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Der Skandal im Viktoria-Klub

Edmund Edel: Der Skandal im Viktoria-Klub - Kapitel 18
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typefiction
authorEdmund Edel
titleDer Skandal im Viktoria-Klub
publisherKurt Ehrlich, Verlag
printrun25. Tausend
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firstpub1919
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17. Kapitel

Der Baron Ralsky wurde draußen vor der weißen Villa von den wachehaltenden Kriminalbeamten in Empfang genommen. Kimbell hatte in der Garderobe des Klubs schnell seinen falschen Bart abgenommen und geleitete persönlich den Transport des Falschspielers in das Polizeigefängnis.

Inzwischen hatte man auch die Komplizin verhaftet und bei ihr einen Koffer gefunden, in dessen doppeltem Boden man eine große Geldsumme fand. Lauter Bündel frischgedruckter Tausendmarkscheine, und zu 50 000 Mark gepackt, so wie sie aus den Kassen der Reichsbank geliefert werden.

Die Geldtasche des alten Sandhofer war nicht zu entdecken, weder in der Pension Mensdorf noch in der Wohnung des Barons.

Nach den Berichten der ungarischen Polizei war es gelungen, ein gefährliches Hochstaplerpaar endlich festzusetzen, das seit Jahren die Hotels und großen internationalen Klubs der europäischen Großstädte fledderte. Der sogenannte Baron Ralsky war ein ehemaliger Kellner Namens Korwan Ferenz und die sogenannte Frau von Uhazy ein Zimmermädel aus dem Hotel Hungaria in Budapest, Ilkas Ilona.

Fräulein Ilona gab auch bald zu, den Raub an dem Kassenboten mit ihrem Geliebten zusammen begangen zu haben. Sie hätten den Kassenboten bereits mehrere Tage vorher beobachtet und die günstige Gelegenheit natürlich wahrgenommen.

»Wenn er es einem auch so leicht macht!« sagte sie und lächelte dabei.

Allerdings, der Herr, der in der Weinstube ihr Begleiter gewesen und die Tasche geraubt hätte, wäre ein Freund des Korwan Ferenz gewesen. Der hätte seinen Anteil schon längst über die Grenze in Sicherheit gebracht.

Der Polizeipräsident war von der Entwicklung Affäre nicht sehr angenehm berührt. Der Skandal im Viktoria-Klub wurde publik und die Presse beschäftigte sich eingehend mit allen Einzelheiten. Ein Sturm der moralischen Entrüstung fegte wieder einmal durch den Druckerschwärzenwald und alle Philister rümpften die Nase über die Verkommenheit in den oberen Schichten.

Der Polizeipräsident nahm sich vor, in Zukunft mit aller Strenge vorzugehen und keine Ausnahmen zu gestatten. Dann könnte es ihm nicht wieder passieren, daß ein Mitglied jener Gesellschaft, die er zu beschützen sich selbst als heiligste Pflicht vorgeschrieben, ihm in eine solche unangenehme Lage brächte; wie dieser Leichtfuß, der Assessor Kunzmann.

*

Durch die Lichtenthaler Allee in Baden-Baden wandelte ein ungleiches Paar. Eine junge Frau in tiefer Trauer hing im Arm eines weißhaarigen Herrn, der vornübergeneigt mit schweren Schritten dahinschritt. Mia führte den Generalkonsul. Seit dem schweren Schicksalsschlag hatte der alte Mann seine Elastizität verloren. Jäh war sein Leben abgebrochen. Er schleppte den irdischen Teil seines Ichs mühsam dahin und selbst der sonnige Liebreiz Mias konnte ihm nicht mehr seine Lebenskraft wiedergeben.

Zurückgezogen von den Menschen büßte er die Schuld ...

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