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Der kleine Blaue / Der Mann im Monde

Sven Elvestad: Der kleine Blaue / Der Mann im Monde - Kapitel 8
Quellenangabe
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typenovelette
authorSven Elvestad
titleDer kleine Blaue
publisherGeorg Müller in München
printrun1. - 10. Tausend
year1923
firstpub1923
translatorMarie Franzos
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
created20120206
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VII.

Das ist Blut, mein Herr

Bevor der Detektiv ging, sah er sich noch einmal ganz genau um und prägte das Aussehen der ganzen Wohnung seinem Gehirn fest und gründlich ein. Das abgesonderte Arbeitszimmer stieß direkt an eine solide Mauer und hinter dieser war ein Treppenaufgang.

Es konnte in diesem Zimmer viel gelärmt werden, ohne daß irgend jemand etwas davon merkte.

Krag fragte die Frau:

»Verfügt der Herr Sekretär noch über andere Zimmer im oberen Stockwerk?«

Aber die Frau war jetzt durch Krags ewiges Fragen ein wenig mißtrauisch geworden. Sie sagte:

»Wozu brauchen Sie das zu wissen?«

»Wegen des Telephons,« erwiderte Krag vollkommen gleichgültig und nickte zum Plafond hinauf. »Wir könnten dann die Telephondrähte durch dieses Zimmer führen.«

»Ach so,« erwiderte sie; »nein, der Herr Sekretär hat keine anderen Zimmer als diese hier unten. Aber ich selbst habe ein Zimmer im oberen Stockwerk.«

»Und das liegt vielleicht gerade über Herrn Ströms Arbeitszimmer?«

»Wie meinen Sie?«

»Ich frage natürlich nur wegen des Telephons. Ich meine, daß es ganz gut wäre, wenn es so liegen würde, denn dann könnten Sie es hören, wenn das Telephon läutet und der Herr Sekretär selbst nicht zu Hause ist.«

»Ach so,« erwiderte sie. »Da haben Sie recht. Mein eigenes Zimmer liegt über dem Arbeitszimmer des Herrn Sekretärs, da kann ich es ganz gut hören, wenn geläutet wird.«

»Sie sind wohl auch immer zu Hause?« fuhr Krag mit sanftem Interesse fort.

»In der Regel. Beinahe immer.«

»Aber an einem Abend vor ungefähr vierzehn Tagen waren Sie doch nicht zu Hause,« lächelte Krag gutmütig.

Die Witwe sah den Detektiv verblüfft an.

»Ich weiß wirklich nicht, was Sie meinen,« sagte sie.

»Nein, es klingt wohl auch ganz komisch,« erwiderte Krag sehr ruhig, »aber jetzt will ich es Ihnen erklären,« fügte er mit einem Lächeln hinzu. »Es wird wohl ungefähr vierzehn Tage her sein, da war Sekretär Ström in unserem Kontor und bestellte ein Telephon. Er schien nicht die leiseste Ahnung zu haben, wie wir eigentlich arbeiten, er glaubte vermutlich, das Ganze geht so zu, daß wir einen Apparat ins Zimmer stellen und uns irgendwo aus der Luft einen Draht herabholen. Er sagte nämlich, wir sollten nicht am selben Abend kommen, denn da würden wir niemanden vorfinden. Nicht einmal meine Wirtschafterin, sagte er, denn die kommt erst spät nach Hause. Daher wußte ich, daß Sie an einem Abend vor ungefähr vierzehn Tagen nicht zu Hause gewesen sind.«

Die Frau lächelte.

»Sie sind aber eine Plaudertasche,« sagte sie. »Uebrigens haben Sie recht mit dem, was Sie sagen. Ich erinnere mich ganz gut, daß ich an einem Abend vor ungefähr vierzehn Tagen fort war. Ich war sogar ganz drüben in Sandviken. Der Herr Sekretär bat mich, ihm dort etwas zu besorgen. Aber jetzt dürfen Sie mich nichts mehr fragen, sonst glaube ich wirklich, Sie wollen mich ausholen.«

Krag steckte seine Werkzeuge in den Leibgurt.

»Nein, nein,« sagte er, »ich frage Sie nicht mehr, wenn Sie es nicht wollen. Entschuldigen Sie nur, wenn ich Sie belästigt habe; aber ich bin nun einmal eine Plaudertasche, wie Sie eben sagten.«

Als der Detektiv ging, begleitete ihn die Wirtschafterin zur Tür.

»Bekommen wir das Telephon bald?« fragte sie.

Krag überlegte:

»In drei Tagen,« antwortete er, »vielleicht etwas früher. Möglicherweise schon in zwei. Guten Tag!« Und er eilte nach Hause in seine Privatwohnung.

Hier trennte er sich von dem kleinen Gegenstand, den er in der Garderobe des Sekretärs gefunden hatte. Es war ein abgetragener großer, breitkrempiger Hut.

»Es sollte mich nicht wundern,« murmelte der Detektiv, »wenn dies sich als die Kopfbedeckung des ermordeten Jaerven herausstellen würde. Nun, wir werden ja sehen, wir werden sehen.«

Während er sich umkleidete, überdachte er, was er bei seinem Besuch im Hause des Sekretärs Ström erreicht hatte.

Er zweifelte nun nicht mehr daran, den Mörder oder den einen Mörder vor sich zu haben. Aber das Motiv der Handlung war ihm noch unklar. Sollte der »kleine Blaue« am Ende doch ein Wechsel sein?

Er hatte also durch seine geschickten und eingehenden Fragen folgendes herausgebracht:

1. daß der Mord sehr leicht in dem Arbeitszimmer des Sekretärs begangen worden sein konnte, ohne daß der Lärm die Nachbarn beunruhigte. Dazu lag das Zimmer Jaervens zu isoliert.

2. daß der Sekretär an einem Abend vor ungefähr vierzehn Tagen allein zu sein gewünscht hatte, und darum der kleine Ausflug der Wirtschafterin nach Sandviken arrangiert worden war. Es würde nicht schwierig sein, in Erfahrung zu bringen, wann dieser Ausflug unternommen worden war, an welchem Tage. Zeigte es sich, daß es derselbe Tag war, an dem der Mord begangen wurde, so war dieser Umstand unleugbar ein sehr wichtiges Indizium.

Aber dazu kam noch der Teppich. Es war ein Teppich fortgeschafft worden. Warum? Es war von höchster Wichtigkeit, diesen Teppich zu untersuchen.

Im Laufe einer halben Stunde hatte der Detektiv seine Umkleidung beendet. Er war jetzt zu einem ganz tadellos angezogenen, etwas älteren Gentleman geworden. Graugesprenkelter Backenbart und Brillen. Er konnte für einen Universitätsprofessor, Lehrer oder dergleichen gehalten werden. Als er fertig war, warf er einen zufriedenen Blick in den Spiegel.

Unten auf der Straße fand er einen Wagen und bat den Kutscher, nach Grünerlökken zu fahren. Die Wirtschafterin des Sekretärs hatte ja erzählt, daß der Teppich von einem Kaufmann Syver Syversen gekauft worden war. Krag wußte, wo er wohnte. Es konnte nicht mehr als einen Kaufmann dieses Namens in Christiania geben.

Der Detektiv sah auf die Uhr. Eile tat not. Er hatte noch eine Umkleidung vorzunehmen und einen Besuch abzustatten, bis er den endgültigen, den entscheidenden Schritt tun konnte: Sekretär Ströms Verhaftung. Vor allem durfte der Sekretär nichts von den Untersuchungen ahnen, die Krag vornahm. Man denke, wenn er seine Wirtschafterin träfe und sie anfinge, von dem Mann mit dem Telephonapparat zu erzählen! Ein so schlauer Mann wie Ström mußte ja das Ganze augenblicklich durchschauen.

Der Detektiv wurde ein bißchen nervös. Er ersuchte den Kutscher, rascher zu fahren, und der Mann, der zu verstehen schien, daß hier etwas Wichtiges im Werke war, knallte kräftig mit der Peitsche.

Endlich blieb der Wagen vor dem Geschäft des Kaufmanns stehen, und Krag stieg aus.

Er bat den Kutscher zu warten, trat in den Laden und traf sofort den Kaufmann.

Der Detektiv nannte seinen Namen »Kustos Karlsen«. Er sagte, er käme wegen eines Teppichs, den Sekretär Ström vor einigen Tagen dem Kaufmann verkauft hatte.

Dieser, ein älterer, spießbürgerlich aussehender Mann, fragte, ob vielleicht beim Kauf etwas nicht in Ordnung sei.

»Nein, keineswegs,« erwiderte der »Kustos«. »Die Sache ist nur die, daß ich mir den Teppich gerne ansehen möchte.«

»Er liegt oben in meinem Zimmer,« sagte der Kaufmann, indem er den angeblichen Kustos von oben bis unten mißtrauisch musterte. »Wenn Sie Interesse daran haben,« fuhr er fort, »können Sie ja mit hinaufkommen und ihn sich ansehen.«

Die Privatwohnung des Kaufmanns lag im ersten Stock. Eine kleine, schmale Wendeltreppe führte aus dem Laden in die Wohnung.

»Sehen Sie,« sagte der Kaufmann, als er mit dem Detektiv oben angelangt war, »hier liegt der Teppich. Wie Sie sehen, ist es ein sehr schönes Stück. Er ist sicher mehr wert, als was ich dafür gegeben habe. Für was für eine Art Teppich halten Sie ihn?«

»Ein Perser,« erwiderte der »Kustos«.

Er legte sich auf alle viere und betrachtete ihn näher, er untersuchte jeden Zentimeter mit der Hartnäckigkeit eines Spürhundes. Mitten auf dem Teppich entdeckte er einige dunkle Fleckchen, auf die sein Interesse sich besonders zu konzentrieren schien.

Nun erhob er sich wieder.

»Kennen Sie Ström?« fragte er.

»Ich war mit seinem Vater befreundet,« erwiderte der Kaufmann; »ich –«

Der »Kustos« unterbrach ihn:

»Ich möchte Ihnen nur eines sagen. Sie haben diesen Teppich sehr preiswürdig erworben. Er hat zweifellos ganz bedeutenden Wert. Ich glaube bestimmt, daß unser Museum ihn kaufen würde. Würden Sie ihn eventuell verkaufen?«

Der Kaufmann lächelte wohlgefällig.

»Es kommt darauf an, was ich dafür bekomme,« sagte er.

»Gut, darüber werden wir uns schon einigen. Aber bevor der Handel abgeschlossen wird, müssen wir die absolute Sicherheit haben, daß der Teppich echt ist. Kann ich ihn gleich mitnehmen und ihn untersuchen lassen? Sie werden unserem Museum einen großen Dienst erweisen, wenn wir ihn wirklich erwerben.«

Aber der Mann, der offenbar etwas mißtrauisch veranlagt war, wollte zuerst nicht anbeißen. Endlich ging er darauf ein, den Teppich zu einer Untersuchung herzugeben, wenn er selbst dabei anwesend sein konnte.

Er rollte den Teppich zusammen und ließ ihn in den Wagen bringen. Und nun fuhren die beiden, der schlaue Detektiv und der mißtrauische Kaufmann, über die Ackerstraße in das Pfeilgäßchen.

Vor dem Laboratorium eines bekannten Chemikers ließ der Detektiv halten.

Er nahm die Teppichrolle unter den Arm und ging zu ihm hinauf. Der Kaufmann folgte ihm getreulich auf dem Fuße.

Der Detektiv konnte nicht umhin, über die gelungene Situation zu lächeln, in die er da geraten war.

Es war ihm eine persönliche Genugtuung, daß ihn der berühmte Chemiker – trotz seines scharfen Blicks – nicht erkannte. Die Verkleidung war also ausgezeichnet.

Der Kustos – alias Detektiv – breitete den Teppich auf dem Fußboden aus.

Er wies auf die drei dunklen Flecken.

»Die möchte ich gerne untersucht haben,« sagte er.

Der Chemiker war sofort mit Lupe, Essenzen und allen den Hilfsmitteln zur Stelle, die diesem Zweige der Wissenschaft zur Verfügung stehen.

Die Untersuchung währte eine halbe Stunde.

Der Kaufmann stand interessiert aber ziemlich verständnislos daneben und sah zu.

»Was ist es?« fragte Asbjörn Krag, »ist es Farbe, braune Tinte, Tusche oder so etwas?«

Der berühmte Chemiker erhob sich und sagte:

»Es ist Blut, mein Herr.«

Und er fügte hinzu:

»Es ist Menschenblut.«

»Sind Sie ganz überzeugt, daß es Blut ist?« fragte der Detektiv mit Betonung.

»Vollständig.«

Krag nahm die Brille ab.

Der berühmte Chemiker prallte einen Schritt zurück.

»Sie sind es?« rief er. »Das ist doch unglaublich! Ich habe Sie nicht erkannt. Was führt Sie mit diesem Teppich zu mir?«

»Ein Verbrechen. Eine Mordaffäre.«

»Wirklich?«

Der Kaufmann hatte dieses Gespräch mit wachsender Verblüffung angehört. Als er das Wort »Mord« hörte, erschrak er und verlangte eine nähere Erklärung. Krag wendete sich an den Chemiker:

»Sie haben wohl von dem Verschwinden des Wucherers Jaerven gehört?«

»Das will ich meinen! Die Zeitungen sind ja voll von dieser Geschichte. Man hat ja seine Leiche gefunden. Er ist doch erschlagen worden?«

»Ganz richtig. Er ist auf diesem Teppich erschlagen worden.«

Der Chemiker und der Kaufmann starrten mit tiefem Interesse den großen Teppich an, der ausgerollt auf dem Boden lag. In dem einströmenden Tageslicht sah man die drei braunen Flecken ganz deutlich.

Der Kaufmann sprach jetzt gar nicht mehr davon, daß er Geld für den Teppich haben wollte. Es war ihm offenbar nur darum zu tun, ihn so rasch als möglich loszuwerden. Er glaubte, daß er irgendwie in die Mordgeschichte verwickelt werden würde und begann zu versichern, daß er an allem Vorgefallenen absolut unbeteiligt war.

Krag beruhigte ihn mit der Versicherung, daß er, soweit als möglich, von der Sache ganz ferngehalten würde.

Der Detektiv und der Chemiker einigten sich dahin, daß der wichtige Teppich vorläufig im Laboratorium des Chemikers aufbewahrt werden sollte.

Dann trennten sich die Herren. Der Chemiker nahm nun eine noch gründlichere Untersuchung des Teppichs vor, der Kaufmann kehrte in seinen Laden zurück, und der Detektiv machte einen raschen Besuch im Polizeigebäude.

Hier traf er den Polizeichef, der ihm erzählte, daß er seit dem frühen Morgen in lebhafter Spannung auf ihn warte. Selbst konnte er ja nichts tun. Überhaupt stand die gesamte Polizei dieser ganzen verwickelten Angelegenheit ganz untätig gegenüber. Nur ein Mann arbeitete – Asbjörn Krag.

Der Detektiv berichtete, wie weit er in seinen Untersuchungen gediehen war, und der Polizeichef wollte sofort zur Verhaftung schreiten. Aber Krag hielt ihn davon ab.

»Sie müssen bedenken, daß wir noch nichts Positives haben, woran wir uns halten können. Wir können keinen einzigen wirklichen Beweis vorlegen. Und einen solchen gilt es jetzt zu beschaffen. Eine vorzeitige Verhaftung könnte alles verderben.«

Hiermit erklärte der Polizeichef sich einverstanden. Die Verhaftung sollte aufgeschoben werden, bis Krag seinen Besuch bei der Varietédame abgestattet hatte.

Er trennte sich von seinem falschen Bart und der grauen Perücke.

Er wurde wieder zu Asbjörn Krag, dem ersten Beamten der Detektivabteilung der Christianiaer Polizei.

Bevor er ging, hatte er seinen Schrank geöffnet und etwas in die Tasche gesteckt.

Es war der stahlblaue Damenhandschuh.

Er schrieb etwas auf ein Stück Papier, das er sorgfältig zusammenfaltete und in seine Brieftasche legte.

Die erwähnte Varietédame wohnte in einer nicht sehr fashionablen Gegend.

Als der Detektiv zu ihr hinaufkam, saß sie gerade am Klavier und probierte einige neue Lieder.

Sie hatte nur zwei Zimmer. Der Salon war klein, aber sehr elegant. Möbel von der teuersten Art. Als der Detektiv den Luxus sah, mit dem sie sich umgab, fiel ihm ein, was man sich vor einigen Jahren von der gefeierten Schönheit erzählt hatte. Man flüsterte damals von dem Sohn eines der reichsten Männer der Stadt, der für sie im Laufe eines Jahres hunderttausend Kronen hinausgeworfen hatte, indem er sie mit Geschenken überschüttete. Vermutlich stammte dieses elegante Ameublement aus dieser goldenen Zeit.

Jetzt war sie also durch ihre Bekanntschaft mit dem Sekretär in eine neue Periode eingetreten.

Die Dame kam heraus und begrüßte Krag freundlich. Er konnte sich ganz gut denken, daß ein Mann, wie Sekretär Ström, eine heftige Leidenschaft für sie empfinden konnte. Sie war noch sehr schön, sie hatte große, strahlende, dunkle Augen und ein wunderbares Lächeln.

»Womit kann ich Ihnen dienen?« fragte sie. »Bitte nehmen Sie Platz.«

»Das Ganze ist in ein paar Augenblicken erledigt,« erwiderte Krag, »ich komme eben von dem Perückenmacher in der Grönlandstraße, von dem Sie sich die rote Perücke ausgeborgt haben! Er will sie wiederhaben.«

»Was sagen Sie da?« fragte sie, im höchsten Grade überrumpelt. »Ausgeborgt?«

»Ja, eben. Und er will sie nun wiederhaben.«

»Ja, wieso, die habe ich doch schon längst bezahlt.«

»Das kann ich mir wirklich nicht denken. Der alte Perückenmacher hat behauptet, daß Sie sie sich ausgeliehen haben.«

»Nein,« erwiderte die Dame bestimmt, »ich habe sie doch mit zwanzig Kronen bezahlt, als ich sie kaufte.«

Krag heuchelte Verblüffung. Er brachte einige allgemeine Redensarten vor, hier muß ein Mißverständnis vorliegen, bitte zu entschuldigen usw. Und entfernte sich schleunigst.

Er sah, daß das Mißtrauen der Dame erwacht war. Sie war unruhig und nervös geworden.

Als der Detektiv aus die Straße hinunterkam, warf er einen verstohlenen Blick zu dem Fenster der Varietédame hinauf.

Da stand sie hinter dem Vorhang und guckte zu ihm hinunter.

In demselben Moment, in dem ihre Augen sich begegneten, sah Krag, daß eine tödliche Blässe sich über ihr Gesicht verbreitete. Sie zog sich rasch vom Fenster zurück.

Ah, dachte Krag, sie versteht schon! Das hatte ich ja auch erwartet. Aber überrumpelt habe ich sie doch.

Er lief die Straße hinunter – dem nächsten Standplatz zu.

Jetzt heißt es, das Eisen schmieden, solange es warm ist, dachte er, die Zeit ist gekommen.

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