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Der Vater und die Söhne

Felix Dahn: Der Vater und die Söhne - Kapitel 13
Quellenangabe
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typefiction
authorFelix Dahn
titleDer Vater und die Söhne
publisherBreitkopf & Härtel
seriesGesammelte Werke. Erzählende und poetische Schriften
volumeZweite Serie: Band 5
correctorreuters@abc.de
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XII.

Nach kurzer Zeit konnte der König nun sein siegreiches Heer in die Heimatprovinzen entlassen: der Fall Sevillas, die Gefangennahme Hermenigilds entmutigte die Aufständischen, sie legten die Waffen nieder und unterwarfen sich: die Byzantiner flohen in die von ihnen früher schon besetzten Küstenfesten. Leovigild legte in Sevilla, Cordoba, Astigi ausreichende Besatzungen und kehrte mit den Seinen nach Toledo zurück, wo alsbald die Vermählung Rekareds erfolgen sollte. Hermenigild hatte sein Wort gegeben, nicht zu entfliehen. So ward er ungefesselt mitgeführt und in der Hauptstadt in einem zu dem Palast gehörigen Nebengebäude in dem weiten Garten untergebracht, ohne Wache und bei offenen Türen.

Der König fragte gleich bei der Begrüßung seiner Gemahlin nach Ingundis. Achselzuckend erwiderte diese: »Sie ist krank. Nach der Flucht des Empörers mußte ich sie sicher verwahren.« – »Wo?« – »In den Kellern; das hat sie, scheint es, schlecht vertragen.« – »Abscheuliche! Sofort führt sie herauf!« befahl Leovigild den Palastdienern. »Hierher! Zu mir.« – »Aber! Sie weigert – noch immer – hartnäckig den Übertritt,« mahnte die Königin. – »Wie der Gatte. Das gefällt mir.« – »Wie? Was?« – »Ja, das ist doch Treue. Gefiele dir's besser, verleugneten die beiden aus Furcht oder um des Vorteils willen ihre Überzeugung?« – »Wirst du vielleicht den Rebellen auf deinen Thron nachfolgen lassen?« lachte sie höhnisch. – »Das werd' ich nicht: ich werde Rekared durch das Volk wählen lassen.« – »Ei, warum? Um den Preis der Krone tritt er wohl über, der Märtyrer.« – »Nicht um den Preis des Lebens. – Hilf Gott! Ist das Ingundis oder ihr Geist? Sie kann kaum stehen.« – »Ich war krank, Herr König.« – »Hat man dir was zu leide getan?« – Sie schwieg. – »Ja, ich,« sprach die Königin. »Ich habe sie geschlagen, die verstockte katholische Schwiegertochter.«

Da furchte Leovigild die gewaltige Stirn und streng sprach er. »Damit du nicht auch die zweite Schwiegertochter schlägst, Rekareds Braut und dich entwürdigst – nicht die Geschlagenen! – räumst du sofort den Palast und Toledo. Weit weg von uns! Garding, du bringst die Königin nach Astorga, jetzt meine zweite Residenz. Schweig, Godiswintha. Jetzt beginnt hier eine andere Zeit: – sie würde dir schlecht gefallen. Rekared hat Recht: der Bogen war zu straff gespannt. Gib mir die Hand, Ingundis, ich führe dich zu deinem Gemahl.«

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