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Der letzte Mohikan

James Fenimore Cooper: Der letzte Mohikan - Kapitel 31
Quellenangabe
typefiction
authorJames Fenimore Cooper
titleDer letzte Mohikan
publisherVerlag von S. G. Liesching
translatorDr. Leonhard Tafel
year1841
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorHerbert Niephaus
senderwww.gaga.net
projectid0a57063f
created20070325
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Neunundzwanzigstes Kapitel.

Die Völker saßen, auf Achilles stand
Und zu der Fürsten Führer so sich wandt'.
Pope's Iliade.

Die erste unter den Gefangenen war Cora, die in zärtlicher Schwesterliebe ihren Arm in den Alicens geschlungen hatte. Trotz der furchtbaren, drohenden Umgebung von Wilden auf allen Seiten konnte keine Sorge um ihr eigenes Schicksal das hochsinnige Mädchen abhalten, ihre Augen unverwandt auf die blassen und ängstlichen Züge der zitternden Alice zu heften. Dicht an ihrer Seite stand Heyward, der in einem solchen Augenblicke ängstlicher Ungewißheit mit einer Theilnahme auf beide Gefährtinnen blickte, die seiner Liebe für Alice kaum ein Uebergewicht ließ, Hawk-eye hatte sich ein wenig mehr in den Hintergrund gestellt, einer Achtung für den höhern Rang seiner Gefährten folgend, die selbst die Gleichheit ihrer jetzigen Lage ihn nicht vergessen lassen konnte. Uncas war nicht zugegen.

Als wieder Stille hergestellt war, erhob sich nach der gewohnten, langen, eindrucksvollen Pause einer der bejahrten Häuptlinge, die an der Seite des Patriarchen saßen, und fragte in sehr verständlichem Englisch mit lauter Stimme:

»Welcher von meinen Gefangenen ist La longue Carabine

Weder Duncan, noch der Kundschafter antwortete. Ersterer aber ließ seine Augen über die dunkle, schweigsame Versammlung laufen und fuhr einen Schritt zurück, als er auf Magua´s boshaftes Angesicht traf. Er sah mit einem Male, daß der tückische Wilde seine Hand bei ihrer Anklage vor dem Stamme mit im Spiele habe, und war alsbald entschlossen, der Ausführung seiner verderblichen Plane jedes mögliche Hinderniß in den Weg zu legen. Ein Beispiel des schnellen Rechtsverfahrens der Indianer war noch ganz frisch in seiner Erinnerung und er fürchtete, sein Gefährte möchte für ein zweites ausersehen seyn. Da ihm dieser entscheidende Augenblick wenig oder keine Zeit zur Ueberlegung ließ, war er schnell bestimmt, seinen unschätzbaren Freund zu schirmen, welche Gefahr auch auf ihn fallen möchte. Ehe er jedoch Zeit zu sprechen hatte, wurde dieselbe Frage lauter und mit klarerem Ausdruck wiederholt.

»Gebt uns Waffen,« antwortete der junge Mann stolz, »und laßt uns in jene Wälder dort gehen. Unsere Thaten sollen für uns sprechen.«

»Das ist der Krieger, dessen Name unsere Ohren erfüllt hat!« sprach der Häuptling, Heyward mit jener neugierigen Theilnahme betrachtend, die so natürlich ist beim Anblick eines Mitmenschen, den Verdienste oder Zufall, Tugenden oder Verbrechen berühmt gemacht haben. »Was hat den weißen Mann in das Lager der Delawaren geführt?«

»Meine Noth. Ich kam um Nahrung, Obdach und Freunde.«

»Das kann nicht seyn, die Wälder sind voll von Wild. Das Haupt eines Kriegers bedarf keines Obdachs, als des unbewölkten Himmels; und die Delawaren sind die Feinde und nicht die Freunde der Yengeese. Geh – dein Mund hat gesprochen, aber dein Herz sagte Nichts.«

Duncan, ein wenig verlegen, wie er fortfahren sollte, schwieg; der Kundschafter aber, welcher aufmerksam die ganze Zeit über zugehört hatte, trat muthig hervor und erwiederte:

»Daß ich auf den Ruf La longue carabine nicht antwortete, hatte seinen Grund nicht in Scham oder in Furcht: denn weder die eine, noch die andere ziemt dem Manne von Ehre. Aber ich gestehe den Mingos nicht das Recht zu, dem einen Namen zu geben, dessen Freunde seiner Gaben in diesem Betreff nicht uneingedenk geblieben sind; zudem ist ihr Name eine Lüge; mein Wildtödter ist ein gezogenes Rohr und kein Carabiner. Ich bin der Mann, der von seiner Verwandtschaft den Namen Nathanael erhalten hat, den Ehrennamen Hawk-eye von den Delawaren, die an ihrem eignen Flusse leben: der Mann endlich, den die Irokesen, ohne alle Gewähr von mir, der doch am meisten dabei betheiligt ist, ›die lange Büchse‹ zu betiteln sich erlaubt haben.«

Die Augen aller Anwesenden, welche bisher Duncan's Person mit ernstem Blicke gemessen hatten, wandten sich nun augenblicklich auf die aufrechte, eisenfeste Gestalt des neuen Prätendenten für jene ausgezeichnete Benennung. Es fiel keineswegs auf, daß sich zwei Individuen fanden, welche eine so hohe Ehre anzusprechen Miene machten: denn Betrüger waren unter den Eingebornen, wenn auch selten, doch nicht unbekannt. Aber dennoch war es wesentlich für den gerechten und strengen Sinn der Delawaren, hier jeden Irrthum zu zerstören. Einige ihrer älteren Männer gingen bei Seite mit sich zu Rathe und schienen bald entschlossen, ihren Besucher darüber zu befragen.

»Mein Bruder hat gesagt, eine Schlange sey in mein Lager gekrochen,« sprach der Häuptling zu Magua, »welchen meinte er damit?«

Der Hurone deutete auf den Kundschafter.

»Will ein weiser Delaware einem kläffenden Wolfe Glauben schenken?« rief Duncan, noch mehr überzeugt von den schlimmen Absichten seines alten Feindes. »Ein Hund lügt niemals; wann aber hat man einen Wolf die Wahrheit sprechen hören?«

Die Augen Magua´s sprühten Feuer; aber schnell besann er sich, wie nothwendig es sey, Geistesgegenwart zu behaupten, und wandte sich mit der Miene stillen Unwillens ab, versichert, daß der Scharfsinn der Indianer die Wahrheit in der Streitsache bald entdecken würde. Er täuschte sich nicht: nach einer zweiten kurzen Berathung kehrte sich der behutsame Delaware wieder zu ihm und theilte, wiewohl in den gewähltesten Ausdrücken, den Entschluß der Häuptlinge mit.

»Mein Bruder ist ein Lügner genannt worden,« sprach er, »und seine Freunde sind darob erzürnt. Sie wollen zeigen, daß er die Wahrheit gesprochen hat. Gebt meinen Gefangenen Gewehre, und lasset sie zeigen, welcher der Mann ist.«

Magua stellte sich, als nähme er dieses Auskunftsmittel für eine Artigkeit, obgleich er wohl wußte, daß nur Mißtrauen gegen ihn zu Grunde liege, und machte eine Geberde der Zustimmung: wohl damit zufrieden, daß ein so geschickter Schütze, wie der Kundschafter, seine Wahrhaftigkeit zu erhärten bestimmt war.

Die streitenden Freunde erhielten alsbald ihre Waffen, mit der Weisung, über den Häuptern der sitzenden Menge hinweg nach einem irdenen Gefäße zu schießen, das zufällig etliche und sechzig Schritte von der Stelle, wo sie standen, auf einem Baumstamme lag.

Heyward lächelte bei sich über dem Gedanken eines Wettkampfes mit dem Kundschafter, obgleich fest entschlossen in der Täuschung zu beharren, bis er die wahre Absicht Magua's kenne. Er hob seine Büchse mit der größten Achtsamkeit empor, zielte zu drei wiederholten Malen und feuerte. Die Kugel zerriß das Holz wenige Zoll von dem Gefäß und ein allgemeiner Ruf des Beifalls verkündete, daß man den Schuß als einen Beweis von großer Geschicklichkeit im Gebrauche der Waffe ansehe. Selbst Hawk-eye nickte mit dem Kopf, als wollte er sagen, es sey besser gegangen, als er erwartet. Statt sich aber zu dem beabsichtigten Wettstreite mit dem glücklichen Schützen fertig zu machen, lehnte er sich länger als eine Minute auf seine Büchse, als sey er gänzlich in Gedanken begraben. Aus diesen Träumereien ward er jedoch von einem der jungen Indianer aufgestört, der die Waffen gebracht hatte. Dieser berührte seine Schulter und sprach in ausnehmend gebrochenem Englisch:

»Kann das Blaßgesicht besser machen?«

»Ja, Hurone!« rief der Kundschafter, seine kurze Büchse mit der Rechten erhebend und sie gegen Magua mit einer Leichtigkeit schwingend, als ob es ein Rohr wäre; »ja, Hurone, ich könnte dich jetzt treffen, und keine Macht der Erde könnte die That hindern. Der kreisende Falke ist der Taube nicht gewisser, als ich deiner in diesem Augenblicke bin, wollte ich dir meine Kugel durch das Herz jagen! Warum sollt' ich's nicht? Warum? Weil meine Farbe mir's nicht zuläßt, und ich über zarte, unschuldige Wesen Unheil herabrufen könnte! Wenn du ein Wesen kennst, wie Gott, so danke ihm in deinem innersten Herzen – du hast allen Grund dazu!«

Die wutherglühte Miene, das grimmige Auge und die schwellende Gestalt des Kundschafters brachte einen Eindruck stiller Ehrfurcht auf die Hörer hervor. Die Delawaren hielten vor Erwartung den Athem an: aber Magua blieb, wiewohl er der Schonung seines Feindes mißtraute, ruhig und unbeweglich stehen, wo ihn die Menge in dem Gedränge festhielt, als sey er mit der Erde verwachsen.

»Besser machen!« wiederholte der junge Delaware, an der Seite des Kundschafters.

»Besser machen – was? Narr? – was?« rief Hawk-eye, immer noch ergrimmt seine Waffe über dem Haupte schwingend, obgleich sein Auge nicht länger Magua suchte:

»Wenn der weiße Mann der Krieger ist, für den er sich ausgibt,« sprach der betagte Häuptling, »so schieße er näher an das Ziel!«

Der Kundschafter lachte laut – ein Geräusch, welches Heyward wie übernatürlich klang und ihn zusammenschrecken machte – ließ das Gewehr schwer in die ausgereckte linke Hand fallen, es ging los, scheinbar durch die Erschütterung, trieb die zerschmetterten Stücke des Gefäßes in die Luft und streute sie auf allen Seiten umher. Beinahe in demselben Augenblick hörte man den rasselnden Schall der Büchse, wie er sie verächtlich zu Boden warf.

Der erste Eindruck eines so außerordentlichen Auftritts war steigende Bewunderung. Dann lief ein leises Gemurmel durch die Menge, das allmählig lauter ward und mehr und mehr anschwellend endlich einen lebhaften Gegensatz in den Gefühlen der Zuschauer kund gab. Während Einige einer so beispiellosen Geschicklichkeit unverholen ihren Beifall zollten, war der bei weitem größere Theil des Stammes geneigt zu glauben, der Schuß danke seinen Erfolg nur dem Zufall. Heyward zögerte nicht eine Meinung zu bestätigen, die seinen eigenen Ansprüchen so günstig war. »Es war Zufall!« rief er, »Niemand kann schießen, ohne zu zielen.«

»Zufall!« echo'te der gereizte Waidmann, der sich nun einmal in den Kopf gesetzt hatte, die Identität seiner Person um jeden Preis zu behaupten, und bei dem alle geheimen Winke Heyward's, die Täuschung zu begünstigen, gänzlich verloren waren. »Hält jener lügnerische Hurone es auch für Zufall? Gebt ihm ein Gewehr, stellt ihn uns gegenüber, offen, ohne Schutz, auf daß die Vorsehung und unsre Augen die Sache entscheiden. Euch mach' ich diesen Vorschlag nicht, Major: unser Blut ist von einer Farbe, und wir dienen einem Herrn.«

»Daß der Hurone ein Lügner ist, liegt am Tage,« versetzte Heyward kalt; »Ihr habt ihn selbst behaupten hören, Ihr seyet La longue Carabine

Es läßt sich unmöglich sagen, zu welch heftigen Betheurungen den eigensinnigen Hawk-eye der ungestüme Wunsch, seine Identität zu verfechten, noch geführt hätte, wäre nicht der betagte Delaware noch einmal in's Mittel getreten. »Der Falke, der aus den Wolken kommt, kann zurückkehren, wenn er will,« sprach er, »gebt ihnen die Gewehre!« Dießmal ergriff der Kundschafter die Büchse mit Begierde, und Magua, obwohl die Bewegungen des Schützen mit scheelsüchtigen Augen beobachtend, hatte keinen weiteren Grund zu Besorgnissen.

»Nun soll es sich entscheiden, im Angesichte dieses Delawarenstammes, wer der bessere Mann ist!« rief der Kundschafter, mit dem Finger, der so oft zu einem tödtlichen Schuß losgedrückt hatte, auf die Zielmarke seiner Büchse deutend. »Ihr seht die Kürbisflasche dort an dem Baume hängen, Major; wenn Ihr ein Schütze seyd, wie er in den Gränzlanden seyn muß, so schießt ihr einmal die Schale ein!«

Duncan faßte den Gegenstand in's Auge und schickte sich an die Probe von neuem zu bestehen. Die Kürbisflasche war eines jener kleinen Gefäße, deren sich die Indianer bedienen, und hing an einem Riemen aus Hirschleder von dem dürren Aste einer kleinen Fichte herab, volle hundert und fünfundzwanzig Schritt entfernt. Ein so wunderliches Gefühl ist die Eigenliebe, daß der junge Soldat die ursprüngliche Veranlassung dieses Wettstreites über dem Wunsche, zu siegen, vergaß, während er die gänzliche Werthlosigkeit der Stimme seiner wilden Kampfrichter kennen mußte. Wir haben bereits gesehen, daß seine Geschicklichkeit nichts weniger als unbedeutend war, und er beschloß nun, sie auf die höchste Spitze zu treiben. Hätte sein Leben von dem Ausgang abgehängt, er hätte nicht aufmerksamer und sorgfältiger zielen können. Er gab Feuer, und drei oder vier junge Indianer, welche bei dem Knalle vorgesprungen waren, verkündeten jubelnd, die Kugel stecke dicht neben dem eigentlichen Ziele in dem Baum. Die Krieger erhoben allesammt ein Freudengeschrei und wandten dann ihre Augen forschend auf die Bewegungen des Nebenbuhlers.

»Das reicht hin für die königlichen Amerikaner!« sprach Hawk-eye, noch einmal in seiner stillen, innerlichen Weise lachend, »aber hätte mein Gewehr oft nur so weit die rechte Linie verfehlt, so würde mancher Marder, dessen Pelz jetzt den Muff einer Dame ziert, noch in den Wäldern seyn; ja und mancher blutdürstige Mingo, der dahingegangen ist zum letzten Gericht, würde noch heutigen Tags seine Teufeleien in den Gränzprovinzen treiben. Ich hoffe, die Squaw, der die Flasche gehört, hat noch mehr dergleichen in ihrem Wigwam; denn diese da wird kein Wasser mehr halten!«

Der Kundschafter hatte unter dem Sprechen sein Zündpulver geschüttelt und die Büchse gespannt; als er fertig war, setzte er einen Fuß rückwärts und hob die Mündung langsam in die Höhe; die Bewegung geschah sicher, gleichförmig und in einer und derselben Richtung. Als sie gänzlich wagrecht lag, ruhte sie einen Augenblick, ohne im geringsten zu zittern oder die Lage zu ändern, als ob Mann und Büchse in Stein gehauen wären. Während dieses Stillstands entlud sich ihr Inhalt in einem hellen, glänzenden Feuerstrom. Abermals sprangen die jungen Indianer vor; doch ihr hastiges Suchen und die Täuschung in ihren Blicken verkündeten, daß keine Spuren der Kugel zu sehen waren.

»Geh!« sprach der alte Häuptling zu dem Kundschafter im Tone tiefer Mißbilligung, »du bist ein Wolf in der Haut eines Hundes. Ich will mit der langen Büchse der Yengeese sprechen.«

»Ach, daß ich die Flinte hätte, welche mir den Namen gab, den du gebrauchst: ich wollte mich verbindlich machen, den Riemen durchzuschießen und die Kürbisflasche herabzuwerfen, ohne sie zu brechen!« sprach Hawk-eye, keineswegs außer Fassung gebracht durch das Benehmen des Andern: »Narren, wenn ihr die Kugel eines Scharfschützen aus diesen Wäldern finden wollt, müßt ihr in, nicht außer dem Ziele suchen!«

Die jungen Indianer verstanden seine Meinung sogleich, denn er sprach dies Mal delawarisch; sie rissen den Kürbis vom Baume herab und hielten ihn unter ausgelassenem Jubelgeschrei in die Höhe, auf ein Loch in dem Boden zeigend, das die Kugel, durch die gewöhnliche Mündung in der Mitte der obern Seite dringend, geschlagen hatte. Bei dieser unerwarteten Aufklärung brach ein lautes und stürmisches Beifallrufen aus dem Munde aller anwesenden Krieger. Es entschied die Frage und gab Hawk-eye den Besitz seines gefährlichen Ruhmes wieder. Die Augen voll Neugierde und Bewunderung, welche sich wieder zu Heyward gewandt hatten, blieben jetzt auf der verwitterten Gestalt des Kundschafters ruhen, und dieser war von nun an der Hauptgegenstand der Aufmerksamkeit für die einfachen und unverdorbenen Wesen um ihn her. Als die plötzliche, geräuschvolle Aufregung sich ein wenig gelegt hatte, nahm der betagte Häuptling sein Verhör wieder auf:

»Warum wolltest du meine Ohren stopfen?« fragte er wieder, an Duncan gewandt; »sind die Delawaren Thoren, daß sie nicht im Stande seyn sollen, den jungen Panther von der Katze zu unterscheiden?«

»Und doch werden sie in dem Huronen einen falschen Singvogel finden!« sprach Duncan, indem er sich bemühte, die Bildersprache der Eingebornen anzunehmen.

»Es ist gut. Wir werden sehen, wer die Ohren der Männer schließen kann. Bruder!« fügte der Häuptling hinzu, seine Augen auf Magua lenkend, »die Delawaren hören.«

So besonders und unmittelbar aufgefordert, seine Absicht zu erklären, erhob sich der Hurone, schritt mit großer Würde und Besonnenheit in die Mitte des Kreises, den Gefangenen gerade gegenüber, und schickte sich zum Sprechen an. Ehe er aber seinen Mund öffnete, ließ er seine Blicke langsam über den ganzen lebendigen Gürtel ernster Gesichter schweifen, als wollte er seinen Vortrag der Fassungskraft der Zuhörer anbequemen. Auf Hawk-eye warf er einen feindseligen und doch achtungsvollen Blick, auf Duncan einen des unauslöschlichsten Hasses: die zusammenschauernde Gestalt Alicens würdigte er kaum des Ansehens; als aber sein Auge der kühnen, gebieterischen, und doch so liebenswürdigen Erscheinung Coras begegnete, blieb es eine Weile mit einem Ausdrucke haften, der sich schwer beschreiben ließe. Dann sprach er, ganz von seinen finstern Plänen erfüllt, in der Sprache Kanadas, die, wie er wohl wußte, von den meisten seiner Zuhörer verstanden wurde.

»Der Geist, welcher die Menschen schuf, färbte sie auf verschiedene Weise,« begann der schlaue Hurone. »Die Einen sind schwärzer als der träge Bär. Diese, sprach er, sollen Sklaven seyn, und er gebot ihnen, gleich dem Biber, immerwährende Arbeit. Wenn der Südwind weht, mögt ihr sie stöhnen hören, an den Gestaden des großen Salzsees, lauter als die brüllenden Büffel, wo die großen Canoes sie heerdenweise bringen und wegführen. Andere schuf er mit Gesichtern, blasser als der Hermelin in den Wäldern: diese hieß er Krämer werden, Hunde gegen ihre Weiber und Wölfe gegen ihre Sklaven. Diesem Volke gab er die Natur der Taube, Schwingen, die nie müde werden, Junge, zahlloser als die Blätter der Bäume, und eine Freßlust, die Erde zu verschlingen. Er gab ihm Zungen, gleich dem falschen Rufe der wilden Katze, Herzen, wie den Kaninchen; die Schlauheit des Schweins (aber nicht die des Fuchses), und Arme, länger als die Beine des Mußthiers. Mit seiner Zunge stopft es die Ohren der Indianer; sein Herz räth ihm, Krieger zu dingen, um seine Schlachten auszukämpfen; seine Schlauheit lehrt ihn, die Schätze der Erde an sich zu raffen, und seine Arme umschließen das Land von den Gestaden des Salzwassers bis zu den Inseln der großen Seen. Seine Gefräßigkeit macht es krank, Gott gab ihm genug, und doch will es Alles haben. So sind die Blaßgesichter.«

»Noch Andere schuf der große Geist mit Häuten, glänzender und röther, als die Sonne dort,« fuhr Magua fort, ausdrucksvoll gegen den matten Lichtkörper deutend, der sich durch die Nebelatmosphäre am Horizont kämpfte; »und diese bildete er nach seinem eigenen Sinn. Er gab ihnen dies Eiland, wie er es geschaffen hatte, bedeckt mit Bäumen und voll Wildes. Der Wind bahnte ihnen Lichtungen, die Sonne und der Regen reiften ihre Früchte und der Schnee kam, sie Dankbarkeit zu lehren. Was bedurften sie Straßen, um darauf zu reisen! Sie sahen durch die Berge. Wenn die Biber arbeiteten, lagen sie im Schatten und sahen ihnen zu. Die Winde kühlten sie im Sommer; im Winter hielten Felle sie warm. Wenn sie unter einander fochten, so war es nur, um sich als Männer zu erproben. Sie waren tapfer, sie waren gerecht, sie waren glücklich.«

Hier machte der Redner eine Pause und blickte abermals um sich, ob seine Worte das Gefühl der Zuhörer gewonnen hätten. Ueberall traf er auf Augen, die sich auf ihn richteten, die Häupter emporgehoben, die Nasenlöcher weit geöffnet, als ob jeder Einzelne Kraft und Muth in sich fühlte, das seinem Geschlecht widerfahrene Unrecht wieder gut zu machen.

»Wenn der große Geist seinen rothen Kindern verschiedene Sprachen gab,« fuhr er in gedämpftem, leisem, fast melancholischem Tone fort: »so war es, damit alle Thiere sie verstehen möchten. Die Einen wies er auf die Schneegefilde zu ihrem Vetter, dem Bären; Andere nach dem Untergang der Sonne, auf dem Wege nach den glücklichen Jagdgründen; Einige in die Länder um die großen frischen Wasser. Seinen Größesten und Geliebtesten aber gab er die sandigen Küstenflächen des Salzsee's. Kennen meine Brüder den Namen dieses begünstigten Volkes?«

»Es waren die Lenapes!« riefen zwanzig Stimmen hastig und in einem Athem.

»Es waren die Lenni-Lenapes!« erwiederte Magua, das Haupt wie aus Ehrfurcht vor ihrer ehemaligen Größe beugend. »Es waren die Stämme der Lenapen! Die Sonne ging ihnen auf aus dem Wasser, das salzig, und ging unter in dem Wasser, das süß war: nie verbarg sie sich ihren Augen. Doch warum sollte ich, ein Hurone aus den Wäldern, einem weisen Volke seine eigenen Überlieferungen erzählen? Warum es erinnern an die erlittene Unbill, an seine alte Größe, seine Thaten, seinen Ruhm, sein Glück, seine Verluste, seine Niederlagen, sein Elend? Ist keiner unter ihnen, der das Alles mit angesehen hat, der weiß, daß ich Wahrheit rede? Ich bin zu Ende. Meine Zunge ist stumm, denn mein Herz ist von Blei. Ich höre.«

Als der Sprecher plötzlich verstummte, wandte sich jedes Gesicht und aller Augen, wie durch gemeinsamen Antrieb, auf den ehrwürdigen Tamenund. Von dem Augenblick an, da er seinen Sitz eingenommen, bis jetzt, hatten die Lippen des Patriarchen sich nicht geöffnet, und kaum war ihm ein Zeichen des Lebens entschlüpft. Er saß, von Schwäche niedergedrückt, und schien während der ganzen Eröffnungsscene, in der die Geschicklichkeit des Kundschafters sich so glänzend gezeigt hatte, auf nichts zu achten, was um ihn her vorging. Als aber Magua die Töne seiner Stimme unmerklich steigerte, zeigte er einige leise Theilnahme und hob sogar ein oder zwei Mal das Haupt, als wollte er lauschen. Als der schlaue Hurone aber seine Nation beim Namen nannte, öffneten sich die Augenlieder des alten Mannes, und er schaute auf die Menge mit jenem leeren, bedeutungslosen Ausdruck, den man dem Gesichte eines Gespenstes zuschreiben möchte. Er machte jetzt eine Anstrengung, aufzustehen: unterstützt von seinen beiden Freunden, ward er seiner Glieder mächtig und hatte nun eine Haltung gewonnen, die durch ihre Würde Ehrfurcht gebot, wiewohl seine Kniee vor Schwäche zitterten.

»Wer ruft die Kinder der Lenapen auf?« sprach er in tiefem Kehltone, der durch die athemlose Stille der Menge hörbar wurde; »wer spricht von Dingen, die vergangen sind? Wird nicht das Ei zum Wurme? der Wurm zur Fliege, die dann zu Grunde geht? Warum den Delawaren von Gütern sprechen, die verloren sind? lieber dem Manitto danken für das, was geblieben ist.«

»Ein Wyandot thut es,« sprach Magua, dem rohen Erdhügel näher tretend, auf welchem der Andere stand; »ein Freund von Tamenund.«

»Ein Freund!« wiederholte der Weise, dessen Braue sich finster zusammenzog, so daß sein Ausdruck einen Theil jener Strenge wieder gewann, welche sein Auge in früheren Jahren so furchtbar machte – »Sind die Mingo's Herren der Erde? Was führt einen Huronen hieher?«

»Gerechtigkeit. Seine Gefangenen sind bei seinen Brüdern, und er kommt nach seinem Eigenthum.«

Tamenund wandte sein Haupt gegen einen der Alten, die ihn unterstützten, und ließ sich mit kurzen Worten berichten. Dann faßte er den Bittenden ins Auge, betrachtete ihn eine Weile mit tiefer Aufmerksamkeit und sprach mit leiser Stimme, zögernd:

»Gerechtigkeit ist das Gesetz des großen Manitto. Meine Kinder, gebt dem Fremden zu essen. Dann, Hurone, nimm, was dein ist und entferne dich!«

Nach diesem feierlichen Urtheilsspruch ließ sich der Patriarch nieder, schloß die Augen wieder, als hätte er größeres Gefallen an den Bildern seiner eigenen gereiften Erfahrung, als an den Gegenständen der Außenwelt. Gegen einen solchen Ausspruch zu murren, geschweige sich zu widersetzen, wagte kein Delaware. Diese Worte waren kaum ausgesprochen, als vier oder fünf jüngere Krieger hinter Heyward und den Kundschafter traten und ihre Arme so geschickt und schnell mit Riemen umschlangen, daß sie beide gänzlich gefesselt waren. Duncan war zu sehr in Anspruch genommen von seiner kostbaren, beinahe besinnungslosen Bürde, um ihre Absicht zu merken, ehe sie ausgeführt wurde; und Letzterer, der sogar die feindlich gesinnten Stämme der Delawaren als eine Art höherer Wesen betrachtete, unterwarf sich ohne Widerstand. Vielleicht hätte er sich nicht so leidend verhalten, wenn ihm die Mundart, in welcher das vorhergehende Gespräch geführt worden war, völlig verständlich gewesen wäre.

Magua warf einen Blick des Triumphes auf die ganze Versammlung umher, ehe er zur Ausführung seines Vorhabens schritt. Da er die Männer außer Stand sah, Widerstand zu leisten, wandte er sich nach Cora, auf deren Besitz er den größten Werth legte. Sie begegnete seinem Blicke mit einem so ruhigen und festen Auge, daß sein Entschluß zu wanken begann. Seines früheren Kunstgriffs gedenkend, nahm er Alice aus den Armen des Kriegers, an den sie sich lehnte, bedeutete Heyward, ihm zu folgen, und winkte der ihn umgebenden Menge, ihm einen Weg zu öffnen. Statt aber diesem Antrieb zu folgen, stürzte Cora zu den Füßen des Patriarchen, erhob ihre Stimme und rief: –

»Gerechter, ehrwürdiger Delaware, an deine Weisheit und Macht wenden wir uns um Gnade! Sey taub gegen jenes arglistige, gewissenlose Ungeheuer, das deine Ohren mit Falschheit vergiftet, um seinen Blutdurst zu stillen. Du, der du lange gelebt und die Nebel der Welt kennen gelernt hast, solltest das Elend der Unglücklichen zu mildern wissen!«

Die Augen des alten Mannes öffneten sich schwerfällig, und noch einmal blickte er auf die versammelte Menge. Als die durchdringenden Töne der Flehenden sein Ohr trafen, bewegten sie sich langsam nach Cora und blieben endlich fest auf ihr ruhen. Auf die Kniee geworfen und mit ineinandergeschlungenen, auf die Brust gedrückten Händen, war sie ein schönes, athmendes Musterbild ihres Geschlechts, während sie mit einer Art heiliger Ehrfurcht auf das verwelkte, aber majestätische Antlitz des Greises blickte. Allmählig veränderte sich der Ausdruck von Tamenund's Zügen und ihre Leere ging in Bewunderung über; ein Theil jenes Geistes flog wieder über sie, dessen jugendliches Feuer ein Jahrhundert früher so oft in die Adern der Delawarenstämme überströmte. Ohne Hülfe, und wie es schien, ohne Anstrengung sich erhebend, fragte er mit einer Stimme, deren Festigkeit seine Zuhörer in Erstaunen setzte:

»Wer bist du?«

»Ein Weib – von einem verhaßten Geschlechte, wenn du willst – eine Yengee, aber ein Wesen, das dir nie Etwas zu Leide gethan hat und deinem Volk Nichts zu Leide thun kann, wenn es auch wollte, – ein Wesen, das dich um Beistand anfleht.«

»Sagt mir, meine Kinder,« fuhr der Patriarch mit heiserer Stimme fort, seiner Umgebung winkend, obgleich seine Augen immer noch auf der knienden Cora verweilten: »wo haben sich die Delawaren gelagert?«

»Auf den Bergen der Irokesen, jenseits der klaren Quellen des Horican.«

»Mancher sengende Sommer ist gekommen und gegangen,« fuhr der Weise fort; »seit ich von den Wassern meines eigenen Flusses getrunken habe. Die Kinder des MiquonWilliam Penn hieß bei den Delawaren Miquon: und da er sich nie eine Gewaltthat oder Ungerechtigkeit zu Schuld kommen ließ, war seine Biederkeit zum Sprüchworte geworden. Der Amerikaner ist mit Recht auf den Ursprung seines Volkes stolz, der vielleicht seines Gleichen in der Geschichte der Welt nicht mehr findet; die Pennsylvanier und Jerseyer aber dürfen sich auf ihre Vorfahren vor den Bewohnern eines andern Staates etwas zu Gute thun, da sie sich gegen die ursprünglichen Eigenthümer des Bodens kein Unrecht vorzuwerfen haben. sind die gerechtesten unter den weißen Männern; aber sie waren durstig und nahmen ihn für sich. Folgen sie uns so weit?«

»Wir folgen niemand nach; wir begehren nichts,« antwortete Cora. »Als Gefangene gegen unsern Willen wurden wir in eure Mitte gebracht und bitten nur um Erlaubniß, im Frieden zu den Unsrigen heimkehren zu dürfen. Bist du nicht Tamenund – der Vater – der Richter – fast möchte ich sagen, der Prophet – dieses Volkes?«

»Ich bin Tamenund, der so viele Tage erlebt hat.«

»Es sind jetzt sieben Jahre her, daß einer aus deinem Volk in den Händen eines weißen Häuptlings an den Gränzen dieser Provinz war. Er machte darauf Anspruch, von dem Blute des guten und gerechten Tamenund zu seyn. Geh', sprach der weiße Mann, um deines Verwandten willen bist du frei! Erinnerst du dich des Namens dieses englischen Kriegers?«

»Ich erinnere mich,« versetzte der Patriarch mit der eigenthümlichen Erinnerungsgabe des höchsten Alters, »als ich noch ein lachender Knabe war, stand ich an dem Sande des Meer-Ufers und sah ein großes Canoe mit Schwingen, weißer als die des Schwans und breiter als die vieler Adler vom Aufgang der Sonne kommen –«

»Nein, nein, ich spreche von keiner so fernen Zeit, sondern von einer Wohlthat, die der Meinigen Einer, einem Verwandten von dir erwiesen hat: dein jüngster Krieger kann sich dessen erinnern!«

»War es, als die Yengeese und die Holländer um die Jagdgebiete der Delawaren kämpften? Da war Tamenund ein Häuptling und vertauschte zuerst den Bogen mit dem Blitze der Blaßgesichter –«

»Auch da nicht,« unterbrach ihn Cora, »viele Jahrzehnte später! Ich rede von Etwas von gestern her. Gewiß, gewiß, – du hast es nicht vergessen!«

»Erst gestern noch,« fuhr der Alte mit rührendem Pathos fort, »waren die Kinder der Lenapen Herren der Welt. Die Fische des Salzsees, die Vögel, die Thiere und die Mengwe's der Wälder erkannten sie als Sagamoren.«

Cora ließ bitter getäuscht ihr Haupt sinken und kämpfte einen Augenblick mit ihrem Schmerz; dann erhob sie ihr sprechendes Antlitz und ihre strahlenden Augen und fuhr in einem Tone fort, der beinahe ebenso eindringlich, als die überirdisch klingende Stimme des Patriarchen war:

»Sag' mir, ist Tamenund Vater?«

Mit einem wohlwollenden Lächeln auf seinen erstorbenen Zügen blickte der Greis auf sie herab, warf seine Augen langsam über die Versammlung und antwortete:

»Vater einer Nation.«

»Für mich selbst erbitte ich nichts. Wie bei dir und den Deinigen, ehrwürdiger Häuptling,« fuhr sie fort, ihre Hände krampfhaft auf das Herz gedrückt, und das Haupt so tief senkend, bis ihre glühenden Wangen von der Fülle glänzend schwarzer Locken, welche unordentlich über ihre Schultern fielen, beinahe bedeckt wurden – »ist der Fluch meiner Vorfahren schwer auf ihr Kind gefallen. Aber dort ist Eine, die nie zuvor des Himmels Ungunst gekannt hat. Sie ist die Tochter eines alten, schwachen Mannes, dessen Tage ihrem Ende nahe sind. Sie hat Viele, sehr Viele, die sie lieben, deren Wonne sie ist, und sie ist zu gut, viel zu kostbar, ein Opfer jenes Schurken zu werden!«

»Ich weiß, die Blaßgesichter sind ein stolzes und hungriges Geschlecht. Ich weiß, sie wollen nicht nur die Erde besitzen; selbst der Gemeinste ihrer Farbe soll besser als die Sachems der rothen Männer seyn. Die Hunde und die Krähen ihrer Stämme,« fuhr der ernste, alte Häuptling fort, ohne auf die tief verwundeten Gefühle seiner Zuhörerin zu achten, deren Haupt sich vor Scham beinahe in die Erde drückte; »würden bellen und krähen, ehe sie ein Weib, dessen Farbe nicht weiß wie der Schnee wäre, in ihre Wigwams nähmen. Aber sie mögen nicht zu laut vor Manitto's Angesicht prahlen! Bei Sonnenaufgang kamen sie in's Land, sie könnten´s wieder bei Sonnenuntergang verlassen müssen, Oft hab' ich die Heuschrecken das Laub von den Bäumen streifen sehen; aber die Zeit der Blüthen ist immer wieder gekommen.«

»So ist es,« sprach Cora, mit einem tiefen Seufzer, als ob sie aus einer Erstarrung wieder auflebte. Sie erhob ihr Gesicht, warf ihren glänzenden Schleier zurück, und fuhr fort, mit einem Auge, dessen Feuer der tödtlichen Blässe ihres Gesichtes widersprach; »aber warum? dürfen wir nicht fragen. Doch noch Einer von deinem eigenen Volke ist da, der noch nicht vor dich gebracht worden ist; ehe du den Huronen im Triumphe fortziehen lassest, höre ihn!«

Als Tamenund zweifelhaft um sich blickte, sprach einer seiner Geleiter:

»Es ist eine Schlange – eine Rothhaut im Solde der Yengeese. Wir behalten ihn für die Marter.«

»Laßt ihn kommen!« sprach der Weise.

Noch einmal sank Tamenund auf seinen Sitz zurück, und während die jungen Krieger sich anschickten, seinem einfachen Befehl zu willfahren, herrschte eine so tiefe Stille, daß man die Blätter auf den Bäumen des Waldes umher, von dem Hauche eines leichten Morgenwindes hin und her getrieben, deutlich säuseln hörte.

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