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Gutenberg > Paul Heyse >

Der Jungbrunnen

Paul Heyse: Der Jungbrunnen - Kapitel 9
Quellenangabe
typefairy
authorPaul Heyse
titleDer Jungbrunnen
publisherVerlag von Alexander Duncker
year1850
firstpub1850
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorJens Sadowski
created20140602
modified20151203
senderbruce.welch@gmx.de
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Epilog

Ein Krämer und ein Schneider
Die kamen zur Lorelei,
Zwei fromme, verständige Seelen,
Und war noch ein Dritter dabei.

Der Krämer hub an zu sprechen:
Ich habe viel sagen gehört,
Es säß' eine Hexe dadroben,
Die singend die Schiffer bethört.

Es spielt die liebe Sonne
Um Fels und Ufer so klar,
Und wär's mit der Hexe richtig,
Wir würden sie jetzt gewahr.

Der Schneider sprach: Einst hab' ich
So manches Meßgewand
Zu Cölln für die Priester geschneidert;
Die klärten mir auf den Verstand.

Die Mähr von der singenden Lore
Ist eitel Lug und Wahn,
Vom leidigen Teufel ersonnen,
Die armen Seelen zu fahn. –

Der Dritte ging daneben,
Sah staunend hoch empor,
Dann in die Brandung nieder
Und horchte mit halbem Ohr.

Wehmüthig blickt' er auf Jene,
Sang leise vor sich hin:
»Ich weiß nicht, was soll es bedeuten,
Daß ich so traurig bin!«

.

Druck von Gustav Schade, Oranienburgerstr. 27.

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