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Der König aller Sünder

Laurids Bruun: Der König aller Sünder - Kapitel 14
Quellenangabe
typefiction
authorLaurids Bruun
titleDer König aller Sünder
publisherAxel Juncker Verlag
printrun3.-5. Tausend
year1920
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20150609
projectid7c7938d7
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XII. Die Waldläufer

Wieder eine Nacht in der alten Kammer, durch deren Dunkelheit lebendige Gestalten sich bewegen.

Dieses beständige Entsetzen – nun verzehrt er seine Kräfte im dritten Jahr.

Ach, so müde – so überdrüssig des Lebens –!

Was helfen die ewigen Gebete? Ist dies ein Leben, sich vorsichtig von dem Betschemel in seiner Kammer zum Betschemel in der Schloßkapelle drunten zu schleppen – in beständiger Angst vor den prüfenden Blicken der Menschen zu sein – einsam, als sei er ein Gast aus einer andern Welt. Bei Tag und bei Nacht für jede Stunde danken zu müssen, die sicher zu Ende ging, und vor der, die beginnt, das Grauen zu fühlen: Vielleicht kommt er in dieser Stunde und schlägt mich flach auf den Boden, den Schaum vor dem Mund!

Ach – lieber sich töten!

Sein Herz hört einen Augenblick auf zu schlagen.

»Höre es nicht, lieber Herr Jesus – ich meinte es ja nicht.«

Er wirft sich vor dem Bett auf die Knie nieder und betet lange, das Gesicht auf die elfenbeinerne Madonna gerichtet, die über dem Weihwasser drüben im Dunkel an der Wand hängt.

Dann legt er sich müde zurück ins Bett des Königs Waldemar und schaut durch die Scheiben zum Sternenhimmel empor – und die Gedanken gehen ihren gewohnten Weg.

 

Sie sehen alles, die Sterne. Sie haben alles gesehen, wollen alles sehen. Sie haben alle Sehnsucht, alle Gebete, alles Verlangen, alle Verzweiflung wie Samen in ihrem Schoß vereinigt.

Deshalb ist in den Sternen Leben und Ewigkeit – Empfängnis und Vollendung. Aus ihnen erwachsen alle Vorsätze, alle Gedanken. Aus ihnen reifen alle Früchte im Geist wie bei einer Pflanze.

Sie ziehen uns an wie eine merkwürdige Macht – die ewige Macht – die in der Stille gebärende Macht.

Aus den Sternen muß ich es herausschauen – alles, was in der Vergangenheit und in der Zukunft liegt – so wie Raimund es konnte.

Was nützt das Beten?

Das Jesukind dort auf dem Arm der Madonna – ist seine Gnade wohl eine ebenbürtige Macht, für die es nichts Gegebenes, nichts Unveränderliches gibt?

Oder ist auch er nur erdgeboren, er, den der Stern von Bethlehem den heiligen drei Königen verkündete?

Wohin soll ich mich wenden? Zu wem soll ich beten?

Ich muß beten. Ich muß mich jemand hingeben. Wenn sein Geist auf meine Stirne haucht – dann verschwinden Raum und Zeit für mich. Dann, wenn ich dem Ewigen, dem Grenzenlosen, dem Unergründlichen frei entgegenschwebe – da brauche ich eine Macht, die mich tragen kann. Nie werde ich gesund, ehe ich das finde, dem ich mich mit meinem ganzen Sein hingeben kann.

Hier in diesem Zimmer, wo meine Vorfahren gelebt haben – in diesem Bett mit den Löwenhäuptern dort am Fußende, in dem mein Vater und meine Mutter vor mir geruht haben – haben dieselben Sterne ihr Tun gesehen und ihre Gedanken gelesen. Ungeboren habe ich in den Strahlen dieser Sterne gelegen, wie die Frucht, die einmal reifen soll, schon unsichtbar in dem tanzenden Sonnenstrahl liegt, in dem Strahl, der den Keim reift, woraus eine Pflanze wächst, die dann im tausendsten Glied die Frucht zeugt, die wir pflücken.

Ich ertrage es nicht, daran zu denken. Es macht mich schwindlig.

Luft – Licht – Morgengrauen –

Was ist Fürstenberuf unter einem ewigen Sternenschicksal? – Was ist das Lebensziel?

Der Stern, der deines Vaters Verlangen belauschte, und der Stern, der deiner Mutter Gebet beeinflußte – sie entzündeten deinen Stern – und schufen dann wohl auch deine Leibesfrucht, die, deinem Auge verborgen, im Dunkel am Baum hängt.

Hinaus – hinaus –

Glück für mich bedeutet Unglück für einen andern. Der Tod des Kahlköpfigen war die Bedingung meiner Rettung. Der Fall Eriks war der Preis für meine Berufung. Ich war nicht dazu geboren. Und doch war ich dazu geboren, denn in dem Licht seines Sternes leuchtete von Anfang an schon der Tod für ihn.

Steht nun vielleicht in der Strahlenschrift meines Sternes geschrieben, daß auch ich weichen müsse?

Nichts geschieht – alles ist geschehen – in einem einzigen Augenblick. In der ersten Sekunde der Schöpfung – da geschah alles auf dem Erdenrund.

Dann ist das Leben nur ein Spiegel – ein Widerschein – eine blendende Ausstrahlung aus dem ewig Unveränderlichen in das zeitlich Wechselnde.

Was nützen dann Beten und Fasten?

Nur der lebt – nur der will, der hinter den Sternen steht.

Der Gute – Gott?

Oder der Böse – Satanas?

Wer ist der mächtigste?

Herr, Herr – wo finde ich die Macht im Mittelpunkt, der ich mich hingeben und die mich tragen kann?

 

Gott sei gelobt – nun erbleichen die Sterne. Der Morgen graut über dem Sund!

Otto steht auf und kleidet sich rasch an. Dann geht er durch den Burghof nach dem Torturm.

Er will hinaus – hinunter ans Wasser – will das Morgenlicht rot und gelb auf den Wogenkämmen spielen sehen.

Der Wächter grüßt ehrerbietig und läßt die Brücke herab. Lange schaut er der hohen Gestalt nach, die so vorsichtig dahinschreitet und sich auf den Stock stützt – die Hand an der Seite ausgestreckt, als fürchte sie beständig, zu fallen.

Durch die leere Straße geht er, nach der Schiffbrücke über die großen Feldsteine, zwischen denen die See hereinschlägt, und indem sie sanft zurückgleitet, die grüne Schleimdecke wiegend emporhebt.

Aber an diesem Morgen jagt ein scharfer Oktoberwind aus Südosten von Falsters blauen Küsten her. Hier außen wogt das Wasser in hellem perlenden Gischt, und es hat weiße Schaumkronen auf seinen Wellen; es bricht sich am Balkenwerk der Brücke und spritzt Otto ins Gesicht.

Ganz draußen an der Brücke stehen Schiffer und unbeschäftigte Bauern in ihren groben Wämsern und lassen sich durchblasen. Von den Häusern her kommen noch andere dazu.

Wonach schauen sie aus?

Nach einem Schiff, das mit halbgerefften Segeln hereinfährt. Der hohe, gewölbte Steven stampft durch die Wogen. Es sind viele Menschen an Bord und schwere Last. Eine Kuh brüllt jämmerlich, wenn das Schiff untertaucht und sie ausgleitend mit der Stirn an die Reling stößt. Der Kapitän flucht und kommandiert, daß man es durch den Sturm hindurch hört.

»Nun muß er wenden«, sagt ein Schiffer und spuckt weit hinaus.

»Er nimmt noch eine Ecke«, sagt einer, der daneben steht, und spuckt auch weit hinaus.

Dann flattert das Segel im Wind, schlägt um und drückt das Boot aufs Wasser nieder.

Da wendet es über Stag, und nun schießt es wie der Pfeil vom Bogen im Wind mit vollen Segeln.

»Klar zum Anker auswerfen! – Backbord am Ruder! – Los! – Haltet fest, dort drüben, zum Teufel!«

Die Männer springen herbei und stützen den Steven, wo er an der Brücke reibt.

Nun liegt das Boot vertaut da und schwankt mit seiner Last auf und ab.

Kräftige, dunkle Männer sind an Bord; sie tragen den Rock des Grafen. Aber da ist auch ein Brandenburger, soweit es Otto beurteilen kann. Und dort – ein Weib – ihr dunkles Haar flattert im Wind; das Kopftuch hat er ihr weggerissen, und ihre Augen starren trostlos auf die Stadt und die Burg, während sie hoch aufgerichtet am Achtersteven steht, die eine Hand auf das Horn der Kuh gelegt.

Nun stehen die Leute dicht gedrängt auf der Brücke – Schiffer und Handwerker und Zechbrüder auf der Morgenwanderung, auch ledige Burschen, die ihr Brot bei Gelegenheit erschnappen und da und dort einen Groschen verdienen.

Die Brückenwächter kommen von ihrem Posten herbei, um Streit zu schlichten und die Ordnung aufrecht zu erhalten. Sie drücken sich durch die Leute hindurch bis ganz vor, wo das Landgangsbrett eben aufs Verdeck hinüber geschoben wird.

»Nun schnell ans Land mit der Fracht, Leute!« sagt der eine.

Die langhaarige Kuh, die von dem Wogengespritz ganz naß ist, verdreht ihre schwermütigen, angstvollen Augen. Einer faßt sie am Schwanz und gibt ihr von hinten einen Stoß; aber sie will nicht vorwärts. Sie brüllt kläglich und sieht das Weib an, das neben ihr steht. Diese läßt ihre Hand hilflos über das Maul der Kuh gleiten, während sie den harten Mann böse ansieht.

»Zieh sie am Euter herüber, Jokum!« ruft von der Brücke her gellend ein junger blaugefrorener Laffe in einem dünnen Wams.

Der Mann greift unter die Beine der Kuh. Aber nun schlägt das Weib ihm mit aller Kraft auf die Schulter.

Der Mann wendet sich wutschnaubend gegen sie.

»Haust du mich, du Bauerndirne?«

Er faßt sie um den Leib und will sie über das Brett hinübertragen, aber sie wehrt sich aus Leibeskräften.

»Faß sie an wie die Kuh!« schreit der junge Laffe, und die Schiffer auf der Brücke grunzen lachend in den Bart.

Der Mann faßt mit beiden Händen nach der Brust des Mädchens, während ein anderer zuspringt und ihr die Arme von hinten festhält.

Er verlustiert sich recht an dem weichen Griff, aber das Mädchen wird dunkelrot, und ihre Augen, in denen Tränen stehen, schweifen weit offen und geängstigt über die Brücke ans Land.

»Laßt sie los, ihr Rackerzeug!«

Woher kam die Stimme?

Der Mann schaut auf. Dort hinter dem dichten Haufen auf der Brücke steht der verrückte König und droht ihnen mit seinem Stock. Sieh, wie seine großen Glotzaugen wild und dunkel sind vor Zorn! Alles wendet sich nach ihm um. Einige machen ehrerbietig Platz und lüften die Mützen. Aber der Knecht will seinen weichen Halt nicht loslassen.

Da faßt der eine Brückenwächter ihn heftig am Arm.

»Hörst du nicht?«

Der Knecht läßt los, und der Wächter wendet sich dem König zu. Das Blut schießt ihm in das bartlose Gesicht unter dem trockenen roten Haar, das unter der Kapuze hervorsteht. Ein seltsamer Zug liegt um den Mund dieses Kriegers, und ein hastiges Feuer glimmt in seinem Blick, als er Otto ansieht.

Nun kommt der Kapitän selbst aufs Verdeck.

»Was ist hier los?« fragt er; er ist breit und dick mit einer holsteinischen Mütze auf dem Ohr. Dann erblickt er den König und nimmt die Mütze ab, während Otto an die Landungsbrücke tritt.

»Wie kommt es, Kapitän, daß Ihr ein Weib und eine Kuh an Bord habt?«

Er sieht den Kapitän scharf an, der seinen Augen ausweicht und den König nur anblinzelt. So schnell kann er keine Erklärung geben.

»Ja – Herr König – das kommt daher – es war – ein Hansaboot hatte das Mädchen und die Kuh an der Küste geraubt, aber da kam ich hinterher und faßte ihn am Nacken – und da –«

»Der Schloßhauptmann!« flüstert es aus dem Haufen. »Er selbst! – Er kommt hierher!«

Otto schaut auf. Ja – zwischen den niederen, aus Holz gebauten Häusern, die Färgegasse herab, vorsichtig von einem Stein auf den andern hüpfend, um seine feinen Stiefel nicht zu beschmutzen – mit dem Stock vor sich den Schmutz prüfend, kommt er selbst – Marquard Stove. Seine Hängebacken und die Wassersäcke unter den Augen sind am Morgen noch blau vor Kälte. Der Bauch hängt aus dem langen Mantel hervor, der aufgeschlagen ist und ihm um die dünnen, steifen Beine schlägt. Nun schaut er auf und begegnet Ottos Blick. Da schwingt er den Hut nach der Seite hin und verbeugt sich ehrerbietig.

»So früh schon draußen, Herr König?«

»Einer der Kapitäne des Grafen hat ein Bauernweib und eine Kuh als geraubtes Gut gelandet. Wie hängt dies zusammen?«

Marquard Stove fängt des Kapitäns hastigen Blick auf und läßt seine Augen forschend über das Verdeck, über das Weib und die Kuh hingleiten. Und nun gibt der Kapitän dieselbe Erklärung wie vorhin, die von dem Hansaboot, das er einholte und faßte.

»Ei – das habt Ihr gut gemacht, Kapitän Gert. Der Graf wird es Euch lohnen. Nun nehmen wir das Weib und die Kuh in Verwahrung und schicken sie später unter sicherer Bedeckung in ihre Heimat zurück. Kommt nur, Kapitän, dann rechnen wir gleich ab. Guten Morgen, Herr König.«

Er verbeugt sich wieder tief, den Hut weit nach der Seite hin ausgestreckt, und geht mit dem Schiffer dem Schlosse zu.

»Wonach schaut ihr denn noch, ihr Leute?« wendet er sich an die gaffende Menge.

Rasch zerstreuen sich nun die Zuschauer zwischen den Häusern an der Straße.

Otto geht langsam hinterdrein. Wie er so geht, fühlt er im Nacken, daß ihm jemand aufmerksam nachschaut. Er wendet sich um und fängt den Blick des Brückenwächters auf – des Mannes mit dem sonderbaren Zug um den Mund und dem Funkeln in den Augen, den er schon vorhin bemerkt hatte. Er kommt ihm bekannt vor – dieser flammende Blick. Dann winkt er, und der Mann eilt hastig herbei.

»Ich habe dein Gesicht schon früher gesehen.«

»Ja, Herr König.«

»Wo?«

»Auf dem Marktplatz zu Nykjöbing vor sechzehn Jahren, Herr König. Ich heiße Jeppe Dip.«

Jeppe Dip! – Die Hexe von Falster! – die schöne, die er von den Peitschenhieben rettete. Die Jugendluft streicht erfrischend über sein Gemüt hin, das weich und still wird. Und der Pferdebauer in Paris sagte doch –

»Du dientest dem Grafen vor Rendsborg?«

»Ja, Herr König, und nun bin ich sein zweiter Brückenwächter hier in Vordingborg.«

»Warum hast du Nykjöbing verlassen?«

»Ich konnte mich als Böttcher in der Stadt nicht mehr ernähren, als sie – damals –«

»Wo ist sie nun?«

»Es geht nicht gut, Herr König. Sie zog aus der Stadt wegen übler Nachrede – mit einem Hansaschiffer zog sie fort. Kürzlich hörte ich die schlimme Nachricht, daß sie nun in Rostock unter den öffentlichen Dirnen sitzt.«

Es flammt in seinen Augen auf, der Mund verzieht sich, und er sieht schnell weg.

»Wie steht es auf dem Nykjöbinger Schloß?« fragt Otto.

Die Brücke – das Schloß – die Lindenlaube und die Steinbank und Cara – die kleine Cara.

»Es heißt, der Schloßvogt sei alt geworden – und –« er zögert – was darf man wohl sagen?

»Und Jungfer Cara, Bo Falks Karen – wo lebt sie?«

»Es heißt, sie sei fürs Kloster bestimmt und habe schon das Gelübde abgelegt.«

Fürs Kloster bestimmt? – Ach nein – das darf nicht geschehen. Cara – kleine Cara!

Heiß wogt es durch seine Brust von plötzlicher Freude. Es ist ihm, als dehne sie sich bei einem milden bewegten Luftstrom, der den Lenz in sich trägt.

Warum hat er das nicht früher gehört? – Ja, bei ihr ist Frieden für sein Herz und Ruhe für seine ewige Angst.

Kleine Cara – nun komme ich zu dir!

»Willst du mir dienen, Jeppe Dip?«

»Ja, das will ich, Herr König«, sagt er, und es flammt heiß und heftig auf in seinen Augen, während seine Finger eilig seinen Rockknopf drehen.

Otto geht nach dem Schloß – über den Graben – durch den Turm hinauf ins Vorzimmer im oberen Stockwerk.

Der Raum ist gedrängt voll mit allerlei Leuten. Holsteinische Schiffer in ihren schweren Stiefeln, Truppenführer, der Wachthauptmann sind da. Dort reibt ein Hansabruder den Rücken an der Wandbekleidung, und dort – der am Fenster – ist das nicht einer von Waldemars Mannen? Was für ein Geschäft haben die beiden – der Graf und sein Bruder – jetzt miteinander?

Die Anwesenden treten auf die Seite, indem sie sich vor dem König verbeugen, der zwischen ihnen durch nach der Tür geht.

Nun steht er unangemeldet vor dem Grafen in dem hohen Saal mit den großen Bogenfenstern.

Der »milde Oheim Johann« ist alt geworden. Die weichen verdeckten Linien um den Mund sind erstarrt und die Wangen von Schmerz durchfurcht. Er leidet an Zuckungen im Gesicht – wie ein unbeständiges Wetter kommen und gehen sie. Kein Arzt kann ihm helfen, obgleich er schon alles probiert hat.

Hastig schiebt er einige Papiere zurück, und Marquard Stove, der, die Knöchel auf den Tisch gestützt, seinem Stuhl gerade gegenüber steht, zieht sich ans Fenster zurück. Dann winkt der Graf mit der Hand, und der Schloßhauptmann verläßt den Saal.

Nun geht Oheim Johann mit ausgestreckten Händen Otto entgegen.

»Lieber Otto, nur selten sehe ich dich hier in meinem Arbeitssaal.«

»Ich reise heute noch nach Nykjöbing ins Schloß, auf die Jagd und zu Besuch.«

Es zuckt in des Grafen Gesicht. Bei dem Schmerz in den Muskeln fährt er mit der Hand an den Mund.

»Nach Nykjöbing aufs Schloß? Aber bedenke doch, lieber Neffe – das Fahrwasser ist in dieser Zeit unsicher im Sund. Weißt du, daß Graf Henriks Schiffe von Fünen an hinter jeder Landzunge liegen? Einen besseren Fang als dich könnte er gar nicht bekommen, er hat schon lange bereut, daß er dich aus dem Gefängnis entlassen hat. Und zu Land streichen Friedrich von Lochens Lübecker und Brandenburger und Bayern bis vor die Mauern der Stadt und plündern dort für den Sold, den sie gut haben – das weißt du doch?«

»Willst du mir Jeppe Dip, deinen zweiten Brückenwächter, als Diener und Gefolge überlassen? Ich kenne ihn aus alten Zeiten, und er gefällt mir gut.«

»Versteht sich, sehr gerne. Aber bedenke doch – es geht durchaus nicht an.«

Die Augen des Grafen irren mit hastig forschendem Blick über Ottos Gesicht hin und von da zum Fenster hinaus, hinunter zu den Schiffen an der Brücke und über den Sund.

»Du mußt bedenken –«

»Ich habe bedacht. Heute noch reise ich ab.«

»Heute – aber lieber Heiland – heute – du mußt ein Gefolge haben.«

»Ich wünsche kein Gefolge.«

Nun nimmt der Graf sich zusammen und legt mit der ganzen Autorität des Alters Otto die Hand auf die Schulter.

»Mein lieber Otto – du bist durchaus noch nicht so gesund, daß ich es verantworten könnte –«

»Bin ich ein Gefangener hier auf dem Schloß, oder –«

»Gefangener? Aber Liebster – Gefangener? – Du bist ja der König. Also in Gottes Namen, wenn es dein bestimmter Wille ist. Aber ich übernehme keine Verantwortung – ganz und gar keine.«

Er hebt seine mageren Hände in die Höhe und streckt die Arme nach beiden Seiten aus. Seit König Christoffers Tod, wo Otto auf Aalholm eine Erklärung von ihm verlangte, ist er nicht gern allein mit seinem Neffen.

*

Otto reitet mit Jeppe Dip an seiner Seite aus der Stadt.

Die Fähre nach Gaabensee ist entzwei. Vorgestern wurde sie von einer Lübeckschen Schute angerannt. Deshalb geht der Weg ostwärts nach der Kallehaver Fähre.

Sie reiten durch die Nyraader Häuser, und als sie auf der andern Seite herauskommen, liegt das Hulemoor nieder und feuchtgrün vor ihnen. Otto reitet außen herum und den Hügel hinauf. Der »Kahleberg«, wie er genannt wird, lockt ihn mit seiner Aussicht. Da oben füllen sich die Lungen mit reiner frischer Luft. So frei wie heute bei der kalten, starken Brise, die von Osten weht, hat er sich schon lange nicht mehr gefühlt.

Sie halten oben auf dem kahlen Gipfel an und schauen über Land und Sund hinweg, weit in die Ferne, nach den blauen Küsten von Lolland und Falster. Dann wendet Otto sich um und betrachtet das Land hinter sich mit den Wäldern, die der Oktober schon gefärbt hat. Die Wipfel der Bäume sind nun gelichtet; Gelb und Rot mischt sich mit dem Grün.

Drüben am Waldrand steigt der blaue Rauch von den Kohlenmeilern dort unten auf. In kleinen, runden Wogen dringt er aus den Spalten der Meiler und kriecht am Boden hin wie eine Schlange; da und dort blinken kleine Flammen aus der Rasendecke unter dem Rauch hervor.

Dort gähnt das Holzwerk eines Scheunengiebels in die Luft. Die Scheune haben sie wohl abgebrannt, Friedrich von Lochens Kriegsleute oder die Holsteiner, die rings auf den geraubten und verpfändeten Höfen sitzen und über die Häuser der Bauern herfallen, wie die Geier über die kleinen Vögel.

Otto geht ein Stich durchs Herz – über diesen Jammer des Vaterlands. Nun ist es so lange her, seit er ihn zuletzt gesehen hat. Und was das Auge nicht beständig sieht, entschwindet langsam aus dem Herzen. Aber nun sieht das Auge von neuem, und der Zorn flammt in ihm auf, wie die kleinen Feuer dort drüben durch den Rauch aufflammen.

Sie reiten den Berg hinunter und dem Walde zu, wohin ihr Weg sie führt.

Nun erreichen sie die verwüstete Scheune mit dem geborstenen Giebel. Vor dem Trog mit dem Brunnenschwengel steht ein alter Bauer. Er taucht ein Kleidungsstück ins Wasser. Dann hält er es gegen das Licht und reibt daran mit seiner rechten Hand.

Horch, er spricht laut; man hört, daß er zornig ist. Mit wem spricht er? Es ist außer ihm niemand zu sehen.

Die beiden reiten so dicht heran, daß sie unterscheiden können, was er sagt.

»Nun ist es bald wie neu, ganz schön und sauber«, sagt er, indem er das nasse Wams ausbreitet, um alle Nähte zu untersuchen. »Hier muß es ein wenig geflickt werden! Ach, lieber Heiland – wo soll ich armer Mann es flicken lassen – nun, da sie mir meine Else genommen haben?«

Er trocknet sich die alten Augen und reibt wieder an dem Wams.

»Wenn ich dann vor dem König stehe, sage ich ihm alles ganz so, wie es ist. Seit vielen Jahren ist nun kein Gaugericht in Baarse gewesen – deshalb bin ich hergekommen und stehe nun vor Euer Gnaden selbst und bitte, Ihr möget kommen und Gericht halten und mir mein Elschen und meine letzte Kuh wieder verschaffen!«

Nun gewahrt er die zwei Reiter auf dem Wege.

Er hört auf, das Wams zu waschen, und betrachtet die Nahenden mit seinen triefenden, rotumränderten Augen.

»Hört, ihr guten Leute, könnet ihr mir sagen ob er noch in Vordingborg sitzt, der König Otto? Es heißt, er sei gut gegen die Armen und schaffe ihnen Recht gegen die Großen. Er ist doch wohl nicht aus der Stadt verzogen, denn dann erreiche ich ihn nicht – über das Wasser kann ich nicht kommen in dieser bösen Zeit.«

Von einem plötzlichen Mißtrauen erfaßt, fallen seine Arme schlaff an den Seiten nieder, und der Mund steht offen unter dem langen, grauen Haar.

»Kommt ihr, um zu plündern? – Es ist nichts mehr da außer mir – und dann die gesprenkelte Henne und der schwarze Hahn; denn die flogen aufs Dach, ehe man sie gewahr wurde. Seht mich nur an; ich bin der Moorbauer von Vallebo. Meine Else habt ihr mir genommen und meine letzte Kuh – und neulich habt ihr meinem Sohn Jens den Hof abgebrannt und ihn zu den andern in die Wälder gejagt. Nehmt mich jetzt nur auch zu dem übrigen. Was soll ich armer Mann hier allein ohne mein Elschen und meine letzte Kuh? – Aber jetzt gehe ich zum König selbst – das kann ich euch sagen.«

Er taucht das Staatswams wieder in den Trog, hält es dann gegen das Licht und starrt hilflos das Loch an, das geflickt werden muß, ehe er es wagt, vor Seiner Gnaden zu erscheinen und das Seine zurückzuverlangen.

Otto redet ihn an, aber der Alte kann nicht hören, was er sagt; er zeigt ihm das Loch, das geflickt werden muß.

Da reitet Otto stumm von dannen.

Als sie den Wald erreicht haben, sagt Jeppe:

»Es ist nicht ratsam, Herr König, durch den Wald zu reiten.«

Aber Otto hört nicht auf seine Warnung. Er reitet den Pfad entlang, der von der Straße abbiegt. Die Bäume beugen sich über dem Weg zusammen und berühren ab und zu den Kopf des Pferds. Die Reiter müssen die Zweige zurückbiegen, um hindurchzukommen. Aber das wohltuende Schweigen und der würzige Geruch des Eichengestrüpps tut Otto innig wohl.

Es raschelt im Laub. Eine graue Gestalt huscht durchs Gestrüpp und verschwindet.

Jeppe hält das Pferd an und sieht sich nach allen Seiten um.

»Komm nur,« sagt Otto, »es ist wohl ein armer geächteter Waldläufer!«

Sie reiten weiter in den Wald hinein. Nun öffnet sich eine Lichtung drüben zwischen hohen, alten Bäumen. Der Pfad führt einen Hügel hinauf, wo zwei vom Sturm gefällte Bäume quer über den Weg liegen, die Wurzeln hoch in die Luft gestreckt, an denen gelbgraue, sandige, lehmartige Erde klebt. In dem Boden haben die Wurzeln ein großes Loch zurückgelassen, da, wo sie beim Fall des Stammes aus der Erde herausgerissen wurden.

Zwischen den gefällten Bäumen taucht ein Kopf auf – und noch einer – dann noch einer – sechs im ganzen. Und dort steigt ein feiner Rauch zu dem entfärbten Laub auf.

Die Köpfe sind unverwandt auf die Reiter gerichtet. Der eine hat einen alten verrosteten Helm auf, zwei tragen Bauernmützen – und die andern haben nichts auf dem Kopf, als ihr graues wirres Haar.

Nun springen sie vor; sie setzen über die Stämme und versperren den Weg.

Der eine, mit schwarzem, struppigem Haar und schwarzen Augen, die dicht bei der langen Nase sitzen, wischt sich hastig den Mund ab und geht den andern voraus. Sein rechtes Ohr ist mittendurch gespalten von einem erst kürzlich geheilten Schwertstreich.

Der zweite, der ein sehr rotes Gesicht und sehr blaue Augen hat, kaut noch an seinem Essen und wischt sich die Hand an seinem mit Erde beschmutzten Wams ab.

Der dritte hat einen grauen Fleck im linken Auge, wahrscheinlich von einem Lanzenstich. Er ist klein und gebückt.

Der vierte grinst und zeigt seine spitzigen gelben Zähne, die denen des Meisters Fulbert gleichen.

Der fünfte ist der größte von allen. Über die Lenden erhebt sich ein breiter, mächtiger Rücken, seine langen Arme reichen ihm bis unter die Knie; und er hat einen düstern, schwermütigen Blick, wie der Blick aus den Augen eines alten Hundes.

Aber der sechste gebärdet sich wie ein Rasender und es ist ihm nicht möglich, eines seiner Glieder ruhig zu halten.

Alle tragen Waffen. Einer hat eine geraubte Streitaxt, zwei tragen Sensen, zwei Dreschflegel, und der sechste schwingt einen dicken Zaunpfahl in der Hand.

Es sind lauter Bauern – das ist leicht zu sehen – in den Wald gelaufene Bauern.

»Abgestiegen!« sagt der Schwarze mit dem gespaltenen Ohr. Er ist Otto so nahe, daß der säuerliche, verbrannte Kohlenbrennergeruch, der in seinem viele Jahre alten Wams hängt, diesem gerade ins Gesicht schlägt. Nun sieht Otto auch, daß er im Blick und in der Nase dem alten tauben Bauern gleicht. Ist das vielleicht der Sohn, der in den Wald lief?

Der Rasende schwingt seinen dicken Pfahl über Ottos Kopf.

»Nun müßt ihr sterben, ihr holsteinischen Luder!« ruft er, während ihm der Speichel um die braunen Zahnstumpen zusammenläuft.

Aber der Schwarze zieht ihn zurück.

»Wir sind Dänen wie ihr auch«, sagt Otto nun indem er vom Pferd steigt. Er will nicht fliehen, es verlangt ihn, die Not kennen zu lernen, die diese Leute in den Wald getrieben hat.

Der sehr Rote deutet auf Jeppe und sagt:

»Das ist des Grafen Rock.«

Und nun sagt der Grinsende:

»Du mit den roten Strümpfen bist wohl einer der dänischen Ritter, die in des Grafen Dienst getreten sind?«

Der Starke mit den schwermütigen Hundeaugen hebt seine Sense und sagt zu dem Schwarzen:

»Jens, laß mich den in des Grafen Rock niederschlagen.«

»Wartet ein wenig,« sagt Otto, »der Tod läuft uns nicht davon.«

Dann sieht er den Schwarzen und sein gespaltenes Ohr an und sagt:

»Bist du nicht der Sohn des Moorbauern von Vallebo?«

»Kennt Ihr mich?«

»Du hörst es ja. Und nun frage ich dich: Möchtest du deine Schwester Else und deines Vaters letzte Kuh, die die Hansebrüder heute Nacht raubten, wieder haben?«

»Die Hansebrüder? – Des Grafen Lumpenhunde waren es, die sie geraubt haben? Er hat mit den Holsteinern gemeinschaftliche Sache gemacht, drüben auf Fünen, das König Waldemar den Söhnen des bösen Grafen gegeben hat.«

»Ist das wahr, was Ihr da sagt?« Otto erblaßt und greift mit der Hand nach dem Herzen.

»Wer seid Ihr, daß Ihr das nicht wißt? Und mit den deutschen Söldnerteufeln, die durchs Land reiten, hat er einen Pakt geschlossen – mit den Brandenburgern, Lübeckern und wie sie alle miteinander heißen. Was die großen Hunde übrig lassen, das nimmt die schwedische Metze, Knud Porses Witwe auf Kalundborg. Ihre Leute jagen die Bauern bis hinunter nach Nästved. Hol sie der Teufel!«

»Wartet nur, ihr guten Leute! Wenn König Otto gesund wird, dann werdet ihr etwas anderes erfahren. Das sag ich dir, Jens Vallebo, König Otto war es, der deiner Schwester Else das Leben und deines Vaters letzte Kuh rettete.«

Der Schwarze tritt ganz nahe zu Otto hin und starrt ihm in die blauen Augen mit dem schwimmenden Blick, als wollte er dieses Mannes innerste Gedanken lesen.

»König Otto, sagt Ihr, kennt Ihr ihn?«

»Ich kenne ihn besser als irgendeiner.«

»Ist es wahr, daß er auf Vordingborg gefangen sitzt?«

»Nicht als Gefangener, sondern als Gast des Grafen, seines Oheims. Kennst du den König Otto?«

»Ich kenn' ihn wohl. Wir kannten ihn gut vom Hörensagen, den Junker. Er schlage seiner Mutter nach, hieß es. Und er rettete ein armes Weib vor dem Auspeitschen auf dem Nykjöbinger Markt. Ja, er hatte ein Herz für den Bauern, deshalb schaffte man ihn aus dem Land.«

»Das ist wahr«, sagt Jeppe und nickt zuversichtlich.

»Aber als er draußen hörte, daß die Bauern wie die Hunde gejagt würden, da kehrte er heim. Später jedoch fiel er auf der Tapheide in die Hände des bösen Grafen. Der legte ihn in Fesseln. Und nun heißt es, er habe in dem harten Gefängnis den Verstand verloren – und der Graf habe für Geld und Gut seinem Bruder versprochen, ihn auf dem Schloß gefangen zu halten. Ist das richtig?«

»Es ist nicht richtig!« sagt Otto. »Aber richtig ist, daß er es sein Leben lang gut mit den Bauern gemeint hat. Und wenn er helfen könnte, dann käme er sicherlich. Das kann ich euch sagen, denn ich bin des Königs erster Diener.«

»Ist das wahr – seid Ihr König Ottos Diener?«

»Ich bin sein erster, sein einziger Diener.«

Jens wendet sich seinen Genossen zu und flüstert mit ihnen. Dann tritt er wieder vor, und nun zieht er die Mütze von seinem schwarzen, struppigen Haar; und alle nehmen die Mützen ab – die, die eine haben.

»Wollt Ihr König Otto von den seeländischen Bauern heimliche Botschaft bringen?«

»Das will ich. Ich reite jetzt eben in seinem Auftrag zu Bo Falk nach Nykjöbing aufs Schloß.«

»Aber zuerst müßt Ihr schwören, daß Ihr mir meine Schwester Else und meines Vaters letzte Kuh wieder herbeischaffen wollt.«

»Das schwöre ich. Sie ist in Vordingborg in Verwahrung. Der König bürgt für sie. – Welche Botschaft soll ich bringen?«

»Sagt dem König Otto, daß wir Bauern ihn erwarten, wenn er aus dem Schloß entkomme. Wir haben uns zusammengetan – von Baarse, von Snesöre und von Everdrup, von all den Dörfern und Höfen, die die holsteinischen Luder in Maern und Beldringe und Laekkinge und an andern Orten niedergebrannt und geplündert haben. Wenn er uns führen wolle, dann bekomme er ein Bauernheer von wenigstens tausend Mann – ja viel mehr – ich verbürge mich für all die Bauern aus Kalundborg und bis hinunter an die Spitze von Seeland.«

»Wollt ihr ihm in allem und jedem untertan und gehorsam sein?«

»Ja, das wollen wir. Wie der Bauer seinem König.«

»Wollt ihr ihm nach Kalundborg folgen, die Porsebrut davonjagen und ihm zu seinem alten Schloß verhelfen, in dem des Reiches Schriftschatz aufgehoben ist?«

»Das wollen wir, und er soll uns gnädig sein und uns unsere Höfe und unser altes Recht mit Ehren zurückgeben.«

»Und wenn ich ihm diese Botschaft bringe, wo kann er euch dann in Sicherheit treffen?«

Wieder stellen sie sich zusammen, die sechs Bauern, und flüstern einander in die Ohren.

Dann tritt der Schwarze wieder vor.

»Welche Sicherheit gebt Ihr uns, daß Ihr die Wahrheit sagt und daß Ihr dem König dient?«

»Hier ist sein Siegelring. Behaltet ihn, bis ihr ihn selbst seht.«

Der Schwarze nimmt den Ring zwischen die gekrümmten Finger, als sei er eine heilige Hostie. Und der Ring geht von einer Hand in die andere. Noch niemals haben die Bauern ein solch kostbares Ding in ihrer Hand gehabt.

»Wir glauben Euch«, sagt Jens und nickt dazu. Und er denkt: Im schlimmsten Fall ist dieser Ring ein schönes Lösegeld für zwei Reiter.

»Aber wenn Ihr uns betrügt, dann sollt Ihr wissen, daß kein seeländischer Bauer ruhen wird, ehe Euer Herz und Eure Leber den Schweinen vorgeworfen ist.«

»Diese Bedingungen nehme ich an,« sagt Otto, den Bauern zunickend, »sagt mir nun den Ort.«

»Die Kirche zu Baarse, die die Holsteiner vom großen Maerner Hof in der vergangenen Nacht plünderten, als sie das Dorf in Brand steckten und die Bauern obdachlos machten – um Mitternacht soll er vors Tor der verlassenen Kirche kommen, um den Pfarrer zu einem Sterbenden zu holen. Und wenn gefragt wird: Wer ist der Pfarrer? dann soll er antworten: Der schwarze Jens Vallebo.

Dann wird er eingelassen, wenn er ohne Begleitung kommt.«

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