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Der sinnreiche Junker Don Quijote von der Mancha - Zweites Buch

Miguel de Cervantes Saavedra: Der sinnreiche Junker Don Quijote von der Mancha - Zweites Buch - Kapitel 22
Quellenangabe
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titleDer sinnreiche Junker Don Quijote von der Mancha - Zweites Buch
authorMiguel de Cervantes Saavedra
year2000
publisherWinkler
addressDüsseldorf
isbn3-538-06531-4
translatorLudwig Braunfels
created20030228
senderreuters@abc.de
secondcorrectorHerbert Niephaus
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21. Kapitel

Wo die Hochzeitsfeier Camachos weitererzählt wird, nebst andern annehmlichen Begebnissen

Während Don Quijote und Sancho noch bei dem Zwiegespräch waren, das im vorigen Kapitel erzählt worden, hörte man lautes Schreien und großen Lärm; verursacht war es von den Berittenen, die in voller Jagd mit schallenden Rufen das Brautpaar zu empfangen eilten, das, umgeben von tausenderlei Instrumenten und allerhand Kunstfiguren, einherzog, geleitet von dem Pfarrer und der beiderseitigen Verwandtschaft und den ansehnlichsten Leuten aus den umliegenden Ortschaften; alle in festlicher Tracht. Als Sancho die Braut erblickte, sagte er: »Wahrhaftig, die geht in einem Anzug einher, nicht wie eine Bäuerin, sondern wie eine feine Hofdame. Weiß Gott, statt der Goldplättchen, die sie um den Hals hätte tragen sollen, seh ich prächtige Korallen, und das grobe grüne Tuch von Cuenca, hier ist's dreißigfädiger Samt! Und freilich, der Besatz wird von weißen Linnenstreifen sein? Bei allen Heiligen, er ist von Atlas! Und seht nur mal, die Hände sind ja mit Ringen von Achat geschmückt – jawohl! Meiner Lebtage will ich kein Glück haben, wenn die Ringe nicht von Gold sind, von schwerem Gold und besetzt mit Perlen, so weiß wie Milch, für jede gäbe man ein Auge drum. O du Hurenkind, was für Haare! Wenn sie nicht falsch sind, hab ich mein Leben lang keine so lang und so blond gesehen. Und keiner soll mir etwas an ihrem feinen Anstand und an ihrem Wuchs aussetzen! Ist sie nicht wie eine Palme, die da sich sachte bewegt mit ihrer Bürde von Datteln in langen Trauben? Denn geradeso sehen die Geschmeide aus, die sie im Haar und am Hals hängen hat. Ich schwör's bei meiner Seel, die ist noch vom rechten Schlag, die wird auch bei der Sandbank von Flandern sicher fahren.«

Don Quijote lachte über die bäurischen Lobreden Sancho Pansas; doch schien es ihm selbst, er habe außer seinem Fräulein Dulcinea von Toboso nie ein schöneres Weib gesehen. Die reizende Quitéria war ein wenig blaß; das kam gewiß von der schlaflosen Nacht, welche die Bräute stets mit den Zurüstungen für den kommenden Hochzeitstag verbringen. Der Zug wandte sich einer Bühne zu, die an der einen Seite der Laube aufgeschlagen und mit Teppichen und Zweigen geschmückt war; dort sollte die Trauung stattfinden, und von dort aus sollte man den Tänzen und den mancherlei Künsten zuschauen. Im Augenblicke aber, wo die Teilnehmer am Zug bei der Stelle anlangten, hörten sie hinter ihrem Rücken ein großes Geschrei, und jemand rief: »Wartet doch noch, ihr Leute! Ihr seid ebenso unüberlegt als übereilt!«

Auf diesen Ruf, auf diese Worte wandten sich alle um und sahen, daß das Geschrei von einem Manne ausgestoßen wurde, dessen Kleidung aussah wie ein schwarzer Kittel mit einem Saum von hochrot geflammter Seide. Er trug auf dem Kopfe, wie man alsbald bemerkte, einen Kranz von unglückbedeutenden Zypressen, in den Händen einen langen Stab. Als er näher kam, erkannten alle in ihm den wackeren Basilio, und alle standen voll Spannung, was er mit seinem Rufen und seinen Worten bezwecke, da sie von seinem Erscheinen in einem solchen Augenblick nur Schlimmes befürchten konnten.

So nahte er denn, abgemüdet und atemlos, und vor das Brautpaar tretend, stieß er seinen Stab mit der stählernen Spitze fest in den Boden und heftete die Augen starr auf Quitéria; erbleichend sprach er mit heiserer, fürchterlicher Stimme folgende Worte: »Wohl weißt du, undankbare Quitéria, daß nach dem heiligen Glauben, zu dem wir uns bekennen, du, solang ich lebe, keinen andern Gatten nehmen kannst; und zugleich ist es dir nicht unbekannt, daß ich, in der Hoffnung, die Zeit und mein Fleiß würden meine Glücksumstände bessern, niemals die Rücksichten der Ehrbarkeit außer Augen lassen wollte, die deiner jungfräulichen Würde gebührten. Du aber hast alle Verpflichtungen, die du meinen redlichen Absichten schuldest, hinter dich geworfen und willst zum Herrn dessen, was mein ist, einen andern erheben, dessen Reichtümer ihm nicht nur einen hohen Glücksstand, sondern jetzt die höchste Seligkeit gewähren; und damit er diese, wie er sie meiner Meinung nach nicht etwa verdient, sondern wie der Himmel sie ihm zu schenken beliebt, voll und ganz besitzt, will ich mit eignen Händen die Unmöglichkeit oder das Hindernis, das sie ihm verwehren kann, beseitigen, will mich aus dem Wege schaffen. Es lebe, es lebe der reiche Camacho mit der undankbaren Quitéria lange glückselige Jahre! Und es sterbe, es sterbe der arme Basilio, dessen Armut seinem Glück die Flügel verschnitten und ihn ins Grab gestürzt hat!«

Und mit diesem Wort ergriff er den Stab, den er in den Boden gestoßen; dessen eine Hälfte blieb in der Erde stecken und entpuppte sich als die Scheide eines schmalen Stoßdegens, der in ihr verborgen gewesen; er stemmte das andre Ende, das man den Griff nennen konnte, wider den Boden, mit raschem Mute und fester Entschlossenheit stürzte er sich auf den Degen, und in einem Augenblick sah man die blutige Spitze mit der Hälfte der Stahlklinge zum Rücken herausdringen. Der Arme lag in seinem Blute gebadet auf dem Boden hingestreckt, von seiner eignen Waffe durchbohrt. Seine Freunde eilten sofort ihm zu Hilfe, tief erschüttert von seinem Leid und seinem Unglück. Auch Don Quijote ließ seinen Rosinante im Stich und kam, ihm beizustehen; er nahm ihn in die Arme und fand, daß das Leben ihm noch nicht geschwunden war. Man wollte ihm die Klinge herausziehen, allein der Pfarrer, der dabeistand, war der Meinung, man sollte sie ihm noch nicht herausziehen, bis er gebeichtet habe, da das Herausziehen des Degens und das Verscheiden Sache eines und desselben Augenblicks sein würden. Jetzt aber kam Basilio wieder einigermaßen zu sich und sagte mit schmerzbewegter schwacher Stimme: »Wolltest du, grausame Quitéria, in dieser unabänderlichen letzten Not mir die Hand als Gattin reichen, so würde ich glauben, meine vermessene Tat könne noch Entschuldigung verdienen, da ich durch sie das Glück errungen hätte, der Deinige zu sein.«

Als der Pfarrer diese Worte hörte, sagte er ihm, er solle lieber an das Heil der Seele als an des Leibes Freuden denken und aufrichtig Gott um Verzeihung anflehen für seine Sünden und seinen verzweifelten Entschluß.

Darauf entgegnete Basilio, er werde keinesfalls beichten, wenn ihm Quitéria nicht zuvor die Hand als seine Gattin gereicht habe; dies frohe Bewußtsein würde ihm zum Beichten den Willen kräftigen und den Mut gewähren.

Als Don Quijote die Bitte des Verwundeten vernahm, sprach er mit hocherhobener Stimme, was Basilio verlange, sei gerecht und wohlbegründet und außerdem leicht ausführbar; und der Herr Camacho werde sich ebenso geehrt fühlen, wenn er das Fräulein Quitéria als Witwe des mannhaften Basilio, wie wenn er sie aus den Händen ihres Vaters empfinge. »Hier darf weiter nichts als ein Ja erfolgen, das keinen andern Wert haben soll, als daß es ausgesprochen wird; denn das Hochzeitsbett dieser Ehe wird ja doch das Grab sein.«

Alles das hörte Camacho mit an, und alles brachte ihn in Verwirrung und Bestürzung; er wußte nicht, was er tun oder sagen sollte. Allein das Geschrei von Basilios Freunden ward immer dringender, sie baten ihn inständig, er möge doch zugeben, daß Quitéria ihm die Hand als Gattin reiche, damit er nicht in Verzweiflung aus diesem Leben scheiden müsse und seine Seele nicht in Verdammnis komme; und so vermochten sie ihn oder vielmehr nötigten sie ihn gewaltsam zu der Erklärung, wenn Quitéria dem Basilio die Hand reichen wolle, so sei er es zufrieden, da das Ganze ja doch nur die Erfüllung seiner Wünsche um einen Augenblick verzögere.

Illustration

Sogleich wandten sich alle an Quitéria; und die einen mit Bitten, die andern mit Tränen, wieder andre mit zwingenden Gründen, redeten sie ihr zu, sie möchte doch dem armen Basilio die Hand reichen. Sie aber, härter als Marmor und starrer als eine Bildsäule, sah aus, als ob sie kein Wort zu erwidern wüßte oder vermöchte oder den Willen hätte; und in der Tat hätte sie nicht geantwortet, wenn ihr der Pfarrer nicht gesagt hätte, sie müsse sich eiligst entscheiden, was sie tun wolle, denn Basilio habe die Seele schon auf den Lippen schweben und sei nicht in der Lage, schwankende Entschlüsse abzuwarten.

Die schöne Quitéria, ohne ein Wort zu erwidern, dem Anscheine nach ohne Fassung, traurig und tiefbekümmert, schritt der Stelle zu, wo Basilio lag, der bereits die Augen verdrehte, kurz und keuchend atmete, zwischen den Lippen den Namen Quitéria flüsterte und deutlich zeigte, daß er als Heide und nicht als Christ sterben werde. Endlich trat Quitéria näher heran, warf sich auf die Knie und bat ihn durch Zeichen, nicht mit Worten, um seine Hand. Basilio riß die Augen weit auf, sah sie unverwandten Blickes an und sprach zu ihr: »O Quitéria, so bist du endlich barmherzig geworden, jetzt, wo dein Erbarmen zum Dolche werden muß, mir das Leben vollends zu rauben; denn schon habe ich nicht Kräfte mehr, daß ich die Wonne ertragen könnte, von dir zu deinem Gatten erkoren zu werden, oder daß ich dem Schmerz Einhalt tun könnte, der schon eilig mir mit dem grausigen Schatten des Todes die Augen umhüllen will! Was ich von dir erbitte, ist dies eine, o du mein Unglücksstern: Wenn du jetzt meine Hand begehrst und die deine mir reichen willst, so tu es nicht aus leerer Gefälligkeit oder um mich abermals zu täuschen, sondern bekenne und erkläre, daß du deinem Willen nicht Gewalt antust, vielmehr sie mir reichst als einem rechtmäßigen Ehegatten; denn es wäre unrecht, wenn du in dieser Todesnot mich täuschen und Verstellung gegen den üben wolltest, der stets so wahr gegen dich gewesen.«

Während er dies sprach, wurde er wiederholt ohnmächtig, und alle Anwesenden dachten, jede Ohnmacht würde seinen Lebenshauch mit sich fortnehmen. Quitéria, züchtig und verschämt, ergriff Basilios Hand mit ihrer Rechten und sagte: »Keine Gewalt vermag je meinen Willen zu beugen, und so, mit der größten Willensfreiheit, deren ich fähig bin, reiche ich dir die Hand als dein rechtmäßiges Weib und nehme die deinige an, sofern du mir sie aus freiem Entschlusse reichst, ohne daß das Unglück, in welches deine Verzweiflungstat dich gebracht, dir das Bewußtsein stört oder vernichtet.«

»Ja, so reiche ich sie dir«, entgegnete Basilio, »weder verstört noch wirr im Geiste, sondern mit dem klaren Verstande, den es dem Himmel gefiel mir zu verleihen, und so gebe und übereigne ich mich dir als deinen Ehegatten.«

»Und ich mich dir als Gattin«, sprach Quitéria dagegen, »ob du nun lange Jahre lebest oder ob man dich aus meinen Armen zu Grabe trägt.«

»Dafür, daß dieser Bursche so schwer verwundet ist«, bemerkte hier Sancho Pansa, »spricht er wirklich viel. Macht doch, daß er von seinem verliebten Gerede abläßt und an das Heil seiner Seele denkt; sie schwebt ihm zwar eigentlich schon auf den Lippen, sitzt ihm aber meines Erachtens noch immer fest auf der Zunge.«

Als nun Basilio und Quitéria die Hände verschlungen hielten, gab ihnen der Pfarrer gerührt und mit Tränen seinen Segen und betete zum Himmel, der Seele des Neuvermählten glückselige Ruhe zu gewähren. Aber dieser hatte kaum den priesterlichen Segen empfangen, da sprang er rasch und behende auf die Füße und zog mit unerhörter Verwegenheit den Degen heraus, dem sein Körper als Scheide gedient hatte. Die Umstehenden alle gerieten in Erstaunen, und einige unter ihnen, die mehr Einfalt als Scharfsinn besaßen, begannen mit lauter Stimme zu rufen: »Wunder, ein Wunder!« Jedoch Basilio entgegnete: »Saget nicht Wunder, Wunder, sondern List, nur List.«

Der Pfarrer trat erstaunt und außer sich näher und befühlte mit beiden Händen die Wunde und fand, daß die Klinge dem Basilio keineswegs durch Fleisch und Rippen gegangen war, sondern durch eine eiserne Röhre, die an der richtigen Stelle geschickt angebracht und mit Blut gefüllt war; das Blut, wie man später erfuhr, war so zubereitet, daß es nicht gerinnen konnte. Nach alledem hielten sich der Pfarrer und Camacho nebst den meisten Umstehenden für betrogen und verhöhnt. Die Neuvermählte indes schien den Spaß durchaus nicht übelzunehmen; im Gegenteil, als sie hörte, diese Vermählung könne nicht gültig sein, entgegnete sie, sie erkläre die Ehe aufs neue für rechtskräftig. Daraus schlossen denn alle, die ganze Sache sei mit Wissen und Willen beider so geplant worden, und Camacho und seine Anhänger wurden darob so erbittert, daß sie ihre Rache der Gewalt der Fäuste anheimstellen wollten; es wurden nicht wenige Schwerter gezogen, und die Gegner stürmten auf Basilio ein, dem zur Hilfe wohl ebenso viele Schwerter aus der Scheide fuhren. Aber Don Quijote, hoch zu Roß, kam allen zuvor, und den Speer im Arm, wohlgedeckt mit seinem Schild, zwang er alle, ihm Raum zu geben.

Sancho, welchen derlei Auftritte nimmermehr behaglich oder erfreulich deuchten, suchte Zuflucht bei den Fleischtöpfen, aus denen er seinen lieblichen Abhub geschöpft hatte, denn die Stätte dieser Töpfe erschien ihm wie eine geweihte Freistatt, die jedermann achten werde.

Don Quijote rief mit dröhnender Stimme: »Haltet ein, ihr Herren, haltet ein! Es ist wider Recht und Vernunft, Rache zu suchen für Kränkungen, die die Liebe uns zufügt. Bedenket, Krieg und Liebe sind eins und dasselbe; und so wie es im Krieg erlaubt und herkömmlich ist, schlaue Künste und Kriegslisten anzuwenden, um den Feind zu besiegen, so gelten auch im Kampf und Wettstreit der Liebe Listen und Ränke als recht und billig, wenn sie den Zweck haben, das ersehnte Ziel zu erreichen, sofern sie nur dem geliebten Gegenstand nicht zur Schädigung und Unehre gereichen. Quitéria gehörte dem Basilio, Basilio gehörte Quitéria an durch des Himmels gerechte und gütige Fügung. Camacho ist reich und kann sich seines Herzens Wunsch erkaufen, wann, wo und wie es ihm fürderhin beliebt. Basilio besitzt nur dies eine Schäflein, und keiner darf es ihm rauben, so mächtig er auch sei; denn ein Paar, das Gott zusammenfügt, soll der Mensch nicht scheiden, und wer es versuchen wollte, der soll mit der Spitze dieses Speeres zu tun bekommen!«

Und mit diesen Worten schwang er den Speer so gewaltig und so gewandt, daß er jeden, der ihn nicht kannte, mit Furcht erfüllte. Aber auf Camachos Gemüt machte Quitérias geringschätziges Benehmen einen so tiefen Eindruck, daß er sie in einem Augenblick aus seinem Angedenken auslöschte, und daher fanden die Vorstellungen des Pfarrers, der ein verständiger und wohlgesinnter Mann war, Gehör bei ihm und bewirkten, daß er und seine Leute bald friedlichen Sinnes wurden und sich beruhigten. Zum Zeichen dieser Gesinnung steckten sie die Schwerter wieder ein, indem sie Quitérias Leichtfertigkeit mehr als der List Basilios die Schuld an allem beimaßen. Camacho seinerseits bedachte, wenn Quitéria schon als Mädchen den Basilio liebhatte, würde sie als Ehefrau ihn liebbehalten, und er müsse dem Himmel eher dafür danken, daß er jetzt sie ihm genommen, als daß er sie vorher ihm gegeben habe.

Da nun Camacho und seine Anhänger sich getröstet und zum Frieden bekehrt hatten, beruhigten sich auch die Parteigänger Basilios, und der reiche Camacho, um zu zeigen, daß er ob des ihm gespielten Streichs nicht grolle, ja sich gar nichts aus ihm mache, wollte, daß die Festlichkeiten ihren Gang weitergehen sollten, gerade als ob er wirklich Hochzeit hielte. Allein Basilio und seine Gattin und seine Anhänger wollten dem Feste nicht beiwohnen, und sie zogen daher nach Basilios Dorfe, denn auch die Armen, wenn sie tugendsam und geistig begabt sind, finden Leute, die sie treulich geleiten, in Ehren halten und schützen, wie die Reichen Leute haben, die ihnen schmeicheln und zur Gesellschaft dienen.

Die Freunde des jungen Paares nahmen Don Quijote mit, weil sie ihn für einen tüchtigen Mann hielten, der Haare auf den Zähnen habe. Nur allein dem guten Sancho verdüsterte sich das Gemüt, da er nun die Unmöglichkeit sah, Camachos prachtvolles Mahl und Fest abzuwarten, das bis in die Nacht hinein dauerte, und so folgte er ratlos und betrübt seinem Herrn, der mit Basilios Genossenschaft von dannen zog. So ließ er die Fleischtöpfe Ägyptens hinter sich zurück, wiewohl er sie in seinem Herzen mitnahm, da ihr beinahe schon verzehrter und aufgegessener Abhub, den er im Schöpfeimer bei sich führte, ihm die Herrlichkeit und Fülle des verlorenen Glücks vor Augen stellte. Und also, in Trauer versunken und in Gedanken verloren, wenn auch frei von Hunger, folgte er auf seinem Grauen den Spuren Rosinantes.

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