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Der lange Klas

: Der lange Klas - Kapitel 1
Quellenangabe
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typenarrative
authorFranz Evers
booktitleNeuland
titleDer lange Klas
publisherAlfred Schall, Königliche Hofbuchhandlung
printrunZweite Auflage
editorCäsar Flaischlen
year1895
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
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Franz Evers

Der lange Klas

Er war sehr fromm, der lange Klas.

Jeden Sonntag ging er eine Stunde weit ins Land hinein, zur Kirche nach Gleschendorf.

Dort war die nächste Pfarre, und der Pastor dort hatte einen so herzlich offenen Ton in seiner Predigt, der alle Menschen gefangen nahm.

Wenn er so auf der Kanzel stand und in einfacher, warmer Sprache den Andächtigen irgend einen passenden Bibeltext erläuterte, dann leuchteten seine Augen voller Freude und Überfülle des Herzens, dann grade war er ganz Mensch. Nichts geistlich Eiferndes hatte er an sich; er schaute den Menschen in die Seele und half ihnen, wo er konnte und wo sie seiner bedurften. Er war der Freund der ganzen Gemeinde. Selbst die harten Herzen der Fischer vom Strande schlugen wärmer, wenn sie seine Nähe fühlten.

Der lange Klas hing sehr an ihm; denn der Pastor war es, der ihn einmal hatte weinen sehen.

Das war vor zehn Jahren gewesen, kurz nach seiner Konfirmation. Die beiden waren ganz allein damals.

Klas hatte den Pfarrer aufgesucht und nur ein paar Worte vor sich hingestammelt und dann still in sich hineingeschluchzt.

Das war nur ein einziges Mal gewesen, denn der lange Klas weinte sonst nie.

Jener aber hatte ihn verstanden; er hatte ihm die milden Hände auf das struppige Haar gelegt und ihn stille gemacht. Und der lange Klas war sehr ruhig geworden seitdem, viel ruhiger als vorher.

Seit zehn Jahren ging er nun jeden Sonntag von seinem Fischerdorfe am Strande hinauf zur Kirche nach Gleschendorf. Er schlenderte dann gewöhnlich einsam seinen Weg entlang, denn er mied die Genossen und war gern allein mit sich und der Welt.

Dann freute er sich still im Innern an der Natur um ihn herum, an der frischen Holstenlandschaft, der er selbst entsprossen war, und die tiefe, sonnige Augen hatte gleich ihm. Er hatte ihren markigen, festen Charakter, der eine männliche Sehnsucht in sich barg, eine Sehnsucht, die man nicht aussprechen kann, die nur im letzten Herzensgrunde gefühlt wird. Und der lange Klas fühlte sie dort innen.

Ein blauer Sommer leuchtete über die Welt, und die Vögel zwitscherten in Feldern und Büschen, als ob sie nicht wüßten, wohin mit ihren jubelnden Liedern. Schlehen und Weißdorn blühten am Wege, und die goldene Sonne warf durch die hohen Haselbüsche helle Lichter, die in dem Schatten des sandigen, mit Lehm untermischten Weges widerleuchteten. Zwei muntere Libellen surrten umher, und ein bunter Falter setzte sich dicht vor den Füßen des langen Klas auf eine halbwelke Kornblume, die wohl irgend jemand hier verloren haben mußte.

Es war Sonntag heute, und Klas ging wie immer seinen Kirchgang, allein und festlich gestimmt.

Aus der Ferne läuteten die Glocken, ruhig und groß, als ob sie von heiligen Dingen sprächen. Klas hörte sie; aber sie klangen ihm heute anders, als je zuvor. So feierlich hatte er sie noch nie gehört; er glaubte es wenigstens nicht. Es lag darin ein Ton wie aus einer alten Erinnerung herübergeleitet, ein Ton, der in einem ganz stillen Herzenswinkel eingeschlummert sein mußte und nun wieder langsam zu schwingen begann.

Er war sich nicht klar darüber; aber es packte ihn heute alles so seltsam tief, als ob er vor einer lang ersehnten Erfüllung stände und nun schon die Freude voraus empfand.

Selbst die Sonne und die warme Luft erschienen ihm heute gütiger, liebevoller. Warum, wußte er nicht; er fühlte es nur.

Er schlenderte weiter, wie in einem stolzen Traum.

Erst als er an der Kirche angelangt war, wachte er aus seinem Sinnen auf und trat ein.

Dann schwiegen die Glocken. –

Drinnen saßen die Kirchgänger andachtbereit auf den morschen, eichenen Banken. Die Kirche war ziemlich gefüllt heute.

Klas nahm links neben der einen großen Holzsäule seinen gewohnten Platz ein. Er senkte den Kopf und sprach kurz sein Gebet.

Dann kam der Pfarrer.

Mit leicht geneigtem Haupte schritt er im schwarzen Talare einher, in der Hand die Bibel. Seine Augen leuchteten in tiefem Glanze. Vor dem Altare blieb er stehen, richtete die üblichen Begrüßungsworte an die Gemeinde und trat dann in die Sakristei.

Und die Orgel begann zu spielen.

Es war ein alter Kirchenchoral, eine schlichte, vertrauensstarke Weise.

Der Gesang der Gemeinde begleitete die Melodie bald laut, bald leise und zaghaft. Die Stimmen klangen ungeschult und hart, manchmal häßlich; aber sie waren voll von fester Zuversicht.

Links vom Altare, in den Sitzreihen, die der Sakristei gegenüber lagen, saß ein älterer Herr mit langem grauen Bart und schlichtem Haar. Sein Gesicht hatte einen vornehmen, aristokratischen Ausdruck. Er war offenbar ein Fremder, der diese Gegend zum erstenmale besuchte und der sich heute den Gottesdienst anhören wollte oder auch des Abendmahls wegen gekommen war. Denn der Leib des Gekreuzigten sollte heute gegeben werden und sein Blut sollte die Herzen der Gläubigen und Reuemütigen reinigen.

Andächtig lauschte der alte Herr auf das Gebrause der Orgel wie einer, dessen innerster Seelengrund durch schwere, männliche Lebenserfahrungen ernst und besonnen gestimmt war. Aber auch in diesem Lauschen lag etwas Fremdartiges.

Noch mehr mußte dies von einer Frauengestalt gelten, die neben ihm saß, mit schwermütigen und doch so bewußten, großen blauen Augen. Ihr Haupt im Schmucke der tiefblonden Haarpracht hatte etwas königliches. Die seine Biegung des Halses zeigte eine edle, junonische Linie. Die Gesichtszüge waren anmutig und edel und wiesen eine große Ähnlichkeit auf mit denen des alten Herrn. Die großen Augen sannen in die Ferne, als ob sie ein weites Land beherrschten; sie waren stolz wie die Augen einer Königin.

Und Klas sah hinüber.

Mit offenem Munde saß er da und starrte auf die lieblich-erhabene Frauengestalt, als ob er sie mit den Blicken einsaugen könnte.

Oder betete er an? ...

Alles an ihm war gespannt. Sein hartes, gebräuntes Fischergesicht sah wie versteint aus. Nur ab und zu blitzte ein Sonnenlicht darüber; und dann wurden die Züge etwas lebendiger. Seine Lider mit den langen Wimpern waren weit aufgerissen, und die großen, mächtigen Augen schimmerten feucht, wie unter dem Bann einer ins Unermeßliche gesteigerten Sehnsucht, die am Ziele zusammenzubrechen droht. Seit zehn Jahren hatte sich ihm das lebendige Bild dieser Sehnsucht eingeprägt, unauslöschlich eingeprägt.

Damals, als er die drei Menschen, das Elternpaar und seine liebliche Tochter, hinüberruderte an den Timmendorfer Strand, damals hatte die Nähe jenes Mädchens zum erstenmale sein junges Blut wild werden lassen, daß es schäumte wie gährender Wein.

Das war nur ganz kurze Zeit gewesen; die Fahrt dauerte kaum eine halbe Stunde, dann sah er sie nicht wieder.

Aber sein ganzes Wesen hatte sich seitdem an das ihm so heilige Bild jener Mädchenerscheinung angeklammert und ihn mit dieser tiefen Sehnsucht erfüllt.

Nun tauchte das wieder vor ihm auf, wie aus einem langen, langen Traum, aber schöner, bewußter und königlicher.

Ihm war es, als ob er plötzlich unter Hunderten ein Erwählter sei, und als ob er doch nicht sein Letztes finden könnte, die tiefe Befriedigung des Herzens, die für ihn ewige, innere Ruhe bedeuten würde.

So saß er da, wie aus Stein gehauen, und hatte keinen Sinn mehr für das, was um ihn her vorging; und seine Seele war nicht bei ihm.

Draußen glänzte der Tag, und die warme Luft quoll durch das eine rechte Kirchenfenster, das offen stand.

Auf der linken Seite aber stieß ein farbenprächtiger Schmetterling fort und fort gegen die Scheiben, als ob er die Freiheit suche. Er hatte sich in der Kirche verirrt, und die hellen Sonnenstrahlen schimmerten ihm neckisch über die bunten Flügel.

Tiefgoldene Lichter lagen auf den bräunlichen Sandsteinfließen und huschten über den Boden hin bis hinauf zu den morschen, wurmstichigen Eichenbänken. Auf manches Gesicht legten sie ihren Glanz; und die hohen weißgetünchten, fast schmucklosen Wände der Kirche leuchteten wie frischgestrichen.

Der Choral war längst verklungen. Der Pastor hatte von der Kanzel gesprochen, innig und warm, wie an einem Festtage. Nun war seine Rede zu Ende.

Durch die hohe Gotteshalle ging eine heilige Stille, eine Ruhe, wie sie nur die Andacht kennt; und die Herzen schlugen in seliger Zuversicht.

Jetzt kam das Abendmahl.

Orgelspiel und vorbereitende Worte des Pfarrers lösten einander ab. Dann stille Beichte und andächtiges Beten der Gnadebereiten, während die Orgel schwieg.

Der lange Klas saß da, als ob er nicht zu den anderen gehöre; er hielt den Kopf gesenkt, und der bunte Sommervogel flatterte leicht über seine blonden Haare hin.

Wieder begann die Orgel zu spielen, und die Gemeinde erhob sich von den Plätzen.

Klas fuhr zusammen. Er wurde mitgerissen von der Seelenmacht der Frommen, die nach dem Mahle des Herrn verlangten.

Er stand auf wie die anderen, die vor ihm in langer Reihe dem Altare sich näherten. Aber er folgte nur mechanisch; seine langen, stämmigen Beine bewegten sich nacheinander, als ob sie erst mit großer Mühe aufgehoben würden.

Wie im Traume ging er zum Altar, unvorbereitet, ganz versunken in das Bild seiner Sehnsucht. Denn die Beichte war längst vorüber, und er hatte nicht einmal das Wort der Vergebung aus dem Munde des Priesters vernommen wie die anderen: das Wort der Sündenvergebung.

Sein Blick brannte in Andacht hinüber nach der Frauengestalt. Er mußte an die Madonna über der Kirchenthür denken, auf dem alten, grellgemalten Bilde. Er sah sie als Madonna mit hellen Augen, ohne Thränen und ohne Schwerter im Herzen, er sah sie als menschenheilige, gloriengeschmückte Königin.

Und so hatte er immer das Bild seiner Sehnsucht gesehen.

Das kleine, unschöne Heilandsbild am Kruzifixe auf dem Altare, das wohl ein gütiger Gönner der Kirche geschenkt haben mochte, sah er nicht. Er sah nicht die verrenkten Knochen des Gekreuzigten und nicht den unendlich milden Heilandsblick und nicht den schmerzlichen, vergebenden Seelenzug in seinem Gesichte.

Seine Sinne begannen zu schwanken. Es flimmerte ihm vor den Augen; aber er wurde von den anderen, die hinter ihm standen, fortgeschoben.

Erst als ihm der Priester den Kelch bot, wachte er auf aus seiner Verwirrung, aus seiner Versunkenheit.

Daß er die Hostie genommen hatte, bleich und aschfahl im Gesichte, wußte er gar nicht.

Die anderen sahen ihn an.

Aber er sah nur den Priester vor sich und den Kelch mit dem Blute Christi.

Und da fuhr es ihm blitzschnell durch die Seele, und er fühlte, daß er seine Sünden nicht bereut hatte, und daß er unwürdig sei.

Er zögerte leis ...

Der Priester sah ihn an.

Klas schlug die Augen nieder ... und mit durstigen Lippen sog er vom Kelche der Vergebung. Er schlürfte den heiligen Wein und mit ihm die Erinnerung an den Tag seiner Konfirmation und an die einsame Stunde, wo er mit dem Pfarrer drüben allein war in der kleinen Gartenhütte, ganz allein.

Ja, damals hatte er geweint, geweint im heißen Drange seiner Sehnsucht, die ihre erste Männlichkeit gefühlt hatte.

Warum durfte ihm das liebliche Mädchenbild nicht erhalten bleiben, das damals dem heißen Traume seiner Jugendlichkeit eine Königin gewesen war. Warum mußte die ihm genommen werden, daß er sich im ersten stürmischen Andrang seines erwachenden Leibes an jener anderen verging.

Eine brennende Schuld packte ihn dann. Und sein Herz konnte sie nicht ertragen; daß er zum Pfarrer laufen mußte. Denn damals hatte er gesündigt.

Das war nun zehn Jahre her.

Und seitdem war sein Leben eine einzige, reine Sehnsucht gewesen, die alle Liebe und Zärtlichkeit zurückstieß und nach einer fernen Sonne schaute, stark und unantastbar in ihrer Zuversicht.

Und dann wußte er plötzlich, daß er ja ohne Sünde sei.

Das war all das Fühlen und Denken eines Augenblicks, aber genug, um ihn länger von dem Kelche trinken zu lassen, als es sonst üblich war, sodaß der Priester mit leisem Ruck ihm endlich den Rand von den Lippen riß.

Ein Tropfen Wein wurde verschüttet und fiel auf die alte purpurne Altardecke; und dicht neben einer angeblichenen, schmutzigen Stelle entstand ein dunkelroter Fleck.

Der sah aus wie ein Blutfleck.

Nur einige hatten es gesehen; die aber machten stillfurchtsame Mienen und sahen auf Klas, der langsam nach seinem Platze wankte.

Sein langer Nacken war gebeugt; seine Arme hingen matt herab; und sein struppiges Haar fiel ihm über die Schläfen und über die Stirn.

Zusammengesunken saß er dann da auf seiner Bank, frei von Sünde; denn das war ja schon zehn Jahre her.

Aber er war wie zusammengebrochen unter der Last seiner heißen, brausenden Sehnsucht. Mit geschlossenen Augen sah er das Bild, nach dem ihn so dürstete.

Das währte Minuten lang ...

Dann war die Orgel leise verklungen.

Der Pfarrer hatte seinen Segen gesprochen; und die sündenreinen Beter verließen die Kirche und schritten hinaus in den blühenden Sonntag.

Wie lange Klas noch gesessen, wußte niemand.

Man hatte ihn nicht mehr beachtet, denn man war ja ähnliche Dinge von dem einsamen Träumer gewohnt. Sie liebten ihn, und deshalb störte keiner seine Wege.

Die Sonne stand im Zenith. Es war heiß draußen, und die Sommerschwüle lag schwer auf Weg und Feld.

Klas achtete nicht der Hitze; wie ein Nachtwandler schritt er seinen Weg, immer nur das eine Bild vor sich: die Königin seiner Sehnsucht.

Wohl nach dreiviertel Stunden schon kam er in Haffkrug am Strande an.

In Schweiß gebadet trat er in ein kleines Haus, das dritte gleich am Eingang des Fischerdorfes, daß er mit seiner alten gelähmten Mutter bewohnte.

Drinnen sah es sehr ärmlich aus. Nur der allernötigste Zubehör fand sich in den beiden Stuben, einige Fischer- und Hausgeräte. Die übrigen drei Zimmer des kleinen Hauses wurden von einer anderen Fischerfamilie bewohnt. Da war Lärm und Geschrei den ganzen Tag; fünf frische, kräftige Kinder balgten sich in der Sonne und hatten in einem fort Hunger. Darum schrien sie.

Aber auch das Kindergeschrei hörte der lange Klas nicht.

Er ging in die Stube und setzte sich auf eine Holzbank. Er sagte nichts.

Die alte Frau mit den Falten im Gesicht und den greisen Haaren saß auf einem alten lederüberzogenen Lehnstuhle und träumte vor sich hin. Sie träumte von ihrem Sohne.

Sie lebte nur noch halb auf der Erde; ihr Leib sah ganz schemenhaft aus, als ob er kein Blut mehr hätte. Sie war halb eingeschlafen und merkte nicht, daß er gekommen war.

Der lange Klas saß bis zum Abend auf seiner Holzbank.

Dann stand er auf und ging in die Nacht hinaus.

*

Zehn Tage waren vergangen.

Die Vormittagssonne stand am Himmel, und das Meer glühte voll und glänzend wie ein bläulich tiefer Smaragd.

Am weißen leuchtenden Strande saß der lange Klas und flickte Netze, wie er das oft that.

Manchmal hielt er in der Arbeit inne und sah hinaus auf die blaue Ostsee, wie einer, der seine Sehnsucht verloren hat und der all seinen heiligen Reichtum nun mit weißen Händen bewahren will.

Er kam sich vor wie ein König.

Wenn er so plötzlich von seinem Flickwerk aufschaute, konnte man wohl erkennen, daß sein Gesicht einen bleichen Anhauch bekommen hatte. Sonst war er derselbe; nur die Augen waren noch tiefer und gutmütiger geworden.

Er saß gern hier am Strande bei den Netzen und starrte sinnend auf die Wasser.

Er dachte dann an die Erlebnisse der letzten Tage, und war still und zufrieden. Er hatte nur die Angst, daß er dies stille Glück wieder verlieren könnte; das kam oft tief aus seinem Innern heraus, ganz plötzlich, ohne daß er es erwartete, Bis er dann wieder an die Gegenwart dachte.

Und so auch heute ...

Gerade acht Tage war es her, daß er sie zum erstenmale wiedergesehen hatte, die Stolze aus der Kirche in Gleschendorf.

Er durfte sie damals hinausfahren auf die See. Der Graf hatte ihn darum angegangen.

Daß der Graf ihr Vater sei, hatten ihm die Leute gleich gesagt, als die beiden nach Haffkrug an den Strand gezogen waren. Dort bewohnten sie nun die kleine Villa eines Freundes, um hier an der noch nicht so stark besuchten Küste der Ostsee den Sommer still und ungestört zuzubringen.

Denn sie waren beide seelenstolze Naturen und liebten die Einsamkeit. Auch sagten die Leute, daß sie sehr reich wären und noch viele andere schöne und geheimnisvolle Dinge.

Das alles kümmerte aber den langen Klas nicht.

Er war ruhig und glücklich, wenn er die Jungfrau so stolz unter den anderen einherschreiten sah, und es war ihm, als ob sich alle vor ihr beugen müßten.

Sie war doch eine Königin.

Elfriede nannte man sie; das hatte er gehört. Nun war ihm dieser Name der Inbegriff aller edlen und erhabenen Reinheit geworden, einer Reinheit, die niemals befleckt werden konnte. Und er selber fühlte sich in ihrer Nähe viel reiner, ganz ohne Sünde.

Wenn er aber mit ihr und dem alten Grafen im schmalen Segelboot über die glitzernde See flog, dann schlief all seine stillste Sehnsucht ein, und er fühlte sich im Besitze des schönsten und herrlichsten Schatzes. Das war bei seiner einfachen, religiösen und tief in sich gekehrten Fischernatur leicht zu erklären. Seine Frömmigkeit hatte ein lebendiges Bild gefunden, das Fleisch und Blut war, und er hatte es mit beiden Händen ergriffen. Darum war er auch am letzten Sonntage nicht in der Kirche gewesen.

Und jene beiden Menschen hatten den stillen und offenen schlichten Fischer mit den weiten Augen liebgewonnen; sie betrachteten ihn mehr als Lebensgenossen, denn als gehorchenden Diener und waren stets freundlich und herzlich zu ihm.

Wenn er mit den breiten Händen das Segelwerk des Bootes lenkte oder auch manchmal mit kräftigem Ruderschlag die Riemen einsetzte, daß die Wellen sich bogen, dann fühlten sie sich so sicher in seiner Obhut.

Einmal, da war Elfriede allein mit ihm gesegelt. Das war nun drei Tage her. Damals hatte sie ihn abends darum gebeten, weil die Sonne den ganzen Himmel mit Purpur überschüttete. »Das muß schön sein«, meinte sie.

Und dann waren sie in die Abendglut hinausgefahren, weit hinaus auf die offene See. Feurige Flammengarben standen in der Luft und leuchteten weithin über das Land; und das Boot mit seinem weißen Segel und den beiden Menschen war in ein brausendes Rot getaucht.

Sie hatte den Hut vom Kopfe genommen, daß der leichte Wind ihr durch das tiefblonde Haar strich und es sacht kräuselte. Ihr Kopf war wie von einem leuchtenden Glorienschein umgeben, Ihre Seele war offen, und sie sah aus wie die lächelnde Madonna auf dem Bilde in der Kirche von Gleschendorf.

Sie war doch eine Königin.

Klas schwieg und schaute sie an. Er fühlte ihre Größe.

Das Abendrot wollte verlöschen. In tiefer Glut sank der Sonnenball vom Himmel, und es wurde dunkler.

Es war ganz windstill geworden.

Da kehrten sie um, und Klas mußte mit tüchtigen Ruderschlägen einsetzen, denn das Segel hing schlaff am Mast.

Fern sah man den dunkelblauen Strich der Küste, der immer größer und deutlicher wurde.

Sie waren auf dem Heimwege.

Der lange Klas schwieg und ruderte aus voller Kraft. Manchmal war es ihm, als ob ihm die Kehle zugeschnürt würde; aber das ging schnell vorüber. Und dann war er wieder ruhig und zufrieden.

Nach einer halben Stunde stieß das Boot an den Strand. Elfriede stieg aus und eilte schnell davon.

Damals dankte sie ihm.

Das war sein schönster Tag; und daran dachte der lange Klas jetzt und sann hinaus aufs Meer. Das Netz lag unbewegt auf seinem Knie. Ja, das war sein schönster Tag gewesen ...

Nahe Stimmen schlugen da an sein Ohr und erweckten ihn aus dem Träumen. Er kannte die Stimmen und stand auf.

Als er sich umwandte, sah er den Grafen und seine Tochter am Arm eines jungen flottaussehenden Mannes. Er stutzte. Dann nahm er sich zusammen und grüßte. Sein Gruß wurde herzlich erwidert, und die Drei kamen auf ihn zu.

Hart und schmerzend schlug sein Herz; aber er überwand es. Für einen Augenblick schloß er die Augen; dann war alles gut. Er hatte seine Königin verloren.

Seine Königin war ihm unantastbar gewesen; die war ihm so hoch und herrlich erschienen in ihrer Reinheit, daß sich die Stirnen vor ihr hätten beugen müssen. Die konnte er nicht am Arm eines Gecken sich vorstellen; er hatte alles Menschliche von ihr abgestreift.

Er zuckte leicht zusammen. Dann schaute er auf.

»Äh, da sind Sie ja. Meine Braut hat mir schon tüchtig von Ihnen vorgeschwärmt. Bewundere riesig ihre Segelkunst – meine Braut sagt das –. Treibe auch Segelsport; möchte mal sehen, wer's von uns beiden besser kann.« Und dabei klopfte das elegante Herrchen dem langen Klas recht gönnerhaft auf die knochigen Schultern.

Der wollte auffahren; aber er sah Elfriedes Augen und schwieg; er meisterte sich mächtig.

Der Graf, welcher die Mißstimmung herausfühlte, setzte ihm, der mit düsteren Brauen dastand, dann auseinander, daß seine Tochter und sein Schwiegersohn gern eine größere Segelfahrt machen möchten. Sie seien heute zu ihm gekommen, um den Tag dafür zu bestimmen, damit das Boot dann zur Verfügung stehe. Sein Schwiegersohn sei erst gestern eingetroffen, müsse aber schon morgen wieder abreisen, um dann erst nach acht Tagen auf längere Zeit zurückzukehren.

Die Frage, ob er noch heute sein Boot segelfertig machen könne, verneinte Klas, da sein Genosse damit unterwegs wäre und erst gegen Abend wieder nach Hause gelangen würde. Sein Auge flammte auf.

»Na, da müssen wir eben warten. Aber wenn ich in acht Tagen wieder da bin, werde ich den ganzen Tag auf dem Wasser liegen und mal sehn, wer's besser kann.« Mit diesen Worten drehte der Bräutigam seinen aufgewichsten Schnurrbart und spielte mit dem Pincenez.

Klas erwiderte nichts.

Erst als ihn Elfriede um eine Ausfahrt am nächsten Sonntag bat, die sie mit ihm wieder allein machen wollte– »wie damals« sagte sie –, da antwortete er erfreut, mit etwas zitternder Stimme, aber doch still und ernst.

Dann gingen die Drei.

Ihre Schritte knirschten im Dünensande.

Und der lange Klas raffte seine Netze zusammen und schwankte nach Hause, ohne sich nach den anderen umzusehen.

Sein langer Nacken war heute noch mehr gebeugt als sonst; sein Atem röchelte leis.

Er hatte seine Königin verloren.

Stürmisch öffnete er die niedrige Stubenthür und warf sich auf die Holzbank. Dort war sein Lieblingsplatz.

Die alte Mutter, die über den gebrechlichen Tisch gebeugt dasaß und sich zum Mittag Schwarzbrot in den Kaffee brockte, sah einmal auf. Aber sie ließ ihn gewähren, ohne ein Wort, und schlürfte von ihrem Kaffee, Denn sie kannte ihn ja.

Klas saß lange so. Der Tag war heiß gewesen, und die Alte war endlich in ihrem ledernen Lehnstuhl eingenickt. Der Nachmittag ging zu Ende.

Es war ganz still im Zimmer. Nicht einmal das Ticktack einer Uhr war zu hören, und kein Holzwurm bohrte. Nur draußen kläffte ab und zu ein Hund, ganz weit in der Ferne.

Klas konnte heute nicht vor sich hingrübeln. Er war wie zerschlagen und wie stumpf geworden.

Dann kam ihm in der tiefen Stille plötzlich ein Entschluß: Er wollte sich seine Königin retten.

Als die Schatten lang ins Zimmer fielen, ging er hinaus.

Draußen war Mondschein, und die Nacht war würzig und schwer von Blütenduft. Es war alles ruhig geworden; selbst der Hund bellte nicht mehr.

Fest und sicher schritt er durch den leuchtenden Glanz; er mußte mit sich allein sein, ganz allein.

Als er wenige Minuten gegangen war, hörte er eine näselnde, von Wein schwere Stimme sich droben an der Villa verabschieden. Er kannte diese Stimme.

Eine Hausthür fiel klingend ins Schloß; dann war alles wieder still.

Ein scharfer Schatten kam in der Dämmerung der Häuserreihe aus ihn zu. Die Gestalt konnte er nicht erkennen, aber er fühlte sie. Ihr Gang war kurz absetzend, wie von knabenhafter Eitelkeit bewegt.

Einen Augenblick zuckte Klas zusammen.

Jetzt befand sich der Schatten im tiefen Dunkel eines hohen Hausgiebels.

Da zog der lange Klas sein Messer.

Die Klinge blitzte leicht ...

Doch er that es nicht.

Mit zusammengebissenen Lippen stand er an der Mauerecke; sein Atem ging schwer, und die breiten Finger preßten sich fest um das offene Messer, daß sie wund wurden und daß er es warm und feucht an ihnen hinunterrinnen fühlte. Das waren Blutstropfen.

Es kam ihn schwer an, daß er zurückhalten mußte; sein Herz ging heftig. Aber er war sich bewußt geworden; sein Entschluß stand fest.

Was sollte ihm der Geck da; er wollte seine Königin wieder haben, seine reine Königin. Und wenn er diesen tötete, dann mußte er sie für immer verlieren. Das wußte er. Und dieser Gedanke machte ihn fest: er war ein Mann geworden.

Der Andere war im Dunkel vorübergestelzt.

Der lange Klas ging still nach Hause. Seine Finger schmerzten ihn heftig, aber er achtete nicht darauf. Er fühlte sich so stark und sicher jetzt, und all das fressende Weh wollte ihn verlassen. Denn er hatte ja noch einen Sonntag; und der sollte sein letzter Feiertag sein.

*

Der lange Klas hatte die Tage in voller Arbeit zugebracht. Er sah ruhiger aus; sein Entschluß hatte ihn stark gemacht. Der war so plötzlich gekommen, ohne daß er es eigentlich erwartet hatte, wie eine Erlösung aus einer tiefen Dumpfheit. Und seine Sehnsucht fing an, die niederdrückende Schwere zu verlieren, so daß er sich freier fühlte und rastlos arbeitete.

Die Genossen schüttelten verwundert den Kopf über den regsamen Klas, den sie immer nur als halben Träumer kannten, der am liebsten die Netze flickte und dabei stundenlang auf das Meer hinausstarrte.

Er sah ja wohl noch ernster aus, als früher, nicht mehr so schwärmerisch, aber sie konnten jetzt wenigstens mit ihm sprechen; er gab Antwort mit geraden großen Augen, die voll Bewußtsein leuchteten, und legte überall, wo sie es wünschten, tapfer Hand an. –

Der Samstag Abend war gekommen.

In brennender Glut leuchtete sein Gold über das sachtplätschernde Meer, und die Luft war friedlich und warm, wie voll von Verheißung.

Klas dachte an jenen heiligen Sonntag, der in seiner Purpurpracht gerade so leuchtete wie das Abendrot heute. Und morgen sollte er einen neuen Sonntag haben; der sollte sein letzter Feiertag sein.

Eine leise Wehmut überschlich ihn.

Doch das währte nur kurze Zeit; dann machte er sich an dem Segelboot zu schaffen.

Es sollte zur Fahrt für morgen sauber und schmuck aussehen; es sollte alles recht feierlich sein.

Bis spät in die Nacht hinein war er beschäftigt; denn morgen war ja Sonntag, und da wollte er den Vormittag zur Kirche gehen. Das mußte er unbedingt. Ein tiefer Drang nach dem alten Pfarrer hatte ihn gepackt. Deshalb sollte das Boot noch heute ganz segelfertig werden. Er schöpfte das Wasser heraus, knüpfte hie und da neue Taue an und legte zwei neue leichte Ruder hinein. Überall hatte er noch was auszubessern.

Als er dann endlich mit allem zufrieden war, ging er nach Hause.

Es war schon spät geworden.

Der Mond stand hell im Zimmer und leuchtete über das Fensterbrett gerade auf die Holzbank, wo sein Lieblingsplatz war. Er setzte sich in den bleichen Glanz und schaute hinaus in die Nacht.

Die Mutter schlief nebenan in dem ärmlichen Bett. Er hörte ihr leises, müdes Schnarchen. Sonst war alles ganz still. ...

Einmal leuchteten seine Augen auf.

Das war unheimlich; eine Welt von bohrender Leidenschaftlichkeit und wühlendem Haß lag darin. Da hatte sein ganzes Gesicht etwas Raubtierhaftes.

Das fahle Mondlicht stand gerade auf seinen Zügen und ließ sie noch schrecklicher erscheinen.

Er sah aus wie ein morddurstiger Verbrecher, der gerade sein Opfer zerfleischen will; und doch lag etwas von Verzweiflung in ihm, von tiefer Verzweiflung.

So hatte er noch nie ausgesehen.

Aber der Zustand ging bald vorüber, und er sah dann wieder ruhig und still entschlossen bis zum Morgen ...

Am Sonntag Mittag war er in der Kirche.

Er sang mit lautem Munde die Choräle, und seine Stimme war männlich und stark, wie von einer großen Zuversicht erfüllt. Er war sehr andächtig, und des Pfarrers Worte erschienen ihm alle wie besonders für ihn, den langen Klas, ausgesucht. Er dachte an seine Jugendzeit und an seine große Sehnsucht; und er wurde ruhig im Herzen und fühlte, daß er ohne Sünde sei.

Als aber der Gottesdienst beendet war und er dem Pfarrer draußen vor der Kirchenthür noch einmal begegnete, da kam es doch über ihn, und er glaubte, alles beichten zu müssen. Ein tiefer Drang wuchs in ihm auf, des Priesters Hände zu fassen; aber er brachte es nicht über sich.

Der Pastor sah ihn groß an; Klas fühlte sein Herz klopfen.

Dann war er allein.

Sie hatten Abschied von einander genommen ...

Der Nachmittag brachte gutes Wetter.

Es war sehr heiß gewesen, und nun machte sich eine leichte frische Luftströmung bemerkbar.

Das Meer leuchtete.

Klas hatte seine alte Mutter groß angeschaut, ganz groß.

Das war sein Abschied.

Dann war er hinausgegangen ...

Nun, da der Nachmittag zu Ende ging, trafen sich die beiden.

Elfriede war allein gekommen. In ihrem Gesicht lag eine offene Freude auf die kommende Segelfahrt, umsomehr, da der Abend purpurn werden wollte. Sie dachte an jenen anderen Sonntag in seiner herrlichen Farbenpracht, und stiller Jubel schien sie zu erfüllen.

Klas war sehr still.

Er sah einmal hinauf zum Himmel.

Da huschte ein Schatten über sein Gesicht, der im Augenblick einer leuchtenden Zufriedenheit wich; und der lange Klas sah aus wie einer, dem sich eine neue Hoffnung erfüllt.

Ganz in der Ferne hatten seine Augen einen leichten dunkeln Fleck geschaut, der von einem bleichen grünlichen Licht umgeben war. Seine Augen sahen scharf, und sie wußten, was das zu bedeuten hatte.

Heute sollte ein Feiertag sein ...

Dann stiegen die beiden ins Boot.

Klas stieß vom Strande, Die Wellen gingen etwas unruhiger jetzt und trugen silberne Schaumkronen. Der Lufthauch wurde kräftiger; man merkte sein salziges Arom. Obgleich ihn die wunden Finger schmerzten, zog Klas die Taue straff, daß der Wind voll in das Segel strich und es weißleuchtend aufbauschte.

Sie schwammen hinaus. – – –

Der ganze Himmel glühte über dem Lande und strömte sein Farbenfeuer aus. Jetzt erst fühlte man eine drückende Schwere der Luft, und der immer voller gehende Wind ließ sie die Schwüle noch mehr empfinden.

Das Boot schoß mövenschnell durch die Wasser, daß der Schaum an den Seiten hoch aufspritzte und über die Planken schlug. Die Wellen gingen höher und höher; sie hatten eine ganz dunkelblaue Farbe bekommen, so daß man das tiefe Rot des Himmels nur noch im weißen perlenden Schaum widerglühen sah.

Die Sonne war schon hinuntergesunken.

Die Glut des Himmels wurde immer dunkler und purpurner, wie ganz dunkles leuchtendes Blut sah sie aus.

Elfriede konnte sich eines leisen Schauerns nicht erwehren; ihr bangte vor der Unruhe des Wassers. Aber das einzigartige Naturschauspiel bannte sie. Sie saß still da und schaute in die mächtige Purpurpracht, wie eine feuerumflossene Heilige. Sie war doch eine Königin.

Dann sahen ihre Augen fern im Osten eine schwarze Wand aufwachsen; und kurz darauf fegte ein voller, heftiger Windstoß über die Wogen, daß sich das Boot zur Seite bog und sich mit Wasser füllte.

Nun wurde Elfriede ängstlich. Sie bat Klas, umzukehren. Der aber that's nicht.

Kühn richtete er das Segel, daß der volle Wind sich darin fing. Der Mast neigte sich nach vorn, und in stürmender Schnelligkeit flogen sie hinaus aus die offene See.

Noch einmal flehte die Jungfrau. Da stürzte der lange Klas im Überschwang seiner Leidenschaft vor ihr nieder, preßte seinen Kopf tief in ihren Schoß und hielt ihre Beine fest umklammert, als ob er sie nicht lassen wollte. Ein dumpfes, halb sieghaftes, halb verzweifeltes Stöhnen entrang sich seiner Brust; seine Glieder bebten.

Elfriede saß wie versteinert da. Sie war wie gelähmt, so unerwartet war ihr das Alles gekommen.

Stumm starrte sie auf den seltsamen Riesen, der da vor ihr lag und das Haupt in ihren Schoß drückte. Sie verstand ihn nicht, aber sie fühlte ihn und seine gewaltige Seele. Fest hielt er sie umklammert mit seinen sehnigen Armen, die die Furcht nicht kannten; – und sie wußte, daß es das Ende sei.

Die Purpurglut des Himmels war über den beiden zusammengesunken, und ihr Boot trieb führerlos hinaus ins offene Meer. Die Wellen gingen hoch und rauschten und brausten, als ob sie der Reinheit der beiden Menschen ein Lied singen wollten, ein ewiges Lied. Und die schwarze Wolkenwand wuchs höher und höher.

Es war eine wilde Nacht voll Regen und Wind und schweren Wolken. Tief wühlte der Sturm seine grollende Kraft in den Schoß der Wasser, als ob er sie durchtoben und an sich reißen wolle; und die Blitze stammten unaufhörlich.

Endlich öffnete das Meer seine ewigen Arme; und der Sturmwind sang ein dithyrambisches Hochzeitslied.








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