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Der Steiger vom David-Richtschacht

Kurt Geucke: Der Steiger vom David-Richtschacht - Kapitel 13
Quellenangabe
authorKurt Geucke
titleDer Steiger vom David-Richtschacht
publisherAugust Scherl G. m. b. H.
printrun6. bis 12. Tausend
year1921
firstpub1921
illustratorWillibald Weingärtner, Martha Jäger
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20180715
projectid923d4025
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Zwölftes Kapitel.
Die heilige Tiefe

Jahre, Jahrzehnte sind vergangen. Ein neues Geschlecht der Söhne, der Enkel ist aufgekommen und das alte der Mütter und der Väter schon fast versunken.

Es war in einer frühlingswarmen Novembernacht, als vom Berghause über Tutumas Tale ein schönes Mädchen noch den Felsenweg hinauf zu den alten Mangobäumen aufstieg. Von Zeit zu Zeit hemmte sie ihren Schritt und lauschte in das feierliche Schweigen der dunklen Urwaldnacht. Sie atmete tief. Der zärtliche Duft der Zimtblüte strömte nach einem heißen Tage in die weiche Luft der Stunde und umkoste ihre Wangen. Noch eine letzte Biegung des Pfades, da hatte sie schon die Höhe erreicht und trat auf die sternenhelle Felsenplatte hinaus, die noch immer wie einst über Erde und Meer schaute.

Ein leiser Freudenruf entschlüpfte ihrem Munde: »Ach, Vater, da bist du, wie hab ich mich gebangt nach dir, denn du sagtest doch, du wolltest kommen!«

Von dem Steinsitz unter den Mangobäumen erhob sich die hohe, kräftige Gestalt eines weißbärtigen Mannes. Auch sein Haupthaar, das ein brauner Basthut bedeckte, quoll wie Schnee so weiß unter der dunklen Krempe hervor.

»Siehe doch, siehe das ungeduldige Sylvesterblut!« sagte er lächelnd, mit einer tiefen, vollklingenden Stimme. »Gesteh es nur, liebes Närrchen, du hast dich gefürchtet, heut abend allein zu bleiben, und fürchtest dich doch nicht, mich in der finstern Nacht zu suchen?!«

Mit Wohlgefallen ruhte das Auge des Alten auf der jungen lieblichen Gestalt; sie war so zart und schön wie ihrer Mutter Mutter war. Denn Dindi war das Mädchen. Dindi, Uds und Rayas Tochter, die nun beide auch schon Jahre dahin waren. Mayas Felsen gegenüber, auf der Insel der letzten Rätsel, da ruhten sie unter den Hügeln: Ud und Uds Geschwister, Mayas Brüder und alle! So hatte bis auf Dindi, die Urenkelin und Letzte der Seinen, die nun seine alten Tage wie eine gute Tochter mit zärtlicher Liebe hütete, die Einsamkeit ihren Ring um Rust geschlossen.

»Was tust du hier, Vater?« fragte Dindi.

Rust zeigte lächelnd auf das buchsbaumhölzerne Sternrohr, das er neben sich auf die Bank gelegt hatte. »Schau, mein Kind, ich treib ein wenig Himmelskunde. Alle diese schönen Sterne da, die Menschen haben sie so und so genannt. Mir aber haben sie meine eigene Bedeutung, und so hab ich ihnen denn auch Namen gegeben, die in meiner Sprache geschrieben sind, wie ich sie mit dem Herzen verstehe. So sind sie mir lieb und vertraut geworden. Siehe, Kind, dieser Stern zum Beispiel, der dort in dem schönen, sanften, klaren Lichte schwimmt, das ist das Sternlein Maya. Wenn du dann ein wenig weiter nach rechts hin gehst – die hellschimmernden beiden dort, die sich so nahe sind, als wären sie umschlungen miteinander – ein rührendes Bild der Liebe: Rasmus und Martha! So sind sie mir als ein schönes Sternbild an den Himmel gesetzt, so in alle Ewigkeit den Schimmer ihres Herzens verfunkelnd! – Da denk ich nun zuweilen, wenn ich einmal meinen Lieben gefolgt sein werde – nun, dann wird da oben wohl auch für mich ein bescheidenes Plätzchen werden! Da ist zum Beispiel unfern des Südlichen Kreuzes, das heute wieder so herrlich und überirdisch glänzt, eine Stelle dort (siehst du sie?) die ganz schwarz aussieht: die Astronomen, glaube ich, nennen sie auch deswegen den »Kohlensack«, wo noch gar nichts darin ist als die Finsternis. In diesem Winkelchen, da wäre für mich alten Gesellen gleich eine Unterkunft, wenn es der Herr Petrus freundlich erlauben sollte. An einem Zipfel hat er mich ja beinah!«

»Nicht, Vater!« sagte Dindi traurig und umschlang seinen Hals.

Rust legte die Hand auf ihr Haupt, dann nahm er sie bei der Rechten und schritt neben ihr wie ein Junger talab, dem Berghause zu. Der helle Mond stand über den Hütten Siniams, als sie bei dem Felsenbrunnen in den Garten eintraten.

Am andern Morgen, schon in aller Frühe, hatte sich Rust erhoben und ging, wie immer seit vielen Jahrzehnten, die gewohnten Wege und Gänge seinen Geschäften nach. Von den Spuren der Verwüstung jener furchtbaren Nacht von damals und der ihr folgenden Tage war nichts mehr wahrzunehmen: die unerhörte Fruchtbarkeit der Scholle hatte schon nach wenigen Jahren die Aschengefilde mit einer neuen, grünend frischen Pflanzendecke überzogen, die nun längst in die Höhe gewachsen war und heute üppiger prangte denn je zuvor. Der Verlust des Bergwerks freilich war und blieb unersetzlich, ein neues ist nicht wieder abgeteuft worden. Wenn auch der alte Feuerbrunnen auf dem Boden des Kraters längst in die Erstarrung zurückgesunken war und der Schlund, aus welchem sich einst der Zechenturm erhoben hatte, nun von einer festen Lavamasse ausgefüllt und überkrustet lag, so wollte es Rust doch nicht auf sein Gewissen nehmen, auf dem gefährlichen Grunde noch einmal Menschenleben preiszustellen. Er hatte andere Aufgaben genug, um nicht allzu schmerzlich diesen Verlust zu empfinden. Der Wiederaufbau und Ausbau des Hafens, reichliche Wegebauten, die Errichtung von Buhnen und Brücken, die Vermessung und Wiederanbauung des Landes, die Bewirtung der Wälder, die Einführung der Seidenzucht und tausend anderes mehr gab seinem vereinsamten Leben den Pulsschlag wenigstens, der die Stunden und Tage füllt.

*

Als Rust achtundachtzig Jahre alt war, überfiel ihn eines Abends der Gedanke an sein Urenkelkind, und er sagte sich, daß es doch eigentlich recht eigennützig von ihm sei und ein großes Unrecht, ein junges blühendes Leben an sein ungeselliges Alter zu ketten. So ließ er denn am andern Tage Dindi zu sich rufen und sprach zu ihr: »Meine liebe Tochter, es ist wohl an der Zeit, daß du einmal ein wenig in die Welt hinein schaust und dich mehr unter die Menschen tust, als du hier in unsrer engen Abgeschiedenheit Gelegenheit findest. Ich gedenke dich daher auf ein bis zwei Jahre nach Hamburg zu schicken, wo ich dich dem mütterlichen Schutze einer dort lebenden Enkelin meines alten wackern Thomsen (der leider schon abberufen wurde, da lebtest du noch nicht) getrost anvertrauen kann. Der ›junge Thomsen‹, sein Sohn und mein Teilhaber heute, der nun aber auch schon seine achtzig Lenze und mehr über seinem Haupte dahin hat, wird dich wie ein Vater aufnehmen. Jedenfalls bist du wohlgeborgen dort und wirst auf dieser Reise manchen Eindruck mit dir nehmen, der dir vielleicht für dein ferneres Leben ein wertvoller und unverlierbarer Besitz werden kann. So bereite dich denn, meine liebe Tochter, daß du schon mit dem nächsten fälligen Schiffe die Insel verlassen kannst.«

Dindi war über alle Maßen erschrocken und betrübt, als sie dieses hörte, aber als gutes, gehorsames Kind wagte sie nicht viel dagegen einzuwenden, und so fügte sie sich mit traurigem Herzen.

*

Sie war schon ein ganzes Jahr fort, der Sandelbaum über Mayas und Sylvesters Hütte setzte frische Triebe an, und der Feigenstrauch um die Laube begann wieder Knoten zu gewinnen, als von ihr ein Brief eintraf. Tränen der Seligkeit, Tränen der Trauer waren über die schönen, feinbeschwingten Schriftzüge geflossen und hatten sie hier und da ein wenig ausgelöscht. Sie hatte in Hamburg den Mann ihres Herzens gefunden und bat nun, vom Heimweh ergriffen, ob sie mit dem Geliebten nicht kommen dürfe, ihn dem Vater zuzuführen. Als Rust das las, faßte er einen schnellen Entschluß. Er selber wollte ihr die Antwort bringen, wollte sie in Hamburg überraschen! Schon lange eigentlich war es sein sehnlicher Wunsch gewesen, noch einmal vor seinem Ende die alte Heimaterde zu begrüßen, noch einmal vor die Gräber der Mutter und aller seiner Lieben hinzutreten und dann Abschied zu nehmen auf immerdar. Nun traf sich dieser Wunsch mit einer guten Veranlassung, die ihn schnell zur Tat reifen ließ. Es war ein kurzes Abschiednehmen, aber wohl kaum ein Häuschen gab es auf den Inseln, kaum eine Hütte, wo nicht Tränen geflossen wären.

»Der Alte vom Berge«, wie ihn damals dann und wann die Deutschen zu nennen pflegten, »Vater Tausitala«, wie die Eingeborenen und vor allem die Kinder ihn riefen, weil er ihnen so schöne Geschichten zu erzählen wußte, hatte das seltene Schicksal erfahren, sich lebendigen Leibes schon im Gemüte dieses schlichten Inselvölkchens von einem Hauch umwittert zu sehen, wie ihn sonst nur nach langen Zeiten die Sage verleiht. Ja, es gab Abergläubische unter den Leuten, die ihn – seiner dämonisch erscheinenden Willenskraft wegen – im geheimen Bunde mit dem Meere wähnten und ihn für einen gutartigen heimlichen Zauberer hielten. Die aber, die so von ihm dachten, waren nur Vereinzelte und nicht die Klügsten im Lande. Den meisten galt er als der gute »Vater Tausitala«.

Nun ging er von ihnen, Vater Tausitala, und die Trauer um ihn war ehrlich und groß. Ob er bei seinem hohen Alter jemals wiederkehren würde? Manches Herz fragte es sich mit Bangen.

Die Reise ging glücklich vonstatten. Ohne Zwischenfall trug der schwimmende Stier, dieser noch immer seetüchtige Aldebaran, seinen greisen Herrn durch die Fluten dreier Ozeane und des Mittelmeeres der hanseatischen Seebeherrscherin entgegen. Welche Freude hob die alte Brust und ließ sie tiefer atmen, als zum erstenmal wieder am weiten Horizonte der unwandelbare Nordstern erschien, und ein süßrauher Heimatwind kräftiger an die Wangen schlug. Nun ging es im Fluge dahin, bald war das Ziel erreicht. Am Kehrwiederfleet des Sandtorhafens legte das Schiff neben dem Sperber an, der tags zuvor aus den Antillen eingetroffen war, und begann auch sogleich für einige Seifensiedereien und Ölmühlen des Hafengebietes seine Ladung an Palmöl und Kokoskernen zu löschen. Der neunundachtzigjährige Rust indessen, der noch mit dem gefesteten Schritt eines vollkräftigen Mannes sein Boot bestiegen hatte, ließ sich ohne Aufenthalt nach dem Hause der Reederei, Herrengraben Nr. 9, rudern. Man wird sich vorstellen können, wie groß sein Erstaunen und wie tief seine Betrübnis war, als er hier die Mitteilung empfing, daß Dindi mit ihrem Verlobten bereits vor einer Woche mit dem Orion nach Rusthafen abgereist sei. Sie habe ihr Heimweh und die Sehnsucht nach dem greisen Vater nicht länger bezähmen können und nun die erste Gelegenheit ergriffen, die sich ihr bot.

»Das heiße Sylvesterblut!« lächelte Rust verstehend und betrübt zugleich. »So kann es eben nichts helfen und wir müssen sehen, ob wir sie in irgendeinem Hafen mit dem Sperber einholen; vielleicht steht mir noch einmal mein altes Schifferglück bei! Mehr als acht Tage hier brauche ich nicht, acht Tage ist sie fort von hier, das macht vierzehn Tage im ganzen – vierzehn Schiffstagereisen? Nun, die bringt der Sperber schon ein, wenn der Wind uns günstig ist!«

Um die Woche schon reiste Rust nach der Gutehoffnungshütte weiter. Er war erstaunt, wie wenig sich hier verändert hatte: die Türme, die Schlote, die grauen, schwarzen Mauern, alles noch wie damals – nur die Menschen waren andre geworden. Fremde, gleichgültige Gesichter traten ihm entgegen – es war ein anderes Geschlecht auf Erden. Da fühlte Rust zum ersten Male mit Macht, daß er alt geworden war. Ihm deuchte wie jenem im Märchen, als müsse er hundert Jahre verschlafen haben! Oder hatte er in einer anderen Welt gewacht? Die Menschen gingen an ihm vorüber: niemand kannte ihn, keiner grüßte ihn, und das war noch das Gute. So konnte er sich doch ungestört seinen Erinnerungen hingeben, bis sein Auge heißer ward und heiliger von Tränen. Fünf Jahrzehnte waren vergangen, da er nun wieder über jenen Hügeln stand, wo das Hüttenland zu seinen Füßen an die Gräseröde der Sterkerader Heide stößt. Als wären es nicht fünfzig Jahre, als wärens fünfzig Nächte gewesen, so quoll noch immer das rote Feuer aus dem Essenwalde der Hochöfen herauf und schrieb wie damals glühende Zeichen der Menschenhand auf die schwarzen Tafeln der Nacht.

»Ihr Flammen,« sprach Rust leise vor sich hin, »die ihr mir einst das Herz zerglühen wolltet, oh, wie anders leuchtet ihr mir heute! Der Menschenmeider, der Hasser und Verächter, der ich damals war – nein! – ich bin es nicht mehr: wir haben alle zu tragen, und wenn es auch manchmal nur – die bösen Gedanken sind. Wohl dem, der an mancher Tiefe vorüberging und nicht taumelte!« Langsam drehte er sich um und wendete sich der Heide zu.

Es war bei einer klaren, stillen Luft eine stockdunkle Septembernacht, so daß er von der Höhe seines Hügels aus am jenseitigen Rande des Venns die Lichter der Glashütten und der Wolfsöfen bei der Waldschmiede deutlich erkennen konnte. Wie schwache Glimmerpünktchen schimmerten sie aus Mitternacht nach den Hochmooren herüber, wo er damals unter Blitz und Donner jene merkwürdige Begegnung mit dem Ofenmeister hatte. Was mochte aus ihm geworden sein? Irrte er, wie der fliegende Holländer, an den Mast der sinkenden Kleopatra geheftet, durch die Meere der Welt dahin und fand den Ruhehafen des Friedens nicht mehr? Unstet und flüchtig ist er geworden, und wenn in ihm selber nicht, der Arm der Vergeltung hat ihn nicht erreicht.

Zwei Tage später stand Rust an der Tiefe des David-Richtschachtes. Wieder erging es ihm wie schon in den Hochöfen der Gutehoffnungshütte. Niemand kannte ihn mehr, keiner kam, der ihm die Hand gab und sagte: »Nun, da bist du ja wieder, alter Freund. Wir haben lange auf dich gewartet.« – So sah er denn noch einmal in die fallende Kluft der Finsternis hinab, wo man damals seinen Sohn herausgebracht hatte, und am Abend wanderte er zu seinen Gräbern hinaus. In der Nacht reiste er weiter. Nach den Wäldern, nach der Bergfreiheit seiner frühverlorenen Heimat.

Die Woche war noch nicht herum, er hatte nun auch am Grab der Mutter seine Andacht gehalten und eine stille Träne geweint, als er die Rückfahrt nach Hamburg antrat, um schon andern Tages wieder an Bord zu gehen. Der Sperber, mit dem er einstmals, die volle Brust von Kraft und Tat geschwellt, seine erste Fahrt in die Welt hinein gewagt hatte, der sollte ihn nun auch auf der letzten tragen, da die Sonne untergehen wollte. Wieder hörte er die brausenden Schiffergesänge, die ihm damals in die grauwogende unbekannte Zukunft das mutige Geleit gegeben hatten – heute klangen sie ihm wie ein schweres Abschiednehmen vom letzten Heimathafen.

Die Elbe rasterte Ein Fluß rastert: fließt, der Mündung nahe, in den Hochwasserstunden langsamer, infolge Stauung durch die vom Meere in ihn herauf steigende Flutwelle., es war gerade die Flutstunde, als sich das Schiff langsam in Bewegung setzte. Vom Indiahafen tuteten die großen Ozeandampfer, die Glocke von Sankt Katharinen schlug Zwölf. Wie Gewitterdonner rollten noch ihre Stundenrufe in der grauen Herbstluft, als das Schiff St. Pauli Landungsbrücken passierte und Rust die Augen sich rieb, ob er nicht noch die alte Hafenarche, die Taverne, entdecken möchte, wo er vor fünfzig Jahren, nach seiner Flucht aus den Öfen, die erste Nacht in Hamburg geschlafen hatte und am Morgen zu einem neuen Leben aufgewacht war. Aber von dem alten Gemäuer war nichts mehr zu sehen: stolzen, steinernen Kaufmannsburgen, die sich heute in der Gegend drängen, hatte es längst schon weichen müssen. Dafür grüßte vom Süllberg in Blankenese das noch wohlerhaltene Weinberghäuschen des alten Wullenweber herab, in dem zu Sommerszeiten nunmehr Herr Thomsen junior wohnte. Ein paar schlichte weiße Mauern nur, grünumsponnen; und, wie ein friedsamer Schirm darüber, ein hohes, rotes Ziegeldach, altväterisch und stille: und doch, welcher Zauber ging von diesen Steinen aus, welche Erinnerungen, die sich rankten darum wie jene Reben. Die alte Zeit kam herauf! ...

Aber der Wind hielt nicht an, und die Welle rastete nicht. – Nachdem das Schiff Cuxhafen erreicht hatte, wo es noch eine Ladung einnahm, passierte es gegen sieben Uhr das letzte Elbfeuerschiff.

Wie feierlich lag das Meer in seinem Abendgewand! Auf der äußersten Westsee draußen stand ein rotglühendes Schmiedefeuer und netzte schon mit purpurnen Flammen den Rand des Sonnenballs. Wo in der Luft die ersten Dämmerstreifen zogen, auf dem Herbststrich, der nach Süden deutet, flog ein verspäteter Schwalbenschwarm, und mit ihm – vogelsprachekund – das letzte Lied aus der Jugendzeit. Bald brach die Nacht herein, dunkel und feuersichtig.

Rust, in tiefes Sinnen versunken, stand oben auf seinem alten Lieblingsplatze, der Back, auf die Reeling gestützt. Es war ihm, als müßte er von jedem Heimatlichte, jedem Wahrzeichen der geliebten Muttererde, ja von jeder Stätte irgendeiner schönen alten Erinnerung immer wieder erneuten Abschied nehmen, so daß er für ein Lebewohl, ach, deren unzählige in seinem Herzen zu leiden hatte. Die vertrauten Lichter von Helgoland und vom Riesen auf dem Roten Sande; der verlassene alte Westturm auf Wangeroog, der finsternd und kaum erkennbar in den Schatten der Nacht stand; das Lichterschiff, das vor der Weser liegt; die Feuerbarke, die das Borkum-Riff bewacht; alle diese Zeichen und Zeugen, blitzend und funkelfeuernd, eines mit dem andern wechselte und ging vorüber an ihm und winkte ihm zu wie Freundesgruß vergangener Zeiten.

Da der Orion zunächst eine Bestimmung nach der Pfeffer- und Goldküste hatte und Ladung nach Swakopmund mit sich führte, so schlug auch der Sperber den Umweg über Kapstadt ein. In immer gleichmäßiger, ruhiger Fahrt gelangte das Schiff über die Inseln des Grünen Vorgebirges und Ascension bis Sankt Helena hinab, als eines Morgens widrige Winde einsetzten und es drei Tage lang in der Richtung auf Tristan da Cunha von seinem Kurse westsüdwestwärts abtrieben, so daß es ihm erst nach großer Verspätung gelang, Kapstadt noch zu erreichen. Hier empfing Rust die Nachricht, daß der Orion schon vor elf Tagen wohlbehalten eingetroffen und sofort wieder weitergefahren war. Nun war der nächste Hafen, der eine Möglichkeit, Dindi einzuholen bot, erst Adelaide wieder. Rust war ganz betroffen und niedergeschlagen von dieser Nachricht, denn er hatte bestimmt gerechnet, bis Kapstadt seine Hoffnung erfüllt zu sehen. Und nun war es wieder nichts damit! Er ließ sofort wieder den Anker hochmachen und trotz einer Sturmwarnung, die ergangen war, das Schiff vom sicheren Hafen auslaufen. Auf die Bedenken des Kapitäns erwiderte er lächelnd: »Dieses Schiff, mein teurer, verehrter Freund, hat seine Feuer- und Wasserprobe hinter sich! Ich sage Ihnen, auf dieser alten Diele hier haben wir vor etwa fünfzig Jahren einmal den Mittenwirbel eines Drehsturms durchschnitten, dessen Flutwelle fast zweimal schneller lief als eine schießende Kanonenkugel, und wir sind heil hindurchgekommen. Freilich – das war ein halbes Wunder schon!«

Die Voraussage des Hafenamtes in Kapstadt und die Warnung des Kapitäns sollten sich aber nur zu bald als berechtigt erweisen. Noch am selben Abend zog sich um den Tafelberg ein Wetter zusammen, und ein Sturm erhob sich auf dem Meere, daß das Schiff in allen Fugen krachte und knarrte und kaum noch das Regiment über sich behielt.

»Ich wünschte, mein Wort wäre zuschanden geworden,« beteuerte der Kapitän, »aber ich kenne diese Gegend, ihre Wetterzeichen und Gefahren leider nur zu genau. Dieses Kap der guten Hoffnung würde viel richtiger das Vorgebirge der Verzweiflung heißen. Denn es ist das Haus der fürchterlichen Stürme, die fast den größten Teil des Jahres hindurch in seinem Bannkreise an der Herrschaft sind. Und es ist um so gefährlicher noch, weil es sich an die hundert Meilen weit noch unterseeisch fortsetzt: in jenem Kap-Riff, oder wie es der Seemann benannt hat, jenem Matrosenkirchhof, über den wir jetzt gerade hinwegsegeln. Es ist dies – mit dem Sturmkap des Feuerlandes – wohl eine der gefährlichsten Stellen, die die Schiffahrt überhaupt kennt. Wir haben Orkane hier erlebt, die das Meer an dreihundert Fuß und noch tiefer aufwühlten und seinen korallenübersäten Klippengrund so bloßlegten, daß er den Schiffen in der ausgehöhlten See den Bauch aufriß. Von denen hat keiner wieder gehört.«

Drei Tage und Nächte lang hielt das fürchterliche Unwetter an, dann begann das Meer sich langsam wieder zu beruhigen. Die unerschütterliche Festigkeit des Sperbers hatte wieder einmal standgehalten, wie immer; jedoch der greise Herr des Schiffes, dem seit seinen Knabentagen und abgesehen von der Verletzung, die er einst durch Orangbani erlitten, noch nie etwas Ernstliches gefehlt hatte: er wurde zum ersten Male in seinem Leben wirklich krank. Wer es mit angesehen hatte, wie der alte Herr, im Sommeranzug, die leichte Mütze auf dem weißen Haupte, Tage und halbe Nächte lang im schwersten Wetter von seinem Posten auf Deck kaum gewichen war, den konnte das nicht wundernehmen. Vom Sturm geschüttelt, von den Sprühseen und Regenböen oft bis auf die Haut durchnäßt, hatte er seinen Platz gehalten und war mit seinem Schiffe, bergauf und talab, den ganzen Sturm abgeritten. Lächelnd hatte er alle Ermahnungen des wohlmeinenden Kapitäns zurückgewiesen. Das Meer war seine alte Liebe. Er liebte es in seinen Glänzen, er liebte es in seiner grausenden Schönheit, er liebte es immer. »Wenn wir schon unser Schicksal erfüllen müssen,« hatte er gesagt, »so soll es wenigstens schauend sein!«

Hinterher dann waren die Nachschwaden gekommen. Nun lag er in seiner Kajüte unten, und der Schiffsarzt zuckte mit den Achseln und meinte, daß er heftige Schmerzen leide, wenn man auch keine Klage von ihm vernähme. Das einzige, was er zu erkennen gäbe, wäre seine Ungeduld. – Ja, untätig liegen zu müssen, das war ihm das Unerträgliche. Wie zählte er die Stunden auf seinem Lager, wie erwartete er sehnsüchtig den Tag, da er zum erstenmal wieder seine Augen über das Meer schicken durfte, ob noch immer kein Segel vom Orion am fernen Horizonte aufglimmen möchte! »Herz, halt aus! Herz, halt aus! bis ich noch einmal Dindi, mein Kind, gesehen habe.« So rief er leise, mehr als einmal, wenn er sich allein glaubte.

Nach acht Tagen endlich schien die liebe Sonne wieder, und die Luft erwärmte sich. Rusts Drängen nachgebend, erlaubte der Arzt, daß man dem Kranken auf seine geliebte Back einen Lehnstuhl hinstellte, wo er die schönen Tage und Abende in den Kissen sitzend verbringen konnte. Damit ihm die Zeit nicht zu lang werden möchte, stellte man ihm auf seinen Wunsch auch ein Tischchen mit Karten und Büchern daneben und spannte über seinem Haupt ein Sonnensegel aus, das er sich, nach der Höhe des Tagesgestirns, an einem Schnürchen selber stellen konnte. So war es ihm recht bequem und wohl gemacht.

Von dieser Zeit ab hatte der Sperber bis zum Ende der Reise angenehme und glückliche Fahrt. Das Schiff war in die Region der braven Westwinde eingetreten, die nun wochen- und mondelang ununterbrochen wehten und es stetig nach Osten trieben.

Rust schien sich allmählich wieder zu erholen. Der kräftige Anhauch der warmen, sonnendurchleuchteten Seeluft erfrischte seinen Atem, und der noch immer ungebrochene Lebenswille des nun bald Neunzigjährigen, die Kraft der Seele tat das übrige. Nur eine leise, innere Schwäche, die am Herzen zurückgeblieben war, wollte aller ärztlichen Kunst nicht weichen. »Ja, mein guter Doktor,« tröstete ihn Rust mit mildem Lächeln, »gegen den Tod ist eben, wie man sagt, kein Kraut gewachsen. Wenn der Faden nur noch über das kleine Weilchen halten möchte, bis ich noch einmal Dindi, mein Kind, umarmt habe. So lange halt aus, mein Herz!«

So rannen die Tage, verrannen die Nächte, eine Woche nach der anderen, aber kein Segel, das aufglomm, kein Rauch in der Ferne, der auf den weiten Wassern von Lebendigem kündete. Die letzten Begleiter der Heimat am hohen Himmelsbogen waren nun lange schon zurückgeblieben, und immer neue Trabanten kamen auf da droben: die goldnen Eimer des Tages gingen auf und nieder in ihrem tiefen Brunnen, und der Alte in seinem Stuhl auf hohem »Vorderkastell«, die weite Wasserwüste überschauend, er wurde trauriger und stiller mit jedem Etmal Etmal: Schiffstagereise zwischen zwei Sonnen.

*

Eines Mittags, da die Glut am größten war, und Luft und Wellen in einen einzigen zitternden Glanz zusammenflossen, glaubte Rust am östlichen Horizont den weißen Schimmer eines Segels zu erkennen. Der Sperber jagte wie ein Sturmvogel über das Meer, doch Stunde um Stunde verrann, ohne daß sich der Abstand zwischen den Schiffen zu verringern schien. »Spannt das Segel Sehnsucht auf, das Segel Sehnsucht! Ich weiß nicht, in welcher Kammer es zu finden ist!« Erschöpft sank Rust in seinem Stuhl zusammen und faßte an sein Herz. »Halt aus! halt aus!« ... Aber als es Abend wurde und die Nacht hereinbrach, verschwand das Schiff in der Dunkelheit.

Wenige Tage hiernach passierte der Sperber den Wendekreis des Steinbocks und gelangte in das Korallenmeer, wo er bis zum 14. Grad südlicher Breite, unterhalb der Gruppe der Louisiaden, nördlich hinaufging, um dann wieder seinen Kurs nach Osten aufzunehmen. Das war an der Stelle etwa, wo vor vielen Jahren der Caliban gesunken war. Zwölf Stunden später, in einer wundervoll klaren und warmen Dezembernacht, überging das Schiff den 160. Grad der östlichen Länge und fuhr über die blaue Sylvestertiefe hin, wo Rust heiliges Wasser schöpfte und Klänge vernahm, als töne der Ozean die Musik der Sphären wieder. War es, vom Meeresgrund herauf, eine geheimnisvolle Melodie des Todes? Sein hohes Lied, Unsterblichkeit verkündend? War es »das Lied des Lebens«?

Rust weinte.

Die erste heilige Tiefe ...

*

Es kam der Tag, da er wiederum über ein heiliges Wasser fuhr. Keine Karte vermeldet, kein Schiffer jener Breiten kennt die Mirandatiefe, wo in ihrer letzten Kammer Rasmus und Martha schlafen. Rasmus und Martha! Welch ein Zauber unauslöschlicher Erinnerungen taucht in unserem Herzen mit dem Klange dieses Namens herauf! Rasmus und Martha! Der unsterbliche Ruf der Liebe, der Ton der Sehnsucht, der zarten, nie verlöschenden – er ging durch ihre Seele hindurch und wird auf Erden gestillt nicht werden, solange Weinen und Lachen fühlender Menschen ist. Rasmus und Martha! Ob sie nun, ein treues Gesellenpaar, umschlungen in heiliger Tiefe ruhen, ob sie, in funkelnder Höhe, ihres Herzens Schimmer in die Zeiten streuen – sie werden sein und bleiben, solange auf Erden die Liebe nicht stirbt. Sie werden auferstehen in ungezählten Herzen, wenn auch ihr Name, der ein armer Schall nur ist, verwehen mag.

Da weinte Rust zum andern Male – über einer Tiefe, die heilig war, und er schöpfte von ihrem Wasser. – – – – – – – –

*

Nun war es nur noch eine Tagesreise bis zum letzten Ende. »Herz, halt aus! Herz, halt aus!« Immer müder, immer schwerer kamen ihm die Worte vom Munde; nur zwei Sonnenaufgänge fehlten noch, da er neunzig Jahre ward!

Der letzte Tag der Fahrt brach an. Rust saß in seinem hohen Stuhle auf der Back und war eingeschlafen. Er schlief den ganzen Tag über. »Stört ihn nicht! Stört ihn nicht!« flüsterte der Schiffsarzt und schüttelte den Kopf dazu. Vor Abend erwachte Rust, fast genau zu dem Augenblicke, wo die ersten Bergspitzen von Simsinien aus dem Meere tauchten. Bald konnte man das Rauschen der Quellen vernehmen und den fallenden Klang der Wasserstürze von der Regenbogeninsel. Schon sah man deutlich zwischen den Fächermeeren der Kokoswälder hindurch die Goldfrucht von Tahiti in den dunklen Laubkronen immergrüner Orangenhaine schimmern, die Zitronen prangen und die Kerzen der Sagopalme aufglühen und grüßen, als sich Rust im letzten Feuer des Sonnenuntergangs in seinem Stuhl aufrichtete und reckte und die Arme breitete, als wollte er von ferne schon das geliebte Land umarmen. Der Kapitän, der noch fremd in diesen Wassern war und nicht die Einfahrt kannte, fragte ihn jetzt: »Wohin sollen wir steuern, Meister?«

»Der Sonne nach! Der Sonne nach!« Das waren die letzten Worte, die man von Rust vernommen hat.

Auf dem einsamen Felsen im Meere, unter der Palme, die Mayas Grab beschattet, sah man in diesem Augenblick eine zarte, feine Mädchengestalt im weißen Frühlingskleide, mit einer Bewegung, die ihre Erregung zeigte, geschwind hervortreten und die Arme nach dem greisen Vater breiten, den sie erkannt hatte – es war Dindi!

Auch Rust erkannte sie. Ein erschütterndes Zittern lief durch seinen Körper, weit breitete er die Arme der geliebten Gestalt entgegen, über alle Fernen sie zu fassen und zu halten – dann wankte er und sank in seinen Stuhl zurück. Ein kaum vernommenes Stammeln noch rang sich von seiner fliehenden Seele: » Martha ... Maya ... Martha ... Maya ...« weiter kam er nicht mehr.

Als der Schiffsarzt hinzusprang und den in sich Zusammengesunkenen stützen wollte, da sah er denn – Rust war nicht mehr, die Freude hatte ihn getötet. Es blieb nichts mehr übrig, als ihm sanft die Augen zu schließen.

So hatte Dindi dem sterbenden Vater die letzte Liebe bereitet und wie ein milder Bote seliger Höhe über den Abendwassern seinen Geist empfangen.

*

So starb Matthias Rust, genannt Vater Tausitala, einen Tag vor seinem neunzigsten Geburtstage, angesichts des Landes seiner Sehnsucht. Beweint von allen, die ihn liebten; sein Andenken gesegnet von denen, die ihn kannten; und unter den Menschen, die ihm je in ihrem Leben einmal nahe kamen, nie vergessen.

Vor dem letzten Hafen

Über seinen Inseln aber flattern heute im frischen Südostpassat die Farben des teuren deutschen Mutterlandes, das das Werk seines Sohnes nicht mehr verlassen wird und mit fester Hand das Banner des Südens hält.

Auf dem Riffland draußen, welches die Insel der letzten Rätsel heißt, wird der einsame Wanderer einem Hügel begegnen, der schlicht und schmucklos die Reste des Wohltäters dieser glücklichen Inseln bewahrt. Eine einfache Bank daneben, im Schatten eines uralten, mächtigen Eukalyptusbaumes, ladet den Pilger zu halten, zu verweilen ein und läßt sein schauendes Auge weit, weit hinausschweifen auf die Glanzflut des brausenden Ozeans. An gesegneten Tagen. Des Nachts aber, wenn es dunkelt über dem Hügel und die Finsternis kommt, funkeln ewige Sterne darüber und weiden ihren Schein in des Meeres heiliger Tiefe.

*

Über seinen Inseln aber flattern heute im frischen Südostpassat die Farben des teuren deutschen Mutterlandes, das das Werk seines Sohnes nicht mehr verlassen wird und mit fester Hand das Banner des Südens hält.

... So träumten wir. – Das Banner ist gesunken.
Gestrichen von den Meeren Schwarzweißrot.
Ach, was dereinst das Herz dir machte trunken –
Das alte Deutschland und sein Ruhm ist tot! ...

Ich schaue nachts, auf blauem Traumesflügel,
Am fernen Strande, der nun Fremde heißt,
Das Kreuz des Südens über deinem Hügel,
Das mondgestrählte Meer, das träumend gleißt.

Ich hör den Immerwind die Palme wiegen,
Hoch über Mayas letzter Felsenruh;
Wie sich vom Hauch gekühlt die Gräser biegen –
Ich seh's! – die Welle bebt und strebt den Hügeln zu ...

Und Schwestern folgen eine nach der andern
In tiefer Nacht. Ich aber schau den Tag! –
Die Winde wehen, und die Wellen wandern –
Im Brandungsdonner – ich hör Drosselschlag!

Und glaub im Sturmgesang dem Vogelliede,
Das jeder Lenz der süßen Heimat singt;
Mein trauernd Herz, von Gram und Sehnsucht müde,
Es glaubt dem Blut, das Deutschland Heilung bringt.

Es kommt ein Tag: wir alle, die ihn träumen!
Geduld, o Herz, dein Glaube reift zur Tat!
Es kommt der Tag, da freie Wogen schäumen,
Vom freien Kiel gepflügt die Wassersaat!

Wir glauben an ein Recht auf dieser Erden;
Wir glauben an der Wahrheit Siegesflug;
Wir sind gewiß, daß sie zuschanden werden:
Verleumderlist und Unterdrückertrug!

Wir glauben, Rust, an deinen freien Hügel –
Dein Grab soll deutsch wie deine Heimat sein! –
Wir glauben all an Deutschlands Adlerflügel
Und an des neuen Reiches Morgenschein!

*

 

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