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Der Übergang

Jakob Julius David: Der Übergang - Kapitel 4
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authorJakob Julius David
titleDer Übergang
publisherVolk und Welt
seriesRomanzeitung
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Viertes Kapitel

Wie Herr Peter Gröger sich bewährte und nützlich machte

Schon am Montag also begann Herr Peter Gröger seinen ersprießlichen Unterricht, und Adam Mayer merkte bald, daß es trotz bestem Willen keine so leichte Sache sein werde, diesen Lehrer »zu federn«.

Denn es war eine große Klugheit in ihm. Mit Gewalt und Drohungen war hier, einem älteren und durchaus verzogenen Schüler gegenüber, nichts mehr zu richten. So übersah er, wenn er wollte, Unarten nachdrücklichst. Dann ganz gelegentlich, aber immer vor Zeugen, daß man es merken mußte, und immer in guter Manier, kam ein Stich, der saß und nur darum nicht verletzte, weil außer ihnen beiden eigentlich niemand wußte, wohin er ziele.

War der junge Herr einmal gar zu ungnädig und durchaus nicht zur Sache zu bewegen, so ließ er ihn links liegen und lernte mit der Linnerl, was sie gerade für die Schule zu machen hatte. Damit war man bald fertig: denn sie faßte erstaunlich leicht und brachte Zeugnisse, wie sie im Hause Mayer noch nicht ersehen worden waren. Er begann mit ihr Stenographie zu treiben, und sie freute sich sehr damit. Das erinnerte sie der Geheimschriften, wie sie Schulmädchen auszuhecken lieben. Da konnte man sich Brieferl ins Haus kommen lassen, ganz offen, und niemand ahnte ihren Inhalt.

Mit der Rosi war nichts mehr aufzustecken. Die hatte den ohnedies nicht sehr hellen Kopf schon mit Sorgen und Geschäften überfüllt und konnte nicht aufpassen. Aber die Linnerl!

Es war, nicht nur die Mutter fand das, eigentlich jammerschade, daß nicht sie der Junge und Adam das Mädel geworden war. Denn in ihr lebte ein starker Verstand und eine große Begierde nach Wissen. Ordentlich ausgehungert erschien sie ihm, dankbar für jeden Fingerzeig und ihn in ihrer stillen und schweigsamen Art in sich verarbeitend. Nichts ging in ihr verloren. Das war wie mit gewissen Wassern. Sie versinken, verschwinden spurlos unter der Erde. An ganz anderen Orten aber treten sie zutage – geschwellt, gewaltsam, ja unwiderstehlich.

So nahe der Reife, war sie noch ganz ohne Gefallsucht. Das mochte sein, weil sie zu klug war, als daß sie gehofft hätte, neben der königlichen Schönheit ihrer älteren Schwestern bestehen zu können. Auch war sie noch sehr Kind, ganz dem Augenblick hingegeben und bei aller Ernsthaftigkeit sehr verspielt. Auf der Gasse benahm sie sich wie ein echtes Bubenmädel, und ihre beste Schönheit, ihr reiches Haar, ärgerte sie manchmal wirklich. Es war ein kräftiges Leben in ihr, das nur noch nicht wußte, wohin mit sich.

Es kamen Worte, so voll verständiger Einsicht in jedes Verhältnis und voll einer unendlichen ahnenden Klugheit, daß es war, als wölbe sich ein eigener höherer Himmel über diesem Kinde, daß Gröger ordentlich über solche Einfälle erschrak, sie bei sich behielt, darüber nachdachte. Oftmals erschien er sich als der Lernende. Es schien ihm unmöglich, daß sie klar wußte, was sie ausspreche, so sehr ihr Aug' in hellem und eigenem Licht dabei aufleuchtete. Dennoch lagen das Rosenlicht und der Flaum der ersten Jugend über ihren Wangen, die er gern gestreichelt hätte, weil sie so sehr weich sein mußten. Dafür aber war sie ihm nicht mehr klein genug, und es lag eine gewisse Scheu vor ihr in seinem Herzen.

Sie fand für ihre tieferen Bedürfnisse keinerlei Anregung zu Hause. Wohin mußte das mit der Zeit nun führen? Die Mutter war rastlos in der Wirtschaft, damit nur ja nichts vertan würde, und in ihrem Geschäfte. Sie betrieb nämlich eine kleine Wäschehandlung, mit der sie notdürftig genug etwas verdiente. So war ihr vielleicht nicht einmal recht, daß ihre Jüngste so sehr auf die Bildung versessen war, statt aufs Praktische, aber sie ließ sie gewähren, denn das Mädel hätte doch auch auf Dümmeres verfallen können. Zur Zeit genügte ihr die Hilfe der Rosi noch beim Verkauf und an der Nähmaschine, nachdem die eigenen Beine nicht mehr so recht standhielten. War die erst einmal aus dem Hause, verheiratet oder sonstwie, dann würde man der Linnerl schon den Standpunkt klarmachen, daß der Mensch nicht allein für »die Romanen« auf der Welt sei.

Für den Adam war die Schwester einfach die »narrische Gredl«. Und überdies mißbilligte er ihr Tun durchaus. Nicht etwa, weil er den Vorwurf empfand, der in ihrem Wesen gegen seine Arten und Unarten lag. Dazu war er viel zu eitel und vergeckt und zu selbstzufrieden. Aber die Mutter war mit dem Geld so schrecklich zäh. Das Ladel war, freilich erst nach allerhand Erfahrungen, immer verschlossen, und ihr einen Gulden entlocken eine gräßliche Arbeit, die mit dem Spaß kaum im Verhältnis stand, den man hernach hatte. Der Vater verschwor sich immer hoch und teuer, er habe selbst nichts Übriges; höchstens, daß er zu seiner Rechnung auch für den Stammhalter aufschreiben ließ. Der Rosi, die ihren Lohn von der Mutter bekam, konnte man wohl manchmal mit tausend Listen und Drohungen etwas abbetteln, der Kathi was abschmeicheln, obzwar er sich daraufhin hätte hängen lassen, daß gerade sie Geld, mehr Geld habe, als sie sich herzuzeigen traute, oder als sie von der Patin bekam, die ihr ja gewiß manchmal etwas zusteckte. Er hatte seine Augen im Kopf, wußte sie zu gebrauchen, und den Adam betrog man nicht. Wenn er nicht redete, so war das nur, weil man ohnedies immer Verdruß genug hatte. Wozu aber hatte man Schwestern, wenn man von ihnen oder als junger Mensch von seinem Leben so gar nichts haben sollte? Bei der Linnerl aber war gar nie was zu holen. Jedes Zehnerl, das sie bekam, vernaschte sie augenblicklich oder kaufte sich so ein rotes Büchel, das sie gar noch binden ließ! Auch so eine nichtsnutzige Näscherei ...

Es war ein eigentümliches Leben im Hause Franz Mayer. Völlig abweichend von dem, was Peter Gröger bei sich daheim gewohnt gewesen, und also zu Vergleichen reizend, ja zwingend.

Der Herr war sehr wenig daheim. Eigentlich nur bei den Mahlzeiten. Unmittelbar darauf verschwand er. Er hatte es immer sehr eilig, ohne daß eine Seele so genau gewußt hätte, warum oder was er eigentlich trieb.

Er machte den Eindruck eines sehr beschäftigten, selbst abgehetzten Menschen. Erkundigte er sich einmal bei Gröger nach dem Erfolg seines Unterrichtes, so geschah dieses höchst liebenswürdig, aber in der Art eines, der sich wirklich zwingen muß, solcher höchst nebensächlichen Dinge zu gedenken. Er war immer zerstreut, immer unruhig und abwesend, wenn er sich bei den Seinigen verweilte.

Ordentlich peinlich war es, wollte man ihn bei einem Gegenstande festhalten. Er quälte sich so sichtlich dabei. Und seine Antworten kamen mühsam, und ein beständiges Bestreben war in ihnen, abzubiegen oder zu irgendeinem Ende zu gelangen. In seine Augen kam dann etwas Verwundertes, ja Entsetztes, wie man denn gerade ihm zumuten wolle, bei der Stange zu bleiben.

Ansonsten herrschte eine große und allgemeine Duldsamkeit in der Familie. Keiner fragte viel dem nach, was der andere treibe. Die Töchter hingen offenbar mehr dem meist gutgelaunten und oftmals ganz spiellustigen Vater an als der greinenden und immer gereizten und dadurch launischen Mutter. Kathi war viel außer Hause, bei Freundinnen, durchaus in reichen Häusern, oder sie stand sehr gern lang und begehrlich vor Auslagen, und Adam machte eigentlich überhaupt nur, was er wollte.

Es war aber nicht jene Unbekümmertheit, die aus gut gegründetem Vertrauen eines in die Absichten des anderen entspringt.

Man verschloß einfach die Augen voreinander. Man hatte einfach seine Enttäuschungen erlebt, jedes an jedem, und zwar immer wieder, und nun erhielt man einen künstlichen Frieden, indem man jeglichen gehen ließ, wohin es ihn gelüstete. Das kostete, zumal der Frau, eine sichtliche und beständige Überwindung.

Und so war denn eine ewige gewitternde Luft über ihnen. Ein Groll schwellte in der Brust der Frau, der sich oft und vernehmlich genug entladen hatte, sich nun nicht mehr loszubrechen traute, ohne darum minder zu werden, der eine ganze Seele in Bann schlug, verstörte, zerfraß. In jedem Worte lag ein Stachel und eine Gehässigkeit; nichts klang mehr gleichgültig oder unbedeutend. Und etwas Jammerndes, eine unablässige, ungetröstete, fruchtlose Klage schwang mißtönig mit.

So sehr sich's Peter Gröger aus Überlegung und aus Bedürfnis seiner Natur zum Grundsatze gemacht hatte, nicht zu blasen, was ihm nicht selber auf die Nägel brenne, so verstand er es dennoch wohl, daß es einem lebfrischen Menschen wie Franz Mayer bei sich neben diesem verhärmten und duldenden Weib nicht wohlwerden konnte. Die vielen Kinder, die sie geboren, hatten sie vor der Zeit altern lassen. Ihrer sechs schliefen den ewigen Schlaf. Um jedes davon trauerte sie in immer gleichem, ungemäßigtem Leid, als hätte sie mit ihm vielleicht die Erfüllung aller jener Hoffnungen bestattet, die eine Mutter an das hängt, was ihr Schoß nun einmal getragen, denen sie nicht entsagt, ehe das Leben oder der Tod nicht unwiederbringlich ein Ende damit gemacht haben.

Die Zornigkeit der Erschöpften, der vom Leben Ausgesogenen, denen es nichts von dem gehalten hat, was man zu Recht und mit gegründetem Anspruch fordern durfte, war in ihr.

Sie hatten offenbar einmal über ansehnliche Mittel verfügt – man gewahrte noch Trümmer davon. Sie waren zerronnen. Ihre Schönheit mußte groß gewesen sein. Noch hing ein gutes Bild aus ihrer Brautzeit im Speisezimmer. Man mußte einem aber sagen, wen es darstellte, ehe man's erkannte oder auch nur eine Ähnlichkeit herausfand. Danach glich ihr die Kathi völlig. Nur etwas Strahlendes, Sicheres, Siegreiches war an der Mutter, das der müderen Schönheit der Tochter gebrach. All dieser Reiz war bis auf die letzte Spur verflogen. Und dabei war die Frau noch jung – sie stand erst zu Beginn der Vierzigerjahre, und vor ihr lag noch ein weiter Weg, vor dem sie vielleicht nur darum nicht erschrak, weil sie vor steten Sorgen und Enttäuschungen viel zu müd war, um der Zukunft überhaupt noch zu gedenken. Die mochte kommen, wie es wolle: besser, als es gewesen, würde es doch bestimmt nicht.

Peter Gröger hatte Gelegenheit, sie zu studieren. Denn sie huschte manchmal, in immer gleicher Eilfertigkeit, als jagte sie wer oder etwas, während er unterrichtete, durch das Zimmer. Oder sie setzte sich ein Weilchen, weil sie gar so müde war, und ihre Augen gingen rastlos, als müßten sie alles mustern, ob auch gar nichts versäumt oder vergessen sei, ehe sie sich seufzend erhob und weiter sputete. Oder man lud ihn einen Sonntag zu Tisch, zu einem Mahl, das unerquicklich genug war, weil eigentlich keiner ein Wort sprach, eben jeder nur seinen Bissen hinunterwürgte, bei dem sich niemand wohlfühlte, nur Herr Mayer, vielleicht aus dem Pflichtgefühl des Gastgebers, vielleicht auch nur, weil er in seinem fröhlichen Egoismus, in seiner gesunden Gedankenlosigkeit nicht ahnte, einem anderen könne auffallen oder die Laune verderben, was die seine durchaus nicht mehr trübte und woran er schon glücklich gewöhnt war.

Dennoch kam Peter Gröger immer wieder. Es ging ihm nicht gut genug, daß es ihn, so sparsam er war, nicht reizen konnte, da wohlfeil zu zehren. Er hatte seine Stunden, die ihm recht leidlich bezahlt wurden, verdiente reichlich, was er bei seiner Bedürfnislosigkeit brauchte, erübrigte schon für Taxen, freute sich des Gedankens, um wieviel bequemer es sein jüngerer Bruder haben werde, wenn den seine Studien endlich nach Wien führen würden, hielt sich als ein gesitteter Junge von liederlicher Gesellschaft fern und ging überhaupt seinen stillen und unverrückten Weg. Dies Haus aber lockte ihn mit geheimer Anziehung. Die Hoffnung, den Adam durchs Examen zu bringen, hatte er längst aufgegeben, denn dazu hätte der doch selber etwas tun müssen. So trieb er mit dem Jungen allerhand, das ihm sonst nützen konnte, und wendete desto mehr Zeit an die Linnerl. Er bekannte Herrn Mayer offen, wie schlimm es mit den Aussichten seines Sohnes auf das Einjährigenrecht stünde. Er brauste auf, jammerte über das viele herausgeworfene Geld, schwur, den nichtsnutzigen Buben, der ihm noch keine gute Stunde gemacht, endgültig zu erschlagen, und ließ es bei einigen heftigen, trotzig genug angehörten Worten bewenden, als ihm der frech entgegentrat. Es war beinahe, als hege der Vater eine gewisse Furcht vor dem jähzornigen Burschen.

Was aber den Studenten immer wieder in die Adam-Mayer-Gasse zog, das war die Kathi.

Es war wie ein süßes Geheimnis über dem Mädchen und allem, was sie anging. Immer war sie müßig.

Er sah niemals ein Buch oder eine Zeitung in ihren Händen. Höchstens stichelte sie lässig an einer Handarbeit, die nicht rücken wollte. Und dennoch erschien sie niemals gelangweilt. Wie in sonderbaren und fremden Gedanken ging sie durch die Welt.

Er wußte, daß man sie hatte das Konservatorium besuchen lassen. Das war wohl in jenen besseren Jahren geschehen, von denen die Frau manchmal mit einer merkwürdigen Weichheit, die gerade bei ihr eigen berührte, zu sprechen begann. Welchem Beruf, welcher Ausbildung sie bestimmt gewesen? Dies blieb dunkel. Wahrscheinlich sollte sie Schauspielerin werden. Dafür vermeint jede Wienerin Anlagen in sich. Dem aber widersprach es nach Peter Grögers Begriffen, daß sie so gar kein Bildungsbedürfnis zeigte. Aus welchen Gründen sie zu keinem Abschluß oder zu keiner Verwertung des Gelernten gekommen war? Dessen geschah niemals Erwähnung.

Ein Übereinkommen aber bestand unausgesprochen, nachdem sie von allen häuslichen Verpflichtungen befreit blieb. Sie war denn doch auf dem Wege zu Höherem gewesen. Allerdings trugen sich die Mädchen schwesterlich gleich, aber irgendein kostbarer Aufputz war immer an der Kathi Kleidern, oder mit einem ihr eigenen Geschmack brachte sie irgendeine Verzierung an, die allem ein eigenes Gesicht lieh. Einträchtig waren die beiden anderen, ihrer Anmut zu dienen und sie zu hegen, dieser kostbaren Schönheit, die Gröger niemals ohne eine starke Bewegung und ohne das. Gefühl sehen konnte, sie sei ein Gnadengeschenk des Himmels, das einmal reichen Segen bringen müsse.

Sie ließ sich dieses gefallen. Ohne Hochmut, selbst ohne eigentliche Eitelkeit, mit einer immer gleichen, unbeweglichen, lässigen Müdigkeit. Das war einmal für sie in der Welt so bequem eingerichtet, und sie hatte keinen Grund, sich's anders zu wünschen – bis, nun denn, bis ihre Träume erfüllt sein würden. Und dieses war an ihr eigen: sie wurde niemals rot, und es wäre genug Gelegenheit gewesen, denn der Adam stichelte oftmals, unbeirrt durch die Gegenwart anderer und in der hämischsten Weise an ihr herum. Dann konnte Gröger ganz rechtschaffen über den unverschämten Lümmel in Wut geraten. Und dennoch wünschte er sehr, sie erregt oder die Wangen vom Blut gefärbt zu sehen, das sich unfreiwillig erhob. Vielleicht riß dann der Schleier, der ihrer Augen Leuchten immer dämpfte, und sie wäre dann schöner gewesen denn je. Das geschah nicht. Sie erwiderte niemals. Nur in ihren Blicken war eine starke Verachtung.

Endlich schien es ihm, als werde der Adam gerade in seiner Gegenwart mit Vorliebe ausfällig. Dennoch bezähmte er sich männlich. Er verhielt sich nach Kräften mit ihm, schlug einen kameradschaftlichen Ton an und ging einmal sogar mit ihm zum Greißler.

Es war wieder in der Küche. Adam und die Marie saßen sehr vertraulich auf der Kohlenkiste, und der Adam begann: »Hast d' ein Geld, Marie?«

Sie machte ein verdrießliches Gesicht: »Es kummt immer auf das h'raus mit Ihnen, Herr Adam, 's is eh schon gar viel.«

Er legte seinen Arm um sie: »Wirst's schon wiederkriegen. Und mit guten Zinsen. Was möchtest denn eigentlich zu schenken kriegen, Schatzerl?«

Sie bekam begehrliche Augen: »Ein goldenes Bracelet hätt' ich so viel gern.«

»Kriegst es, Mizzerl. Wie ich einrück'.«

»Aber ich hab' nur noch zwa Gulden von mein' ganzen Lohn. Alles hab' ich Ihnen gegeben. Und a paar Schucherln tät' ich so brauchen, wo ich tanzen gehn möcht'.«

»Kriegst eh net um die zwa Gulden. Gib sie lieber mir.«

»Da hab'n S' es.«

»Und wissen S', den Herrn Gröger werd' ich mir behalten.«

»Na also. Er is ganz ein netter Mensch.«

»Meinetwegen is er's. Aber er gibt mir eine Ruh' mit dem Lernen. Am End' nimmt sich mein Alter hernach einen anderen und der fangt mir wieder an und will mich sekkieren. Dem hab' ich's schon abgewöhnt.«

»Er is halt ein kluger und ein sehr gesetzter Herr!«

»Der? Ein mordionischer Esel is er.«

»Ich bitt' Ihnen! Ja – wieso denn?«

»In die Kathi is er verliebt ...«

»Wirklich?«

»Wenn ich dir's sag'! Da hab' ich schon meinen Merks dafür. Über beide Ohren, so lang als sie sein, verliebt. Die Kathi und ein Student!« Er stieß sie an. Sie kicherte herzhaft. Und er pfiff schrill und kräftig, und die beiden lachten hernach sehr herzlich über Peter Gröger und seine unglaubliche Dummheit ...

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