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Der Pfadfinder oder Das Binnenmeer

James Fenimore Cooper: Der Pfadfinder oder Das Binnenmeer - Kapitel 30
Quellenangabe
typefiction
authorJames Fenimore Cooper
titleDer Pfadfinder
publisherHoffmann'sche Verlags Buchhandlung.
printrunNeue unveränderte Auflage
year1869
correctorreuters@abc.de
senderbruce.welch@gmx.de
created20141112
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Achtundzwanzigstes Kapitel

Beeistes Feld, du meines Lebens Bild!
Wie heiter blicktest du im jungen Lenze;
Wie duftete die Sommerluft so mild
Im zarten Hauche deiner Lilienkränze.
Es ist dahin – im Wintersturm verflogen –
Das Festgewand, das jüngst dich noch umzogen.

Spenser.

 

Obgleich der Soldat im Getümmel der Schlacht die Gefahr und selbst den Tod mit Gleichmuth betrachtet, so bringt doch, wenn sich der Hingang der Seele verzögert, und Augenblicke der Ruhe und Betrachtung eintreten, der Wechsel gewöhnlich ernstere Gedanken, Reue über die Vergangenheit, Zweifel und Ahnungen über die Zukunft mit sich. Mancher ist schon mit dem Ausdrucke des Heldenmuths auf seinen Lippen heimgegangen, während sein Herz schwer und trostlos war; denn wie verschieden auch unsere Glaubensbekenntnisse sein mögen, ob unser Hoffen aus der Vermittelung Christi, auf den Verheißungen Mahomeds oder auf irgend einer andern ausgebildeten Allegorie des Ostens beruhe – es gibt nur eine, allen Menschen gemeinsame Ueberzeugung, daß nämlich der Tod nur eine Uebergangsstufe von diesem zu einem höheren Leben sei. Sergeant Dunham war ein tapferer Mann; aber er stand im Begriff, einem Lande entgegen zu gehen, in welchem ihm Entschlossenheit nichts nützen konnte; und da er sich immer mehr und mehr von der Erde losgerissen fühlte, so nahmen seine Gedanken und Betrachtungen die für seine Lage passende Richtung; denn wenn es wahr ist, daß der Tod Alles gleich macht, so ist nichts wahrer, als daß er Alle zu denselben Ansichten von der Eitelkeit des Lebens zurückführt.

Pfadfinder war zwar ein Mann von sonderbaren und eigenthümlichen Gewohnheiten und Meinungen, aber auch zugleich nachdenksam und geneigt, Alles um sich mit einem gewissen Anstrich von Philosophie und Ernst zu betrachten. Die Scene im Blockhaus erweckte daher in ihm nicht gerade neue Gefühle. Anders war es jedoch mit Cap. Rauh, eigensinnig, absprechend und heftig, war der alte Seemann wenig gewöhnt, selbst auf den Tod mit jenem Ernste zu blicken, den die Wichtigkeit eines solchen Augenblicks fordert: und ungeachtet alles dessen, was vorgegangen, und trotz der Achtung, welche er gegen seinen Schwager hegte, trat er jetzt an des Mannes Sterbebette mit einem großen Theil jener stumpfen Gleichgültigkeit, welche die Frucht des langen Aufenthaltes in einer Schule war, die, obgleich sie viele Lehren der erhabensten Wahrheit gibt, im Allgemeinen ihre Mahnungen an Schüler verschwendet, welche nur wenig geneigt sind, daraus Nutzen zu ziehen.

Den ersten Beweis, daß er nicht ganz in die feierliche Stimmung einging, welche dieser Moment bei den Uebrigen hervorbrachte, gab Cap dadurch, daß er eine Erzählung der Ereignisse begann, die den Tod Muirs und Arrowheads herbeigeführt hatten.

»Beide lichteten ihre Anker in aller Eile, Bruder Dunham,« schloß er, »und du hast den Trost, daß Andere dir auf deiner großen Reise vorausgegangen sind und noch obendrein Solche, bei denen du keinen besondern Grund hast, sie zu lieben, was mir in deiner Lage viel Vergnügen gewähren würde. Meister Pfadfinder, meine Mutter sagte mir immer, daß man den Geist eines Sterbenden nicht nieder beugen, sondern durch alle geeigneten und klugen Mittel aufrichten müsse; und diese Neuigkeiten werden dem armen Manne eine große Erleichterung verschaffen, wenn er anders gegen diese Wilden fühlt, wie ich.«

Bei diesen Nachrichten erhob sich June und schlich sich mit lautlosem Tritt aus dem Blockhause. Dunham horchte mit leerem, starrem Blick zu, denn das Leben löste allmälig so viele seiner Bande, daß er Arrowheads ganz vergessen hatte und sich nicht mehr um Muir bekümmerte. Nur nach Eau-douce fragte er mit schwacher Stimme. Dieser trat auf die an ihn ergangene Aufforderung heran. Der Sergeant blickte ihn mit Wohlwollen an, und der Ausdruck seines Auges bewies, daß er das Unrecht, welches er dem jungen Manne in Gedanken zugefügt, bereue. Die Gesellschaft im Blockhaus bestand nun aus dem Pfadfinder, Cap, Mabel, Jasper und dem Sterbenden. Die Tochter ausgenommen, standen Alle um des Sergeanten Lager und harrten seiner letzten Athemzüge. Mabel kniete an seiner Seite und drückte bald seine feuchte Hand an ihre Stirne, bald benetzte sie die vertrockneten Lippen ihres Vaters.

»Euer Schicksal wird über ein Kurzes auch das unsrige sein, Sergeant;« sagte Pfadfinder, von dem man nicht gerade sagen konnte, daß ihn diese Scene ergreife, denn er war vorher zu oft Zeuge von der Annäherung und dem Siege des Todes gewesen, obgleich er den Unterschied zwischen dessen Triumph in der Aufregung des Schlachtgetümmels und der Ruhe des häuslichen Kreises ganz fühlte; – »und ich zweifle nicht daran, daß wir uns später wieder treffen werden. Es ist zwar wahr, Arrowhead ist seinen Weg gegangen; es kann aber nimmer der Weg eines guten Indianers sein. Ihr habt ihn zum letzten Mal gesehen, denn sein Pfad war nicht der Pfad eines Gerechten. Das Gegentheil zu denken, wäre gegen alle Vernunft, was auch, meiner Ansicht nach, bezüglich des Lieutenants Muir der Fall ist. So lange Ihr lebtet, habt Ihr Eure Pflicht gethan, und wenn man das von einem Manne sagen kann, so mag er zur längsten Reise mit leichtem Herzen und rüstigen Füßen aufbrechen.«

»Ich hoffe so, mein Freund; ich habe es wenigstens versucht, meine Pflicht zu thun.«

»Ja, ja,« warf Cap ein, »die gute Absicht gilt für eine halbe Schlacht; und obgleich du besser gethan hättest, auf dem See draußen zu bleiben und ein Fahrzeug herein zu schicken, um zu sehen, wie das Land liege, was Allem eine ganz andere Wendung hätte geben können – so zweifelt doch Niemand hier, daß du in der besten Absicht handeltest, und auch wohl Niemand anderswo, wenn ich das, was ich von dieser Welt gesehen und von einer andern gelesen habe, glauben darf.«'

»Ja, es ist so; ich habe Alles in der besten Absicht gethan!«

»Vater! o mein lieber Vater!«

»Mabel ist durch diesen Schlag back gelegt worden, Meister Pfadfinder, und kann nur wenig sagen oder thun, was ihren Vater über die Untiefen bringen könnte; wir müssen deßhalb um so ernstlicher an den Versuch gehen, ihm einen freundlichen Abschied zu bereiten.«

»Hast du gesprochen, Mabel?« fragte Dunham und richtete die Augen auf seine Tochter, da er bereits zu schwach war, seinen Körper zu wenden.

»Ach, Vater, verlaßt Euch nicht um Eurer Handlungen willen auf die göttliche Gnade und Erlösung, sondern vertraut allein auf die segensreiche Vermittlung unseres Heilandes!«

»Der Kapellan hat uns auch etwas Derartiges gesagt, Bruder. Das liebe Kind wird wohl Recht haben.«

»Ja, ja, das ist ein Glaubenssatz, ohne Zweifel. Er wird unser Richter sein und hält das Logbuch unserer Thaten, auf denen er fußen wird am letzten Gerichte; dann wird Er sagen, wer recht und wer unrecht gehandelt hat. Ich glaube, Mabel hat Recht; aber dann darfst du unbesorgt sein, da du ohne Zweifel mit deiner Rechnung im Reinen bist.«

»Onkel! – liebster Vater: Das ist ein eitles Blendwerk! Ach, setzt Eure ganze Hoffnung auf die Vermittlung unseres heiligen Erlösers! Habt Ihr nicht oft genug gefühlt, wie wenig Eure Kräfte auch nur zu Vollführung der gewöhnlichen Dinge ausreichten, und wie könnt Ihr Euch einbilden, Eure Handlungen seien im Stande, eine gebrechliche und sündige Natur so weit zu heben, daß sie würdig erfunden werde, der vollkommensten Reinheit zu nahen? Die einzige Hoffnung des Menschen beruht auf der Vermittelung Christi!«

»Die Herrenhuter pflegten uns dasselbe zu sagen,« sagte Pfadfinder leise zu Cap; »verlaßt Euch darauf, Mabel hat Recht.«

»Recht genug, Freund Pfadfinder, in den Entfernungen, aber Unrecht im Curs. Ich fürchte, das Kind macht den Sergeanten in dem Augenblick triftig, wo wir ihn in dem besten Fahrwasser hatten.«

»Ueberlaßt das Mabel; überlaßt es Mabel; sie versteht sich besser darauf, als einer von uns, und in keinem Falle bringt es Schaden.«

»Ich habe das wohl früher gehört,« erwiederte endlich Dunham. »Ach, Mabel! es ist sonderbar, daß der Vater sich in einem solchen Augenblick auf sein Kind stützen muß.«

»Setzt Euer Vertrauen auf Gott, Vater; stützt Euch auf das Erbarmen Seines heiligen Sohnes. Betet, theuerster – theuerster Vater; bittet um Seinen allmächtigen Beistand.«

»Ich bin des Betens nicht gewöhnt, Bruder. Pfadfinder – Jasper, könnt Ihr mir zu Worten helfen?«

Cap wußte kaum, was Beten heißt, und konnte nichts darauf antworten. Pfadfinder betete oft, täglich, wo nicht stündlich, aber nur im Geiste und in seiner einfachen Denkweise, ohne Beihilfe von Worten. Er war daher in dieser Noth eben so nutzlos, als der Seemann, und wußte nichts zu erwiedern. Jasper würde sich zwar mit Freuden bemüht haben, Berge in Bewegung zu setzen, um Mabel zu unterstützen, aber der Beistand, welcher hier erbeten wurde, lag nicht in seinen Kräften, und er trat beschämt zurück, wie es wohl junge, kräftige Leute zu thun pflegen, wenn man von ihnen Handlungen verlangt, bei welchen sie ihre Schwäche und Abhängigkeit von einer höhern Macht bekennen müssen.

»Vater!« sagte Mabel, indem sie sich die Thränen aus den Augen wischte und sich zu fassen versuchte; denn sie war bleich und ihre Züge bebten von innerer Bewegung. »Ich will mit Euch, für Euch, für mich und für uns Alle beten. Selbst das Gebet des Schwächsten und Niedrigsten bleibt nicht unbeachtet.«

Es lag etwas Erhabenes, etwas unendlich Rührendes in diesem Akt kindlicher Liebe. Die ernste, ruhige Weise, mit welcher das junge Wesen sich zu der Erfüllung ihrer Pflicht vorbereitete – die Selbstverläugnung, mit welcher sie der Furchtsamkeit und Schüchternheit ihres Geschlechtes vergaß, um ihren Vater in diesem Augenblick der Prüfung aufrecht zu erhalten – die Erhabenheit des Vorsatzes, welcher sie alle ihre Kräfte mit der Andacht und der geistigen Erhebung eines Weibes, dem die Liebe zum Sporne diente, auf das vor ihr liegende große Ziel verwenden ließ – und die heilige Ruhe, in welche sich ihr Schmerz zusammendrängte, machte sie für diesen Augenblick zu einem Gegenstand der Ehrfurcht und Verehrung ihrer Gefährten.

Mabel war religiös und vernünftig, ohne Ueberspannung und ohne Selbstgenügsamkeit erzogen worden. Ihr Vertrauen auf Gott war freudig und voller Hoffnung, zugleich aber auch demüthig und unterwürfig. Sie war von Kindheit auf daran gewöhnt, zu der Gottheit zu beten, indem sie ein Beispiel an der göttlichen Vorschrift Christi nahm, der seine Jünger vor eitlen Wiederholungen verwarnte und selbst ein Gebet hinterließ, welches an Erhabenheit und Kürze des Ausdrucks nicht seines Gleichen hat, als ob es ausdrücklich die Neigung des Menschen, seine irren und zufälligen Gedanken als das annehmbarste Opfer zu betrachten, zurecht weisen sollte. Die Sekte, in welcher sie erzogen worden, hatte ihre Anhänger mit einigen der schönsten Lieder, als den geeignetsten Anhaltspunkten für die Andacht und das Gebet, ausgestattet. An diese Weise der öffentlichen und häuslichen Erbauung gewöhnt, nahm natürlich der Geist unserer Heldin einen erhabenen Gedankenflug, wobei ihre Ausdrucksweise durch die Uebung verbessert, gehoben und verschönert wurde. Kurz, Mabel erschien in diesem Betracht als ein Beispiel, welchen großen Einfluß Vertrautheit mit geeigneten Gedanken, angemessener Sprache, und ein anständiges, würdevolles Benehmen auf die Gewohnheiten und die Redeweise selbst derjenigen hat, von denen man annehmen kann, daß sie nicht immer für solche erhebenden Eindrücke empfänglich sind. Als sie an dem Bette ihres Vaters kniete, bereitete das Ehrfurchtsvolle ihrer Haltung und ihrer Geberden die Anwesenden auf das, was kommen sollte, vor; und da ihr liebevolles Herz die Zunge antrieb und das Gedächtniß beiden zu Hilfe kam, so hätte das Opfer ihres brünstigen Gebetes wohl Engeln zum Vorbilde dienen können. Zwar waren die Worte nicht sklavisch geborgt, doch trugen sie den einfachen, würdigen Ausdruck des Gottesdienstes, dessen sie gewöhnt war, und erwiesen sich wahrscheinlich des Wesens, welchem sie galten, so würdig, als es menschlichen Kräften möglich ist. Sie übten einen mächtigen Eindruck auf die Zuhörer; denn es ist merkwürdig, wie wahre Erhabenheit und Schönheit mit der Natur so enge verbunden sind, daß sie, trotz der nachtheiligen Wirkungen lange gepflogener irriger Gewohnheiten, im Allgemeinen in jedem Herzen wieder hallen.

Als aber unsere Heldin die Lage des Sterbenden berührte, wurde sie ganz überzeugend, denn sie zeigte sich da in ihrem vollen Eifer und in ihrer ganzen Natürlichkeit. Die Schönheit der Sprache wurde beibehalten, aber noch durch die einfache Gewalt der Liebe gehoben, und ihre Worte glühten von einem heiligen Feuer, welches sich der Größe wahrer Beredsamkeit näherte. Wir würden einige ihrer Ausdrücke anführen, wenn wir es nicht für unpassend betrachteten, solche erhebende Gedanken einer allzu genauen Zergliederung zu unterwerfen, weßhalb wir uns dessen enthalten.

Die Wirkung dieses feierlichen Auftritts äußerte sich bei den Anwesenden auf verschiedene Weise. Dunham selbst war bald in den Gegenstand des Gebets verloren, und fühlte jene Art von Erleichterung, welche ein Mensch empfindet, der unter einer übermäßig schweren Last an einem Abgrunde wankt, wenn er unerwartet seine Bürde sich entnommen und dieselbe auf den Schultern eines Andern sieht, der besser im Stande ist, sie zu tragen. Cap war sowohl überrascht, als von Ehrfurcht ergriffen, obgleich die Erregungen in seiner Seele weder besonders tief gingen, noch lange anhielten. Er wunderte sich ein wenig über seine Gefühle und machte sich Zweifel darüber, ob sie auch so männlich und heroisch seien, als sie sein sollten; er war jedoch von den Eindrücken der Wahrheit, der Demuth, der religiösen Unterwerfung und der menschlichen Abhängigkeit zu ergriffen, um mit seinen rauhen Einwürfen dagegen anzukämpfen. Jasper kniete mit verhülltem Gesicht Mabel gegenüber und folgte ihren Worten mit dem ernstlichen Wunsch, ihre Bitten mit den seinigen zu unterstützen, wenn es schon zweifelhaft sein mochte, ob seine Gedanken nicht ebenso viel bei den sanften, lieblichen Tönen der Beterin, als bei dem Gegenstand ihres Gebets verweilten.

Die Wirkung auf Pfadfinder war augenfällig und ergreifend; augenfällig, weil er aufrecht und gerade Mabeln gegenüber stand: und die Bewegungen seiner Gesichtszüge verriethen wie gewöhnlich das Schaffen seines Innern. Er lehnte auf seiner Büchse und seine sehnigen Finger schienen hin und wieder den Lauf derselben mit aller Gewalt zerdrücken zu wollen, während er ein oder zweimal, wenn Mabels Gedanken sich in vollster Innigkeit aussprachen, seine Augen gegen die Decke des Gemachs erhob, als ob er erwartete, daß das gefürchtete Wesen, an welches die Worte gerichtet waren, sichtbar über ihm schweben werde. Dann kehrten seine Gefühle wieder zu dem zarten Geschöpfe zurück, welches in heißem, aber ruhigem Gebet für einen sterbenden Vater ihre Seele ausgoß; denn Mabels Wangen waren nicht mehr bleich, sondern glühten von heiliger Begeisterung, während ihre blauen Augen sich dem Lichte in einer Weise zukehrten, daß das Mädchen wie ein Bild von Guido Reni erschien. In solchen Augenblicken glänzte die ganze ehrliche und männliche Zuneigung Pfadfinders in seinen lebendigen Zügen, und der Blick, welchen er auf unsere Heldin heftete, glich dem des zärtlichsten Vaters, gegenüber dem Kinde seiner Liebe.

Sergeant Dunham legte seine kraftlose Hand auf Mabels Haupt, als sie zu beten aufhörte und ihr Gesicht in seiner Bettdecke verbarg.

»Gott segne dich, mein liebes Kind; Gott segne dich!« flüsterte er. »Du hast mir einen wahren Trost verschafft. O, daß auch ich beten könnte!«

»Vater! Ihr kennt das Gebet des Herrn, denn Ihr habt's ja selbst mich gelehrt, als ich noch ein Kind war.«

Auf des Sergeanten Gesicht strahlte ein Lächeln; denn er erinnerte sich, daß er wenigstens diesen Theil der elterlichen Pflicht erfüllt hatte, und die Erinnerung daran gewährte ihm in diesem Augenblicke ein inniges Vergnügen. Er schwieg dann einige Minuten, und alle Anwesenden glaubten, er unterhalte sich mit seinem Schöpfer.

»Mabel, mein Kind,« sprach er endlich mit einer Stimme, welche neue Lebenskraft gewonnen zu haben schien – »Mabel, ich verlasse dich jetzt.« – Der Geist scheint bei seinem letzten großen Gange sogar den Körper als nichts zu betrachten. – »Ich verlasse dich jetzt, mein Kind! Wo ist deine Hand?«

»Hier, liebster Vater – hier sind beide – o, nehmt beide!«

»Pfadfinder,« fuhr der Sergeant fort, und tastete nach der entgegengesetzten Seite des Bettes, wo Jasper kniete, wobei er im Mißgriff eine der Hände des jungen Mannes faßte – »nimm sie – sei ihr Vater – wie ihr's für gut findet – Gott segne dich – Gott segne euch Beide!«

Niemand wollte in diesem ergreifenden Augenblick dem Sergeanten seinen Irrthum benehmen, und so starb er, einige Minuten später, Jaspers und Mabels Hände mit den seinigen bedeckend. Unsere Heldin wußte nichts von diesen Vorgängen, bis ein Ausruf von Cap ihr den Tod ihres Vaters ankündigte. Als sie ihr Gesicht erhob, traf sie auf einen Blick aus Jaspers Augen und fühlte den warmen Druck seiner Hand. In diesem Augenblick war aber nur Ein Gefühl in ihr vorherrschend, sie zog sich zurück, um zu weinen. Pfadfinder nahm Eau-douce am Arm und verließ mit ihm das Blockhaus.

Die zwei Freunde gingen in tiefstem Schweigen an dem Feuer vorbei, durch den Baumgang fast bis zum entgegengesetzten Ufer der Insel, wo sie anhielten. Pfadfinder ergriff das Wort.

»Es ist Alles vorbei, Jasper,« sagte er; »es ist Alles vorbei. Ach, der arme Sergeant Dunham hat seine Laufbahn beendet; und noch dazu durch die Hand eines geistigen Mingowurms. Nun, wir wissen nie, was unsrer wartet, und sein Loos kann heute oder morgen das Eurige oder das meinige sein.«

»Und Mabel? was soll aus Mabel werden, Pfadfinder?«

»Ihr habt die letzten Worte des sterbenden Dunham gehört; er hat mir die Obhut über sein Kind gelassen, Jasper; und das ist ein feierliches Vermächtniß, ja, es ist ein sehr feierliches Vermächtnis.«

»Ein Vermächtniß, das Euch Jeder gerne abnehmen würde,« versetzte der Jüngling mit einem bittern Lächeln.

»Ich habe oft gedacht, daß es nur in schlechte Hände gefallen ist. Ich bin nicht eingebildet, Jasper, und denke nicht daran, mir etwas darauf zu Gute zu thun; wenn Mabel aber geneigt ist, alle meine Unvollkommenheiten und meine Unwissenheit zu übersehen, so wäre es Unrecht von mir, etwas dagegen einzuwenden, so sehr ich auch von meiner Werthlosigkeit überzeugt sein mag.«

»Niemand wird Euch tadeln, Pfadfinder, wenn Ihr Mabel Dunham heirathet, ebenso wenig, als man es Euch verargen würde, wenn Ihr einen kostbaren Edelstein trüget, den Euch ein Freund geschenkt hätte.«

»Glaubt Ihr, daß man Mabeln tadeln würde, Junge? – Ich habe auch meine Bedenklichkeiten darüber gehabt, denn nicht alle Leute sind geneigt, mich mit Euern und mit Mabels Augen zu betrachten.« Jasper Eau-douce fuhr zusammen wie Jemand, den ein plötzlicher körperlicher Schmerz überfällt, bewahrte sich übrigens seine Selbstbeherrschung. »Die Menschen sind neidisch und schlimm, besonders in den Garnisonen und ihrer Nachbarschaft. Ich wünsche bisweilen, Jasper, daß Mabel zu Euch hätte eine Neigung gewinnen können – ja, ja, und daß Ihr eine Neigung zu ihr gefaßt hättet; denn es kommt mir oft vor, daß ein Bursche, wie Ihr, sie im Grunde doch glücklicher machen müßte, als ich es je im Stande bin.«

»Reden wir nicht mehr davon, Pfadfinder,« unterbrach ihn Jasper barsch und ungeduldig – »Ihr werdet Mabels Gatte sein, und es ist nicht recht, von einem Andern in dieser Eigenschaft zu sprechen. Was mich anbelangt, so will ich Caps Rathe folgen, und es versuchen, einen Mann aus mir zu bilden. Vielleicht kann das auf dem Salzwasser geschehen.«

»Ihr, Jasper Western? – aber warum die Seen, die Wälder und die Grenzen verlassen? und noch dazu um der Städte, der öden Wege in den Ansiedelungen und des bischen Unterschieds willen in dem Geschmack des Wassers? Haben wir denn nicht die Salzlicken, wenn Ihr Salz braucht? Und sollte nicht ein Mann mit dem zufrieden sein, was andern Geschöpfen Gottes genügt? Ich habe auf Euch gerechnet, Jasper; ja, ich zählte auf Euch – und dachte, da nun Mabel und ich in unserer eigenen Hütte wohnen werden, daß Ihr Euch eines Tags auch versucht fühlen könntet, eine Gefährtin zu wählen, wo Ihr Euch dann in unserer Nachbarschaft nieder lassen solltet. Ich habe ein schönes Plätzchen, etwa fünfzig Meilen westlich von der Garnison, für mich im Sinn, und etwa zehn Stunden seitwärts ist ein ausgezeichneter Hafen, wo Ihr mit dem Kutter in der größten Muße aus und einlaufen könntet. Da habe ich mir denn gerade Euch und Euer Weib vorgestellt, wie Ihr von diesem Platze Besitz nehmt, während ich und Mabel uns auf dem andern nieder lassen. Wir hätten eine hübsche, gesunde Jagd dabei; und wenn der Herr überhaupt irgend eines seiner Geschöpfe auf Erden zu beglücken beabsichtigt, so könnte Niemand glücklicher sein, als wir Vier.«

»Ihr vergeßt, mein Freund,« entgegnete Jasper, indem er mit erzwungenem Lächeln des Wegweisers Hand ergriff, »daß es an der vierten Person fehlt, welche mir lieb und theuer sein könnte; und ich zweifle sehr, ob ich je irgend Jemand so lieben kann, wie ich Euch und Mabel liebe.«

»Ich danke Euch, Junge; ich danke Euch von ganzem Herzen; aber was Ihr in Beziehung auf Mabel Liebe nennt, ist blos Freundschaft, und etwas ganz Anderes, als was ich gegen sie fühle. Jetzt, statt wie früher so gesund zu schlafen, als die Natur um Mitternacht, träume ich jede Nacht von Mabel Dunham. Das junge Wild spielt vor mir, und wenn ich den Hirschetödter erhebe, um mir einen Braten zu holen, blicken die Thiere zurück, und alle scheinen Mabels süße Züge zu tragen; dann lachen sie mir in's Gesicht und sehen dabei aus, als ob sie sagen wollten: ›Schieß mich, wenn du kannst.‹ Oft hör, ich den Klang ihrer süßen Stimme in dem Gesange der Vögel: und erst in meinem letzten Schlummer kam es mir vor, ich wäre auf dem Niagara und hielte Mabel in meinen Armen, mit welcher ich lieber über den Fall hinunterstürzte, ehe ich von ihr lassen wollte. Die bittersten Augenblicke, welche mir je vorkamen, waren die, wenn der Teufel oder vielleicht ein Mingozauberer meinen Träumen die Vorstellung beimischte, daß Mabel für mich durch irgend ein unerklärliches Unglück – durch den Wechsel der Dinge oder Gewalt – verloren gegangen sei.«

»O Pfadfinder! wenn Euch das schon im Traume so bitter dünkt, wie muß es erst dem sein, welcher es in Wirklichkeit fühlt und weiß, daß Alles wahr, wahr, wahr ist? So wahr, um keinen Funken Hoffnung zurückzulassen – nichts zurückzulassen, als die Verzweiflung!«

Diese Worte entquollen Jasper wie die Flüssigkeit einem plötzlich geborstenen Gefässe. Sie entglitten seinen Lippen unwillkürlich, fast unbewußt, aber mit einer Wahrheit und einer Tiefe des Gefühls, daß sich die Aufrichtigkeit derselben nicht bezweifeln ließ.

Pfadfinder blickte seinen Freund in wirrer Ueberraschung eine Minute lang an; dann tauchte ihm, ungeachtet seiner Einfachheit, ein Strahl der Wahrheit auf. Wir wissen, welche verstärkende Beweise sich in dem Geiste häufen, sobald er einen bestimmten Schlüssel zu einer unerwarteten Thatsache gefunden hat: wie schnell unter solchen Umständen der Flug der Gedanken ist, und wie rasch den Vordersätzen die richtigen Folgerungen sich anreihen. Unser Held war von Natur so zuversichtlich, so gerecht und so geneigt zu glauben, daß alle seine Freunde ihm ein gleiches Glück gönnten, wie er es ihnen wünschte, daß bis zu diesem unglücklichen Augenblick nie eine Ahnung von Jaspers Liebe zu Mabel in seiner Brust aufgetaucht war. Er war aber jetzt zu erfahren in den Regungen, welche eine solche Leidenschaft bezeichnen; auch machten sich die Gefühle seines Gefährten zu heftig und zu natürlich Luft, um den braven Wegweiser länger im Zweifel zu lassen. Er fühlte sich durch diese Entdeckung auf's Schmerzlichste gedemüthigt. Jaspers Jugend, seine schmuckere Außenseite und alle die Hauptwahrscheinlichkeiten, welche einen solchen Freier dem Mädchen angenehmer machen mochten, traten ihm vor das Auge. Endlich aber machte die edle Geradheit seiner Seele, welche ihn so sehr zu seinem Vortheil auszeichnete, ihre Rechte geltend, und wurde noch unterstützt durch die männliche Bescheidenheit, mit welcher er sich selbst beurtheilte, und durch seine gewohnte Nachgiebigkeit gegen die Rechte und Gefühle Anderer, welche einen Theil seines Wesens auszumachen schien. Er ergriff Jaspers Arm und führte ihn zu einem Baumstrunk, auf welchen er den jungen Mann mit seiner unwiderstehlichen Muskelkraft nieder drückte, und dann neben ihm seinen Sitz einnahm.

Sobald sich Jaspers innere Bewegung Luft gemacht hatte, fühlte er sich durch die Heftigkeit ihres Ausdruckes beunruhigt und beschämt. Er würde gerne Alles, was er auf Erden sein nennen konnte, darum gegeben haben, hätte er die letzten drei Minuten wieder zurückrufen können; aber er war von Natur zu freimüthig, und zu sehr daran gewöhnt, gegen seinen Freund offen zu verfahren, um nur einen Augenblick zu versuchen, seine Gefühle zu verhehlen, oder die Erklärung, welche, wie er wußte, ihm nun abverlangt wurde, zu umgehen. Zwar zitterte er vor den Folgen, aber er konnte es nicht über sich gewinnen, ein zweideutiges Benehmen einzuschlagen.

»Jasper,« begann Pfadfinder in einem so feierlichen Tone, daß jeder Nerv seines Zuhörers bebte, – »das kam sehr unverhofft. Ihr hegt zartere Gefühle für Mabel, als ich dachte, und wenn mich nicht ein Mißgriff meiner Eitelkeit und Einbildung grausam getäuscht hat, so bedaure ich Euch, Junge, von ganzer Seele. Ja, ich weiß – glaube ich – wie der zu beklagen ist, welcher sein Herz an ein Wesen, wie Mabel, gesetzt hat, ohne hoffen zu dürfen, daß sie ihn mit denselben Augen betrachte, wie er sie betrachtet. Diese Sache muß sich aufklären, bis keine Wolke mehr zwischen uns steht, wie die Delawaren sagen.«

»Was bedarf es da einer Aufklärung, Pfadfinder? Ich liebe Mabel Dunham, und Mabel Dunham liebt mich nicht; sie will lieber Euch zum Gatten haben, und das Klügste, was ich thun kann, ist, fort und auf das Salzwasser zu gehen und zu versuchen, Euch Beide zu vergessen.«

»Mich zu vergessen, Jasper? – das wäre eine Strafe, welche ich nicht verdiene. Aber woher wißt Ihr, daß Mabel mich lieber hat? Wie wißt Ihr das, Junge? – Mir scheint das ja ganz unmöglich!«

»Wird sie nicht Euer Weib werden? und würde Mabel einen Mann heirathen, den sie nicht liebt?«

»Der Sergeant hat ihr hart zugesetzt – ja, so ist's; und einem gehorsamen Kinde mag es wohl schwer werden, den Wünschen eines sterbenden Vaters zu widerstehen. Habt Ihr Mabel je gesagt, daß Ihr sie liebt, daß Ihr solche Gefühle gegen sie hegt?«

»Nie, Pfadfinder! Wie konnte ich Euch ein solches Unrecht zufügen?«

»Ich glaube Euch, Junge; ja, ich glaube Euch und glaube auch, daß Ihr im Stande wäret, spurlos zu verschwinden und auf's Salzwasser zu gehen. Aber das ist nicht gerade nöthig. Mabel soll Alles erfahren und ihren eigenen Weg haben; ja, das soll sie, und wenn mir das Herz bei dem Versuche bräche. Ihr habt ihr also nie ein Wort davon gesagt, Jasper?«

»Nichts von Belang, nichts Bestimmtes. Aber doch muß ich meine ganze Thorheit eingestehen, Pfadfinder, wie es meine Pflicht gegen einen so edeln Freund ist, und dann wird Alles zu Ende sein. Ihr wißt, wie junge Leute sich verstehen oder zu verstehen glauben, ohne sich gerade offen auszusprechen, und wie sie auf hunderterlei Weise gegenseitig ihre Gedanken kennen lernen oder kennen zu lernen glauben.«

»Nein, Jasper, das weiß ich nicht,« antwortete der Wegweiser treuherzig; denn, die Wahrheit zu sagen, seine Huldigungen hatten nie auf jene süße und köstliche Ermuthigung getroffen, welche das stumme Merkmal der zur Liebe fortschreitenden Zuneigung ist.

»Nein, Jasper, ich weiß nichts von all Diesem. Mabel hat mich immer freundlich behandelt und sagte mir, was sie zu sagen hatte, auf die unumwundenste Weise.«

»Ihr hattet aber die Wonne, sie sagen zu hören, daß sie Euch liebe, Pfadfinder?«

»Ei nein, Jasper, nicht gerade mit Worten; sie hat mir sogar gesagt, daß wir uns nie heirathen könnten, nie heirathen sollten; daß sie nicht gut genug für mich sei, obgleich sie versicherte, daß sie mich achte und ehre. Dann sagte mir aber der Sergeant, dieß sei die gewöhnliche Weise junger und schüchterner Mädchen; ihre Mutter habe es zu ihrer Zeit eben so gemacht, und eben so gesprochen, und ich müsse mich begnügen, wenn sie nur überhaupt einwillige, mich zu heirathen. Ich habe daher auch geschlossen, daß Alles in Ordnung sei.«

Wir wären keine treuen Erzähler, wenn wir nicht zugeständen, daß Jasper, ungeachtet seiner Freundschaft für den glücklichen Freier, und trotz der aufrichtigsten Wünsche für sein Wohl, bei diesen Worten sein Herz in überschwenglicher Wonne klopfen fühlte. Nicht als ob er in diesem Umstande hätte eine Hoffnung für sich auftauchen sehen; es war nur das eifersüchtige Verlangen einer unbegrenzten Liebe, welche sich bei der Kunde entzückt fühlte, daß kein anderes Ohr die süßen Geständnisse gehört habe, welche dem eigenen versagt blieben.

»Erzählt mir mehr von dieser Weise, ohne Zunge zu sprechen,« fuhr der Pfadfinder fort, dessen Gesichtszüge ernster wurden, und der nun seinen Gefährten mit dem Tone eines Mannes fragte, welcher einer unangenehmen Antwort entgegensieht. »Ich kann mich mit Chingachgook auf eine solche Art unterhalten, und habe es auch mit seinem Sohne Uncas gethan, ehe er gefallen; ich wußte aber nicht, daß junge Mädchen auch in dieser Kunst bewandert sind; und von Mabel Dunham versah ich mich am allerwenigsten.«

»Es ist nichts, Pfadfinder. Ich meine nur einen Blick, ein Lächeln, einen Wink mit dem Auge, das Zittern eines Armes oder einer Hand, wenn mich das Mädchen gelegentlich berührte; und weil ich schwach genug gewesen bin, selbst zu zittern, wenn mich ihr Athem traf oder ihre Kleider mich streiften, so führten mich meine thörichten Gedanken irre. Ich habe mich nie gegen Mabel offen ausgesprochen; und jetzt würde es mich nichts mehr nützen, da nun doch alle Hoffnung vorbei ist.«

»Jasper,« erwiderte Pfadfinder einfach, aber mit einer Würde, welche für den Augenblick alle weiteren Bemerkungen abschnitt, »wir wollen über des Sergeanten Leichenbegängniß und über unsere Abreise von der Insel sprechen. Wenn hierüber die nöthigen Verfügungen getroffen sind, werden wir hinlänglich Zeit haben, noch ein Wort über des Sergeanten Tochter zu reden. Die Sache bedarf einer reiflichen Erwägung, denn der Vater hat mir die Obhut über sein Kind hinterlassen.«

Jasper war froh, von diesem Gegenstande abzukommen, und die Freunde trennten sich, um den ihrer Stellung und ihrem Berufe angemessenen Obliegenheiten nachzukommen.

Am Nachmittag wurden die Todten beerdigt. Das Grab des Sergeanten befand sich im Mittelpunkte des Baumganges unter dem Schatten einer hohen Rüster. Mabel weinte bitterlich während der Bestattung und fand in ihren Thränen Erleichterung für ihr bekümmertes Herz. Die Nacht verging ruhig; ebenso der ganze folgende Tag: denn Jasper erklärte, daß der Wind viel zu heftig sei, um sich auf den See wagen zu können. Dieser Umstand hielt auch den Kapitän Sanglier zurück, der die Insel erst am Morgen des dritten Tages nach Dunhams Tod verließ, da das Wetter milder und der Wind günstiger wurden. Ehe er abreiste, nahm er zum letzten Male von dem Pfadfinder in der Weise eines Mannes Abschied, welcher sich in der Gesellschaft eines ausgezeichneten Charakters befunden zu haben glaubt. Beide schieden unter Beweisen gegenseitiger Achtung, während Jeder fühlte, daß ihm der Andere ein Räthsel sei.

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