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Der Kaiser

Georg Ebers: Der Kaiser - Kapitel 21
Quellenangabe
typefiction
authorGeorg Ebers
titleDer Kaiser
seriesGeorg Ebers - Ausgewählte Werke
volumeFünfter Band
publisherDeutsche Verlags-Anstalt
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Neunzehntes Kapitel

Plutarch, einer der reichsten Bürger von Alexandria, dem auch die Papyrusfabrik, in der Selene und Arsinoe arbeiteten, gehörte, hatte sich freiwillig erboten, für eine »schickliche« Aufnahme der Frauen und Töchter seiner Mitbürger, die sich heute in einem der kleineren Theater der Stadt versammeln sollten, zu sorgen.

Wer ihn kannte, der wußte, daß dies »schicklich« in seinem Munde soviel wie kaiserlich glänzend bedeute.

Die Schiffsbauerstochter hatte Arsinoe auf große Dinge vorbereitet; doch schon am Eingang des Schauspielhauses wurden ihre Erwartungen übertroffen; denn als ihr Vater seinen und ihren Namen nannte, überreichte ihr ein aus einem Blumenkorbe herausschauender Knabe einen herrlichen Strauß, und ein anderer, der auf einem Delphin ritt, bot ihr als Eintrittsmarke ein fein geschnitztes und in Gold gefaßtes Blättchen von Elfenbein dar, das mit einer Nadel versehen war und von den Geladenen wie eine Spange am Peplos getragen werden konnte und sollte.

An jedem Tor des Theaters wurden den eintretenden Frauen ähnliche Geschenke überreicht.

Die in den Zuschauerraum führenden Gänge waren mit Wohlgeruch erfüllt, und Arsinoe, die schon einige Male dieses Theater besucht hatte, erkannte es kaum wieder, so reich war es mit Blumen und Tüchern geschmückt.

Wer hätte auch jemals auf den ersten Plätzen Frauen und Jungfrauen an Stelle der Männer sitzen sehen, wie dies heute der Fall war? Wurde es doch den Töchtern der Bürger überhaupt nur bei ganz besonderen, seltenen Gelegenheiten gestattet, einem Schauspiele zuzusehen. Lächelnd, wie zu einem alten Gefährten, dem man über den Kopf gewachsen ist, schaute sie zu den leeren Sitzen auf den höchsten, billigsten Rängen des halbrunden Zuschauerraums empor, auf denen sie, wenn es gegolten hatte, in das eigene magere Beutelein zu greifen, manchmal vor Lust, vor Furcht oder Mitgefühl beinahe vergangen wäre, obgleich der Zugwind da oben unter dem freien, das Theater überwölbenden Himmel nicht ruhte. Im Sommer hatte es dort noch mehr zu leiden gegeben, und zwar durch die Segel, die die Sonnenseite des Zuschauerraumes beschatten sollten. Die großen Tücher wurden vermittelst starker Seile regiert, und wenn man diese durch die Ringe zog, in denen sie spielten, gab es ein Gekreisch, vor dem man die Ohren verschließen mußte. Oft hatte es auch gegolten, den Kopf zu wenden, um nicht von den schweren Tauen oder dem Segel getroffen zu werden.

An dies alles erinnerte sich Arsinoe indes heute nur wie ein Schmetterling, der sich in der Sonne spiegelt, an das häßliche Puppenhaus denken mag, das er durchbrach.

Strahlend vor freudiger Erregung ließ sie sich mit der jungen Gefährtin, der schwarz gelockten Schiffsbauerstochter, auf ihren Sitz führen.

Sie merkte wohl, daß zahlreiche Blicke sich auf sie richteten, das aber steigerte nur ihre Lust; denn sie wußte, daß sie sich sehen lassen durfte, und recht vielen Leuten zu gefallen, meinte sie, sei doch das beste Vergnügen.

Heute gewiß!

Waren doch diejenigen, die sie anschauten, die ersten Bürger der Stadt. Da standen sie auf der Bühne, und unter ihnen befand sich der gute lange Pollux und winkte ihr mit der Hand. Sie konnte die Füße nicht still halten, die Arme aber zwang sie zur Ruhe, indem sie sie über dem Busen kreuzte, um nicht zu verraten, wie tief sie erregt war.

Die Verteilung der Rollen hatte bereits begonnen; denn wegen des Wartens auf Selene war sie fast um eine halbe Stunde zu spät gekommen.

Sobald sie bemerkte, daß die Augen, die sie bei ihrem Eintritt in das Theater beobachtet hatten, von anderen Zielen angezogen wurden, schaute sie sich selbst um. Sie saß auf einer der kurzen Bänke am untersten, schmälsten Ende der Keile, die sich nach oben hin verbreiterten und, durch Treppen für die Eintretenden und Fortgehenden voneinander getrennt, das Halbrund des Zuschauerraumes bildeten.

Sie war hier von lauter jungen Mädchen und Frauen umgeben, die an den Schaustellungen teilnehmen sollten.

Die Plätze der Mitwirkenden wurden von der Bühne durch die Orchestra getrennt, von der aus jene mit Hilfe der Stufen, auf denen sonst die Chöre zu ihr hinanstiegen, leicht zu erreichen war.

Hinter Arsinoe saßen in weiteren Bogen die Mütter, Väter und Gatten der Mitwirkenden, zu denen sich auch Keraunus in dem krokusfarbigen Pallium gesellt hatte, und eine ziemliche Anzahl von schaulustigen Matronen und älteren Bürgern, die der Einladung Plutarchs gefolgt waren.

Unter den jungen Frauen und Mädchen sah Arsinoe viele, deren Schönheit ihr auffiel; doch sie freute sich neidlos an ihrem Anblick, und es kam ihr nicht in den Sinn, sich selbst mit ihnen zu vergleichen; denn sie wußte genau, daß sie sehr hübsch und sich nirgends, selbst hier nicht, zu verstecken brauchte, und das war ihr genug.

Das von den Zuschauern ausgehende vielstimmige Gesumm, das ihr ohne Unterbrechung das Ohr berührte, und der feine Duft, der von dem Altare in der Orchestra aufstieg, hatten etwas Berauschendes. Es störte sie auch niemand bei dem Schauen in die Runde; denn ihre Gefährtin hatte Freundinnen gefunden, mit denen sie plauderte und lachte. Andere Mädchen und Frauen blickten still vor sich hin oder musterten die übrigen Zuschauer und Zuschauerinnen mit den Augen, und wieder andere wandten die ganze Aufmerksamkeit der Bühne zu.

Arsinoe folgte bald dem Beispiel der letzteren, und zwar nicht nur um ihres Spielgefährten Pollux willen, der auf Wunsch des Präfekten Titianus trotz des Widerspruchs seines Meisters Papias zu den mit der Anordnung der Schaustellung betrauten Künstlern gesellt worden war.

Mehr als einmal hatte sie die Nachmittagssonne so hell wie heute in das Theater scheinen und den blauen Himmel nicht weniger wolkenlos als jetzt den Zuschauerraum überwölben sehen; doch wie ganz anders als sonst sah es auf der hocherhabenen Fläche hinter der Orchestra aus!

Die säulenreiche Front eines ganz aus vielfarbigem Marmor gebauten und mit goldenem Zierat geschmückten Königspalastes bildete zwar jetzt wie immer den Hintergrund der Bühne, diesmal aber schlangen sich freundlich von Pilaster zu Pilaster, von Säule zu Säule frische und duftende Blumengirlanden. Viele Künstler, die ersten der Stadt, bewegten sich, mit Tafeln und Stiften in der Hand, zwischen fünfzig Mädchen und Frauen umher, und Plutarch selbst und die ihn umgebenden Herren bildeten einen stattlichen Chor, der sich bald trennte, bald sich wieder zusammenfand.

Auf der rechten Seite der Bühne standen drei purpurne Polster.

Auf dem einen saß der Präfekt Titianus, der wie die Künstler einen Griffel führte, mit seiner Gattin Julia, auf dem andern lag Verus lang ausgestreckt und wie immer mit Rosen bekränzt. Das dritte für Plutarch bestimmte Lager war unbesetzt.

Ohne Zwang unterbrach der Prätor jede Rede, als ob er hier der Wirt sei, und mancher seiner Bemerkungen folgte laute Zustimmung oder beifälliges Lachen.

Die Gestalt des reichen Plutarch, die für jeden, der sie auch nur einmal gesehen, unvergeßlich blieb, war Arsinoe nicht völlig fremd; denn vor wenigen Tagen hatte er sich zum ersten Male seit mehreren Jahren mit einem Baumeister in seiner Papyrusfabrik gezeigt, um anzuordnen, in welcher Weise ihre Höfe und Räume für den Empfang des Kaisers ausgeputzt werden sollten.

Er war bei dieser Gelegenheit auch in ihre Werkstätte gekommen und hatte ihr mit einigen schelmischen Schmeichelworten in die Wange gekniffen.

Da wankte er über die Bühne.

Man sagte, er sei ein Greis von beinahe siebzig Jahren. Seine Beine waren auch halb gelähmt, und dennoch regten sie sich in nie aufhörenden, schnellen, aber unfreiwilligen Bewegungen unter dem schweren, weit nach vorn gebogenen Körper, den rechts und links je ein stattlicher Jüngling stützte. Sein edel geformtes Haupt mußte in der Jugend ungewöhnlich schön gewesen sein. Jetzt ward sein Scheitel von einer Perücke mit langen braunen Locken bedeckt, die Augenbrauen und Wimpern waren tief dunkel gefärbt, die Wangen über und über mit weißer und rosenroter Schminke bemalt, und dadurch gewann sein Gesicht das Ansehen, als sei es bei einem Lächeln erstarrt. Auf den Locken trug er einen Kranz von seltenen, traubenförmigen Blüten. Weiße und rote Rosen in Fülle quollen aus den Brustfalten seiner bauschigen Toga hervor und wurden von goldenen Spangen festgehalten, auf denen große Edelsteine funkelten. Alle Ränder seines Umwurfs waren mit Rosenknospen umsäumt, und über jeder war ein Smaragd befestigt, der wie ein glänzender Käfer schimmerte.

Die jungen Männer, die ihn stützten, erschienen wie Teile seiner Person.

Er achtete ihrer so wenig, als wären sie Krücken; sie aber bedurften keines Wortes, um zu wissen, wohin er begehrte – wo er stehenzubleiben und zu rasten wünschte.

Von fern erschien sein Gesicht wie das eines Jünglings, in der Nähe betrachtet wie ein bemaltes, regelmäßig geformtes Gipsbild mit großen beweglichen Augen.

Der Sophist Favorinus hatte über ihn gesagt, daß man diese schöne, zappelnde Leiche beweinen könnte, wenn man nicht über sie lachen müßte, und aus seinem eigenen Munde wollte man gehört haben, daß er die treulose Jugend gewaltsam bei ihm auszuharren zwinge.

Die Alexandriner nannten ihn wegen der ihn stützenden Jünglinge, ohne die man ihn nirgends sah und die ihn auch, wenn er ausfuhr, begleiteten, den sechsbeinigen Adonis. Als er selbst zum erstenmal von diesem Spitznamen hörte, hatte er gesagt: »Sie sollten mich lieber den sechshändigen nennen,« und in der Tat war er gütigen Herzens, sehr freigebig und wohltätig, sorgte väterlich für seine Arbeiter, hielt seine Sklaven gut, bereicherte seine Freigelassenen und ließ von Zeit zu Zeit große Spenden an Geld und Korn unter das Volk verteilen.

Arsinoe sah mitleidig auf den armen alten Herrn, der mit aller Kunst und all seinem Golde sich die Jugend doch nicht zurückkaufen konnte.

In dem schmächtigen Manne, der soeben auf Plutarch zutrat, erkannte sie den Kunsthändler Gabinius, dem ihr Vater wegen des Mosaikbildes in ihrem Wohngemache die Tür gewiesen hatte.

Jetzt wurde die Unterredung der beiden unterbrochen; denn die Verteilung der weiblichen Rollen für die Gruppe »Der Einzug Alexanders in Babylon« hatte ihr Ende erreicht. Etwa fünfzig Mädchen und Frauen wurden von der Bühne entlassen und stiegen in die Orchestra nieder.

Der Exeget, der höchste Beamte der Stadt, trat nun vor und empfing aus der Hand des Bildhauers Papias eine neue Liste.

Nachdem er sie schnell durchflogen, reichte er sie dem ihn begleitenden Herold, und dieser rief laut in den Zuschauerraum:

»Im Namen des hohen Exegeten und Alexanderpriesters bitte ich um eure Aufmerksamkeit, ihr Frauen und Töchter von mazedonischen Männern und römischen Bürgern. Wir kommen nun zu einer neuen Abteilung unserer Darstellung der Lebensschicksale des großen Mazedoniers: »Alexanders Hochzeit mit Roxane«, und ich ersuche diejenigen unter euch die Bühne zu betreten, die unsere Künstler für diesen Teil des Aufzuges ins Auge gefaßt haben.«

Nach dieser Anrede rief er mit weithin tönender tiefer Stimme eine lange Reihe von Namen auf, und solange er dies tat, verstummte jeder andere Laut in dem weiten Zuschauerräume.

Auch auf der Bühne war alles still; nur Verus flüsterte Titianus einige Bemerkungen zu, und der Kunsthändler raunte dem reichen Plutarch mit der ihm eigenen nervösen Eindringlichkeit lange Sätze ins Ohr, die der alte Herr bald mit zustimmendem Kopfnicken, bald mit ablehnenden Handbewegungen beantwortete.

Arsinoe lauschte mit angehaltenem Atem und hochklopfendem Herzen auf die Stimme des Herolds. Über und über errötend zuckte sie zusammen und blickte verlegen auf den Blumenstrauß in ihrer Hand, als von der Bühne aus laut und für alle Anwesenden deutlich vernehmbar gerufen wurde:

»Arsinoe, die zweite Tochter des Mazedoniers und römischen Bürgers Keraunus.«

Die Schiffsbaumeisterstochter war schon vor ihr aufgerufen worden und hatte sogleich ihren Platz verlassen; Arsinoe aber wartete bescheiden, bis sich auch einige Matronen erhoben. Diesen schloß sie sich an und trat mit ihnen in eines der letzten Glieder des Zuges, der in die Orchestra hinab und auf den Stufen des Chors zu der Bühne hinanstieg.

Dort wurden die Frauen und Mädchen in zwei Reihen aufgestellt und von den Künstlern mit rücksichtsvoller Freundlichkeit betrachtet.

Arsinoe bemerkte bald, daß die Herren sie länger und mehr als andere Mädchen anschauten.

Auch nachdem sich die Festordner, um Rat zu halten, zusammengeschart hatten, sahen sie sie fleißig an und sprachen über sie, das konnte sie fühlen. Es entging ihr auch nicht, daß sie das Ziel vieler Blicke der im Theater sitzenden Zuschauer geworden war, und es kam ihr nun vor, als wiese man von allen Seiten mit Fingern auf sie.

Sie wußte nicht mehr, wohin sie schauen sollte, und begann sich zu schämen. Aber es freute sie doch auch, von so vielen bemerkt zu werden, und als sie aus Befangenheit zu Boden schaute, um das Vergnügen zu verbergen, das sie empfand, rief Verus, dem sich die Künstler genähert hatten, indem er den Präfekten Titianus anstieß:

»Reizend, reizend! Eine Roxane, als wäre sie aus dem Bilde gesprungen!«

Arsinoe hörte dies Lob, und weil sie ahnte, daß es ihr gelten möchte, wurde sie noch verwirrter, als vorher, und ihr befangenes Lächeln verwandelte sich in den Ausdruck der frohen, aber doch bangen Hoffnung auf ein Glück, das ihr durch seine Größe das Herz beängstigte.

Jetzt hatte einer unter den Künstlern ihren Namen genannt, und als sie den Blick zu erheben wagte, um zu sehen, ob es nicht Pollux gewesen sei, bemerkte sie den reichen Plutarch, der mit seinen lebenden Stützen und dem hageren Kunsthändler Gabinius die Reihen ihrer Gefährtinnen musterte.

Bald war er ihr ganz nahe gekommen und während er sich mit tänzelnden Schritten auf sie zuschieben ließ, stieß er den Kunsthändler in die Seite und sagte, indem er den Rücken der eigenen Hand küßte und ihr mit ihr und den großen Augen zuwinkte: »Kenne ich, kenn' ich! So etwas vergißt sich nicht leicht. Elfenbein und rote Korallen.«

Arsinoe erschrak, und das Blut wich ihr aus den Wangen und alle Fröhlichkeit aus dem Herzen, als sich der alte Herr vor sie hinstellen ließ und freundlich sagte:

»Sieh, sieh, ein Knöspchen aus der Papyrusfabrik unter so stolzen Rosen und Lilien. Sieh, sieh! Aus der Werkstätte in meine Versammlung. Schadet nichts, schadet nichts. Die Schönheit sieht man überall gern. Ich frage nicht, wie du hierher kamst – ich freue mich nur, daß du da bist.«

Arsinoe bedeckte das halbe Gesicht mit der Hand; er aber tippte ihr dreimal mit dem ausgestreckten Mittelfinger auf den weißen Arm und wankte weiter, indem er still vor sich hin lachte.

Der Kunsthändler hatte die Worte Plutarchs vernommen und fragte ihn, nachdem sie sich einige Schritte von Arsinoe entfernt hatten, mit lebhafter Entrüstung:

»Hab' ich recht gehört? Eine Arbeiterin aus deiner Fabrik hier mitten unter unseren Töchtern?«

»Ja doch; zwei tätige unter lauter müßigen Händen,« entgegnete der Alte heiter.

»So hat sie sich hier eingedrängt, man muß sie entfernen.«

»Beileibe nicht; sie ist entzückend.«

»Empörend ist es; hier in dieser Versammlung!«

»Empörend?« unterbrach Plutarch den andern. »Nicht doch! Man darf nicht gar zu wählerisch sein. Woher sollten wir auch lauter Kinder von Antiquitätenverkäufern nehmen?«

Dann fügte er begütigend hinzu: »Deinem feinen Formensinne müßte doch, sollte ich meinen, dies liebliche Wesen gefallen; oder fürchtest du, daß sie den Künstlern für die Rolle der Roxane geeigneter erscheinen könnte als deine reizende Tochter? Höre nur die Herren da drüben. Laß uns sehen, was sie haben.«

Diese Worte bezogen sich auf ein lautes Gespräch, das sich in der Nähe der Polster des Präfekten und des Prätors erhoben hatte.

Diese beiden und mit ihnen die meisten Maler und plastischen Künstler waren der Ansicht, daß Arsinoe eine Roxane von wunderbarer Wirkung abgeben würde.

Sie hoben hervor, daß sie an Gestalt und Antlitz der holden Tochter des baktrischen Fürsten köstlich entspreche, wie sie Aëtion, dessen Gemälde diesem Teil der Schaustellung zugrunde gelegt werden sollte, dargestellt hatte. Nur der Bildhauer Papias und zwei seiner Genossen erklärten sich entschieden gegen diese Wahl und versicherten mit Eifer, daß sich unter allen anwesenden Jungfrauen nur eine, und zwar Praxilla, die Tochter des Kunsthändlers Gabinius, eignen würde, als Braut Alexanders vor den Kaiser zu treten. Alle drei standen zu dem Vater dieses schlank gewachsenen, in der Tat sehr schönen Mädchens in geschäftlicher Beziehung und wünschten sich dem reichen und gewandten Verkäufer ihrer Werke gefällig zu erweisen. Ihr Eifer nahm sogar einen heftigen Ton an, sobald sich der Kunsthändler im Gefolge des alten Plutarch zu den Streitenden gesellt hatte und sie gewiß waren, von ihm gehört zu werden.

»Und wer ist die Jungfrau da drüben?« fragte Papias, indem er auf Arsinoe wies, als jene sich nahten. »Gegen ihre Schönheit läßt sich nichts sagen, aber sie ist mehr als einfach gekleidet, trägt keinen Schmuck, der der Rede wert wäre, und tausend gegen eins ist zu wetten, daß ihre Eltern nicht in der Lage sind, sie mit so reichen Kleidern und so kostbarem Schmuck auszustatten, wie er einer Roxane bei der Vermählung mit Alexander gewiß nicht fehlen darf. In Seide, Gold und Edelsteinen muß die Asiatin auftreten. Mein Freund dort wird seine Praxilla so zu kleiden wissen, daß der Glanz ihres Schmuckes den großen Mazedonier selbst überrascht haben würde; wer aber ist der Vater des hübschen Kindes da, dem die blauen Bänder im Haar, die beiden Rosen und das weiße Kleidchen gut genug stehen?«

»Deine Erwägung ist zutreffend, Papias,« fiel der Kunsthändler dem Bildhauer mit trockener Schärfe ins Wort; »das Mädchen, von dem ihr redet, kann nicht weiter in Frage kommen. Ich sage das nicht meiner Tochter wegen, sondern weil mir alles unziemliche verhaßt ist. Man kann kaum begreifen, woher das junge Geschöpf da den Mut nahm, sich hier einzudrängen. Freilich, ein hübsches Gesicht öffnet Schlösser und Riegel. Sie ist – aber ich bitte, nicht zu erschrecken – sie ist nichts weiter als eine Arbeiterin aus der Papyrusfabrik unseres teuren Wirtes Plutarch.«

»Das ist nicht wahr,« unterbrach Pollux entrüstet diese Behauptung.

»Mäßige deine Zunge, junger Mann,« entgegnete der Kunsthändler. »Ich rufe dich zum Zeugen auf, edler Plutarch.«

»Laß sie sein, wer sie mag,« gab der alte Herr ärgerlich zurück. »Sie sieht einer meiner Arbeiterinnen ähnlich, käme sie aber auch geradeswegs vom Klebetisch, wäre sie doch mit solchem Gesicht und solcher Gestalt hier und überall ganz vortrefflich am Platze. Das ist meine Meinung.«

»Brav, schöner Freund,« rief Verus und nickte dem Alten zu. »Der Kaiser macht sich weit mehr aus so ausbündig reizenden Geschöpfen wie das da drüben, als aus euren alten Bürgerbriefen und vollen Beuteln.«

»So ist es,« bestätigte der Präfekt diese Versicherung. »Und daß sie ein freies Mädchen ist und keine Sklavin, darauf möchte ich schwören. Du bist für sie eingetreten, Freund Pollux. Was weißt du von ihr?«

»Daß sie die Tochter des Palastverwalters Keraunus ist, die ich seit ihrer Kindheit kenne,« entgegnete der junge Künstler bestimmt. »Er ist römischer Bürger und dazu aus altem mazedonischem Hause.«

»Vielleicht sogar von königlichem Geblüt,« fiel Titianus lächelnd ein.

»Ich kenne den Mann,« entgegnete der Kunsthändler schnell. »Ein wenig bemittelter, hochmütiger Narr ist er.«

»Ich dächte,« unterbrach Verus den erregten Mann mit vornehmer Ruhe, mehr gelangweilt als abweisend, »ich dächte, es wäre hier nicht der Platz, Vorträge über die Sinnesart der Väter dieser Mädchen und Frauen zu halten.«

»Aber er ist arm,« rief der Kunsthändler gereizt. »Vor einigen Tagen bot er mir seine elenden Raritäten zum Kauf an; ich aber konnte –«

»Wir bedauern es für dich, wenn dies Geschäft nicht zustande kam,« fiel ihm Verus wieder ins Wort, und diesmal mit ausgesuchtester Höflichkeit. »Denken wir erst an die Personen und dann an die Kostüme. Der Vater dieses Mädchens ist also römischer Bürger?«

»Mitglied des Rates und in seiner Weise ein vornehmer Mann,« sagte Titianus.

»Und ich,« fügte seine Gattin Julia hinzu, »finde Gefallen an der reizenden Jungfrau, und wenn sie die Hauptrolle gibt und ihr edler Vater unbemittelt ist, wie du behauptest, mein Freund, werde ich die Sorge für ihre Kleider übernehmen. Der Kaiser wird über diese Roxane entzückt sein.«

Die Sachwalter des Kunsthändlers schwiegen; er selbst bebte vor Enttäuschung und Ärger. Sein Ingrimm wuchs aber aufs höchste, als Plutarch, den er vorhin für seine Tochter gewonnen zu haben meinte, den weit vorgebeugten Oberkörper vor Frau Julia tiefer als vorher zu neigen versuchte und mit einer hübschen Geste des Bedauerns sagte:

»Daß mich doch diesmal das alte Kennerauge täuschte! Die Kleine sieht meiner Arbeiterin ähnlich, sehr ähnlich, aber nun merke ich wohl, daß sie ein gewisses Etwas besitzt, das der anderen fehlt. Ich tat ihr unrecht und bin darum ihr Schuldner. Gestattest du mir, edle Frau Julia, daß ich dir zu den Kleidern unserer Roxane den Schmuck zur Verfügung stelle? Es glückt mir vielleicht, etwas Hübsches zu finden. – Das liebe Kind! Gleich gehe ich hin, um es um Entschuldigung zu bitten und ihm unseren Wunsch zu eröffnen. Darf ich, edle Frau Julia? Darf ich, ihr Herren?«

Wenige Minuten später war es auf der ganzen Bühne und bald darauf auch im Zuschauerraum bekannt, daß des Keraunus Tochter Arsinoe auserwählt worden sei, um die Roxane zur Darstellung zu bringen.

»Wer war Keraunus?«

»Wie durfte diese hervorragende Rolle den Kindern der angesehensten und reichsten Häuser entgehen?«

»So muß es ja kommen, wenn man dem rücksichtslosen Künstlervolk freie Hand läßt!«

»Woher mag das arme Ding die Talente nehmen, die das Kostüm einer asiatischen Fürstentochter, der Braut Alexanders, kostet?«

»Der reiche Plutarch und die Gattin des Präfekten sorgen dafür.«

»Bettelvolk!«

»Wie hätten unseren Töchtern die Edelsteine unseres eigenen Hauses gestanden!«

»Wollen wir dem Kaiser nur hübsche Lärvchen zeigen und nicht auch, was wir vermögen und haben?«

»Wenn Hadrian nun nach dieser Roxane fragt und man ihm sagen muß, man habe eine Kollekte gesammelt, um ihr Kostüm zu beschaffen?«

»Solche Dinge kommen eben nur in Alexandria vor.«

»Man will wissen, sie hätte in einer Fabrik des Plutarch gearbeitet. Das soll ja nicht wahr sein; doch der alte geschminkte Taugenichts liebt immer noch hübsche Gesichter. Er schwärzte sie hier ein! Glaubt mir. Wo es raucht, da gibt es ein Feuer, und daß sie Geld von dem Alten bekommt, ist unfraglich.«

»Wofür?«

»Wenn du's wissen willst, mußt du einen Priester Aphroditens befragen. Da gibt es nichts zu lachen, denn es ist schändlich, empörend!«

So und ähnlich lauteten die Bemerkungen, mit denen die Nachricht von der Wahl Arsinoes zur Roxane aufgenommen wurde; ja in der Seele des Kunsthändlers und seiner Tochter hatten sie Haß und bittere Abneigung erregt.

Praxilla wurde zu den Gespielinnen der Braut Alexanders geschrieben, und sie fügte sich ohne Widerspruch; bei der Heimkehr aber nickte sie schweigend, als der Vater ihr sagte:

»Laß jetzt nur alles gehen, wie es mag. Wenige Stunden vor dem Beginn des Schauspiels zeig' ich ihnen an, daß du erkranktest.«

Aber die Wahl Arsinoes hatte auch Freude bereitet.

Da oben in einer der mittleren Reihen des Theaters saß Keraunus mit weit auseinandergespreizten Beinen, glühend rot, schnaufend und keuchend vor lauter Vergnügen und zu stolz, um die Füße einzuziehen, selbst als der Bruder des Archidikasten sich an seiner zwei Plätze füllenden Gestalt vorbeizudrängen versuchte.

Arsinoe, deren scharfem Gehör weder die Anklage des Kunsthändlers noch die Verteidigung des braven, langen Pollux entgangen war, hatte zuerst vor Scham und Angst vergehen wollen; jetzt aber war es ihr zumute, als könnte sie fortschweben wie das geflügelte Glück.

So herzensfroh war sie noch niemals gewesen, und als sie mit dem Vater in die erste dunkle Gasse gelangte, fiel sie ihm um den Hals, küßte ihm beide Wangen und erzählte ihm dann, wie gütig Frau Julia, die Gattin des Präfekten, gegen sie gewesen, und mit wie herzlicher Freundlichkeit sie übernommen habe, ihr kostbare Gewänder machen zu lassen.

Keraunus hatte dagegen nichts einzuwenden, und wunderbarerweise fand er es auch nicht unter seiner Würde, Arsinoe von dem reichen Plutarch mit Schmuck ausstatten zu lassen.

»Man hat gesehen,« sagte er pathetisch, »daß wir uns nicht zu scheuen brauchen, so viel wie andere Bürger zu leisten, aber um einer Roxane den Hochzeitsstaat zu beschaffen, dazu bedarf es der Millionen, und daß wir die nicht besitzen, will ich gern den Freunden gestehen. Woher das Kostüm kommt, bleibt sich gleich; du wirst so oder so unter den ersten Jungfrauen der Stadt die erste sein, und darum bin ich mit dir zufrieden, mein Kind. Morgen wird die letzte Versammlung stattfinden, und vielleicht erhält auch Selene eine hervorragende Rolle. Es fehlt uns ja glücklicherweise nicht an den Mitteln, sie würdig zu kleiden. Wann will die Gemahlin des Präfekten dich empfangen?«

»Morgen gegen Mittag.«

»So kaufen wir morgen früh ein neues, gutes Gewand.«

»Wird es nicht auch für ein besseres Armband reichen?« fragte Arsinoe schmeichelnd. »Meines da ist so schmal und ärmlich.«

»Du sollst eines haben, denn du hast es verdient,« entgegnete Keraunus mit Würde. »Bis übermorgen mußt du dich gedulden; morgen verkaufen die Goldarbeiter nicht wegen des Festes.«

So heiter und gesprächig, wie sich der Verwalter heute zeigte, hatte Arsinoe ihn noch nie gesehen, und doch war der Weg vom Theater zur Lochias nicht ganz kurz und die frühe Stunde längst vorüber, in der er schlafen zu gehen pflegte.

Als sich Vater und Tochter dem Palast näherten, war es schon ziemlich spät geworden; denn nachdem Arsinoe von der Bühne getreten war, hatte man bei Fackelschein, bei Lampen- und Kerzenlicht noch für drei andere Szenen aus dem Leben Alexanders passende Darstellerinnen ausgewählt, und bevor die Versammlung auseinanderging, waren die Gäste Plutarchs mit Wein, Fruchtsäften, süßem Gebäck, Austernpastetchen und anderen Leckereien bewirtet worden.

Der Verwalter war dem edlen Getränk und den guten Schüsseln wacker zu Leibe gegangen, und wenn er sich satt fühlte, pflegte er gütiger gesinnt, nach mäßigem Weingenuß heiterer gelaunt zu sein als sonst. Jetzt war er gütig und heiter; denn obgleich er getan hatte, was nur immer in seiner Macht stand, hatte doch die Bewirtung weit kürzere Zeit gedauert, als er bedurfte, um sich einen Rausch, der ihn mürrisch machte, anzutrinken oder sich den Magen zu überladen.

Am Ende des Weges wurde er nachdenklich und sagte:

»Morgen hält der Rat keine Sitzung wegen des Festes, und das ist gut. Alle Welt wird mich beglückwünschen, befragen, beachten, und die Vergoldung an meinen Stirnreifen hält nicht mehr stand. An einigen Stellen schimmert das Silber schon durch. Dein Anzug kostet nun nichts mehr, und es wird doch nötig sein, daß ich vor der nächsten Sitzung zu einem Juwelier gehe und mir einen echten Reifen für das unwürdige Ding da eintausche. Was man ist, das soll man auch scheinen.«

Dieses Wort gefiel ihm vorzüglich, und als Arsinoe ihm lebhaft beistimmte und, während sie das offene Tor durchschritten, ihn bat, nur für das Kostüm Selenes genug übrigzulassen, lachte er still vor sich hin und sagte: »Wir brauchen nicht mehr so ängstlich zu sein. Ich möchte wohl den Alexander kennen, der meine Roxane nächstens von mir zum Weibe begehrt. Der einzige Sohn des reichen Plutarch sitzt auch schon im Rate und hat noch kein Weib im Hause. Ganz jung ist er nicht mehr, aber immer noch ein stattlicher Mann.«

Diese Zukunftsträume des glücklichen Vaters wurden durch Frau Doris unterbrochen, die vor das Wächterhäuschen getreten war und ihn anrief.

Keraunus blieb stehen.

Als die Alte dann sagte: »Ich muß mit dir reden,« versetzte er abweisend:

»Ich aber höre dir nicht zu, weder heute noch jemals.«

»Zu meinem Vergnügen,« entgegnete Doris, »rief ich dich wahrhaftig nicht an. Ich will dir nur sagen, daß du deine Selene nicht zu Hause finden wirst.«

»Was sagst du da?« fuhr Keraunus auf.

»Ich sage, daß das arme Mädchen mit dem kranken Fuße in der Stadt nicht weiter konnte und in ein fremdes Haus gebracht werden mußte, wo man es pflegt.«

»Selene!« rief Arsinoe, die aus all ihren Himmeln fiel, erschreckt und bekümmert. »Weißt du, wo sie ist?«

Bevor Doris antworten konnte, polterte Keraunus:

»Daran ist der römische Baumeister und seine reißende Bestie schuld! Recht so, gut so; denn nun wird der Kaiser mir sicher zu meinem Recht verhelfen. Er wird denen die Wege weisen, die die Schwester Roxanes aufs Lager geworfen und sie verhindert haben, sich beim Aufzuge zu zeigen. Recht so, vortrefflich!«

»Traurig ist es, zum Weinen,« entgegnete die Torhütersfrau unwillig. »Ist das dein Dank für ihre Sorge um die kleinen Geschwister? Wie nur ein Vater so reden mag, dessen bestes Kind mit einem gebrochenen Beine bei fremden Leuten daniederliegt!«

»Mit gebrochenem Bein!« jammerte Arsinoe.

»Gebrochen?« wiederholte Keraunus langsam und aufrichtig bekümmert. »Wo kann ich sie finden?«

»Bei Frau Hanna in einem kleinen Hause am Ende des Gartens der Witwe des Pudens.«

»Warum trug man sie nicht hierher?«

»Weil der Arzt es verboten hatte. Sie liegt im Fieber; wird aber gut gepflegt. Die Witwe Hanna gehört zu den Christianern. Ich mag diese Leute nicht leiden; Kranker zu warten verstehen sie indes besser als andere.«

»Bei Christen? Mein Kind bei Christen!« rief Keraunus außer sich. »Gleich, Arsinoe, gleich kommst du mit mir. Selene soll keinen Augenblick länger bei diesem verruchten Gesindel bleiben. Ewige Götter! Zu allem Unglück auch noch diese Schmach!«

»So schlimm ist es nun gerade nicht,« sagte Frau Doris begütigend. »Es gibt ganz achtbare Leute unter den Christianern. Ehrlich sind sie gewiß; denn das arme, bucklige Ding, das die üble Nachricht zuerst herbrachte, gab mir auch dies Täschchen voll Geld, das Frau Hanna in der Tasche Selenes fand.«

Keraunus griff so verächtlich nach dem sauer verdienten Lohn der Töchter, als sei er an Gold gewöhnt und mache sich nichts aus dem elenden Silber; Arsinoe aber begann bei dem Anblick der Drachmen zu weinen, denn sie wußte, daß Selene um dieses Geldes willen das Haus verlassen hatte, und ahnte, wie schreckliche Schmerzen sie auf dem Wege erduldet hatte.

»Ehrlich hin, ehrlich her,« rief Keraunus, indem er das Geldbeutelchen zuband. »Ich weiß, wie schamlos es in den Versammlungen dieses Gelichters hergeht. Sich mit Sklaven zu küssen, das wäre mir gerade das Rechte für meine Tochter. Komm, Arsinoe; suchen wir gleich eine Sänfte!«

»Nein, nein!« entgegnete Doris lebhaft. »Du mußt sie fürs erste in Ruhe lassen. So etwas verschweigt man lieber einem Vater, der Arzt aber versicherte, es könnte ihr das Leben kosten, wenn man sie jetzt nicht still liegen ließe. Mit einer hitzigen Wunde am Kopfe, im Fieber und mit gebrochenen Gliedern geht man in keine Versammlung. Das arme, liebe Kind!«

Keraunus brütete stumm vor sich hin, und Arsinoe rief unter Tränen:

»Aber ich muß zu ihr hin; sehen muß ich sie, Doris!«

»Das verdenk' ich dir nicht, mein Liebchen,« sagte die Alte. »Ich bin selbst schon vorhin in dem Christenhause gewesen; aber man ließ mich nicht zu der Kranken. Mit dir ist das etwas anderes, denn du bist ihre Schwester.«

»Komm, Vater,« bat Arsinoe, »wir sehen jetzt erst nach den Kindern, und dann begleitest du mich zu Selene. Ach, warum bin ich nicht mit ihr gegangen! Ach, ach, wenn sie uns stürbe!«

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