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Der Koran

: Der Koran - Kapitel 27
Quellenangabe
typetractate
author
titleDer Koran
publisherVerlag Phillip Reclam jun.
editorKurt Rudolph
year1970
firstpub
translatorMax Henning
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20080806
corrected20110414
projectiddb06c786
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Siebenundzwanzigste Sure

Die Ameise

Geoffenbart zu Mekka

Im Namen Allahs,
des Erbarmers, des Barmherzigen!

T.S. 1. Dies sind die Zeichen des Korans und eines deutlichen Buches: 2. Einer Leitung und einer Freudenbotschaft für die Gläubigen, 3. die das Gebet verrichten und die Armenspende entrichten und fest ans Jenseits glauben. 4. Siehe, diejenigen, welche nicht ans Jenseits glauben, ausgeputzt haben wir ihnen ihre Werke, und sie sind in Verblendung. 5. Das sind die, derer eine schlimme Strafe harrt, und im Jenseits sind sie am tiefsten verloren. 6. Und siehe, wahrlich, du empfingst den Koran von einem Weisen, einem Wissenden.

7. Da Moses zu seiner Familie sprach: »Siehe, ich gewahre ein Feuer. Bringen will ich euch von ihm Kunde, oder ich bringe euch einen Feuerbrand, daß ihr euch wärmet.« 8. Und da er zu ihm kam, ward zu ihm gerufen: »Gesegnet ist, der da ist im Feuer und der darum ist; und Preis sei Allah, dem Herrn der Welten! 9. O Moses, siehe, ich bin Allah, der Mächtige, der Weise. 10. Und wirf hin deinen Stab!« Und da er ihn sich rütteln sah, als wäre er eine Schlange, kehrte er den Rücken zur Flucht und wendete sich nicht. »O Moses, fürchte dich nicht, siehe, bei mir fürchten sich nicht die Entsandten, 11. es sei denn, wer unrecht tat und hernach das Böse mit Gutem vertauscht. Denn siehe, ich bin verzeihend und barmherzig. 12. Und stecke deine Hand in deinen Busen; du wirst sie weiß herausziehen ohne ein Übel: eins von neun Zeichen für Pharao und sein Volk; siehe, sie sind ein frevelnd Volk.« 13. Und da unsre Zeichen vor ihren Augen geschahen, sprachen sie: »Dies ist offenkundige Zauberei.« 14. Und sie verleugneten sie, wiewohl ihre Seelen von ihnen überzeugt waren, in Ungerechtigkeit und Hoffart. Und schau, wie der Ausgang der Missetäter war!

15. Und wahrlich, wir gaben David und Salomo Wissen, und sie sprachen: »Das Lob sei Allah, der uns erwählt vor vielen seiner gläubigen Diener!« 16. Und Salomo beerbte David. Und er sprach: »O ihr Leute, gelehrt ward uns die Sprache der Vögel und gegeben ward uns von allen Dingen. Siehe, dies ist wahrlich offenkundige Huld.«

17. Und es versammelten sich zu Salomo seine Heerscharen von den Dschinn und Menschen und Vögeln, und sie waren in geschlossener Ordnung, 18. bis, als sie zum Ameisental gelangten, eine Ameise sprach: »O ihr Ameisen, gehet hinein in eure Wohnungen, auf daß euch nicht Salomo und seine Heerscharen zermalmen, ohne daß sie's wissen.« 19. Da lächelte er über ihre Worte und sprach: »Mein Herr, treibe mich an, deiner Gnade zu danken, mit der du mich und meine Eltern begnadet hast, und rechtschaffen zu handeln nach deinem Wohlgefallen. Und führe mich ein in deine Barmherzigkeit zu deinen rechtschaffenen Dienern.« 20. Und er musterte die Vögel und sprach: »Was sehe ich nicht den Wiedehopf? Ist er etwa abwesend? 21. Wahrlich, ich strafe ihn mit strenger Strafe oder schlachte ihn, es sei denn, er bringe mir eine offenkundige Entschuldigung.« 22. Und er säumte nicht lange und sprach: »Ich gewahrte, was du nicht gewahrtest, und ich bringe dir von Saba gewisse Kunde. 23. Siehe, ich fand eine Frau über sie herrschend, der von allen Dingen gegeben ward, und sie hat einen herrlichen Thron. 24. Und ich fand sie und ihr Volk die Sonne anbeten an Stelle Allahs; und ausgeputzt hat ihnen der Satan ihre Werke und hat sie abseits geführt vom Weg, und sie sind nicht rechtgeleitet. 25. Wollen sie nicht Allah anbeten, der zum Vorschein bringt das Verborgene in den Himmeln und auf Erden, und welcher weiß, was sie verbergen und offenkund tun? 26. Allah – es gibt keinen Gott außer ihm, dem Herrn des herrlichen Thrones.« 27. Er sprach: »Wir wollen schauen, ob du die Wahrheit sprachst oder logst. 28. Geh hinfort mit diesem meinem Brief und wirf ihn vor sie. Alsdann wende dich ab von ihnen und schau, was sie erwidern.« 29. Sie sprach: »O ihr Häupter, siehe, zu mir ward ein edler Brief geworfen. 30. Siehe, er ist von Salomo, und siehe, er ist im Namen Allahs, des Erbarmers, des Barmherzigen: 31. Erhebet euch nicht wider mich, sondern kommt als Muslime zu mir.« 32. Sie sprach: »O ihr Häupter, ratet mir in meiner Sache; ich entscheide keine Sache, ehe ihr mir nicht Zeugnis ablegt.« 33. Sie sprachen: »Wir sind begabt mit Kraft und starker Macht; der Befehl ist jedoch der deine, und schau zu, was du gebietest.« 34. Sie sprach: »Siehe, wenn Könige eine Stadt betreten, zerstören sie sie und machen die mächtigsten ihrer Bewohner zu den niedrigsten; also tun sie. 35. Und siehe, ich will zu ihnen ein Geschenk senden und will warten, was die Gesandten zurückbringen.« 36. Und da er zu Salomo kam, sprach er: »Wollt ihr etwa mein Gut vermehren? Aber was mir Allah gegeben, ist besser, als was er euch gab. Ihr jedoch freut euch eures Geschenks. 37. Kehre heim zu ihnen, und wahrlich, wir werden mit Heerscharen zu ihnen kommen, denen sie nicht widerstehen können, und wir werden sie in Schanden und gedemütigt vertreiben.« 38. Er sprach: »O ihr Häupter, wer von euch bringt mir ihren Thron, bevor sie zu mir als Muslime kommen?« 39. Ein Ifrit von den Dschinn sprach: »Ich bringe ihn dir, bevor du dich von deinem Platze erhebst, denn siehe, wahrlich, ich bin stark dafür und getreu.« 40. Da sprach der, bei dem Wissen von der Schrift war: »Ich bringe ihn dir, bevor dein Blick zu dir zurückkehrt.« Und da er ihn vor sich stehen sah, sprach er: »Dies ist eine Huld meines Herrn, mich zu prüfen, ob ich dankbar oder undankbar sei. Und wer dankbar ist, ist nur dankbar zu seinem Besten, und wenn einer undankbar ist – siehe, so ist mein Herr reich und großmütig.« 41. Er sprach: »Machet ihr ihren Thron unkenntlich; wir wollen sehen, ob sie rechtgeleitet ist oder nicht.« 42. Und da sie ankam, ward gesprochen: »Ist also dein Thron?« Sie sprach: »Es ist so, als ob er's wäre.« »Und uns ward Wissen gegeben vor ihr, und wir wurden Muslime. 43. Aber was sie außer Allah verehrte, führte sie abseits; siehe, sie gehörte zum ungläubigen Volk.« 44. (44.) Gesprochen ward zu ihr: »Tritt ein in die Burg.« Und da sie sie sah, hielt sie sie für einen See und entblößte ihre Schenkel. Er sprach: »Siehe, es ist eine Burg, getäfelt mit Glas.« 45. Sie sprach: »Mein Herr, siehe, ich sündigte wider mich selber, und ich ergebe mich mit Salomo Allah, dem Herrn der Welten.«

46. (45.) Und wahrlich, wir entsandten zu Thamud ihren Bruder Salih: »Dienet Allah.« Und siehe, sie wurden zwei streitende Parteien. 47. (46.) Er sprach: »O mein Volk, warum suchet ihr das Böse vor dem Guten herbeizuführen? Warum bittet ihr nicht Allah um Verzeihung? Vielleicht findet ihr Barmherzigkeit.« 48. (47.) Sie sprachen: »Wir ahnen Böses von dir und denen, die mit dir sind.« Er sprach: »Euer Omen ist bei Allah; ja, ihr seid ein Volk, das auf die Probe gestellt wird.« 49. (48.) Und es befanden sich in der Stadt neun Glieder einer Familie, welche im Lande Verderben anrichteten und nicht das Rechte taten. 50, (49.) Sie sprachen: »Schwöret einander bei Allah, daß wir ihn und seine Familie des Nachts überfallen. Alsdann wollen wir zu seinem nächsten Verwandten sagen: »Wir waren nicht Zeugen des Untergangs seiner Familie; und siehe, wir sind wahrlich wahrhaft.« 51. (50.) Und sie planten eine List, und wir planten eine List, ohne daß sie dessen gewahr wurden. 52. (51.) Und schau, wie das Ende ihrer List war. Wir vernichteten sie und ihr Volk insgesamt, 53. (52.) und jene, ihre Häuser wurden wüst für ihre Sünden; siehe, hierin ist ein Zeichen für Leute von Wissen. 54. (53.) Und wir erretteten diejenigen, welche glaubten und gottesfürchtig waren.

55. (54.) Und (gedenke) Lots, da er zu seinem Volke sprach: »Tretet ihr an die Schandbarkeit mit sehenden Augen heran? 56. (55.) Ist's, daß ihr euch in Lüsten den Männern naht anstatt den Frauen? Ja, ihr seid ein töricht Volk!« 57. (56.) Und die Antwort seines Volkes war nur die, daß sie sprachen: »Vertreibt Lots Familie aus eurer Stadt; siehe, es sind Leute, die sich für rein halten.« 58. (57.) Und wir retteten ihn und sein Volk mit Ausnahme seiner Frau, die nach unsrer Bestimmung zu den Säumenden gehörte. 59. (58.) Und wir ließen einen Regen auf sie regnen, und schlimm war der Regen der Gewarnten.

60. (59.) Sprich: »Das Lob ist Allahs, und Frieden auf seine Diener, die er erwählt hat! Ist Allah oder das, was ihr ihm beigesellt, besser?« 61. (60.) Wer hat denn erschaffen die Himmel und die Erde und sendet euch Wasser vom Himmel hernieder, durch das wir Gärten, erprangend in Schönheit, sprießen lassen? Nicht euch ist's gegeben, ihre Bäume sprießen zu lassen. Was? Ein Gott neben Allah? Nein; doch sie sind ein Volk, das (ihm Götter) gleichsetzt. 62. (61.) Wer hat denn die Erde fest hingestellt und mitten in sie Bäche gesetzt und hat ihr festgegründete (Berge) gegeben und hat zwischen die beiden Wasser eine Schranke gesetzt? Was? Ein Gott neben Allah? Doch die meisten von ihnen haben kein Wissen. 63. (62.) Wer antwortet denn dem Bedrängten, wenn er ihn anruft, und nimmt das Übel hinfort, und macht euch zu Nachfolgern auf Erden? Was? Ein Gott neben Allah? Wenige sind's, die es zu Herzen nehmen. 64. (63.) Wer denn leitet euch in den Finsternissen zu Land und Meer? Und wer entsendet die Winde als Freudenboten seiner Barmherzigkeit voraus? Was? Ein Gott neben Allah? Erhaben ist Allah ob dem, was ihr ihm beigesellt! 65. (64.) Wer schafft denn die Kreatur und wer läßt sie wieder erstehen? Und wer versorgt euch vom Himmel und von der Erde? Was? Ein Gott neben Allah? Sprich: »Her mit euerm Beweis, so ihr wahrhaftig seid.«

66. (65.) Sprich: »Keiner in den Himmeln und auf Erden kennt das Verborgene außer Allah, und sie wissen nicht 67. die Zeit, da sie erweckt werden. 68. (66.) Doch hat ihr Wissen etwas vom Jenseits erfaßt, aber im Zweifel sind sie darüber; nein, blind sind sie in bezug darauf.«

69. (67.) Und es sprechen die Ungläubigen: »Wenn wir und unsre Väter Staub geworden sind, sollen wir dann etwa erstehen? 70. (68.) Wahrlich, verheißen ward dies uns und unsern Vätern zuvor. Dies sind nur die Fabeln der Frühern.« 71. (69.) Sprich: »Wandert durch das Land und schauet, wie der Ausgang der Sünder war.« 72. (70.) Und betrübe dich nicht um sie, und sei nicht bedrängt ob ihrer Listen. 73. (71.) Und sie sprechen: »Wann tritt diese Verheißung ein, so ihr wahrhaftig seid?« 74. (72.) Sprich: »Vielleicht ist etwas von dem, was ihr beschleunigen möchtet, dicht hinter euch.« 75. (73.) Und siehe, dein Herr – wahrlich, er ist voll Huld gegen die Menschen, jedoch danken ihm die meisten nicht. 76. (74.) Und siehe, dein Herr weiß gewißlich, was eure Brust verbirgt und was sie offenkund tut. 77. (75.) Und nichts Verborgenes ist im Himmel und auf Erden, das nicht in einem deutlichen Buche stünde.

78. (76.) Siehe, dieser Koran erzählt den Kindern Israel das meiste von dem, worüber sie uneins sind. 79. (77.) Und siehe, er ist wahrlich eine Leitung und eine Barmherzigkeit für die Gläubigen. 80. (78.) Siehe, dein Herr wird unter ihnen in seiner Weisheit entscheiden, denn er ist der Mächtige, der Wissende. 81. (79.) Und vertrau auf Allah; siehe, du stehst in der offenkundigen Wahrheit. 82. (80.) Siehe, nicht wirst du die Toten hörend machen und nicht wirst du machen, daß die Tauben den Ruf hören, wenn sie den Rücken kehren. 83. (81.) Und nicht bist du ein Führer der Blinden aus ihrem Irrtum. Du sollst nur hörend machen den, der an unsre Zeichen glaubt; und das sind Muslime. 84. (82.) Und wenn der Spruch auf sie fällt, dann wollen wir ein Tier aus der Erde erstehen lassen, das zu ihnen sprechen soll: »Die Menschen trauten nicht unsern Zeichen.« 85. (83.) Und eines Tages wollen wir aus jedem Volke einen Trupp von denen versammeln, welche unsre Zeichen der Lüge ziehen, und sie sollen in Reih und Glied geordnet marschieren, 86. (84.) bis Er spricht, wenn sie vor ihn gekommen sind: »Habt ihr meine Zeichen der Lüge geziehen, ohne daß ihr sie mit Erkenntnis umfaßtet? Was ist's, das ihr getan habt?« 87. (85.) Und es fällt der Spruch auf sie ob ihrer Sünden, und sie werden nicht reden können. 88. (86.) Sahen sie denn nicht, daß wir die Nacht machten, damit sie in ihr ruhten, und den Tag zum Sehen? Siehe, hierin sind wahrlich Zeichen für gläubige Leute. 89. (87.) Und eines Tages wird in die Posaune gestoßen, und erschrecken werden alle in den Himmeln und auf Erden; außer denen, die Allah lieben. Und alle werden demütig zu ihm kommen. 90. (88.) Und die Berge, die du für fest hältst, wirst du wie Wolken dahingehen sehen: das Werk Allahs, der alle Dinge ordnet! Siehe, er weiß, was er tut. 91. (89.) Wer da kommt mit Gutem, der soll Gutes dafür erhalten, und sicher sollen sie sein vor dem Grausen jenes Tages. 92. (90.) Wer aber mit Bösem kommt, die sollen mit ihren Angesichtern ins Feuer gestürzt: werden. Sollt ihr anders belohnt werden als nach eurem Tun?

93. (91.) (Sprich:) Mir ist nur geheißen, dem Herrn dieses Landes zu dienen, der es geheiligt hat. Und sein sind alle Dinge. Und geheißen ward mir, einer der Muslime zu sein 94. (92.) und den Koran zu verlesen. Und wer geleitet ist, der ist nur zu seinem Besten geleitet; und wenn einer irrt, so sprich: »Ich bin nur einer der Warnenden.« 95. (93.) Und sprich: »Das Lob sei Allah; er wird euch seine Zeichen zeigen, und ihr werdet sie kennenlernen. Und nicht ist dein Herr achtlos eures Tuns.«

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