Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Startseite    Genres    Neue Texte    Alle Autoren    Alle Werke    Lesetips    Shop    Information    Impressum
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Matthias Claudius >

Der Wandsbecker Bote

Matthias Claudius: Der Wandsbecker Bote - Kapitel 115
Quellenangabe
typebook
booktitleDer Wandsbecker Bote
authorMatthias Claudius
year1975
publisherInsel Verlag
addressFrankfurt am Main
isbn3-458-31830-5
titleDer Wandsbecker Bote
pages27
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1775
Schließen

Navigation:

Wächter und Bürgermeister

          In einer Stadt ein Wächter war,
    Wo? hab ich nicht gefunden,
Der blies da schon manch liebes Jahr
    Des Nachts und rief die Stunden;

Und zwar war das sein Methodus:
Er tat das Horn aufs Maul und blus,
    Und denn pflegt' er zu sagen:
    Das Klock hat zehn geschlagen.

Einmal nun, eh er sich's versah,
War Wipp, der Rathausdiener, da:
    Gleich Marsch zum Bürgermeister!
»Was ruft Er denn so falsch und dumm?
    Der Klock heißt's, Bärenhäuter!
Denn Klock ist genris Masculum,
    So ruf Er also weiter!«

Ihr Exzellenz und Hochgeborn
    Hat in der Stadt zu schalten;
Sonst hätt' ich wohl ein Wort verlor'n:
Der Klock reimt nicht zu meinem Horn;
    Drum will ich das Klock halten.

»Er will nach einer solchen Tat
Noch wider den Hochweisen Rat
Ein Wort und Obstat wagen?
Im Namen unsrer guter Stadt:
Will Er bald der Klock sagen?
Das genus hat er uns verhunzt,
All unsre Ehr zerreißt Er!
Meint Er, man trägt das Schwert umsonst?
Ich schätze Wissenschaft und Kunst!
Und bringst mich da in solche Brunst« –

Der Klock, Herr Bürgermeister!

 << Kapitel 114  Kapitel 116 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.