Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Startseite    Genres    Neue Texte    Alle Autoren    Alle Werke    Lesetips    Shop    Information    Impressum
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Matthias Claudius >

Der Wandsbecker Bote

Matthias Claudius: Der Wandsbecker Bote - Kapitel 125
Quellenangabe
typebook
booktitleDer Wandsbecker Bote
authorMatthias Claudius
year1975
publisherInsel Verlag
addressFrankfurt am Main
isbn3-458-31830-5
titleDer Wandsbecker Bote
pages27
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1775
Schließen

Navigation:

Buch An Prediger. Funfzehn Provinzialblätter.
Leipzig 1774. 118 Seiten in Octavo.

Alldieweil die Idee, die sich die Menschen, Philosophen und Nichtphilosophen, Denker und Schafköpfe, Leinweber und Staatsräte, Waschweiber und Hebammen, Prokuratores und Prediger selbst, etc. von dem Predigerstande machen oder machen lassen, so verschieden und meistens so ungerecht wenigstens unrichtig sind; so erscheint hier ein Prediger, der die Würde seines Berufs kennt, und tut seinen Mund über seinen Stand auf, nicht zu Komplimenten und Federlesen, sondern zu geflügelten Sprüchen, mit der edlen Freimütigkeit eines Mannes der sich seines Werts und seiner guten Sache bewußt ist und den die Wahrheit kühn macht. »Ein Prediger ist nicht: un des quarante de l'Académie Ecclésiastique; ist keiner von den sieben Weisen Griechenlands; kein Gemeinortkrämer und Lehrer der Weisheit und Tugend; kein Professor Moralium, der allenfalls im Staat zu tolerieren ist, weil er durch seine Diskurse Untertanen Gehorsam lehren, und die Zollregister und die Kasse der Fermiers Généraux verbesserte kann, etc. sondern er ist ein Säemann, der nicht für diese sondern für eine bessere Welt säet; ein Lehrer der großen seligmachenden Lehre Gottes; ein Vater und Tröster seiner Gemeine; ein schwacher unwürdiger brechlicher Mensch, aber mit dem Blitz Gottes in der Hand, den er nicht von Menschen sondern von Gott erhalten hat, und den er nicht zu kleiner Eitelkeit noch zu etwas Geringerm braucht, als Mark und Bein, von Untertanen und Fürsten, zur Besserung und zum Empfängnis einer über alles herrlichen Seligkeit zu treffen und zu durchdringen u.s.w.«

Es wird wohl nicht leicht jemand etwas gegen diese Vorstellung einzuwenden haben, und wenn es demgemäß von jeher wäre gehalten worden; so – wärs gut.

Obiges ist das Haupt-Corpus Delicti dieser Blätter, durch das nebenher eine Ader läuft, von Wärme und Enthusiasmus für Wahrheit und die gute Sache, und von Erfinders Unruhe und Behendigkeit, daß man ein sonderliches Behagen an dem Büchel findet.

 << Kapitel 124  Kapitel 126 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.