           Sprich, wer ist es?

Dämon. Schaudernd geb' ich diese Kunde!
Wiss', es ist der Gott der Christen.

Cyprianus. Aber was hat ihn gedrungen,
Mich zu hindern?

Dämon.                       Sie ist Christin.

Cyprianus. So sehr schützt er, die ihm huld'gen?

Dämon (in Wut). Ja; allein zu spät, zu spät
Ist's für dich, ihn anzurufen;
Denn da du mein Sklave bist,
Kannst du ihm als Herrn nicht huld'gen.

Cyprianus. Ich dein Sklav?

Dämon.                                 In meiner Macht ist
Deine Handschrift.

Cyprianus.                     Die Urkunde
Ward bedingungsweis gegeben,
Und ich denke sie mit Fuge
Dir zu nehmen.

Dämon.                     Auf was Art?

Cyprianus. Auf die Art.

(Er zieht den Degen und stößt auf den Dämon, ohne ihn zu verletzen.)

Dämon.                           Obwohl du trutzig,
Wütend, mit entblößtem Degen
Auf mich eindringst: mich verwunden
Wirst du nicht; und daß die Sinne
Dir vergehn im grausen Dunkel
Der Verzweiflung, so vernimm:
Satan ist's, dem du gehuldigt.

Cyprianus. Ha, was sagst du?

Dämon.                                     Daß ich's bin.

Cyprianus. O der schaudervollen Kunde!

Dämon. Und nun weißt du, daß du Sklav,
Und auch, wessen Sklav du wurdest.

Cyprianus. Ich, der Sklave Satans? Ich,
So ruchlosem Herrscher huld'gen?

Dämon. Ja, du botest mir die Seele,
Und mein ist sie seit der Stunde.

Cyprianus. Also gibt's für mich nicht Hoffnung,
Gnade, Beistand oder Schutzwehr,
Um ein solch Vergehn zu tilgen?

Dämon. Nein.

Cyprianus.     Genug denn des Verzuges!
Müßig soll in meinen Händen
Dieser scharfe Stahl nicht ruhen;
Schleunig, als mein eigner Henker,
Bohr' ich ihn in meinen Busen. –
Doch was sag' ich? Der Justinen
Deinen Händen hat entrungen,
Kann er nicht auch mich befrein?

Dämon. Nein, dich bindet dein Verschulden.
Er beschützet nicht das Laster,
Nur die Tugend.

Cyprianus.               Ist er Urquell
Aller Macht: entströmt Verzeihung
Ihm und Lohn, in einem Flusse.

Dämon. Aber so auch Lohn und Strafe;
Denn nur was gerecht ist, thut er.

Cyprianus. Niemand straft den Unterwürf'gen;
Und ich bin's, weil ich ihm huld'ge.

Dämon. Mein Sklav bist du, du kannst keines
Andern sein.

Cyprianus.           Bezweifeln muß ich's.

Dämon. Wie? Ist nicht in meiner Macht
Jene Schrift, die mit des Blutes
Eignen Tropfen du geschrieben?

Cyprianus. Der Allmächt'ge, der Allgute,
Welcher keinem andern weicht,
Wird besiegen meinen Unstern.

Dämon. Auf was Art?

Cyprianus.                   Er ist allwissend,
Hat des besten Mittels Kunde.

Dämon. Sie ist mein!

Cyprianus.                 Er ist allmächtig,
Lösen wird er, was gebunden.

Dämon. Eher sollst in meinen Armen
Als ein Leichnam du verstummen! (Sie ringen.)

Cyprianus. Großer Gott der Christen, höre,
Wie in meiner Angst ich rufe!

(Er reißt sich von ihm los.)

Dämon. Dieser gab das Leben dir.

Cyprianus. Mehr noch gibt er, denn ich such' ihn.

(Beide von verschiedenen Seiten ab.)

 


 
Saal im Palast des Statthalters.

Der Statthalter tritt auf mit Fabius und Gefolge.

Statthalter. Nun? Wie fingst du diese Rotte?

Fabius. Alle hatten, ohne Sorgen,
In der Kirche sich verborgen,
Wo sie dienten ihrem Gotte.
Ich nun, mit bewehrter Schar,
Ließ das ganze Haus umringen,
Fing sie ein und ließ sie bringen
In verschiedene Gewahr.
Und bei diesem Ueberfalle
Fing ich endlich, mit den andern,
Auch Justinen nebst Lysandern,
Ihrem Vater, in der Halle.

Statthalter. Wohnt nach Reichtum, Stellen, Ehren,
Fabius, denn kein Wunsch in dir?
Diese Nachricht bringst du mir,
Ohne Dienstlohn zu begehren?

Fabius. Wenn du so mein Thun erhebest,
Wüßt' ich freilich wohl den Lohn.

Statthalter. Welchen?

Fabius.                         Daß du deinem Sohn
Und dem Florus Freiheit gebest.

Statthalter. Scheinen muß es zwar, als sollte
Ihre harte Straf' allein
Dieser Stadt ein Beispiel sein;
Doch gesteh' ich's nur: ich wollte,
Fabius, zu ganz andern Zwecken
Im Gefängnis sie ein Jahr,
Um, als Vater, vor Gefahr
Meinen Lälius zu decken.
Florus, sein Rival, besitzt
Mächtiger Verwandten viele;
Und da sie zu einem Ziele
Lieb' und Eifersucht erhitzt,
Fürchtet' ich das Wiederkommen
Von dem vorigen Verdruß,
Und so faßt' ich keinen Schluß,
Bis der Anlaß wär' entnommen.
Deshalb sucht' ich mit Begier
Einen Vorwand aufzuraffen,
Um Justinen fort zu schaffen,
Aber stets gebrach er mir.
Doch da ihre Heuchelei'n
Jetzt nur guten Grund gewannen,
Nicht allein sie zu verbannen,
Auch dem Tode sie zu weihn,
Geb' ich jene frei nunmehr;
Drum zu ihrem Kerker eile,
Fabius, und bring ohne Weile
Lälius und Florus her.

Fabius. Für so seltner Gnade Pfand,
Laß mich deine Knie umfangen. (ab.)

Statthalter. Wohl! Justina ist, gefangen,
Ueberführt, in meiner Hand.
Worauf wartet meine Wut,
Um den Frevel, von der Frechen
Längst an mir verübt, zu rächen?
Hand des Henkers soll ihr Blut
Heut vergießen! – (Zum Gefolge.) Merkt die Worte,
Die ich sag', und zaudert nicht:
Schleppt sie her vor das Gericht,
Zum Erstaunen diesem Orte!
    (Einige aus dem Gefolge gehen ab.)
Mit dem Tode muß sie büßen,
Ist sie nur erst im Palast.

Lälius, Florus und Fabius treten auf.

Fabius. Sie, die du gerufen hast,
Sind schon hier zu deinen Füßen.

Lälius. Ich, nur diesmal voll Verlangen,
Als dein Sohn hier zu erscheinen,
Sehe heut dich nicht als meinen
Richter, mit des Schuld'gen Bangen,
Nein, als zorn'gen Vater nur,
Mit dem Bangen eines Sohnes,
Der gehorchet.

Florus.                     Ueblen Lohnes,
Da ich dein Gebot erfuhr,
Muß ich, Herr, mich wohl versehen,
Den ich nicht verdiente zwar;
Doch, ich biete dir mich dar.

Statthalter. Lälius, Florus, eingestehen
Müßt ihr, daß ich recht gehandelt,
Weil ich, hätt' ich euch verziehn,
Vater nur, nicht Richter schien.
Aber da ich weiß, es wandelt
Sich der edeln Seelen Groll
Schleunig um, und da zum Zwist
Euch der Grund benommen ist,
So begehr' ich gnadevoll,
Euch als Freunde zu verbinden;
Und den fest geknüpften Bund
Machet durch Umarmung kund.

Lälius. Hoch beglückt werd' ich mich finden,
Künftig Florus' Freund zu sein.

Florus. Daß ich dein bin, geb' ich Wort
Dir und Hand. (Sie umarmen sich.)

Statthalter.             Ich will sofort,
Dem vertrauend, euch befrein;
Denn wie könntet ihr nicht wollen
Freunde sein, da ihr vom Wahn
Eurer Lieb' euch abgethan?

Dämon (hinter der Szene).
Flieht den Tollen! Flieht den Tollen!

Statthalter. Was ist dies?

Lälius.                               Ich werd' es sehn. (Er geht an die Thür.)

Statthalter. Solch Getöse wird vernommen
Im Palast? Wie kann das kommen?

Florus. Großes muß gewiß geschehn.

Lälius (kommt zurück). Dies Getöse, Herr, verursacht
(Hör' ein seltsames Ereignis!)
Cyprianus, der nach vielen
Tagen, toll und sinnlos scheinend,
Wiederkehrt nach Antiochia.

Florus. Ganz gewiß hat seines Geistes
Uebermäßig scharfes Grübeln
Diesen Zustand ihm bereitet.

Viele Stimmen (hinter der Szene).
Flieht den Tollen! Flieht den Tollen!

Cyprianus tritt auf, halb nackt, von einer Menge Volks begleitet.

Cyprianus. Niemals war ich noch so weise,
Denn ihr andern seid die Tollen.

Statthalter. Cyprianus, welch ein Treiben?

Cyprianus.. Oberhaupt von Antiochia,
Statthalter des großen Kaisers
Decius; ihr, Florus, Lälius,
Deren Freund ich war mit Eifer;
Würd'ger Adel, großes Volk,
Höret mich mit gutem Fleiße;
Denn ich komm' in den Palast,
Mich euch allen mitzuteilen.
Ich bin Cyprianus, ich,
Durch Gelahrtheit, durch des Geistes
Mächtigkeit, der Schule Staunen,
Wunder in des Wissens Reiche.
Was aus allem ich gewann,
War ein Zweifel; und dem einen
Zweifel konnt' ich nie entrinnen,
In dem Dunkel meiner Einsicht.
Da sah ich Justina; plötzlich,
Ihr nur meine Neigung weihend,
Hieß ich die gelehrte Pallas
Der verliebten Venus weichen.
Abgewehrt von ihrer Tugend,
Blieb ich dennoch ganz ihr eigen,
Bis mein Liebeswahn, von jenem
Aeußersten zu diesem schreitend,
Einem Gastfreund, dem das Meer
Meinen Fuß zum Port erteilte,
Für Justinen bot die Seele;
Denn er schmeichelte zu gleicher
Zeit durch Hoffnung meiner Liebe
Und durch Weisheit meinem Geiste.
Dieses Mannes Schüler war ich,
Dort im Waldgebirge weilend,
Und ich danke solche Kunst
Seinem tiefgelehrten Eifer,
Daß ich kann von Ort zu Orte
Selbst die Berge wandern heißen;
Aber dennoch, kann ich gleich
Jetzt so große Wunder leisten,
Kann ich eine Schönheit nicht,
Aus der Sehnsucht Ruf, herbeiziehn.
Und der Grund, daß ich nicht kann
Diese Wunderschönheit meistern,
Ist, daß sie ein Gott beschützet,
Den ich, nach erlangter Einsicht,
Als den unermeßlich Höchsten
Nun gekommen bin zu preisen.
Jenen großen Gott der Christen,
Ihn bekenn' ich als den einz'gen;
Denn obwohl ich jetzt der Hölle,
Als ihr Sklave, bin leibeigen
Und mit eignem Blut geschrieben
Hab' ein Unterwerfungsschreiben,
Hoff' ich's doch mit meinem Blute
Bald, als Martyr, auszustreichen.
Wenn als Richter jetzt die Christen
Du verfolgst mit blut'gem Eifer:
Wohl, ich bin's; dort im Gebirge
Ward von einem würd'gen Greise
Jene Weihe, so ihr erstes
Sakrament ist, mir erteilet.
Auf! was harrst du? Laß den Henker
Kommen, daß er mit dem Beile
Mir das Haupt vom Nacken trenne,
Oder auf die strengste Weise
Prüfe meinen Mut durch Martern;
Denn gehorsam, ohne Weigern,
Tausendfachen Tod erdulden
Will ich, weil mir ward die Einsicht:
Daß ohn' ihn, den großen Gott,
Den ich such', anbet' und preise,
Alle Glorien der Welt
Staub, Wind, Rauch und Asche seien.

(Er fällt, wie ohnmächtig, mit dem Gesicht zur Erde.)

Statthalter. Solches Staunen, Cyprianus,
Hinterläßt mir dein Erdreisten,
Daß, auf schwere Strafen sinnend,
Ich für keine mich entscheide.
Fort! Steh auf! (Er stößt ihn mit dem Fuße.)

Florus.                     Ohnmächtig ist er,
Eine Statue schier von Eise.

Justina wird gefangen herbeigeführt.

Ein Diener. Hier ist, hoher Herr, Justina.

Statthalter. Sehen will ich sie nicht weiter.
Lassen wir mit dem lebend'gen
Leichnam sie allein verweilen;
Denn, so eingesperrt, verändern
Ihren Sinn vielleicht die beiden,
Hier einander sterben sehend:
Oder, beten sie nicht meine
Götter an, laß ich mit tausend
Martern sie zu Tode pein'gen. (Ab mit dem Gefolge und Volk.)

Lälius. Schwankend zwischen Lieb' und Grauen,
Zitternd und verwirrt enteil' ich. (ab.)

Florus. So viel leidet jetzt mein Herz,
Daß ich nicht weiß, was ich leide. (ab.)

Justina. Ohn' ein Wort, enteilt ihr alle?
Da ich freudig hier erscheine,
Um zu sterben, weigert ihr
Selbst den Tod, weil ich ihn heische?
    (Indem sie ihnen nachgeht, stößt sie auf den Cyprianus.)
Doch gewiß ist meine Strafe
Die, hier eingesperrt zu bleiben
Und langsamen Tod zu sterben
In Gesellschaft einer Leiche,
Denn ein Toter nur ist hier. –
O du, der zurück schon eilte
Nach dem Urquell seiner Abkunft,
Glücklich du, wenn diesen freien
Zustand dir erwarb der Glaube,
Dem ich diene!

Cyprianus (aus seiner Betäubung erwachend). Stolzer Eifrer,
Weshalb zögerst du? Soll noch
Nicht mein Leben . . . (Er erblickt Justinen und steht auf.)
                                    Gute Geister!
Hier Justina? Kann ich's glauben?

Justina. Cyprianus! Wer begreift es?

Cyprianus. Doch sie ist es nicht; aus Wind
Schafft mein Hirn sich Gaukeleien.

Justina. Doch er ist es nicht; Phantome
Schafft die Luft, mich zu verleiten.

Cyprianus. Schatten meiner Phantasie!

Justina. Blendwerk meiner Träumereien!

Cyprianus. Grauen meiner regen Sinne!

Justina. Schreckbild meines schwachen Geistes!

Cyprianus. Was begehrst du?

Justina.                                   Was begehrst du?

Cyprianus. Jetzt ruf' ich dich nicht; was leitet
Dich hieher?

Justina.                Weswegen suchst du
Mich? Jetzt nicht gedenk' ich deiner.

Cyprianus. Nein, nicht such' ich dich, Justina.

Justina. Nicht auf deinen Ruf erschein' ich.

Cyprianus. Wie denn bist du hier?

Justina.                                           Gefangen.
Und du?

Cyprianus.   Auch gefangen, scheint es.
Doch, Justina, welches Frevels
Läßt sich deine Tugend zeihen?

Justina. Nicht ein Frevel führt mich her,
Nein, der Abscheu jener Heiden
Vor dem Glauben an den Christ,
Den als meinen Gott ich preise.

Cyprianus. Wohl ist's deine Pflicht, Justina;
Denn er wacht – so mild erzeiget
Sich dein Gott – zu deinem Schutze.
Mache, daß er mir sich neige!

Justina. Rufst du gläubig ihn, er thut's.

Cyprianus. Gläubig ruf' ich ihn; doch leider,
Obschon nicht ich ihm mißtraue,
Macht mein schwer Vergehn mich zweifeln.

Justina. Trau' ihm!

Cyprianus.             Ach! unendlich ist
Meine Schuld!

Justina.                   Unendlich reicher
Seine Gnade.

Cyprianus.           Wird er Gnade
Haben auch für mich?

Justina.                               Ich weiß es!

Cyprianus. Wie? Wenn ich dem Satan selber
Meine Seel', als deiner Reize
Preis, verpfändet?

Justina.                         Es gibt nicht
So viel Stern' am Himmelskreise,
So viel Funken in den Flammen,
So viel Sand in Meeresweiten,
So viel Vögel in den Lüften,
So viel Staub im Sonnenscheine,
Als er Sünden kann vergeben.

Cyprianus. Ja, Justina, nicht mehr zweifl' ich,
Und ihm geb' ich tausend Leben. –
Doch ich sehe Leut' erscheinen.

Fabius bringt Livia, Moscon und Clarin als Gefangene herein.

Fabius. Geht hinein; mit eurer Herrschaft
Sollt ihr hier gefangen bleiben.

Livia. Wenn sie Christen wollen sein,
Welche Schuld wird uns zu teile?

Moscon. O genug! denn arme Diener
Haben immer Schuld, und reichlich.

Clarin. Meine Flucht aus jenen Bergen
Bracht' aus Leiden mich in Leiden.

Ein Diener tritt auf.

Diener. Cyprianus und Justina
Heißt Aurelius erscheinen,
Der Statthalter.

Justina.                   Ich Beglückte,
Führt dies zum ersehnten Heile.
Sei nicht bange, Cyprianus.

Cyprianus. Glauben hab' ich, Mut und Eifer;
Denn, wofern von meinem Joch
Mich des Lebens Preis befreiet:
Sollte, wer für dich die Seele,
Nicht für Gott den Leib verschreiben?

Justina. Ich versprach dir Lieb' im Tode;
Und nun, da ich dir zur Seite
Sterbe, Cyprianus, nun
Geb' ich dir, was ich verheißen.

(Justina, Cyprianus, Fabius und der Diener gehn ab.)

Moscon. Wie zufrieden sie zum Tode
Gehn!

Livia.         Sehr viel zufriedner bleiben,
Denk' ich doch, wir drei am Leben.

Clarin. Sehr viel nicht, denn zu entscheiden
Bleibt ein Streit noch; und obwohl
Dies der Ort nicht ist, da keiner
Sonst sich findet, wär' es unrecht,
Jetzt die Zeit nicht zu ergreifen.

Moscon. Welcher Streit?

Clarin.                             Ein ganzes Jahr
War ich . . . .

Livia.                   Sprich!

Clarin.                             Abwesend leider,
Und ein ganzes Jahr war Moscon
Ungestört dein Herr und Meister;
Und nun, nach Verhältnis, mußt du,
Um den Nachteil auszugleichen,
Mir ein andres Jahr gehören.

Livia. Also kannst du von mir meinen,
Daß ich dich beleid'gen würde?
Alle Tage, da mir Weinen
Zukam, hab' ich ganz durchweint.

Moscon. Zeugnis muß ich ihr erteilen:
An dem Tage, der nicht mein war,
Hielt sie deine Freundschaft heilig

Clarin. Unwahr! Denn sie weinte nicht,
Als ich heut zu ihr hineinging
In ihr Haus; und dort, bei ihr,
Fand ich dich, ganz seßhaft weilend.

Livia. Aber heute war kein Bußtag.

Clarin. Ja, er war's; denn ohne Zweifel
War der Tag, da ich verschwand,
Eben mein.

Livia.                 Du irrst handgreiflich.

Moscon. Klar ist mir der Grund des Irrtums,
Denn ein Schaltjahr war's; drum bleiben
Sich an Zahl die Tage gleich.

Clarin. Nun, ich will nicht länger streiten;
Denn nicht alles ja ergründen
Soll der Mensch. – Doch welch ein Treiben!

Es erhebt sich plötzlich ein heftiges Ungewitter. Der Statthalter und Gefolge treten auf; dann nacheinander Fabius, Lälius und Florus, alle in großem Schrecken.

Livia. Nieder stürzt das ganze Haus!

Moscon. Welcher Lärm! Welch Wunderzeichen!

Statthalter. Weh! Aus allen seinen Fugen
Scheint des Himmels Bau zu weichen! (Blitz und Donner.)

Fabius. Kaum, auf jenem Blutgerüst,
Fielen unterm Henkersbeile
Cyprianus und Justina,
Als die Erd' in wildem Kreisen
Bebt' und schwankte.

Lälius.                               Eine Wolke,
Deren brennend Eingeweide,
Als entsetzliche Geburt,
Schleudert Blitz' und Donnerkeile,
Sinkt auf uns herab.

Florus.                             Ein greulich
Mißgestaltet Scheusal steiget
Draus hervor auf dem beschuppten
Rücken einer Schlang' und scheinet,
Niedersinkend aufs Schafott,
Ringsum schweigen uns zu heißen.

Der hintere Vorhang geht auf. Man erblickt das Schafott mit den enthaupteten Leichnamen und den Dämon auf einer Schlange, über demselben schwebend.

Dämon. Höret, Staubgeborne, hört,
Was die Himmel von mir heischen,
Zur Verteidigung Justinens
Kund zu thun dem Erdenkreise.
Ich war's, der in Truggestalt,
Ihre Tugend zu begeifern,
Einstieg in ihr Haus und wagte,
Selbst in ihr Gemach zu schleichen.
Und um ihren reinen Ruf
Der Entwürd'gung zu entreißen,
Komm' ich nun, als Wiederbringer
Ihrer Ehr', auf solche Weise.
Cyprianus, der bei ihr
Ruht, ein Monument des Heiles,
War mein Sklav; allein, vertilgend
Mit dem Blute seines Leibes
Die mir ausgestellte Schrift,
Hat er jenes Tuch gebleichet;
Und die beiden, mir zum Gram,
Zu den höchsten Sphären steigend,
Bis zu Gottes heil'gem Thron,
Leben jetzt in besserm Reiche.
Dies ist Wahrheit, und ich selbst
Sage sie, weil Gottes eigner
Wille sie zu sagen zwinget
Mich, dem sie so wenig eignet. (Er versinkt in die Erde.)

Lälius. Welches Schrecken!

Florus.                                   Welches Graun!

Livia. Welches Wunder!

Moscon.                           Welche Zeichen!

Statthalter. Alles dies sind Zauberkünste,
Die der Magus dort verscheidend
Noch bewirkte.

Florus.                     Ich weiß nicht,
Soll ich glauben, soll ich zweifeln.

Lälius. Staunen muß ich, nur es denkend.

Clarin. Ich will dieses nur entscheiden:
War ein Magus der, so war
Magus er vom Himmelreiche.

Moscon. Nun, beiseite lassend unsrer
Wohl verteilten Liebe Zweifel,
Fleht, dem wunderthät'gen Magus
Seine Fehler zu verzeihen.

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