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Der letzte Mohikan

James Fenimore Cooper: Der letzte Mohikan - Kapitel 27
Quellenangabe
typefiction
authorJames Fenimore Cooper
titleDer letzte Mohikan
publisherVerlag von S. G. Liesching
translatorDr. Leonhard Tafel
year1841
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorHerbert Niephaus
senderwww.gaga.net
projectid0a57063f
created20070325
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Fünfundzwanzigstes Kapitel.

Snug. Habt ihr des Löwen Rolle aufgeschrieben? Wenn ja, so gebt sie
    mir, ich studire sehr schwer ein.
Quince. Ihr könnt sie aus dem Stegreif sprechen, dürft nur brüllen.
Sommernachtstraum.

Es lag eine seltsame Mischung von Komischem und Feierlichem in dieser Scene. Das Thier setzte seine wiegenden Bewegungen, wie es schien, mit unermüdlicher Beharrlichkeit fort, obgleich sein possierlicher Versuch, Davids Melodie nachzuahmen, aufhörte, sobald dieser das Feld verlassen hatte. Gamut's Worte waren, wie wir gesehen, englisch gesprochen worden, und Duncan glaubte irgend einen verborgenen Sinn darin zu ahnen, obgleich kein Gegenstand seiner Umgebung ihm die Anspielung enthüllen half. Jeder weiteren Vermuthung hierüber setzte indeß der Häuptling alsbald ein Ziel, indem er an das Lager der Kranken trat und die ganze weibliche Gruppe, die sich hier zusammengedrängt hatte, um Zeuge von der Kunst des Fremden zu seyn, hinwegwinkte. Wenn auch mit Widerstreben, so gehorchten die Frauen dennoch sogleich, und als das leise Echo aufgehört hatte, welches längs des hohlen, von der Natur gebildeten Ganges von dem Schließen der fernen Thüre her ertönte, deutete er auf seine unempfindlich daliegende Tochter und sprach:

»Jetzt zeige mein Bruder seine Kunst!«

So unumwunden aufgefordert, seinen angenommenen Beruf auszuüben, mußte Heyward fürchten, der geringste Verzug möchte verderblich werden. Er bemühte sich also seine Gedanken zu sammeln, und schickte sich an jene Beschwörungsweise und die seltsamen Gebräuche in Anwendung zu bringen, unter welchen die indianischen Zauberkünstler ihre Unwissenheit und Unmacht zu verbergen gewohnt sind. Ohne Zweifel aber hätte er bei dem ungeordneten Zustande seiner Gedanken bald einen verdachterregenden, wenn nicht unheildrohenden Fehler begangen, wenn seine ersten Versuche nicht durch ein wildes Gebrumm des Vierfüßlers unterbrochen worden wären. Zu drei verschiedenen Malen erneuerte er seine Bemühungen, und eben so oft begegnete er demselben unerklärlichen Widerstand: jede Unterbrechung schien grimmiger und drohender als die vorhergegangene.

»Die Meister der Kunst sind eifersüchtig,« bemerkte der Hurone; »ich gehe, Bruder, die Frau ist das Weib eines meiner wackersten jungen Krieger; nimm dich ihrer an! Ruhig!« fügte er hinzu, dem ergrimmten Thiere Stille bedeutend: »ich gehe.«

Der Häuptling hielt Wort, und Duncan fand sich jetzt in dieser wilden, öden Behausung allein mit der hülflosen Kranken und dem grimmigen, gefährlichen Unthier. Dieses lauschte mit dem Scharfsinne, der den Bären eigen ist, auf die Bewegungen des Indianers, bis ein zweites Echo verkündigte, daß auch er die Höhle verlassen habe. Jetzt wandte sich der Bär, watschelte auf Duncan zu, und setzte sich in seiner natürlichen Stellung aufrecht wie ein Mann vor ihn hin. Der junge Mann sah sich ängstlich nach einer Waffe um, mit der er dem Angriffe Widerstand zu leisten vermöchte, den er nun ernstlich erwartete. Das Thier schien jedoch seine Laune plötzlich geändert zu haben. Statt unzufrieden fortzubrummen, oder weitere Zeichen von Unwillen zu geben, schüttelte es gewaltig seinen zottigen Pelz, wie von einem seltsamen, innern Krampfe ergriffen. Mit seinen ungeheuern, schwerfälligen Tatzen kraute es täppisch an der grinsenden Schnauze, und während Heyward seinen Bewegungen mit ängstlicher Wachsamkeit folgte, fiel der grimmige Kopf auf die eine Seite und statt seiner erschien das ehrliche, kecke Gesicht des Kundschafters, der von Grund des Herzens und auf seine eigenthümliche Weise in ein heiteres Lachen ausbrach.

»St!« sprach der vorsichtige Waidmann, Heyward's Ausruf der Ueberraschung hindernd; »die Schelme sind noch in der Nähe, und jeder Laut, der nicht zu eurer Zauberei paßte, brächte den ganzen Haufen zu uns zurück!«

»Erklärt mir erst den Zweck dieser Mummerei; und warum Ihr ein so verzweifeltes Abenteuer gewagt habt.«

»Ach, Vernunft und Berechnung werden oft vor dem Zufall zu Nichte!« versetzte der Kundschafter. »Weil aber 'ne Geschichte immer mit dem Anfang beginnen soll, will ich euch Alles in guter Ordnung erzählen. Als wir uns trennten, brachte ich den Commandanten mit dem Sagamoren in ein altes Biberquartier, wo sie vor den Huronen sicherer sind, als sie in dem Fort Edward wären: denn eure Indianer vom hohen Nordwesten her, die noch nicht viel Krämer unter sich gehabt haben, hegen stets Achtung vor dem Bibergeschlecht. Dann gingen wir, wie besprochen, nach dem andern Lager ab; habt ihr den Jungen gesehen?«

»Zu meinem großen Leidwesen! – Er ist gefangen und verurtheilt mit Sonnenaufgang zu sterben!«

»Ich besorgte immer, daß es so mit ihm kommen würde!« sagte der Kundschafter in minder zuversichtlichem und minder heiterem Tone. Bald aber gewann er die natürliche Festigkeit seiner Stimme wieder und fuhr fort: »sein Mißgeschick ist der eigentliche Grund meines Hierseyns: denn es wäre eine Schande, einen solchen Jungen in den Händen der Huronen zu lassen – ein seltenes Fest wär' es für die Schurken, wenn sie das ›springende Elennthier‹ und ›la longue Carabine‹, wie sich mich heißen, an einen Pfahl binden könnten! Und doch weiß ich nicht, warum sie mir einen solchen Namen gegeben haben: es ist zwischen den Tugenden meines Wildtödters und den Leistungen eurer ächten Canadischen Carabiner so wenig Aehnlichkeit, als zwischen einem Stück Pfeifenerde und einem Flintenstein!«

»Bleibt bei eurer Erzählung!« sprach der ungeduldige Heyward; »wir wissen nicht, wann die Huronen wieder kommen.«

»Fürchtet nichts! Ein Beschwörer muß seine Zeit haben, so gut wie ein wandernder Priester in den Kolonien: wir werden so wenig unterbrochen, als ein Missionär am Beginn einer zweistündigen Rede. – Nun gut – Uncas und ich stießen auf eine heimkehrende Bande dieser Schelme: der Junge war viel zu vorschnell für einen Kundschafter; nun, was das betrifft, er hat einmal heißes Blut, und ich will ihn darob nicht so sehr tadeln; kurz einer der Huronen war eine Memme und brachte ihn fliehend in einen Hinterhalt.«

»Und theuer hat er seine Schwäche bezahlt.«

Der Kundschafter fuhr mit der Hand bezeichnend um seine Kehle, nickte, indem er sagte, »ich verstehe, was Ihr meint.« Hierauf fuhr er etwas lauter, wenn auch nicht verständlicher fort:

»Nach dem Verlust des Jungen fiel ich auf die Huronen, wie Ihr wohl denken könnt. Es gab ein paar Scharmützel zwischen mir und einigen ihrer Wegelagerer; doch das wollte nicht viel heißen. Nachdem ich die Schelme angeschossen hatte, kam ich ohne weitere Störung nahe genug an ihre Hütten heran. Was konnte mir das Glück besser zuweisen, als mich an eine Stelle führen, wo einer der berühmtesten Beschwörer ihres Stammes sich, wie ich wohl sah, zu einem großen Strauß mit dem Satan anputzte. Doch warum soll ich Glück nennen, was nun als eine besondere Fügung der Vorsehung erscheint? Ein gut gezielter Schlag auf den Kopf streckte dem Schelm für eine Weile die Beine: ich ließ ihm zum Abendimbiß einen Wallnußknebel zwischen den Zähnen, um Lärm zu verhüten und hängte ihn dann zwischen zwei jungen Bäumen auf. Endlich zog ich ihm seinen Putz vom Leibe und übernahm selbst die Bärenrolle, damit die Operation nicht in's Stocken gerieth.«

»Und bewunderungswürdig habt Ihr den Charakter dargestellt; das Thier selbst wäre von eurer Vorstellung beschämt worden.«

»Du mein Gott, Major!« versetzte der geschmeichelte Waidmann; »ich wäre für Einen, der so lang in der Wildniß seine Studien getrieben hat, ein armseliger Stümper, wenn ich nicht die Natur und die Bewegungen einer solchen Bestie inne hätte! Wär's erst ein recht großer Panther oder eine wilde Katze gewesen, da hättet ihr sehen sollen, wie ich Euch ein Stückchen aufgeführt hätte, des Ansehens werth! Es will eben seine Heldenthat heißen, ein so dummes Thier nachzumachen; aber auch bei einem Bären kann man's übertreiben. Ja, ja; nicht Jedermann weiß, wie viel leichter man die Natur übertreibt, als sie erreicht! – Aber wir haben noch Alles vor uns. Wo ist das Mädchen?«

»Das weiß der Himmel; ich habe jede Hütte im Dorfe durchforscht, ohne die geringste Spur von ihrer Anwesenheit unter dem Stamme zu entdecken.«

»Ihr hörtet doch den Sänger beim Fortgehen sagen: – Sie ist hier und erwartet euch!«

»Ich mußte glauben, er habe das unglückliche Weib da gemeint.«

»Der einfältige Mann hatte Angst und plumpte mit seiner Botschaft heraus; sicher lag mehr darin. Hier sind Wände genug, die ganze Dorfschaft getrennt unterzubringen. Ein Bär muß klettern können; ich will 'mal hinüber spioniren, es sind vielleicht Honigtöpfe in diesen Felsen verborgen, und ich bin eine Bestie, die auf solche Süßigkeiten erpicht ist.«

Der Kundschafter sah zurück, seinen eigenen Einfall belachend, während er unter beständigem Nachahmen der linkischen Bewegungen eines Bären die Scheidewand hinaufkletterte. Sobald er den Gipfel erreicht hatte, winkte er Heyward zu schweigen und glitt so schnell als thunlich wieder herab.

»Sie ist hier!« flüsterte er: »und durch diese Thüre könnt Ihr zu ihr kommen. Gern hätt' ich ein Wort des Trostes zu dem betrübten Kinde gesprochen; aber der Anblick eines solchen Ungeheuers hätte ihren Verstand gefährdet. Uebrigens – Major, Ihr seyd in eurer Malerei eben auch nicht der Einladendste.«

Duncan, der bereits hastig vorgeeilt war, zog sich bei dieser entmuthigenden Rede alsbald wieder zurück. »Seh' ich denn wirklich so abstoßend aus?« fragte er ärgerlich.

»Ihr würdet damit keinen Wolf schrecken, noch ein Regiment der königlichen Amerikaner vom Angriffe abhalten, aber ich weiß eine Zeit, wo Ihr besser in die Augen fielet. Solche gestreifte Gesichter stehen den Squaws wohl an, aber Mädchen von weißem Blute ziehen ihre eigene Farbe vor.«

»Seht,« fügte er hinzu, auf eine Stelle weisend, wo das Wasser aus einem Felsen rieselte, ein kleines Krystallbecken bildend, ehe es einen Ausfluß durch die nahen Felsenspalten fand; »da werdet Ihr leicht des Sagamoren Tünche los, und wenn Ihr zurückkommt, will ich meine Kunst zu einem neuen Schmuck versuchen. Es ist so gewöhnlich bei einem Beschwörer, daß er die Malerei wechselt als wenn ein Windbeutel in den Colonien seinen Putz ändert.«

Der besonnene Waidmann konnte nicht viel Argumente suchen, um seinem Rathe Nachdruck zu geben. Er hatte noch nicht ausgesprochen, als Duncan sich bereits das Wasser zu Nutze machte. In einem Augenblick war jeder schreckhafte oder zurückstoßende Zug verwischt, und der junge Mann erschien wieder in der Gesichtsbildung, mit welcher ihn die Natur begabt hatte. So zu dem Besuche bei seiner Geliebten vorbereitet, nahm er hastig Abschied von seinem Begleiter und verschwand durch den bezeichneten Gang. Der Kundschafter sah sein Weggehen mit Wohlgefallen, nickte freundlich mit dem Kopfe und murmelte seine besten Wünsche, worauf er mit aller Kaltblütigkeit die Speisekammer der Huronen untersuchte, da die Höhle unter Anderem dazu diente, den Ertrag der Jagden aufzubewahren.

Duncan hatte keinen andern Führer als ein entferntes flimmerndes Licht, das dem Liebenden jedoch den Dienst des Polarsterns vertrat und ihm in den Hafen seiner Hoffnungen einlaufen half. Dieser war nur eine andere Abtheilung der Höhle, einzig zum Gewahrsam einer so wichtigen Gefangenen, wie die Tochter des Commandanten von William Henry war, in Stand gesetzt. Der Raum war voll von zerstreuter Beute aus der unglücklichen Festung. Mitten unter diesem Chaos fand er sie, die er suchte, bleich, ängstlich, erschrocken, aber immer liebenswürdig. David hatte sie auf einen solchen Besuch vorbereitet.

»Duncan!« rief sie mit einer Stimme, die über ihrem eigenen Klange zu zittern schien.

»Alice!« antwortete er, sorglos über Koffer, Kistchen, Waffen und Hausgeräthe hinwegspringend, bis er an ihrer Seite stand.

»Ich wußte, daß Sie mich nie verlassen würden,« sprach sie, zu ihm aufblickend, während eine flüchtige Röthe über ihr bekümmertes Antlitz lief. »Aber Sie sind allein! So dankenswerth es ist, in solchem Andenken zu stehen, so wünschte ich doch, Sie wären nicht ganz allein.«

Duncan, welcher sah, daß sie zitterte und nicht länger im Stande war, aufrecht zu bleiben, nöthigte sie sanft zum Sitzen und erzählte ihr die Hauptbegebnisse, die wir bereits zu schildern hatten. Alice horchte mit athemloser Aufmerksamkeit, und obgleich der junge Mann der Sorge des niedergebeugten Vaters nur leicht erwähnte, doch immer so, daß er die Selbstschätzung seiner Zuhörerin nicht verletzte, so rannen doch die Thränen so reichlich über die Wangen der Tochter, als ob sie noch nie zuvor geweint hätte. Die besänftigende Zärtlichkeit Duncan's stillte jedoch bald den ersten Ausbruch ihres Schmerzes und sie hörte ihm mit ungetheilter Aufmerksamkeit, wenn nicht mit Fassung zu, bis er mit seiner Erzählung zu Ende war.

»Und jetzt, Alice,« fügte er hinzu, »werden Sie sehen, wie viel wir noch von Ihnen erwarten müssen. Mit Hülfe unseres erfahrenen und unschätzbaren Freundes, des Kundschafters, könnte es möglich werden, den Händen dieses wilden Volkes uns zu entziehen. Sie werden aber alle Ihre Seelenstärke aufbieten müssen: bedenken Sie, daß Sie den Armen Ihres ehrwürdigen Vaters zueilen, und wie sehr sein und Ihr Glück von Ihren Anstrengungen abhängt.«

»Kann ich anders für einen Vater handeln, der so viel für mich gethan hat?«

»Und auch für mich,« fiel der Jüngling ein, ihre Hand, die er zwischen den seinigen hielt, sanft drückend.

Der Blick der Unschuld und Ueberraschung, der aus ihrem Auge auf Heyward fiel, sagte diesem, daß er sich deutlicher erklären müsse.

»Hier ist weder Ort noch Zeit, Sie mit selbstischen Wünschen bekannt zu machen,« fügte er hinzu, »aber welches Herz, so gepreßt, wie das meinige, sollte nicht wünschen, seine Bürde abzuwerfen? Unglück, sagt man, sey das mächtigste aller Bande; was wir gemeinschaftlich um Ihretwillen erduldet haben, ließ nur wenig zwischen Ihrem Vater und mir dunkel.«

»Und meine theuerste Cora, Duncan; gewiß ist Cora nicht vergessen worden?«

»Nicht vergessen! nein, sie ist bemitleidet, betrauert worden, wie selten ein Mädchen zuvor. Ihr ehrwürdiger Vater kannte keinen Unterschied zwischen seinen Kindern; aber ich – Alice, Sie werden mir vergeben, wenn ich sage, daß für mich ihr Werth in etwas verdunkelt –«

»Dann haben Sie den Werth meiner Schwester nicht kennen gelernt,« sprach Alice, ihre Hand zurückziehend, »sie spricht immer von Ihnen, als von ihrem theuersten Freunde.«

»Mit Freude darf ich sie dafür halten,« versetzte Duncan hastig, »ich wünschte, sie wäre es mir in noch höherem Grade; aber mit Ihnen, Alice, darf ich nach Ihres Vaters Erlaubniß noch auf ein näheres, theureres Band hoffen.«

Alice zitterte heftig und wandte ihr Gesicht einen Augenblick bei Seite, einer ihrem Geschlechte so natürlichen Empfindung nachgebend: doch bald schwand dieser Eindruck und sie war wieder Herrin ihrer Fassung, wenn nicht ihrer Gefühle.

»Heyward,« sprach sie, ihn mit einem rührenden Ausdruck von Unschuld und Vertrauen anblickend, »geben Sie mir die heilige Gegenwart und die Einwilligung meines ehrwürdigen Vaters, bevor Sie weiter in mich dringen.«

»Mehr durfte und weniger konnte ich nicht sagen,« war der Jüngling im Begriff zu antworten, als ihn ein leichter Schlag auf seine Schulter unterbrach. Er sprang auf, wandte sich gegen den Eindringling, und seine Blicke fielen auf die dunkle Gestalt und das boshafte Gesicht Magua's. Das gedämpfte Lachen aus der Kehle des Wilden tönte in einem solchen Augenblick für Duncan wie der höllische Hohn eines Dämons. Wäre er dem ungestümen, heftigen Drange des Augenblicks gefolgt, so hätte er sich auf den Huronen geworfen, und sein Schicksal dem Ausgang eines Kampfes um Leben und Tod anvertraut. Da er aber keine Waffen hatte und nicht wußte, welche Hülfe dem listigen Feind noch zu Gebote stehe – da er zudem für die Sicherheit eines Wesens zu wachen hatte, das eben jetzt seinem Herzen theurer als je geworden war, gab er diesen verzweifelten Entschluß eben so schnell auf, als er ihn gefaßt hatte.

»Was hast Du vor?« fragte Alice, ihre Hände sanft auf ihrer Brust kreuzend, während sie damit kämpfte, die tödtliche Angst für Heyward in dem fernehaltenden und kalten Benehmen zu verbergen, womit sie ihren Sieger bei jedem Besuche zu empfangen pflegte.

Der triumphirende Indianer hatte seine strenge Haltung wieder angenommen, zog sich aber vor den drohenden Blicken aus dem feurigen Auge des jungen Mannes vorsichtig zurück. Er betrachtete beide Gefangene eine Weile mit festem Blicke, trat dann bei Seite und wälzte ein Stück Holz vor eine andere Thüre, als die, durch welche Duncan eingetreten war. Dieser begriff jetzt die Art des Ueberfalls, und da er sich unrettbar verloren glaubte, zog er Alice an seine Brust, und stand bereit, sich einem Schicksal zu unterwerfen, das ihm sehr nahe ging, da er es in solcher Gesellschaft erleiden sollte. Magua sann aber nicht auf augenblickliche Gewaltthat: seine ersten Maaßregeln gingen nur dahin, sich seines neuen Gefangenen zu versichern, ja er warf nicht einmal einen Blick weiter auf die regungslosen Gestalten in der Mitte der Höhle, bis jede Möglichkeit, durch die geheime Pforte, zu entfliehen, die er benützt hatte, abgeschnitten war. Heyward blieb ein aufmerksamer Beobachter aller seiner Bewegungen, ruhig da stehend, indem er die zarte Gestalt Alicens an sein Herz gedrückt hielt, zu stolz und zu hoffnungslos, einen so oft überwundenen Feind um Schonung anzustehen. Als Magua seine Vorkehrungen getroffen, näherte er sich den Gefangenen und sagte in englischer Sprache:

»Die Blaßgesichter fangen die schlauen Biber; die Rothhäute aber wissen, wie man die Yengeese fängt.«

»Hurone, thue, was Du kannst!« rief der aufgereizte Heyward, vergessend, daß er jetzt zwei Leben auf's Spiel setzte. »Ich verachte Dich, wie Deine Rache!«

»Wird der weiße Mann auch am Pfahle so sprechen?« fragte Magua, seine Worte mit einem Hohnlächeln begleitend, das zeigte, wie wenig Glauben er in diesen Entschluß des Andern habe.

»Hier, Dir dem Einzelnen in's Gesicht und in Gegenwart Deines Stammes!«

»Le Renard Subtil ist ein großer Häuptling!« erwiederte der Indianer, »er wird seine jungen Leute herbeiholen, damit sie sehen, wie standhaft ein Blaßgesicht Martern verlachen kann.«

Mit diesen Worten wandte er sich ab und war im Begriff, durch den Gang, durch welchen Duncan gekommen war, sich zu entfernen, als ein Brummen sein Ohr traf und ihn etwas zögern ließ. Die Gestalt des Bären erschien jetzt unter der Thüre, setzte sich nieder und wiegte sich wieder mit gewohnter Beweglichkeit. Magua betrachtete ihn, wie der Vater der kranken Frau, einen Augenblick scharf, als wollte er sich über seine wahre Natur in's Klare setzen. Ueber den gewöhnlichen Aberglauben seines Stammes weit erhaben, unterschied er bald die wohlbekannte Maske des Beschwörers und wollte in kalter Verachtung an ihm vorübergehen. Doch ein lauteres und drohenderes Brummen desselben veranlaßte ihn noch einmal stille zu stehen; endlich aber schien er entschlossen, sich durch die Posse nicht länger aufhalten zu lassen und ging festen Schrittes weiter. Der kunstfertige Bär, welcher vorgetreten war, zog sich langsam vor ihm zurück, bis an den Eingang, wo er sich auf seine Hinterbeine stellte und nach der Weise seines Vorbildes in der Thierwelt mit den Tatzen in der Luft herum schlug.

»Narr!« rief der Häuptling auf Huronisch, »geh', spiele mit Kindern und Weibern, und mache Dich nicht an weise Männer!«

Noch einmal versuchte er, an dem vermeintlichen Charlatan vorbeizukommen, indem er selbst eine Scheindrohung mit dem Messer oder dem Tomahawk verschmähte, der an seinem Gürtel hing. Plötzlich aber streckte das Thier seine Arme oder vielmehr Füße aus und umschloß ihn mit einer Gewalt, die sich selbst mit der des weitberühmten Riesenbären hätte messen dürfen. Duncan war allen Bewegungen Hawk-eye's mit athemloser Erwartung gefolgt. Er ließ zuerst Alice los, haschte dann nach einem Riemen von Bocksleder, der um einen Bündel geschnürt gewesen war, und stürzte, als er seinen Feind beide Arme an die Seite gepreßt von den eisenfesten Muskeln des Kundschafters umschlungen sah, auf Magua zu, ihn festzubinden. Schneller, als wir es erzählen, hatte er ihm Arme, Beine und Füße zwanzigfach mit den Riemen umzogen. Als der furchtbare Hurone so ganz und gar gefesselt war, ließ der Kundschafter seine Beute los und Duncan legte seinen Feind, völlig hülflos, auf den Rücken.

Während dieser plötzlichen und unerwarteten Operation hatte Magua nicht den leisesten Ruf von sich gegeben, obwohl er sich mit Leibeskraft sträubte, bis er überzeugt war, daß er sich in den Händen eines Mannes von weit stärkeren Muskeln befinde. Als aber Hawk-eye, um sein Verfahren in Kürze zu erklären, die zottigen Bärenkinnbacken bei Seite schob, und sein eigenes, finsteres und rauhes Antlitz den Blicken des Gegners wies, war die Philosophie des Huronen so weit aus dem Feld geschlagen, daß er das nie fehlende »Hugh!« ausstieß.

»Ja, nun bist Du wieder Deiner Zunge mächtig!« sprach der unerschütterte Sieger, »damit Du sie aber nicht zu unserem Verderben gebrauchst, muß ich mir erlauben, Dir den Mund zu stopfen.«

Da keine Zeit zu verlieren war, so machte sich der Kundschafter sogleich herbei, diese nöthige Vorsichtsmaßregel in's Werk zu setzen; und nachdem er den Indianer geknebelt hatte, schien dieser mit allem Fug als kampfunfähig betrachtet werden zu dürfen.

»Wo kam der Schurke herein?« fragte der emsige Kundschafter, als er sein Werk vollendet hatte. »Seit Ihr mich verlassen habt, ist nicht eine Seele an mir vorbei gekommen.«

Duncan wies auf die Thür, durch welche Magua seinen Eingang genommen hatte: der Rückzug durch sie bot aber jetzt zu viele Hindernisse dar.

»So kommt mit dem Mädchen,« fuhr sein Freund fort, »wir müssen versuchen, durch den andern Ausgang in den Wald zu gelangen!«

»Es ist unmöglich!« entgegnete Duncan, »die Furcht hat sie bewältigt. Sie kann sich keine Hülfe geben. Alice, meine süße, meine einzige Alice, raffe Dich auf! jetzt ist der Augenblick zur Flucht! – Es ist umsonst. Sie hört uns, ist aber unvermögend zu folgen. Geht, edler, würdiger Freund! Rettet Euch und überlasset mich meinem Schicksal!«

»Jede Fährte hat ihr Ende und jedes Unglück gibt eine Lehre!« entgegnete der Kundschafter. »Da, wickelt sie in diese Indianerkleidung, doch so, daß ihre kleine Gestalt ganz unsichtbar wird! Nein, der Fuß hat seines Gleichen nicht in der Wildniß; er wird sie verrathen! Alles, auch das Geringste verborgen! Jetzt nehmt sie in die Arme und folget. Das Uebrige sey mir überlassen!«

Duncan war, wie man aus den Worten seines Gefährten schließen wird, eifrig beschäftigt zu gehorchen, und kaum hatte der Andere ausgeredet, so nahm er die leichte Gestalt Alicens in seine Arme und folgte den Fußtritten des Kundschafters. Sie fanden die kranke Frau, wie sie sie verlassen hatten, ganz allein, und schritten schnell durch die Felsengallerie dem Ausgange zu. Als sie sich der kleinen Rindenthür näherten, verkündigte ihnen ein Gemurmel von Stimmen, daß die Freunde und Verwandten der Kranken außen versammelt waren, geduldig eine Aufforderung zum Wiedereintritt erwartend.

»Wenn ich meine Lippen öffne, um zu sprechen,« flüsterte Hawk-eye, »so wird den Schelmen mein Englisch, die wahre Sprache einer Weißhaut, verrathen, daß ein Feind unter ihnen ist. Ihr müßt daher Euer Kauderwelsch preisgeben, Major, müßt sagen, daß wir den bösen Geist in die Hölle eingeschlossen haben und die Frau in die Wälder nehmen wollen, um stärkende Wurzeln für sie zu finden. Nehmt all Eure Schlauheit zusammen, denn hier ist dergleichen wohl erlaubt.«

Die Thüre öffnete sich ein wenig, als ob Jemand von außen horchen wollte, was innen vorgehe. Dies nöthigte den Kundschafter, mit seinen Anleitungen zu schweigen. Ein wildes Gebrumm trieb den Lauscher zurück, der Kundschafter stieß kühn die Rindenthür auf und verließ den Ort, fortwährend die Bärenrolle spielend. Duncan ging dicht auf seinen Fersen und fand sich alsbald mitten in einem Trupp von zwanzig ängstlich neugierigen Verwandten und Freunden. Der Haufe wich etwas zurück und ließ den Vater und einen, welcher der Gatte der Frau zu seyn schien, näher treten.

»Hat mein Bruder den bösen Geist ausgetrieben?« fragte der Erstere. »Was hat er in seinen Armen?«

»Dein Kind!« sprach Duncan feierlich; »die Krankheit ist von ihr gewichen und ist in den Felsen eingeschlossen. Ich trage die Frau eine Strecke weit fort, und will sie dann gegen künftige Anfälle stärken. Sie soll in dem Wigwam des jungen Mannes seyn, wenn die Sonne wieder kehrt!«

Als der Vater des Fremden Worte in die Huronensprache übertragen hatte, verkündete ein unterdrücktes Murmeln das Wohlgefallen, mit welchem die Nachricht aufgenommen wurde. Der Häuptling winkte Duncan selbst mit der Hand, weiter zu gehen, indem er mit lauter, fester Stimme und stolzem Ausdrucke sprach:

»Geh – ich bin ein Mann, ich will nach der Höhle und mit dem bösen Geiste kämpfen.«

Heyward hatte gerne gehorcht und war schon an der kleinen Gruppe vorbei, als ihn diese beunruhigenden Worte wieder anhielten.

»Ist mein Bruder von Sinnen?« rief er; »ist er grausam? Er wird der Krankheit begegnen, und sie wird in ihn selber fahren: oder er treibt sie heraus, damit sie seine Tochter in die Wälder jage. Nein – meine Kinder mögen außen warten, und wenn der Geist erscheint, ihn mit Keulen niederschlagen. Er ist schlau, und wird sich in den Berg begraben, wenn er sieht, wie viele gerüstet sind, ihn zu bekämpfen.«

Diese sonderbare Warnung hatte den erwünschten Erfolg. Statt in die Höhle zu treten, zogen der Vater und der Gatte ihre Tomahawks und hielten sich bereit, ihre Rache an dem vermeintlichen Quäler ihrer armen Verwandten zu üben, während die Weiber und Kinder in gleicher Absicht Schöße von den Gebüschen brachen oder Felsenbröckel aufnahmen. In diesem günstigen Augenblick verschwanden die vorgeblichen Beschwörer.

Obwohl Hawk-eye so viel auf die abergläubische Natur der Indianer rechnete, wußte er doch recht gut, daß die weiseren Häuptlinge deren Aeußerungen mehr nur duldeten als theilten – wußte, wie kostbar ihre Zeit in einer so dringenden Noth sey. So weit auch die Selbsttäuschung der Feinde gehen mochte und wie sehr sie ihre Plane begünstigt hatte, so konnte doch der geringste Verdacht, der bei einem klügeren Indianer aufstieg, ihnen nach Allem verderblich werden. Er schlug deshalb den Pfad ein, der am wenigsten beobachtet werden konnte und hielt sich mehr am Rande als innerhalb des Dorfes. In einiger Entfernung waren die Krieger bei dem Lichte der erlöschenden Feuer immer noch sichtbar, von Hütte zu Hütte schreitend. Die Kinder aber hatten die Spiele mit ihren Fellbetten vertauscht, und die Ruhe der Nacht begann über die Aufregung und Unruhe eines so geräuschvollen, denkwürdigen Abends zu siegen.

Alice lebte unter dem erfrischenden Einflusse der freien Luft wieder auf, und da mehr ihre physischen als ihre Geisteskräfte Ursache der früheren Schwäche gewesen waren, so bedurfte sie keiner Erklärung dessen, was sich zugetragen hatte.

»Jetzt lassen Sie mich versuchen, zu gehen,« sprach sie, nachdem der Wald erreicht war, insgeheim erröthend, daß sie nicht früher im Stande gewesen war, Duncan's Arme zu verlassen, »ich fühle mich wieder vollkommen hergestellt.«

»Nein, Alice, Sie sind noch zu schwach!«

Das Mädchen sträubte sich sanft, nm frei zu werden und Heyward mußte die kostbare Bürde verlieren. Der menschliche Bär hatte sicherlich keine Ahnung von den köstlichen Empfindungen des Liebhabers, während er die Geliebte in seinen Armen hielt, und vielleicht war ihm sogar das Gefühl keuscher Scham unbekannt, das die zitternde Alice beherrschte. Als er sich in gehöriger Entfernung von den Hütten befand, machte er Halt und sprach über einen Gegenstand, dessen er ganz Meister war.

»Dieser Pfad führt Euch nach dem Bache,« sprach er; »folgt seinem nördlichen Ufer, bis Ihr zu einem Wasserfalle kommet; dann, steigt Ihr auf den Berg zur Rechten und Ihr werdet die Feuer eines andern Volkes erblicken. Dahin müßt Ihr gehen und um Schutz bitten; wenn es ächte Delawaren sind, so seyd Ihr geborgen. Mit dem zarten Geschöpfe weiter zu entfliehen, ist jetzt unmöglich. Die Huronen würden unsrer Fährte folgen und Herren unsrer Skalpe seyn, ehe wir noch ein Dutzend Meilen gegangen wären. Geht, und die Vorsehung schirme Euch!«

»Und Ihr?« fragte Heyward überrascht, »wir trennen uns doch nicht hier?«

»Die Huronen haben den Stolz der Delawaren, den Letzten aus dem hohen Blute der Mohikaner, in ihrer Gewalt,« entgegnete der Kundschafter; »ich geh' und sehe, was für ihn geschehen kann. Hätten sie sich eures Skalps bemeistert, Major, so wäre, wie ich versprochen habe, für jedes Haar darauf ein Schurke gefallen: wird aber der junge Sagamore an den Pfahl geführt, dann sollen die Indianer sehen, wie auch ein Mann von unverfälschtem Blute sterben kann.«

Nicht im Geringsten gekränkt durch den entschiedenen Vorzug, den der unerschrockene Waidmann Dem gab, der gewissermaßen sein Adoptivkind genannt werden konnte, fuhr Duncan fort, alle Gründe geltend zu machen, die sich gegen ein so verzweifeltes Vorhaben darboten. Alice unterstützte ihn, Heyward's Bitten durch die ihrigen verstärkend, indem sie den Freund beschwor, einen Entschluß aufzugeben, bei dem sich so viele Gefahr und so wenig Hoffnung auf Erfolg voraussehen ließ. Ihre edelmüthige Beredsamkeit sprach sich aber vergebens aus. Der Kundschafter hörte sie aufmerksam, aber ungeduldig an und schloß die Erörterung in einem Tone, der Alice sogleich zum Schweigen brachte, während sich Heyward überzeugte, wie fruchtlos fernere Vorstellungen bleiben würden.

»Ich habe sagen hören,« sprach er, »es gebe in der Jugend ein Gefühl, das den Mann fester an das Weib kette, als den Vater an den Sohn. Das mag seyn. Ich war selten, wo Frauen meiner Farbe weilen; aber innerhalb der Kolonieen mag dies in der Natur liegen. Ihr habt euer Leben und Alles, was euch theuer ist, auf's Spiel gesetzt, um dieses zarte Geschöpf zu retten, und ich vermuthe, daß eine solche Empfindung dem Allem zu Grunde liegt. Was aber mich betrifft, so habe ich den Jungen gelehrt, was eine Büchse werth ist, und reichlich hat er mir dafür gelohnt. In manchem blutigen Scharmützel habe ich an seiner Seite gekämpft; und so lange ich den Knall seiner Büchse mit dem einen Ohr und die des Sagamoren mit dem andern hören konnte, wußte ich, daß kein Feind mir im Rücken war. Winter und Sommer, Tag und Nacht haben wir gemeinsam die Wildniß durchstreift, aus derselben Schüssel gegessen und Einer wachte, indeß der Andere schlief. Ehe man aber sagen soll, Uncas sey den Martern übergeben worden, während ich in der Nähe war – es ist nur ein Herrscher über uns Allen, welche Farbe wir auch haben mögen, und ihn ruf' ich zum Zeugen an – ehe der Mohikaner-Junge stirbt, weil ihm kein Freund zu Hülfe kommt, eher soll Treu' und Glauben von der Erde weichen und mein Wildtödter so harmlos werden, als die tutende Waffe des Sängers.«

Duncan ließ den Arm des Kundschafters los; dieser wandte sich um, und schlug festen Schrittes den Weg nach den Hütten wieder ein.

Nachdem sie eine Weile stille gestanden, ihm nachzusehen, nahm Heyward, so glücklich und dennoch sorgenvoll, mit Alice seinen Weg nach der entfernten Wohnstätte der Delawaren.

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