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Der Tugendpreis

Guy de Maupassant: Der Tugendpreis - Kapitel 4
Quellenangabe
typenovelette
authorGuy de Maupassant
titleDer Tugendpreis
publisherEgon Fleischel & Co.
seriesGesammelte Werke
volume16
year1920
translatorGeorg Freiherr von Ompteda
correctorhille@abc.de
senderwww.gaga.net
created20060127
projectid5b2ed0e9
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Tollwut?

Meine liebe Genoveva! Ich soll Dir von meiner Hochzeitsreise erzählen? Wie kann ich das wagen? Du bist schlau, du hast mir nichts gesagt, mich auch nichts erraten lassen, nein, nichts, und dabei bist Du seit anderthalb Jahren verheiratet, ja, seit ein und einem halben Jahr. Du, die Du Dich meine beste Freundin nennst. Du, die mir früher nichts verbarg, bist nicht einmal so gut gewesen, mich vorzubereiten. Wenn Du mir nur gesagt hättest: nimm Dich in Acht, paß' auf! Wenn Du in meine Seele den leisesten Verdacht gesenkt hättest, einen ganz kleinen, würdest Du mich davor bewahrt haben, eine große Dummheit zu begehen, über die ich noch erröte, über die mein Mann bis zu seinem Ende lachen wird, an der Du allein schuld bist.

Ich habe mich unsterblich blamiert. Ich habe einen Irrtum begangen, wie man ihn nie vergißt, durch Deine Schuld, Du Böse, durch Deine Schuld. Ach, wenn ich nur eine Ahnung gehabt hätte!

Weißt Du, wie ich so schreibe, bekomme ich Mut und bin entschlossen, Dir alles zu sagen, aber versprich mir, nicht allzusehr zu lachen.

Erwarte kein Lustspiel, es ist die wahre Tragödie.

Du erinnerst Dich doch meiner Hochzeit? Wir wollten am selben Abend noch auf die Hochzeitsreise gehen. Ich hatte gewiß keine Ähnlichkeit mit der kleinen Paulette, deren Geschichte uns Gyp in dem geistreichen Roman »Um die Ehe« so komisch erzählt, und wenn meine Mutter mir gesagt hätte, wie Frau von Hautretan zu ihrer Tochter: »Dein Mann wird Dich in seine Arme nehmen und ...« wäre ich gewiß nicht herausgeplatzt wie Paulette mit den Worten: »Das brauchst Du mir nicht zu sagen, Mama, das weiß ich alles ebenso genau wie Du.«

Ich wußte nichts, und Mama, meine arme Mama, die vor allem Angst hat, hat nicht gewagt, diesen zarten Gegenstand zu berühren.

Also um fünf Uhr abends, nach der Mahlzeit, wurde uns mitgeteilt, daß uns der Wagen erwarte. Die Gäste waren fort, ich war fertig. Ich erinnere mich noch des Lärms, wie die Koffer die Treppe hinuntergebracht wurden und wie Papa durch die Nase sprach, weil er nicht zeigen wollte, daß er weinte. Der arme Mann sagte mir, indem er mich küßte: »Mut, Kindchen!« als sollte ich mir einen Zahn ziehen lassen, Mama aber heulte wie ein Springbrunnen. Mein Mann trieb mich zur Eile an, um den schwierigen Abschied zu erleichtern, ich war selbst in Thränen, obgleich sehr glücklich. Das ist weiter keine Erklärung, aber es war so. Plötzlich fühlte ich etwas an meinem Kleid zerren, es war Bijou, der schon den ganzen Tag über vergessen worden. Das arme Tier sagte mir auf seine Art Lebewohl. Es zuckte mir durch's Herz, und ich sehnte mich danach, meinen Hund zu umarmen. Ich nahm ihn also, Du weißt, er ist nur wie eine Faust so groß, auf und überschüttete ihn mit Küssen. Ich küsse dies Tier zu gern, es ist ein so köstliches, reizendes Viehchen!

Das Tier aber war wie verrückt, kratzte mit den Pfoten, leckte mich und packte mich mit den Zähnen, wie er es thut, wenn er sich wohl fühlt. Plötzlich hatte er meine Nase erwischt und ich fühlte, daß er mir weh that. Ich stieß einen kleinen Schrei aus und setzte den Hund zur Erde. Er hatte mich, während er spielen wollte, wirklich gebissen. Ich blutete, alle waren außer sich, Wasser, Essig, Tücher wurden gebracht, und mein Mann wollte mich selbst pflegen. Übrigens war es weiter nichts, zwei kleine Risse wie Nadelstiche. Nach fünf Minuten hatte die Blutung aufgehört, und wir fuhren fort. Wir wollten eine Reise durch die Normandie machen, etwa sechs Wochen. Abends kamen wir in Dieppe an. Wenn ich Abends sage, so meine ich damit Mitternacht. Du weißt, wie ich das Meer liebe. Ich erklärte meinem Mann, daß ich nicht zu Bett gehen wollte, ehe ich es gesehen. Das schien ihn zu ärgern, und ich fragte ihn lächelnd: – Bist Du schläfrig?

Er antwortete: – Nein, meine Liebe, aber Du solltest wissen, daß ich nun endlich mit Dir allein sein möchte.

Ich war erstaunt: – Mit mir allein, aber wir sind doch allein im Wagen seit Paris.

Er lächelte: – Ja, aber im Coupé ist's doch nicht dasselbe wie in unserm Zimmer.

Doch ich blieb dabei: – Nun, am Strande sind wir doch auch allein, das genügt doch.

Es schien ihm nicht zu passen, aber er sagte: – Na, also gut, da Du es gern willst.

Die Nacht war prachtvoll, eine jener Nächte, die einem unbestimmte Gedanken in die Seele zaubern oder vielmehr nur das Gefühl von Gedanken, den Wunsch, die Arme zu öffnen, den Himmel zu umarmen, oder Gott weiß was. Es ist, als erführe man ein großes Geheimnis.

In der Luft scheinen Träume sich zu wiegen, ist alles so poetisch, ein Glück, größer denn von dieser Erde, eine Art unendliche Trunkenheit, die von den Sternen, vom Mond, vom silbrig bewegten Wasser kommt. Das sind die schönsten Augenblicke des Lebens. Dann erscheint einem das ganze Dasein anders, verschönt, köstlich. Sie sind wie die Enthüllung dessen, was sein könnte ... oder was sein wird.

Aber mein Mann schien ungeduldig zu sein, heimzukehren, und ich sagte zu ihm: – Frierst Du? – Nein! – Dann sieh doch mal das kleine Schiff da drüben, das wie auf dem Wasser schläft. Ist es nicht wundervoll hier? Ich würde gern hier bleiben, bis es Morgen wird. Was meinst Du, wollen wir nicht den Tagesanbruch hier erwarten?

Er meinte, ich machte mich über ihn lustig, und zog mich beinah mit Gewalt zum Hotel. Wenn ich nur etwas geahnt hätte. Der Elende!

Als wir allein waren, schämte ich mich, fühlte mich verlegen und wußte nicht warum, das schwöre ich Dir. Endlich schickte ich ihn in das Toilettenzimmer und ging zu Bett.

Oh, meine Liebe, wie soll ich Dir das erzählen? Kurz, also höre. Er hielt wahrscheinlich meine übergroße Unschuld für Bosheit, meine übergroße Naivetät für Niederträchtigkeit, meine vertrauensvolle, kindliche Hingabe für Absicht und ging nicht mit der zarten Schonung vor, die nötig ist, um diese Geheimnisse einer unvorbereiteten, ahnungslosen Seele begreiflich und annehmbar zu machen.

Und plötzlich meinte ich, er sei verrückt geworden. Dann faßte mich die Angst, und ich fragte mich, ob er mich töten wollte. Wenn einen die Angst packt, denkt man nicht nach, denkt an nichts mehr, man wird verrückt, und eine Sekunde hindurch bildete ich mir Fürchterliches ein. Ich dachte an die Rubrik »Vermischtes« in den Zeitungen, an geheimnisvolle Verbrechen, an all die Geschichten, die man von jungen Mädchen erzählt, die Schufte geheiratet haben. Kannte ich diesen Mann? Ich wehrte mich, stieß ihn zurück vor Entsetzen. Ich riß ihm sogar eine Hand voll Haare aus und die Hälfte seines Schnurrbartes. Und durch meine Anstrengungen von ihm befreit, sprang ich auf und brüllte: Hilfe! Ich rannte zur Thür, schob den Riegel zurück und lief halb nackt auf die Treppe.

Andere Thüren öffneten sich, Männer im Nachthemd erschienen mit Licht in der Hand, ich fiel in des einen Herrn Arme und bat ihn um seinen Schutz. Er stürzte sich auf meinen Mann.

Was dann noch geschah, weiß ich nicht. Man prügelte sich, brüllte, und dann fingen sie an zu lachen, aber so an zu lachen, das kannst Du Dir gar nicht vorstellen. Das ganze Haus lachte, vom Keller bis zum Boden. Ich hörte im Korridor Ausbrüche von Heiterkeit und andere in den Zimmern unten. Die Küchenjungen gröhlten unter dem Dach, und im Flur wand sich der Nachtportier auf seiner Matratze.

Denke Dir nur, in einem Hotel!

Nachher war ich mit meinem Mann allein, der mir einige allgemeine Auseinandersetzungen machte, wie man etwa ein chemisches Experiment erklärt, ehe man es versucht. Er war nicht sehr zufrieden, ich weinte bis Tagesanbruch, und sobald das Hotel geöffnet wurde, reisten wir ab.

Aber das ist noch nicht alles.

Am nächsten Tage kamen wir nach Pourville, das erst der Anfang eines Seebades ist. Mein Mann überhäufte mich mit allerlei Zärtlichkeiten und Aufmerksamkeiten. Nach der ersten Verstimmung schien er glückselig. Beschämt und verzweifelt über mein Abenteuer am Tag vorher, war ich so liebenswürdig und gelehrig wie möglich. Aber Du kannst Dir das Entsetzen, den Ekel, beinah den Haß nicht vorstellen, den mir Heinrich einflößte, als ich dieses scheußliche Geheimnis erfuhr, das man den jungen Mädchen so sorgsam verbirgt. Ich fühlte mich verzweifelt, traurig bis zum Tode, von allen Illusionen geheilt und von der Sehnsucht gepeinigt, zu meinen armen Eltern zurückzukehren. Den übernächsten Tag kamen wir nach Etretat. Alle Badegäste waren in Bewegung: eine junge Frau war durch einen kleinen Hund gebissen worden und an Tollwut gestorben. Ein Entsetzensschauer lief mir über den Rücken, als ich die Geschichte an der Table d'hôte hörte. Es war mir sofort, als thäte mir die Nase weh, und als hätte ich wundersame Gefühle in allen Gliedern.

Die Nacht schlief ich nicht. Ich hatte meinen Mann ganz vergessen. Wenn ich nun auch an Tollwut sterben mußte? Am nächsten Tage ließ ich mir durch einen Kellner Einzelheiten erzählen. Er berichtete Fürchterliches. Den ganzen Tag über ging ich am Strand spazieren. Ich sprach nicht mehr, ich dachte immerfort nach. Die Tollwut, welch fürchterlicher Tod! Heinrich fragte mich: Was hast Du denn nur? Du bist so traurig. Ich antwortete: Nichts, nichts! – Mein irres Auge blieb auf dem Meer haften, ohne es zu sehen, auf den Bauernhöfen, auf der Ebene, ohne daß ich hätte sagen können, was ich erblickt. Um nichts auf dieser Welt hätte ich zugegeben, was mich quälte. Ich empfand Schmerz, wirklichen Schmerz in der Nase. Ich wollte heimkehren.

Kaum befanden wir uns im Hotel, so schloß ich mich ein, um die Wunde zu betrachten. Sie war nicht mehr zu sehen, und doch konnte ich nicht daran zweifeln, sie schmerzte. Ich schrieb sofort meiner Mutter einen kurzen Brief, der ihr sehr seltsam vorgekommen sein muß. Ich bat um sofortige Antwort auf ganz gleichgültige Fragen, kurz ehe ich schloß, schrieb ich: »Vor allen Dingen gieb mir Nachricht über Bijou.«

Am nächsten Tag konnte ich nichts zu mir nehmen, aber wollte doch keinen Arzt sehen und blieb den ganzen Tag am Strand sitzen und betrachtete die Badenden im Wasser. Da kamen Dicke oder Dünne, alle scheußlich in fürchterlichen Kostümen, an. Aber mir war nicht wie Lachen zu Mute, ich dachte, sind die Leute glücklich, denn sie sind nicht gebissen worden. Sie werden am Leben bleiben, sie haben nichts zu fürchten, sie können sich unterhalten, so viel sie wollen. Sind die ruhig!

Alle Augenblicke faßte ich mich an die Nase: schwoll sie nicht? Und kaum waren wir ins Hotel zurückgekehrt, so schloß ich mich ein, um mich im Spiegel zu betrachten. Oh, wenn meine Nase die Farbe verändert hatte, wäre ich augenblicklich gestorben.

Am Abend fühlte ich plötzlich etwas wie eine Zärtlichkeit für meinen Mann, die Zärtlichkeit der Verzweiflung. Er schien mir gut, ich lehnte mich auf seinen Arm, zwanzigmal wollte ich ihm mein fürchterliches Geheimnis mitteilen, aber ich schwieg.

Er machte sich meine Hingabe und meine Seelenniedergeschlagenheit scheußlich zu nutze. Ich hatte keine Kraft, ihm zu wiederzustehen, noch selbst den Willen. Ich hätte alles ertragen, alles gelitten. Am nächsten Tag bekam ich einen Brief meiner Mutter. Sie antwortete auf meine Fragen, aber sagte nichts von Bijou. Ich dachte sofort, er ist tot, und man will es mir nicht sagen. Da wollte ich zum Telegraphenamt laufen, um eine Depesche abzuschicken. Aber ein Gedanke hinderte mich. Wenn er wirklich tot war, würde man es mir nicht sagen. Ich ergab mich also in mein Schicksal, zwei Tage noch in Hangen und Bangen zu schweben, und schrieb von neuem. Ich bat, man sollte mir den Hund zu meiner Zerstreuung schicken, denn ich langweilte mich ein wenig.

Nachmittags begann ich zu zittern. Ich konnte kein Glas in die Hand nehmen, ohne die Hälfte zu vergießen. Mein Seelenzustand war jammervoll. Ich lief bei einbrechender Dunkelheit meinem Mann davon in die Kirche. Ich betete lange.

Als ich wiederkam, fühlte ich erneute Schmerzen in der Nase und ging zu einem Apotheker, in dessen Laden Licht war. Ich erzählte ihm von einer Freundin, die gebissen worden und bat ihn um Rat. Es war ein liebenswürdiger, entgegenkommender Mann, er gab mir reichlich Auskunft, aber ich vergaß die Dinge, wie er mir sie kaum gesagt, so verwirrt war ich. Nur eins merkte ich mir: »Viele empfehlen Abführmittel.« Ich kaufte mehrere Flaschen von ich weiß nicht was, unter dem Vorwand, sie meiner Freundin zu schicken. Die Hunde, die mir begegneten, flößten mir Entsetzen ein und die Lust, davon zu eilen so schnell ich konnte. Ein paarmal war es mir, als hätte ich auch Lust, sie zu beißen.

Die Nacht war fürchterlich unruhig. Mein Mann zog seinen Vorteil daraus. Wieder am nächsten Tag bekam ich die Antwort meiner Mutter, Bijou, schrieb sie, ginge es ausgezeichnet, aber es würde ihm doch schlecht bekommen, wenn man ihn so ganz allein mit der Eisenbahn schickte. Man wollte ihn mir also nicht schicken, er war tot!

Ich konnte noch immer nicht schlafen, Heinrich aber schnarchte. Er wachte ein paarmal auf, – ich war wie bewußtlos.

Am nächsten Tage nahm ich ein Seebad. Es überlief mich so kalt, als ich ins Wasser ging, daß mir beinah schlecht geworden wäre. Und dieses eisige Gefühl erschütterte mich noch mehr, es liefen mir furchtbare Zuckungen durch die Beine, aber die Nase that mir gar nicht mehr weh.

Zufällig stellte man mir den Oberarzt des Seebades vor, einen reizenden Herrn. Und mit größter Geschicklichkeit begann ich ihn über den Gegenstand zu befragen. Ich erzählte ihm, daß mein kleiner Hund mich vor ein paar Tagen gebissen, und ich fragte ihn, was ich zu thun hätte bei etwaiger Entzündung. Er begann zu lachen und sagte: – Ja, in Ihrer Lage, gnädige Frau, giebt es nur ein Mittel, Sie müßten sich eine neue Nase anschaffen.

Und da ich nicht begriff, fügte er hinzu: – Das wäre übrigens Ihres Mannes Sache.

Ich wußte also nichts mehr und war um nichts schlauer, als wir uns trennten.

Heinrich schien an diesem Abend sehr glücklich und heiter. Wir gingen abends ins Kasino, aber er wartete das Ende nicht ab und schlug mir vor, heimzukehren. Mich interessierte nichts mehr, und ich folgte ihm.

Ich konnte es nicht mehr im Bett aushalten, alle Nerven zuckten und zitterten. Auch er schlief nicht, er küßte mich, streichelte mich, ward zart und zärtlich, als erriete er, was ich litt. Ich überließ mich seinen Liebkosungen, ohne sie zu begreifen, ohne daran zu denken.

Aber plötzlich packte mich eine furchtbare, außergewöhnliche Krisis. Ich stieß einen entsetzlichen Schrei aus und stieß meinen Mann, der sich an mich klammerte, von mir, sprang ins Zimmer hinaus und stürzte nieder mit dem Gesicht zur Thür. Das war der Wutanfall, die Tollwut. Ich war verloren.

Heinrich hob mich entsetzt auf. Er wollte wissen, was mir fehle. Aber ich schwieg. Ich war jetzt ganz ergeben, ich erwartete den Tod. Ich wußte, daß nach ein paar Stunden Ruhe ein zweiter Anfall folgen würde, dann wieder einer und wieder einer, bis der letzte tötlich wäre.

Ich ließ mich wieder ins Bett tragen. Bei Tagesanbruch erregten die störenden Belagerungen meines Mannes einen neuen Anfall, der länger dauerte, als der erste. Ich hätte am liebsten alles zerrissen, um mich gebissen und gebrüllt. Es war furchtbar, und doch nicht so schmerzlich, als ich gedacht.

Gegen acht Uhr morgens schlief ich zum ersten Mal seit vier Nächten. Um elf Uhr weckte mich eine geliebte Stimme, es war Mama, die meine Briefe erschreckt hatten, und die kam, um mich zu sehen. In der Hand hielt sie einen großen Korb, aus dem Bellen klang. Ich packte ihn, toll vor Verzweiflung, öffnete ihn, und Bijou sprang aufs Bett, küßte mich und wälzte sich auf dem Kopfkissen vor lauter Freude.

Nun, meine Liebe, glaube mir, wenn Du willst, erst am nächsten Tag hatte ich begriffen.

Oh, die Einbildung! Wie einen das bearbeitet. Ist das nicht zu dumm?

Ich habe nie irgend jemandem, das wirst Du begreifen, die Qualen dieser vier Tage gestanden. Denke Dir doch, wenn mein Mann es erfahren hätte! Er lacht mich schon genügend aus wegen meines Abenteuers in Dieppe. Übrigens ärgere ich mich nicht mehr zu sehr über seine Scherze, ich bin damit ausgesöhnt. Man gewöhnt sich an alles auf der Welt.

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