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Der politische Kannengießer

Ludvig Holberg: Der politische Kannengießer - Kapitel 1
Quellenangabe
typecomedy
booktitleHolbergs ausgewählte Komödien. Erster Band
authorLudvig Holberg
translatorRobert Prutz
year1872
firstpub1722
publisherBibliographisches Institut
addressLeipzig und Wien
isbn
titleDer politische Kannengießer
pages65
created20090905
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Ludwig Holberg

Der politische Kannengießer.

Komödie in fünf Akten.

Aus dem Dänischen von Robert Prutz.

 


 

Leipzig und Wien
Bibliographisches Institut
[1872]

 

»Der politische Kanngießer« war das erste Stück, mit welchem Holberg seine Laufbahn als Lustspieldichter eröffnete (Herbst 1722); es ist auch sein Meisterwerk geblieben, das an Ruhm und Verbreitung von keinem zweiten erreicht, geschweige denn übertroffen ward. Das eigentliche Motiv zu demselben gab dem Dichter die Liebhaberei für politische Klatschereien und Luftschlösser, die eben damals bei seinen Landsleuten in Blüte stand. Als äußere Anknüpfung dienten ihm dabei die bürgerlichen Unruhen und Zwistigkeiten, deren Schauplatz Hamburg das ganze 17. Jahrhundert hindurch gewesen war und die namentlich in den ersten Jahren des 18. ihren Gipfel erreichten. In Folge derselben ward 1708 eine kaiserliche Commission nach Hamburg geschickt, durch deren Bemühungen der berühmte Hauptreceß von 1712 zu Stande kam, der bekanntlich bis auf die jüngsten Reformen die Grundlage der Hamburgischen Verfassung gebildet hat. In diese Zeit, und zwar, wie sich aus einzelnen Anspielungen ergiebt, zunächst nach dem Jahre 1712, hat der Dichter die Handlung seines Stücks verlegt, also unmittelbar nach Abschluß jenes berühmten Hauptrecesses, durch den die Ordnung zwar äußerlich wiederhergestellt war, der aber die aufgeregten Gemüther noch keineswegs zu beruhigen vermocht hatte. – In der Hauptsache gehört die Erfindung Holberg eigenthümlich, nur Einzelnes ist fremden Quellen, namentlich dem Théâtre Italien entlehnt. Das Stück war bei den Zeitgenossen außerordentlich beliebt und hat sich diese Beliebtheit bis auf die Gegenwart erhalten; noch von 1750 bis 1843, also in einer Zeit, wo der Reiz der Neuheit längst abgestreift war, ist es nicht weniger als 99mal über die Kopenhagener Bühne gegangen. Auch in Deutschland gehörte es lange Zeit zu den am häufigsten gegebenen Stücken, Hermann von Bremen und Heinrich waren Glanzrollen eines Eckhof, Borchers, Schröder, Unzelmann, noch zu Anfang des Jahrhunderts wurde es (in Treitschke'scher Verballhornung) in Berlin und Weimar gegeben, ja selbst in allerneuester Zeit sind noch vereinzelte Versuche damit angestellt worden.

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