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Der Marsspion und andere Novellen

Carl Grunert: Der Marsspion und andere Novellen - Kapitel 16
Quellenangabe
typenovelette
authorCarl Grunert
titleDer Marsspion und andere Novellen
publisherBuchverlag fürs Deutsche Haus
addressBerlin - Leipzig
editorKarlernst Knatz
year1908
illustratorErnst Stern
correctorhille@abc.de
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
created20100601
modified20140825
projectid66f55e44
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II.

Von diesem Abend an begann für mich eine Zeit der Wunder! –

Es war, als ob Heinzelmännchen in meinem Heim ihr wunderliches Wesen trieben seit meiner Heimkehr – oder, als ob die Dinge um mich ein selbständiges Leben erhalten hätten!

Es war mir, als ob die spiritistischen Phänomene, die ich bisher mit der Tätigkeit des menschlichen Unterbewußtseins zu erklären versucht hatte, es darauf anlegten, mich zu bekehren. Auf Schritt und Tritt stieß ich auf unerklärliche Vorkommnisse: leblose Dinge veränderten ihren Ort, aufgeschlagene Bücher blätterten sich selbsttätig um, auf meinen Löschblättern entdeckte ich den Abdruck seltsamer Schriftzeichen.

Doch tue ich vielleicht am besten, aus meinem Tagebuche ein paar Auszüge herzusetzen:

12. August. Heute fand ich ein Buch – es war »Experimentelle Untersuchung von Gasen von M. W. Travers« – das ich am Morgen geschlossen auf meinen Arbeitstisch gelegt hatte, aufgeschlagen – auf dem Fensterbrett.

14. August. Wenn mich unsichtbare Gestalten umgeben, so müssen sie doch noch nicht ganz allem Körperlichen abgestorben sein: ein Körbchen mit Kirschen, die ich gezählt hatte, verringerte seine Anzahl seit gestern, ohne daß ich einen sichtbaren Eingriff bemerken kann.

15. August. Heute endlich gelang es mir, einen Vorgang direkt zu beobachten, der mir Gewißheit gibt, es mit einem körperlichen, wenn auch für meine Augen unter gewöhnlichen Umständen nicht sichtbaren Wesen zu tun zu haben. – Ermüdet von meiner Berufsarbeit, hatte ich mich am Nachmittage ein wenig in die Sofaecke zum Schlummer gedrückt. Die Rouleaux waren zugezogen. Das Körbchen mit Kirschen stand auf dem Büfett drüben an der Wand, mir gegenüber. Mein Schlaf ist sehr leise, und irgend ein leichtes Geräusch muß mich munter gemacht haben; ich blieb aber in meiner bequemen Lage. Durch die halbgeöffneten Finger der aufgestützten Hand sah ich plötzlich etwas Absonderliches: eine Kirsche auf der Fruchtschale wurde beweglich und wanderte über den Rand der Schale nach unten in das Halbdunkel des Zimmers; eine zweite, eine dritte folgte. Mit großer Willenskraft gelang es mir, äußerlich unbeweglich zu bleiben. Ich strengte meine Augen aufs äußerste an, das Halbdunkel des Raumes zu durchdringen – aber ich sah nichts!

Vom Fenster fiel ein feiner Spalt des Sonnenlichts ins Zimmer. Beim Hin- und Herwandern trafen meine Blicke auch die gegenüberliegende Wand – – und da war es mit meiner Selbstbeherrschung vorbei!

Der schmale Sonnenstreifen hätte sich – wie ich aus täglicher Beobachtung wußte, an dieser Wand hell abzeichnen müssen, – aber die Wand war dunkel, so, als wenn ein undurchsichtiger Körper ihm im Wege stünde! Und nun entdeckte ich auch, scheinbar mitten im leeren Raume stehend, den flimmernden Sonnenstreif!

Ich sprang auf und haschte mit der Hand in der Luft umher – ich tastete in alle Ecken des Zimmers, riß die Vorhänge zurück – –

Vergebens!

Einen Moment war es mir, als ich die Rouleaux zurückzog, als ob ein leichter Schatten vorbeihuschte, von einem flatternden Geräusche begleitet –

Aber – ich fand nichts und lachte mich schließlich selber aus . . .

16. August. Heute besuchte ich meinen Freund Justus Starck, den bekannten Entdecker unserer »Feinde im Weltall«, dessen wunderbar empfindliche Apparate uns die ersten Nachrichten über die Bewohner anderer Planeten gegeben haben. Seine damals dem Reichskanzler gemachten Enthüllungen über unsere extramundanen Gegner sind dem Leser ja bekannt. – Ich erzählte ihm meine wunderlichen Erlebnisse. Aufmerksam und schweigend, in der ihm eigenen Weise die klugen Augen fest auf mich gerichtet, hörte Justus mir zu.

Als ich geendet, spielte er mit einem goldenen Bleistifte an seiner Uhrkette und – schwieg noch immer. Seine Augen wanderten wie abwesend im Zimmer umher und zum Fenster hinaus.

»Nun?« fragte ich ungeduldig, »du sagst ja gar nichts, Justus? Ist dir die ganze Geschichte nicht interessant genug?«

Justus sah mit einem rätselhaften Blicke an mir vorbei, gerade so, als wenn er neben oder hinter mir jemand sähe. Dies unerklärliche Hinstarren irritierte mich schließlich so, daß ich mich umdrehte und hinter mich blickte.

»Was in aller Welt hast du denn? Was suchen denn deine Blicke? So sprich doch ein Wort! Oder hältst du mich auch, wie Fennmüller neulich, für einen Phantasten?«

»Lieber Freund,« sagte Justus, »ich fürchte, du würdest mich für einen noch größeren Phantasten halten, wenn ich dir heut schon meine Meinung über all diese seltsamen Vorkommnisse sagen würde. – Es liegt in der Natur der Sache, wenn ich seit der Feststellung der Tatsache, daß unsere schöne Erde das Ziel für die Eroberungsgelüste fremder Planetenbewohner geworden ist, immer zuerst an derartige außerirdische Eingriffe denke, falls, wie hier, unerklärliche Dinge vorliegen. – Mehr möchte ich für heut' nicht sagen, um dich nicht unnötig zu beunruhigen – und« er lächelte geheimnisvoll – »auch aus einem andern Grunde nicht!«

Es war nichts weiter aus ihm herauszubringen. Und so verabschiedete ich mich von ihm, mit einem letzten forschenden Blick in sein nachdenkliches Gesicht.

Schon war ich halb aus der Tür, als er mich mit einem halb unterdrückten Aufschrei zurückrief.

»Nun?« –

Er zog mich dicht zu sich heran und preßte seinen Mund fest an mein Ohr.

»Mein neues Modell des verbesserten Kohärers? – Es ist doch noch –«

»– sicher und wohlgeborgen in meinem Besitz – unter deinem Sicherheitsschloß!«

»Schön –« erwiderte Justus, »es wäre auch für mich –«

»Beruhige dich – oder noch besser – komm und überzeuge dich selbst!«

Damit schied ich von ihm . . .

Abends 11 Uhr.

Ich bin doch noch einmal aus dem Bett geklettert; Justus' Sorge um sein neues Kohärermodell ließ mich nicht schlafen. Er hat diesen neuesten Empfangsapparat für drahtlose Telegraphie vorläufig nur in zwei Exemplaren hergestellt, von denen er mir das eine für alle Fälle zur Aufbewahrung anvertraut hat. Vielleicht hält er seine Erfindung bei mir für sicherer vor unberufenen Händen als – anderswo.

Ich habe mein Spind aufgeschlossen, in dessen einem Fach, in einer angeschraubten stählernen Kassette, sich das kleine Wunderwerk befindet. Denn ein Wunderwerk muß man es nennen in seiner Empfindlichkeit auch für die allerkleinsten Hertzschen Wellen, eine Empfindlichkeit, die den ganzen umständlichen Empfangsapparat von Drähten und Stangen usw. völlig überflüssig macht – mit seiner Aufnahmefähigkeit für Ätherschwingungen, die kaum noch tausendmal größer sind als die Lichtwellen. – Die Kassette habe ich nicht geöffnet – ich wollte jetzt – mitten in der Nacht – den Geheimmechanismus des Sicherheitsschlosses nicht in Betrieb setzen – ich dachte auch an das unsichtbare Geheimnis, das mich zu umgeben scheint. Aber die Kontrollstreifen, welche über die Ränder der Kassette geklebt sind, waren unverletzt.

Justus kann also ruhig schlafen – und ich will es auch tun! . . .

17. August, morgens.

Einen verrückten Traum habe ich gehabt! Aber das kommt davon, wenn man sich so spät in der Nacht noch allerlei unnütze Gedanken macht; denn – alles in allem –- ist mein kurioser Traum nur die Fortsetzung der Gedankenreihe von gestern abend, wenn auch das im Traume ohne Kontrolle arbeitende Gehirn die einmal geknüpften Fäden bunt genug versponnen hat. Ich will ihn aber doch aufschreiben; also:

Mir war, als stünde ich noch immer vor der eisernen Kassette, die Justus' Apparat verbirgt.

Plötzlich hörte ich eine Stimme, ein Stimmchen, so fein und doch so melodisch, wie eine Aeolsharfe! Ich bückte mich hernieder. –

»O, mach mich frei! O, mach mich frei!«

Anfangs glaubte ich – im Traum – an eine Täuschung meiner Sinne; aber zum dritten Male hörte ich jetzt ganz deutlich, leise, unsagbar rührend und klagend:

»O, mach mich frei!«

»Wo bist du?« fragte ich, neugierig und aufgeregt. –

»In der eisernen Kassette – gefangen – ach, so lange! – Eingesperrt!« –

»Wer hat dich eingesperrt?«

»Ich weiß es nicht!«

»Was bist du für ein wunderbares Wesen, wenn du in einer solchen Kassette Platz finden kannst?«

»Ich bin ein Luftweibchen!« sagte die feine Silberstimme, »o, mach mich frei! o, mach mich frei! Ich will dir auch immer dankbar sein!« –

Im Traum erschien mir das alles ganz plausibel, und ich beeilte mich, das komplizierte Kassettenschloß zu öffnen.

Auf der Vorderseite des stählernen Behälters befindet sich eine Reihe von Knöpfen, die man in bestimmter Reihenfolge und in bestimmtem Rhythmus niederdrücken muß, so, als ob man eine Melodie spielt.

Das alles tat ich – wie ich träumte – ganz vorschriftsmäßig, und ich erinnere mich, daß ich dabei ordentlich neugierig wurde und Herzklopfen bekam, je näher der Moment des Öffnens kam.

Und nun sprang der Deckel auf!

Wahrhaftig! – Da entschwebte dem eisernen Grabe eine elfengleiche, zierliche Gestalt!

Und sie glich – dem »Irrlicht«, das ich auf dem Wege zur Abendschule gesehen!

»Hab' Dank!« hauchte sie und neigte sich zu mir hernieder.

Ich sah ein wundersam zartes, schneeigweiß schimmerndes Antlitz, in welchem strahlend zwei nachtschwarze Augen standen – in weichen Wellen umflutete mich ihr bläulich schimmerndes Haar.

Wie einen sanften Hauch fühlte ich ihren Kuß auf meiner heißen Stirn – und ein Duft wie von frischen Veilchen umfing mich.

Dann muß ich plötzlich erwacht sein! Verwundert schaute ich in dem dunklen Zimmer umher, und es dauerte eine ganze Weile, ehe ich Traum und Wirklichkeit unterscheiden konnte. Seltsamerweise glaubte ich noch immer einen Veilchengeruch im Zimmer wahrzunehmen.

Eine längere Zeit muß ich so im Hindämmern zwischen Traum und Wachen gelegen haben, dann bin ich doch wieder fest eingeschlafen – und erst der hellhereinbrechende Tag weckte mich wieder. Nun ruft meine Berufsarbeit; aber meinen kuriosen Traum habe ich, beim Morgenkaffee sitzend, doch noch aufgeschrieben.

Mittags.

Justus Starck hat mich besuchen wollen, wie mir der Portier erzählt; leider bin ich nicht zu Hause gewesen. Aber das Telegramm, das ich soeben erhielt, gibt mir den Zweck seines Kommens an, es lautet:

»Muß Apparat haben!«

Ich werde ihm also noch heute seinen so sorgsam gehüteten Schatz zurückbringen –


Es war furchtbar – geradezu furchtbar für mich!

Diese Entdeckung! Dieser unerklärliche, mir so schrecklich peinliche Vorfall! –

Der Apparat ist aus der Kassette verschwunden!

Die Kassette ist vorschriftsmäßig geöffnet worden; nirgends zeigt sich eine Spur von äußerer Gewalt!

Das neue, kostbare Kohärermodell, mit dem Justus Starck besser als bisher die uns feindlichen Vorgänge auf dem Nachbarplaneten und in den Höhen der Atmosphäre belauschen wollte – ist geraubt worden! –

In meiner Aufregung und Bestürzung bin ich zu Justus geeilt. Er las mir die Hiobsbotschaft vom Gesicht.

»Komm herein,« sagte er, den Arm um meine Schulter legend, »komm herein und erzähle!«

Er öffnete die Tür zu seinem Privatzimmer.

Und ich erzählte ihm alles – auch meinen sonderbaren Traum!

»Alles dies paßt zu meiner Kombination,« sagte er, als ich geendet, »und es fehlt vielleicht nur noch das allerletzte Glied in der Kette meiner Beweisführung. Höre zu.«

Und er führte aus, daß alle diese scheinbar unerklärlichen Vorkommnisse sich sofort zwanglos erklären lassen durch die Annahme eines Wesens, das sich unsichtbar zu machen versteht! – Und da dies nach dem heutigen Stand der Wissenschaft so gut wie unmöglich für einen Menschen ist, so folgert er gerade daraus, daß es ein Abgesandter eines andern Planeten ist, der in dieser schützenden Verhüllung sicher und bequem unsere irdischen Verhältnisse studieren kann und leicht überall Zutritt findet, wohin ihn seine Oberen zu senden für nützlich halten. Justus kombiniert sogar noch weiter und meint, meine Begegnung mit dem »Irrlicht« sei von langer Hand vorbereitet; da seine Kontrollapparate ihm jetzt mehr als sonst Meldungen über allerlei geheimnisvolle Vorgänge in den obersten Schichten unserer Atmosphäre machen, glaubt er, daß die feindlichen Planetenbewohner – man weiß immer noch nicht genau, woher sie stammen – jetzt mehr als je an der Arbeit sind. Solche unsichtbaren Pioniere würden sich vortrefflich dazu eignen, das Privatleben namentlich solcher Personen zu beobachten, die aus irgendeinem Grunde ihr Interesse erregt haben.

»Aber, Justus – erlaube!« unterbrach ich ihn an dieser Stelle, »dann würde es doch viel mehr im Interesse eines solchen »unsichtbaren« Detektivs liegen, völlig unsichtbar und unbemerkbar zu bleiben! Aber – ich habe das »Irrlicht« doch deutlich gesehen, und Fennmüllers Ohrenzupfen war doch wohl auch nicht bloße Einbildung?«

»Hast du mir nicht selbst erzählt, daß ihr alle euch gewisser spiritistischer Anwandlungen kaum erwehren konntet? – Wie? – Wenn auch dies nur ein »Trick« zur besseren Verhüllung der eigentlichen Zwecke gewesen wäre? In manchen Kreisen unserer heutigen Gesellschaft sind ja spiritistische Séancen sehr beliebt.«

»Und die rätselhafte Entwendung deines Apparates – und mein seltsames Traumabenteuer? – Willst du beides auch auf das Konto des Unsichtbaren setzen?«

»Gewiß! – Weißt du, wer die nach meinem Dafürhalten einbruchsichere Kassette geöffnet hat?«

»Wahrscheinlich also das unsichtbare Wesen, das in meinem Hause spukt?«

»Du selbst!«

»Ich?!«

»Ja, du!« –

»Ich? – Ja – im Traum – meinst du?«

»Nein – in der Hypnose! – Höre zu: Das betreffende Wesen, das in deinem Heim sich aufhält, wahrscheinlich mit viel besseren Seelenkenntnissen ausgerüstet als wir, hat – unsichtbar in stetem Zusammensein mit dir – deine Eigentümlichkeiten, deine Gemütsanlage studiert, wahrscheinlich manche deiner Notizen gelesen, hat dich während des Einschlafens hypnotisiert, deine Träume beeinflußt und dir die Vorstellung von dem eingesperrten Luftweibchen so lebendig suggeriert, daß du in der Traumhypnose wie ein Nachtwandler aufgestanden bist und die Kassette geöffnet hast – das weitere ist ein geschickt inszenierter Theatercoup des klug berechnenden Geschöpfes! – Die Tatsache bleibt, daß jenes Modell, das ich so sorgsam hüten wollte, verschwunden ist. Zwar besitze ich noch das andere, aber mit der Geheimhaltung ist es vorbei.«

»Und was willst du nun tun, Justus?« fragte ich.

»Abwarten – und arbeiten! Arbeiten, um, wenn möglich, ein nach vollkommeneres Modell eines Kohärers zu konstruieren.«

»Und – du zürnst mir nicht?«

»Aber, lieber Freund! – Kannst du dafür, wenn du träumst? Nach allem, was du mir erzählt, hätte ich wahrscheinlich dem gefangenen Luftweibchen auch den eisernen Kerker geöffnet! Wir bleiben die alten! Und – sobald dir oder mir wieder etwas Neues, Sonderbares vorkommt, geben wir uns ein Telegramm. – Adieu!«

Und so bin ich, nachdenklicher als je in mein Heim zurückgekehrt und habe aufmerksamer als je alle Winkel meiner Wohnung durchgestöbert, habe aber nichts Auffälliges bemerkt . . .

18. August, mittags.

Es wird immer rätselhafter! Heute früh noch schrieb ich an Justus, daß seit ein paar Tagen in meiner Wohnung all die kleinen Anzeichen zu fehlen scheinen, an denen ich das Vorhandensein eines unsichtbaren Mitbewohners bisher heimlich zu kontrollieren pflegte – und soeben erhalte ich von ihm folgendes Telegramm:

»Spiritus familiaris jetzt bei mir. Besuche mich bald!«

Justus.

Also spukt es jetzt bei Justus Starck. Gleich heute will ich ihn aufsuchen, ehe ich in die »Abendschule« gehe.

Abends sechs Uhr.

War bei Justus. Fand ihn wider Erwarten nicht in seiner Privatwohnung, sondern noch im Staatslaboratorium. Er empfing mich in alter, lieber Weise, wie immer. War eben im Begriff, nach Hause zu fahren.

»Begleite mich, bitte. Wir bleiben noch ein Stündchen zusammen. Zu rechter Zeit sollst du schon noch in deine »Abendschule« kommen, dafür laß mich sorgen. Ich weiß ja: heute ist Freitag!«

»Also es spukt jetzt bei dir, Justus?« fragte ich, als wir beide in seinem Elektromobil saßen.

»Ja,« erwiderte er, plötzlich sehr ernst werdend, »aber wir sind dabei, den Spuk zu bannen!«

Und nun entwickelte er mir seinen Plan, dem unerklärlichen, unsichtbaren Geheimnis, das zwischen seinen Apparaten seit einigen Tagen sein Wesen treibt, auf die Spur zu kommen – einen Plan, den ich den Blättern dieses Tagebuches lieber nicht anvertrauen möchte.

Aber eins weiß ich: Fennmüller wird staunen, wenn ich ihm heute abend all das Vorgefallene erzähle!

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