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Der Koran

: Der Koran - Kapitel 17
Quellenangabe
typetractate
author
titleDer Koran
publisherVerlag Phillip Reclam jun.
editorKurt Rudolph
year1970
firstpub
translatorMax Henning
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20080806
corrected20110414
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Siebzehnte Sure

Die Nachtfahrt

Geoffenbart zu Mekka

Im Namen Allahs,
des Erbarmers, des Barmherzigen!

1. Preis dem, der seinen Knecht des Nachts von dem heiligen Gebetsplatz zu dem weitentfernten Gebetsplatz reisen ließ, dessen Umgebung wir gesegnet haben, um ihm unsre Zeichen zu zeigen. Siehe, er ist der Hörende, der Schauende.

2. Und wir gaben Moses die Schrift und bestimmten sie zu einer Leitung für die Kinder Israel (und sprachen:) »Nehmet keinen außer mir zum Beschützer.« 3. Eine Nachkommenschaft derer, die wir mit Noah (in der Arche) trugen; siehe er war ein dankbarer Diener. 4. Und wir bestimmten für die Kinder Israel in der Schrift: »Wahrlich, zweimal werdet ihr auf der Erde Verderben anstiften und werdet euch in großer Hoffart erheben.« 5. Und wenn die Drohung für das erste Mal eintrifft, da entsenden wir wider euch unsre Diener, begabt mit gewaltiger Macht, und sie werden das Innerste eurer Wohnungen durchsuchen, und es wird die Drohung vollzogen. 6. Alsdann gaben wir euch wiederum die Macht über sie und mehrten euch an Gut und Kindern und machten euch zu einer zahlreichen Schar. 7. (Und wir sprachen:) »So ihr Gutes tut, tut ihr Gutes für euch, so ihr Böses tut, ist's wider euch.« Und wenn die Drohung für das andre Mal eintrifft, (da entsenden wir unsre Diener,) um euere Angesichter zu kränken und euere Moschee

zu betreten, wie sie dieselbe das erste Mal betraten, und, was sie erobert, von Grund aus zu zerstören. 8. Vielleicht, daß euer Herr sich euer erbarmt! Aber tut ihr's wieder, so tun auch wir es wieder, und bestimmt haben wir Dschehannam als Gefängnis für die Ungläubigen. 9. (9.) Siehe, dieser Koran leitet zum Richtigsten und verheißt den Gläubigen, 10. die das Rechte tun, großen Lohn; 11. (10.) aber denen, die nicht ans Jenseits glauben, (verheißt er,) daß wir ihnen schmerzliche Strafe bereitet haben.

12. (11.) Und es bittet der Mensch um Schlimmes, wie Wenn er um Gutes bäte; denn der Mensch ist voreilig. 13. (12.) Und wir machten die Nacht und den Tag zu zwei Zeichen. Und wir löschten das Zeichen der Nacht aus und machten das Zeichen des Tages sichtbar, auf daß ihr trachtet nach der Huld eures Herrn und daß ihr wisset die Zahl der Jahre und die Berechnung (der Zeit). Und jedes Ding, wir haben es klar erklärt. 14. (13.) Und jeden Menschen befestigt haben wir ihm sein Los an seinem Hals, und heraus wollen wir für ihn holen am Tag der Auferstehung ein Buch, das ihm geöffnet vorgelegt werden soll, (und wir werden zu ihm sprechen:) 15. (14.) »Lies dein Buch; du selber sollst heute Rechenschaft wider dich ablegen.«

16. (15.) Wer rechtgeleitet ist, der ist nur rechtgeleitet zu seinem eigenen Besten, und wer irregeht, der geht irre allein zu seinem eigenen Schaden; und nicht soll tragen eine beladene (Seele noch) eine andre Last. Und wir straften nicht eher, als wir einen Gesandten schickten. 17. (16.) Und so wir eine Stadt zerstören wollten, erging unser Gebot an die Üppigen darinnen. Und sie frevelten darinnen, und so erfüllte sich an ihr das Wort, und wir zerstörten sie von Grund aus. 18. (17.) Und wie viele Geschlechter vertilgten wir nach Noah! Denn dein Herr weiß und schaut die Sünden seiner Diener zur Genüge. 19. (18.) Wer diese Vergänglichkeit begehrt – schnell geben wir in ihr, was wir wollen, dem, der uns beliebt. Alsdann bestimmen wir Dschehannam für ihn, in der er brennen soll, in Schanden und verstoßen. 20. (19.) Wer aber das Jenseits begehrt und nach ihm eifert in geziemendem Eifer und gläubig ist – denen wird ihr Eifer gedankt. 21. (20.) Alle wollen wir versorgen, diese und jene, von den Gaben deines Herrn, und deines Herrn Gaben sollen nicht versagt werden. 22. (21.) Schau, wie wir die einen vor den andern bevorzugten! Doch das Jenseits soll größere Rangstufen haben und größere Auszeichnungen.

23. (22.) Setze nicht neben Allah einen anderen Gott, daß du nicht dasitzest, mit Schimpf bedeckt und hilflos. 24. (23.) Und bestimmt hat dein Herr, daß ihr ihm allein dienet und daß ihr gegen eure Eltern gütig seid, sei es, daß der eine von ihnen oder beide bei dir ins Alter kommen. Drum sprich nicht zu ihnen: »Pfui!« und schilt sie nicht, sondern führe zu ihnen ehrfürchtige Rede. 25. (24.) Laß zu ihnen den Fittich der Unterwürfigkeit hängen aus Barmherzigkeit und sprich: »Mein Herr, erbarme dich beider, so wie sie mich aufzogen, da ich klein war.« 26. (25.) Euer Herr weiß sehr wohl, was in euern Seelen ist, ob ihr rechtschaffen seid; 27. und siehe, er ist gegen die Bußfertigen verzeihend. 28. (26.) Und gib dem Verwandten, was ihm gebührt, und den Armen und dem Sohn des Weges; doch verschwende nicht in Verschwendung. 29. (27.) Siehe, die Verschwender sind die Brüder der Satane, und der Satan ist seinem Herrn undankbar. 30. (28.) Und so du dich abwendest von ihnen, im Trachten nach deines Herrn Barmherzigkeit, auf die du hoffst, so sprich doch zu ihnen freundliche Worte. 31. (29.) Und laß deine Hand nicht an deinen Hals gefesselt sein, und öffne sie nicht, soweit du vermagst, so daß du getadelt und verarmt dasitzest. 32. (30.) Siehe, dein Herr gibt reichlich den Unterhalt und bemessen, wem er will. Siehe, er kennt und schaut seine Diener. 33. (31.) Tötet nicht eure Kinder aus Furcht vor Verarmung; wir wollen sie und euch versorgen. Siehe, ihr Töten ist eine große Sünde. 34. (32.) Und bleibt fern der Hurerei; siehe, es ist eine Schändlichkeit und ein übler Weg. 35. (33.) Und tötet keinen Menschen, den euch Allah verwehrt hat, es sei denn um der Gerechtigkeit willen. Ist aber jemand ungerechterweise getötet, so geben wir seinem nächsten Anverwandten Gewalt. Doch sei er nicht maßlos im Töten; siehe, er findet Hilfe. 36. (34.) Und bleibt fern dem Gut der Waise, außer zu ihrem Besten, bis sie das Alter der Reife erlangt hat. Und haltet den Vertrag. Siehe, über Verträge werdet ihr zur Rechenschaft gezogen. 37. (35.) Und gebet volles Maß, wenn ihr messet, und wäget mit richtiger Waage; so ist's besser und förderlicher zur Erledigung. 38. (36.) Und fuße nicht auf dem, wovon du kein Wissen hast; siehe, Gehör, Gesicht und Herz, alles wird dafür zur Rechenschaft gezogen. 37. (39.) Und schreite nicht auf der Erde stolz einher; siehe, du kannst die Erde nicht spalten noch die Berge an Höhe erreichen. 40. (38.) Alles dies ist übel vor deinem Herrn und verhaßt. 41. (39.) Dies ist von dem, was dir dein Herr an Weisheit offenbarte; und setze neben Allah keinen andern Gott, sonst wirst du in Dschehannam geworfen, getadelt und verstoßen.

42. (40.) Hat euch denn euer Herr gerade für euch Söhne erwählt und sich von den Engeln Töchter angenommen? Siehe, ihr sprechet wahrlich ein erschreckliches Wort aus. 43. (41.) Siehe, wir haben in diesem Koran mannigfaltige Beweise gegeben, sie zu verwarnen; aber es vermehrt nur ihren Widerwillen. 44. (42.) Sprich: »Gäbe es neben ihm noch Götter, wie sie sprechen, alsdann müßten sie doch nach einem Weg trachten, dem Herrn des Thrones beizukommen.« 45. (43.) Preis Ihm! Und erhaben ist er hoch über ihre Behauptung! 46. (44.) Es preisen ihn die sieben Himmel und die Erde und wer darinnen. Und kein Ding ist, das ihn nicht lobpreist. Doch versteht ihr nicht ihre Lobpreisung. Siehe, er ist milde und verzeihend. 47. (45.) Wenn du den Koran vorträgst, so machen wir zwischen dir und denen, die nicht ans Jenseits glauben, einen verhüllenden Vorhang; 48. (46.) und wir legen auf ihre Herzen Decken, daß sie ihn nicht verstehen; und machen ihre Ohren schwerhörig. 49. Und wenn du deinen Herrn im Koran als einen Einigen erwähnst, wenden sie ihren Rücken zur Flucht. 50. (47.) Wir wissen sehr wohl, warum sie darauf hören, wenn sie dir zuhören. Und wenn sie insgeheim miteinander reden, dann sprechen die Ungerechten: »Ihr folgt nur einem verzauberten Mann.« 51. (48.) Schau, was sie für Gleichnisse mit dir anstellen! Aber sie irren sich und vermögen keinen Weg zu finden. 52. (49.) Und sie sprechen: »Wenn wir Gebeine geworden sind und Staub, sollen wir dann etwa zu einer neuen Schöpfung erstehen?« 53. (50.) Sprich: »Wäret ihr auch Stein oder Eisen (51.) oder sonst welches Erschaffene, das euch schwer dünkt (erweckt zu werden)...« Und sie werden sprechen: »Wer wird uns zurückbringen?« Sprich: »Er, der euch das erste Mal erschuf.« Und dann werden sie das Haupt wider dich schütteln und sprechen: »Wann geschieht's?« Sprich: »Vielleicht geschieht's bald.« 54. (52.) Eines Tages wird er euch rufen, und ihr werdet ihm antworten mit Lobpreisung und werdet glauben, ihr hättet nur ein wenig verweilt.

55. (53.) Und sprich zu meinen Dienern, sie sollen aufs freundlichste reden. Siehe, der Satan sucht Streit unter ihnen zu stiften; siehe, der Satan ist den Menschen ein offenkundiger Feind. 56. (54.) Euer Herr kennt euch sehr wohl; wenn er will, erbarmt er sich euer, und wenn er will, straft er euch, und nicht haben wir dich entsandt, ihr Beschützer zu sein. 57. (55.) Und dein Herr kennt jeden, der in den Himmeln und auf Erden ist. Und wahrlich, wir bevorzugten die einen der Propheten vor den andern, und wir gaben David die Psalmen.

58. (56.) Sprich: »Rufet nur jene an, die ihr neben ihm (als Götter) annehmt, sie vermögen doch nicht, euch von dem Übel zu befreien oder es abzuwenden. 59. (57.) Jene, die sie anrufen, trachten selbst nach Vereinigung mit ihrem Herrn, ihm am nächsten zu stehen, und hoffen auf seine Barmherzigkeit und fürchten seine Strafe. Siehe, die Strafe deines Herrn ist zu fürchten. 60. (58.) Und es gibt keine Stadt, die wir nicht vernichten wollen vor dem Tag der Auferstehung oder doch mit strenger Strafe strafen wollen; das ist in dem Buch verzeichnet. 61. (59.) Und nichts hinderte uns, (dich) mit Zeichen zu entsenden, wenn nicht die Früheren sie der Lüge geziehen hätten. Und wir gaben Thamud die Kamelin sichtbarlich, und sie versündigten sich wider sie. Und wir entsenden nur mit Zeichen, um Furcht zu erwecken. 62. (60.) Und (gedenke,) als wir zu dir sprachen: »Siehe, dein Herr umgibt die Menschen.« Und wir bestimmten das Gesicht, das wir dich sehen ließen, nur zu einer Versuchung für die Menschen, und (ebenso) den verfluchten Baum im Koran; und wir erfüllen sie mit Furcht, und es wird sie nur stärken in großer Ruchlosigkeit. 63. (61.) Und da wir zu den Engeln sprachen: »Werfet euch nieder vor Adam!« Da warfen sich alle nieder bis auf Iblis. Er sprach: »Soll ich mich niederwerfen vor einem, den du aus Ton erschaffen?« 64. (62.) Er sprach: »Was dünkt dir von diesem, den du höher ehrtest als mich? Wahrlich, wenn du mit mir bis zum Tag der Auferstehung verziehst, will ich seine Nachkommenschaft bis auf wenige ausrotten.« 65. (63.) Er sprach: »Hinfort! Und wer dir von ihnen folgt, siehe, so soll Dschehannam euer Lohn sein, ein reicher Lohn. 66. (64.) Verführe nun von ihnen, wen du vermagst, mit deiner Stimme und bedränge sie mit deinen Reitern und Mannen und sei ihr Teilhaber an ihrem Gut und ihren Kindern und mach ihnen Versprechungen. Aber was ihnen der Satan verspricht, ist nur Trug. 67. (65.) Siehe, meine Diener, über sie hast du keine Gewalt, und dein Herr genügt als Beschützer.«

68. (66.) Euer Herr ist es, der euch die Schiffe auf dem Meere treibt, auf daß ihr trachtet nach seinem Überfluß. Siehe, er ist gegen euch barmherzig. 69. (67.) Und wenn euch ein Unheil auf dem Meere trifft, dann sind jene, die ihr außer ihm anruft, in weiter Ferne. Hat er euch aber ans Land gerettet, dann wendet ihr euch ab; und der Mensch ist undankbar. 70. (68.) Seid ihr denn sicher davor, daß er euch in die Erde versinken lässet oder wider euch einen Sandsturm entsendet? Alsdann findet ihr keinen Beschützer für euch. 71. (69.) Oder seid ihr sicher davor, daß er euch nicht noch ein andermal aufs Meer hinausführt und wider euch eine Windsbraut entsendet und euch für eure Undankbarkeit ertränkt? Alsdann findet ihr keinen Helfer wider mich. 72. (70.) Und wahrlich, wir zeichneten die Kinder Adams aus und trugen sie zu Land und Meer und versorgten sie mit guten Dingen und bevorzugten sie hoch vor vielen unsrer Geschöpfe.

73. (71.) Eines Tages werden wir alle Menschen rufen mit ihren Führern; und jene, denen ihr Buch in ihre Rechte gegeben wird, die sollen es lesen und sollen nicht um einen Faden Unrecht erleiden. 74. (72.) Und wer hienieden blind gewesen, der soll auch im Jenseits blind sein und noch mehr vom Weg abirren. 75. (73.) Und siehe, fast hätten sie dich von dem, was wir dir offenbarten, abwendig gemacht, daß du etwas anderes wider uns erdichtetest, und alsdann hätten sie dich wahrlich zum Freund angenommen. 76. (74.) Und wenn wir dich nicht gefestigt hätten, so hättest du dich beinahe ihnen um ein weniges zugeneigt. 77. (75.) Alsdann hätten wir dich wahrlich das Doppelte (an Strafe) im Leben und im Tode schmecken lassen, und dann hättest du keinen Helfer wider uns gefunden. 78. (76.) Und wahrlich, fast hätten sie dich zum Verlassen des Landes bewogen, um dich daraus zu vertreiben; aber dann hätten sie nur noch ein weniges nach dir darinnen verweilt. 79. (77.) (So war unser) Verfahren mit denen von unsern Gesandten, die wir vor dir entsandten, und nicht sollst du eine Änderung in unserm Verfahren finden.

80. (78.) Verrichte das Gebet bei Sonnenuntergang bis zum Dunkel der Nacht und die Morgenlesung. Die Morgenlesung wird bezeugt. 81. (79.) Bring mit ihr (der Rezitation aus dem Koran) etwas von der Nacht wach zu; das dient dir als Überschuß; vielleicht erweckt dich dein Herr zu einem preislichen Rang (im Jenseits). 82. (80.) Und sprich: »Mein Herr, laß meinen Eingang und meinen Ausgang wahrhaftig sein und gewähre mir deine helfende Macht.« 83. (81.) Und sprich: »Gekommen ist die Wahrheit und vergangen das Nichtige. Siehe, das Nichtige ist vergänglich.« 84. (82.) Und wir senden hinab vom Koran, was eine Heilung ist und eine Barmherzigkeit für die Gläubigen; den Sündern aber mehrt er nur das Verderben. 85. (83.) Und wenn wir dem Menschen Gnade erweisen, wendet er sich ab und geht beiseite; und so ihn ein Übel trifft, verzweifelt er. 86. (84.) Sprich: »Jeder handelt nach seiner Weise, und euer Herr weiß sehr wohl, wer auf den besten Weg geleitet ist.«

87. (85.) Und sie werden dich über den Geist befragen. Sprich: »Der Geist ist auf den Befehl meines Herrn (erschaffen); euch aber ist nur wenig Wissen (hiervon) gegeben.« 88. (86.) Und wahrlich, wollten wir, so nähmen wir fort, was wir dir geoffenbart; alsdann fändest du für dich hierin wider uns keinen Beschützer, 89. (87.) außer der Barmherzigkeit deines Herrn; siehe, seine Huld gegen dich ist groß.

90. (88.) Sprich: »Wahrlich, wenn sich auch die Menschen und die Dschinn zusammentäten, um einen Koran gleich diesem hervorzubringen, sie brächten keinen gleichen hervor, auch wenn die einen den andern beistünden.«

91. (89.) Und wahrlich, wir haben den Menschen in diesem Koran allerlei Beispiele klar aufgestellt, aber die meisten Menschen wollen ihn nicht, allein aus Unglauben. 92. (90.) Und sie sprechen: »Nimmer glauben wir dir, bis du uns aus der Erde eine Quelle hervorbrechen lassest; 93. (91.) oder bis du einen Palmen- und Rebengarten besitzest, in dessen Mitte du die Bäche hervorströmen lassest; 94. (92.) oder bis du den Himmel in Stücken, wie du es behauptest, auf uns niederfallen lassest oder Allah und die Engel als Bürgschaft bringst; 95. (93.) oder bis du ein Haus aus Gold besitzest oder in den Himmel steigst; und wir wollen nicht eher dein Hinaufsteigen glauben, als bis du uns ein Buch hinabgesendet hast, das wir lesen können.« Sprich: »Preis meinem Herrn! Bin ich mehr als ein Mensch, ein Gesandter?« 96. (94.) Und nichts hindert die Menschen am Glauben, wenn die Leitung zu ihnen gekommen ist, als daß sie sprechen: »Hat Allah nur einen Menschen entsandt?« 97. (95.) Sprich: »Wenn die Engel auf Erden vertraulich wandelten, wahrlich, dann hätten wir ihnen vom Himmel einen Engel als Gesandten hinabgeschickt.« 98. (96.) Sprich: »Allah genügt als Zeuge zwischen mir und zwischen euch; siehe, er weiß und schaut seine Diener.« 99. (97.) Und wen Allah leitet, der ist der Rechtgeleitete; und wen er irreführt, nimmer findest du Helfer für sie außer ihm. Und versammeln werden wir sie am Tag der Auferstehung auf ihren Gesichtern, blind, stumm und taub. Und ihre Herberge soll sein Dschehannam. Sooft sie erlöscht, wollen wir die Flamme wieder anzünden. 100. (98.) Solches ist ihr Lohn, darum daß sie nicht an unsre Zeichen glaubten und sprachen: »Wenn wir Gebeine und Staub geworden sind, sollen wir dann wieder zu einem neuen Geschöpf erstehen?« 101. (99.) Aber sehen sie denn nicht, daß Allah, der die Himmel und die Erde erschaffen hat, imstande ist, ihresgleichen zu schaffen? Und bestimmt hat er für sie einen Termin, an dem kein Zweifel ist; aber die Sünder verwerfen dies aus Unglauben.

102. (100.) Sprich: »Besäßet ihr die Schätze der Barmherzigkeit meines Herrn, wahrlich, ihr würdet sie festhalten aus Furcht, sie auszugeben; denn der Mensch ist geizig.«

103. (101.) Und wahrlich, wir gaben Moses neun deutliche Zeichen. Erkundige dich nur bei den Kindern Israel. Und als er zu ihnen kam, sprach Pharao zu ihm: »Siehe, o Moses, ich halte dich für verzaubert.« 104. (102.) Er sprach: »Du weißt doch, daß niemand anders diese (Zeichen) herabgesandt hat als der Herr der Himmel und der Erde als sichtbare Beweise. Und wahrlich, ich halte dich, o Pharao, für verloren.« 105. (103.) Da suchte Pharao sie aus dem Lande zu treiben; aber wir ertränkten ihn und die bei ihm waren allzumal. 106. (104.) Und wir sprachen nach seiner Vernichtung zu den Kindern Israel: »Bewohnet das Land, und wenn die Verheißung des Jenseits eintrifft, dann werden wir euch herzubringen in buntem Haufen.« (105.) Und in Wahrheit haben wir ihn hinabgesandt, und in Wahrheit stieg er hinab, und dich entsandten wir nur als Freudenboten und Warner.

107. (106.) Und wir haben den Koran in Abschnitte geteilt, damit du ihn den Menschen mit Verzug vorträgst; und wir sandten ihn nach und nach hinab. 108. (107.) Sprich: »Glaubt ihr daran oder glaubt ihr nicht daran, siehe, jene, denen zuvor das Wissen gegeben ward, fallen, wenn er ihnen verlesen wird, anbetend auf ihr Antlitz nieder und sprechen: (108.) ›Preis unserm Herrn! Siehe, unsers Herrn Verheißung ist wahrlich erfüllt!‹« 109. (109.) Und sie fallen weinend auf ihr Angesicht nieder, und er erhöht ihre Demut.

110. (110.) Sprich: »Rufet ihn Allah an oder rufet ihn an Er-Rahman – wie ihr ihn auch anrufen mögt, sein sind die schönsten Namen. Und bete nicht zu laut und auch nicht zu leise, sondern halte den Weg dazwischen inne.«

111. (111.) Und sprich: »Gelobt sei Allah, der weder einen Sohn gezeugt noch einen Gefährten im Regiment hat, noch einen Beschützer aus Schwäche.« Und rühme seine Größe.

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