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Der Koran

: Der Koran - Kapitel 12
Quellenangabe
typetractate
author
titleDer Koran
publisherVerlag Phillip Reclam jun.
editorKurt Rudolph
year1970
firstpub
translatorMax Henning
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20080806
corrected20110414
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Zwölfte Sure

Joseph

Geoffenbart zu Mekka

Im Namen Allahs,
des Erbarmers, des Barmherzigen!

A. L. R. 1. Dies sind die Zeichen des deutlichen Buches. 2. Siehe, wir haben es hinabgesandt als einen arabischen Koran; vielleicht begreift ihr (es). 3. Erzählen wollen wir dir die schönste der Geschichten durch die Offenbarung dieses Korans; siehe, zuvor warst du achtlos (auf sie).

4. Als Joseph zu seinem Vater sprach: »O mein Vater, siehe, ich sah elf Sterne, und die Sonne und den Mond, ich sah sie, wie sie sich vor mir niederwarfen« – 5. sprach Jakob: »Mein Söhnchen, erzähle dein Gesicht nicht deinen Brüdern, sonst möchten sie dir eine List planen; siehe, der Satan ist den Menschen ein offenkundiger Feind. 6. Und gemäß diesem wird dich dein Herr erlesen und wird dich lehren die Deutung der Geschichten und wird seine Gnade an dir vollenden und an dem Hause Jakobs, gleichwie er sie vollendete an deinen Vätern zuvor, an Abraham und Isaak. Siehe, dein Herr ist wissend und weise.«,

7. Wahrlich, in Joseph und seinen Brüdern waren Zeichen für die Fragenden: 8. Da sie sprachen: »Wahrlich, Joseph und sein Bruder sind unserm Vater lieber als wir, wiewohl wir eine Schar sind. Siehe, unser Vater ist wahrlich in offenkundigem Irrtum; 9. tötet Joseph oder treibt ihn in die Ferne. Eures Vaters Angesicht wird euch dann wieder gehören, und nach seiner Entfernung werdet ihr rechtschaffene Leute sein.« 10. Einer unter ihnen aber sprach: »Tötet Joseph nicht, sondern werft ihn in die Tiefe der Zisterne. Eine der Karawanen wird ihn dann herausziehen, so ihr es tut.« 11. Sie sprachen: »O unser Vater, warum vertraust du uns nicht Joseph an? Siehe wahrlich, wir meinen es gut mit ihm. 12. Schicke ihn morgen mit uns, damit er sich erfreue und spiele; und siehe wahrlich, wir wollen ihn hüten!« 13. Er sprach: »Siehe wahrlich, mich betrübt es, daß ihr ihn wegnehmen wollt. Und ich fürchte, der Wolf möchte ihn fressen, wenn ihr nicht acht auf ihn gebt.« 14. Sie sprachen: »Wahrlich, wenn ihn der Wolf fräße, wo wir eine Schar sind, siehe wahrlich, dann soll es uns übel ergehen!« 15. Und als sie mit ihm abgezogen waren und sich geeinigt hatten, ihn in die Tiefe der Zisterne zu werfen, da offenbarten wir ihm: »Wahrlich, verkünden wirst du ihnen diese ihre Handlung, ohne daß sie dich erkennen.« 16. Und des Abends kamen sie weinend zu ihrem Vater. 17. Sie sprachen: »O unser Vater, siehe, wir liefen um die Wette fort und ließen Joseph bei unsern Sachen zurück, und da fraß ihn der Wolf. Du aber glaubst uns doch nicht, auch wenn wir die Wahrheit sprächen.« 18. Und sie brachten sein Hemd mit falschem Blut. Er sprach: »Nein; erdichtet habt ihr euch etwas; also (gilt) geziemende Geduld und die Anrufung Allahs um Hilfe wider euern Bericht.« 19. Und es kam eine Karawane, und sie schickten ihren Wasserschöpfer aus, und er ließ seinen Eimer hinab. Da rief er: »O Glück! Hier ist ein Jüngling!« Und sie verbargen ihn als Ware, Allah aber wußte ihr Tun. 20. Und sie verkauften ihn für einen winzigen Preis, für ein paar Dirhem, denn sie verabscheuten ihn. 21. Und es sprach sein Käufer, ein Ägypter, zu seiner Frau: »Mach seine Wohnung geehrt, vielleicht nützt er uns oder nehmen wir ihn als Sohn an.« Und so gaben wir Joseph eine Stätte im Lande und lehrten ihn die Deutung der Geschichten. Und Allah ist seiner Sache gewachsen, jedoch wissen es die meisten Menschen nicht.

22. Und als er seine Vollkraft erreicht hatte, gaben wir ihm Weisheit und Wissen; und also belohnen wir die Rechtschaffenen. 23. Und sie, in deren Haus er war, stellte ihm nach und verriegelte die Türen und sprach: »Komm her!« Er sprach: »Allah verhüte es! Siehe, mein Herr hat mir eine gute Wohnung gegeben. Siehe, den Ungerechten ergeht es nicht wohl.« 24. Und sie verlangte nach ihm; und auch er hätte nach ihr verlangt, wenn er nicht eine Erleuchtung von seinem Herrn gesehen hätte. Also (taten wir,) um Schlechtigkeit und Schändlichkeit von ihm abzuwehren. Siehe, er war einer unserer lautern Diener. 25. Und sie liefen beide zur Tür, und sie zerriß sein Hemd von hinten; und sie trafen auf ihren Herrn bei der Tür. Sie sprach: »Was ist der Lohn dessen, der gegen deine Familie Böses im Schilde führt, das Gefängnis oder schmerzliche Strafe?« 26. Er sprach: »Sie stellte mir nach.« Und es bezeugte ein Zeuge aus ihrer Familie: »Wenn sein Hemd vorn zerrissen ist, so hat sie die Wahrheit gesprochen, und er ist ein Lügner. 27. Ist sein Hemd jedoch hinten zerrissen, so hat sie gelogen, und er hat die Wahrheit gesprochen.« 28. Und da er sein Hemd hinten zerrissen sah, sprach er: »Siehe, das ist eine eurer Listen! Siehe, eure List ist groß! 29. Joseph, wende dich ab hiervon, und du, (o Frau,) bitte ihn für deine Schuld um Verzeihung; siehe, du hast gesündigt.« 30. Und es sprachen die Frauen in der Stadt: »Die Frau des Hochmögenden hat ihrem Burschen nachgestellt. Er hat sie zur Liebe entflammt; siehe wahrlich, wir sehen sie in offenkundigem Irrtum.« 31. Und als sie von ihrer Bosheit vernahm, schickte sie zu ihnen und bereitete ihnen ein Gelage und gab einer jeden von ihnen ein Messer und sprach (zu Joseph:) »Komm heraus zu ihnen.« Und da sie ihn sahen, rühmten sie ihn und schnitten sich in die Hände und sprachen: »Allah behüte! Das ist kein Mensch, das ist ein edler Engel!« 32. Sie sprach: »Und dieser ist's, um dessentwillen ihr mich tadeltet. Und wahrlich, ich stellte ihm nach, doch widerstand er. Und wahrlich, wenn er nicht nach meinem Geheiß tut, soll er ins Gefängnis geworfen und verächtlich behandelt werden.« 33. Er sprach: »Mein Herr, das Gefängnis ist mir lieber als das, wozu sie mich einladen. Und wenn du nicht von mir ihre List abwendest, gebe ich ihnen in meiner Jugend nach und werde einer der Toren.« 34. Und es erhörte ihn sein Herr und wendete ihre List von ihm ab. Siehe, er ist der Hörende, der Wissende.

35. Alsdann beliebte es ihnen, nachdem sie die Zeichen (seiner Unschuld) gesehen hatten, ihn für eine Zeit einzusperren. 36. Und mit ihm kamen zwei Jünglinge ins Gefängnis. Einer derselben sprach: »Siehe, ich sah mich Wein auspressen.« Und der andre sprach: »Siehe, ich sah mich auf meinem Haupte Brot tragen, von dem die Vögel fraßen. Verkünde uns die Deutung hiervon. Siehe, wir sehen, daß du einer der Rechtschaffenen bist.« 37. Er sprach: »Ehe euch noch das Essen gebracht wird, mit dem ihr versorgt werdet, will ich euch die Deutung hiervon sagen. Dies ist etwas von dem, was mich mein Herr gelehrt hat. Siehe, ich verließ die Religion der Leute, die nicht an Allah glauben und das Jenseits leugnen, 38. und ich folge der Religion meiner Väter Abraham, Isaak und Jakob. Und ist es nicht erlaubt, etwas Allah beizugesellen. Dies ist von Allahs Huld gegen uns und gegen die Menschen; jedoch sind die meisten Menschen nicht dankbar. 39. O ihr beiden Kerkergenossen, sind Herren, geteilt untereinander, besser als Allah, der Einige, der Allmächtige? 40. Ihr verehret außer ihm nichts als Namen, die ihr selber erfunden habt und eure Väter, und wozu Allah euch keine Vollmacht gab. Das Gericht ist allein Allahs. Befohlen hat er, daß ihr ihm allein dienet. Das ist der wahrhafte Glauben, jedoch wissen es die meisten Menschen nicht. 41. O ihr beiden Kerkergenossen, was den einen von euch anlangt, so wird er seinem Herrn Wein kredenzen, der andre aber wird gekreuzigt werden, und fressen werden die Vögel von seinem Haupt. Beschlossen ist die Sache, über die ihr mich um Aufschluß fragt.« 42. Und er sprach zu dem von den beiden, dessen Befreiung er annahm: »Gedenke meiner bei deinem Herrn.« Und so ließ Satan ihn das Gedenken seines Herrn vergessen, so daß er noch einige Jahre im Gefängnis blieb.

43. Und es sprach der König: »Siehe, ich sah sieben fette Kühe, es fraßen sie sieben magere – und sieben grüne Ähren und (sieben) andre dürre. O ihr Großen, gebt mir Aufschluß über mein Gesicht, so ihr das Gesicht auslegen könnt.« 44. Sie sprachen: »Traumphantasien sind's, und wir wissen nichts von Traumdeutung.« 45. Und es sprach der, welcher von den beiden freigelassen war, denn er gedachte (Josephs) nach (langer) Zeit: »Ich will euch seine Deutung ansagen; entsendet mich.« 46. »Joseph, o du Wahrhafter, gib uns Aufschluß über sieben fette Kühe, die von sieben magern gefressen werden, und von sieben grünen und andern dürren Ähren, auf daß ich zu den Leuten zurückkehre, damit sie es wissen.« 47. Er sprach: »Ihr werdet sieben Jahre säen wie üblich. Und was ihr schneidet, lasset es in seinen Ähren bis auf weniges, von dem ihr esset. 48. Alsdann kommen nach diesem sieben harte (Jahre,) welche verzehren werden, was ihr zuvor für sie eingebracht habt, bis auf weniges von dem, was ihr bewahrt. 49. Alsdann kommt nach diesem Jahr ein Jahr, in welchem die Menschen Regen haben und in dem sie (Wein) pressen.« 50. Und es sprach der König: »Bringt ihn mir.« Und als der Bote zu ihm kam, sprach er: »Kehre zurück zu deinem Herrn und frag ihn, was die Frauen vorhatten, die sich in die Hände schnitten. Siehe, mein Herr kennt ihre List.« 51. Er sprach: »Was war eure Absicht, als ihr dem Joseph nachstelltet?« Sie sprachen: »Allah behüte! Wir wissen nichts Böses von ihm.« Da sprach die Frau des Hochmögenden: »Nunmehr ist die Wahrheit offenkund. Ich stellte ihm nach, und siehe wahrlich, er gehört zu den Rechtschaffenen.« 52. »Dies, (so sprach Joseph,) damit (mein Herr) wüßte, daß ich nicht während seiner Abwesenheit Verrat wider ihn übte und daß Allah nicht die List der Verräter leitet. 53. Und nicht rechtfertige ich mich selber; siehe, die Seele ist geneigt zum Bösen, es sei denn, daß sich mein Herr erbarmt; siehe, mein Herr ist verzeihend, barmherzig.« 54. Und es sprach der König: »Bringt mir ihn, ich will ihn für mich haben.« Und als er mit ihm geredet hatte, sprach er: »Siehe, von heute an bist du bei uns in Amt und Vertrauen.« 55. Er sprach: »Setze mich über die Speicher des Landes; siehe, ich bin ein kluger Hüter.« 56. Und also gaben wir Joseph eine Stätte im Land, um in ihm zu wohnen, wo er wollte. Wir treffen mit unsrer Barmherzigkeit, wen wir wollen, und lassen nicht verlorengehen den Lohn der Rechtschaffenen. 57. Und wahrlich, der Lohn des Jenseits ist besser für die, welche glauben und gottesfürchtig sind.

58. Und es kamen Josephs Brüder und traten bei ihm ein, und er erkannte sie, sie aber erkannten ihn nicht. 59. Und als er sie mit ihrem Proviant verproviantiert hatte, sprach er: »Bringt mir euern Bruder von euerm Vater. Seht ihr nicht, daß ich volles Maß gebe und daß ich der beste Gastgeber bin? 60. Und wenn ihr mir ihn nicht bringt, sollt ihr kein Maß bei mir haben und sollt mir nicht nahen.« 61. Sie sprachen: »Wir wollen ihn von unserm Vater begehren, und siehe, wir tun es gewißlich.« 62. Und er sprach zu seinen Dienern: »Stecket ihr Geld in ihre Lasten; vielleicht bemerken sie es, wenn sie zu ihren Familien heimgekehrt sind, und kommen vielleicht zurück.« 63. Und als sie zu ihrem Vater zurückgekehrt waren, sprachen sie: »O unser Vater, das Maß ist uns verwehrt; so schicke unsern Bruder mit uns, daß wir Maß erhalten. Und siehe, wir hüten ihn gewißlich.« 64. Er sprach: »Kann ich ihn euch etwa anders anvertrauen, als wie ich euch zuvor seinen Bruder anvertraute? Allah aber ist der beste Hüter, und er ist der barmherzigste Erbarmer.« 65. Und als sie ihre Habe öffneten, fanden sie ihr Geld wieder. Sie sprachen: »O unser Vater, was wünschen wir mehr? Unser Geld ist uns wiedergegeben, und so wollen wir für unsre Familien Getreide einkaufen und unsern Bruder hüten und werden eine Kamelslast mehr nehmen. Das ist ein leichtes Maß.« 66. Er sprach: »Nimmermehr sende ich ihn mit euch, es sei denn, ihr gelobet mir vor Allah, ihn mir gewißlich wiederzubringen, falls ihr nicht rings umschlossen seid.« Und als sie es ihm gelobt hatten, sprach er: »Allah ist Bürge für unsre Worte.« 67. Und er sprach: »O meine Söhne, tretet nicht ein durch ein Tor; tretet ein durch verschiedene Tore. Und ich kann euch nichts gegen Allah helfen. Der Spruch ist allein Allahs, auf ihn traue ich, und vertrauen sollen auf ihn alle Vertrauenden.« 68. Und als sie eingetreten waren, wie ihr Vater es ihnen befohlen hatte, nützte ihnen dieses nichts gegen Allah, außer daß es ein Verlangen in Jakobs Seele erfüllte. Und siehe, wahrlich, er besaß Wissen, das wir ihn gelehrt hatten; jedoch wissen es die meisten Menschen nicht. 69. Und als sie bei Joseph eingetreten waren, nahm er seinen Bruder bei sich auf. Er sprach: »Siehe, ich bin dein Bruder, betrübe dich nicht über das, was sie getan.« 70. Und als er sie mit ihrem Proviant verproviantiert hatte, steckte er seinen Becher in den Kamelssattel seines Bruders. Alsdann rief ein Ausrufer: »O ihr Reisende, wahrlich, ihr seid Diebe.« 71. Sie sprachen, indem sie sich zu ihnen wandten: »Was vermisset ihr denn?« 72. Sie sprachen: »Wir vermissen den Becher des Königs, und wer ihn wiederbringt, soll eine Kamelslast (Getreide) erhalten; und ich verbürge mich dafür.« 73. Sie sprachen: »Bei Gott, wahrlich, ihr wisset, daß wir nicht gekommen sind, um Verderben im Land zu stiften; und wir sind keine Diebe.« 74. Sie sprachen: »Und was soll sein Lohn sein, so ihr Lügner seid?« 75. Sie sprachen: »Der, in dessen Kamelssattel er gefunden wird, soll zum Lohn dafür sein Entgelt sein; also lohnen wir den Ungerechten.« 76. Und er begann mit ihren Säcken vor dem Sack seines Bruders; alsdann zog er ihn aus dem Sack seines Bruders. Also gaben wir dem Joseph die List ein. Nicht wäre es ihm nach des Königs Gesetz erlaubt gewesen, seinen Bruder festzunehmen, wenn es nicht Allah beliebt hätte. Wir erhöhen um Stufen, wen wir wollen, und über jedem Wissenden ist Er der Wissende. 77. Sie sprachen: »Wenn er stahl, so hat sein Bruder zuvor gestohlen.« Joseph aber hielt es bei sich verborgen und offenbarte es ihnen nicht. Er sprach (jedoch bei sich:) »Ihr seid in übler Lage; und Allah weiß sehr wohl, was ihr redet.« 78. Sie sprachen: »O Hochmögender, siehe, er hat einen Vater, einen alten Scheich; so nimm einen von uns an seiner Statt; siehe, wir sehen, daß du rechtschaffen bist.« 79. Er sprach: »Das verhüte Allah, daß wir einen andern festnehmen, als bei dem wir unser Eigentum fanden; siehe, sonst wären wir gewißlich Sünder.« 80. Und da sie an ihm verzweifelten, gingen sie abseits, sich zu beraten. Es sprach ihr Ältester: »Wisset ihr nicht, daß euer Vater von euch ein Gelöbnis vor Allah abnahm und wie ihr euch zuvor gegen Joseph verginget? Nimmermehr drum verlasse ich das Land, ehe mein Vater es mir nicht erlaubt oder Allah für mich richtet; denn er ist der beste Richter. 81. Kehret zurück zu euerm Vater und sprechet: ›0 unser Vater, siehe, dein Sohn hat gestohlen; und wir bezeugen nur, was wir wissen, und nicht können wir das Verborgene abwehren. 82. Frag nur in der Stadt, in der wir gewesen, und die Karawane, mit der wir angekommen sind, und siehe, wahrlich, wir sprachen die Wahrheit.‹« 83. Er sprach: »Nein, erdichtet habt ihr euch etwas; und so (gilt) geziemende Geduld. Vielleicht bringt mir sie Allah alle (beide) wieder. Siehe, er ist der Wissende, der Weise.« 84. Und er kehrte ihnen den Rücken und sprach: »O mein Kummer um Joseph!« Und es wurden seine Augen weiß vor Kümmernis, denn er war gramerfüllt. 85. Sie sprachen: »Bei Allah, du hörst nicht auf, an Joseph zu denken, bis du hinfällig geworden bist und umkommst.« 86. Er sprach: »Siehe, ich klage nur meinen Kummer und Gram zu Allah, und ich weiß von Allah, was ihr nicht wisset. 87. O meine Söhne, ziehet aus und suchet Kunde von Joseph und seinem Bruder und verzweifelt nicht an Allahs Erbarmen; siehe, an Allahs Erbarmen verzweifeln nur die Ungläubigen.« 88. Und als sie bei ihm eintraten, sprachen sie: »O Hochmögender, wir und unsre Familie sind von Not heimgesucht, und wir bringen (nur) wenig Geld. So gib uns volles Maß und schenke uns Almosen; siehe, Allah belohnt die Almosenspendenden.« 89. Er sprach: »Wisset ihr, was ihr Joseph und seinem Bruder in eurer Torheit antatet?« 90. Sie sprachen: »Siehe, bist du fürwahr etwa Joseph?« Er sprach: »Ich bin Joseph, und dies ist mein Bruder. Allah ist gnädig gegen uns gewesen. Siehe, wenn einer gottesfürchtig und standhaft ist, siehe, so läßt Allah den Lohn der Rechtschaffenen nicht verlorengehen.« 91. Sie sprachen: »Bei Allah, wahrlich, erwählt hat dich Allah vor uns, und siehe, wir waren wahrlich Sünder.« 92. Er sprach: »Kein Tadel treffe euch heute! Allah verzeiht euch, und er ist der Barmherzigste der Erbarmer. 93. Nehmet dieses mein Hemd mit euch und legt es auf das Antlitz meines Vaters, dann wird er sehend werden. Und bringt alle eure Familien zu mir.« 94. Und als die Karawane aufgebrochen war, sprach ihr Vater: »Siehe, wahrlich, ich spüre Josephs Geruch, auch wenn ihr sagt, daß ich fasele.« 95. Sie sprachen: »Bei Allah, siehe, wahrlich, du bist in deinem alten Irrtum.« 96. (96.) Und als nun der Freudenbote kam, warf er es über sein Gesicht, und da ward er wieder sehend. 97. Er sprach: »Sprach ich nicht zu euch: Siehe, ich weiß von Allah, was ihr nicht wisset?« 98. (97.) Sie sprachen: »O unser Vater, verzeihe uns unsre Sünden, siehe, wir waren Sünder.« 99. (98.) Er sprach: »Fürwahr, ich will euern Herrn um Verzeihung für euch bitten; siehe, er ist der Verzeihende, Barmherzige.« 100. (99.) Und da sie bei Joseph eingetreten waren, nahm er seine Eltern bei sich auf und sprach: »Tretet ein in Ägypten, so Allah will, in Sicherheit!« 101. (100.) Und er setzte seine Eltern auf den Thron, und sie warfen sich ehrfürchtig vor ihm nieder. Und er sprach: »O mein Vater, dies ist die Deutung meines früheren Gesichts. Nunmehr hat mein Herr es Wahrheit werden lassen und hat mir wohlgetan, da er mich aus dem Gefängnis nahm und euch aus der Wüste herbrachte, nachdem der Satan zwischen mir und meinen Brüdern Zwietracht gestiftet. Siehe, mein Herr ist gütig, zu wem er will; siehe, er ist der Wissende, der Weise. 102. (101.) Mein Herr, du gabst mir Herrschaft und lehrtest mich der Geschichten Deutung. Schöpfer der Himmel und der Erde, du bist mein Hort in dieser Welt und in der nächsten; laß mich zu dir abscheiden als Muslim und vereine mich mit den Gerechten.«

103. (102.) Dies ist eine der verborgenen Geschichten, die wir dir offenbaren. Du warst nicht zugegen, als sie sich verbanden und Listen schmiedeten. (103.) Und die meisten Menschen, wie sehr du es auch begehrst, glauben nicht. 104. (104.) Und du sollst auch keinen Lohn hierfür von ihnen verlangen; dies ist nur eine Ermahnung für die Geschöpfe. 105. Und wie viele Zeichen sind nicht in den Himmeln und auf Erden, an denen sie vorübergehen, indem sie sich von ihnen abwenden. 106. Und die meisten von ihnen glauben nicht an Allah, indem sie ihm nicht auch Gefährten geben. 107. Glauben sie denn nicht, daß der Tag des Gerichts mit der Strafe Allahs über sie kommt und daß die Stunde plötzlich über sie kommen wird, ohne daß sie sich's versehen? 108. Sprich: »Dies ist mein Weg; ich rufe zu Allah auf Grund eines Beweises, ich und wer mir folgt. Und Preis sei Allah, und ich bin keiner derer, die ihm Gefährten geben.« 109. Und auch vor dir entsandten wir nur Männer von den Bewohnern der Städte, denen wir Offenbarungen gaben. Wollen sie denn nicht das Land durchwandern und schauen, wie der Ausgang derer war, die vor ihnen lebten? Und wahrlich, die Wohnung des Jenseits ist besser für die Gottesfürchtigen. Begreifet ihr denn nicht? 110. Erst wenn die Gesandten verzweifelten und glaubten, daß sie belogen würden, kam unsre Hilfe zu ihnen; und wir erretteten, wen wir wollten; und unsre Strafe ward nicht abgewendet von dem Volk der Sünder. 111. Wahrlich, in ihren Geschichten ist eine Lehre für die Verständigen. Nicht ist er eine ersonnene Geschichte, sondern eine Bestätigung dessen, was ihm vorausging, und eine Erklärung aller Dinge und eine Leitung und Barmherzigkeit für ein gläubig Volk.

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